Leizen

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Leizen ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
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Leizen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leizen hervorgehoben

Koordinaten: 53° 22′ N, 12° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 27,75 km2
Einwohner: 484 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17209
Vorwahl: 039922
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 088
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Website: Leizen auf amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeisterin: Stefanie Nürnberg
Lage der Gemeinde Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Leizen in der Mecklenburgischen Seenplatte befindet sich in einem hügeligen, wald- und seenreichen Gebiet, das mit dem Dusterholzberg maximal 120,5 m ü. NHN erreicht. Zwischen den großen Seen Müritz und Plauer See liegen im Gemeindegebiet Leizens einige kleinere Seen, der Tangahnsee, der Kleine Kreßinsee, der Minzower See und der Steinfortsee. Die Stadt Röbel/Müritz ist zirka acht Kilometer entfernt.

Umgeben wird Leizen von den Nachbargemeinden Walow im Norden, Groß Kelle im Nordosten, Röbel/Müritz im Osten, Bütow im Südosten, Fincken im Südwesten sowie Fünfseen im Nordwesten.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Leizen, Minzow und Woldzegarten.

GeschichteBearbeiten

EingemeindungenBearbeiten

Woldzegarten wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet.[2] Minzow gehört seit dem 13. Juni 2004 zu Leizen.[3]

LeizenBearbeiten

Der ehemals slawische Rundling Leizen tauchte erstmals 1298 in der örtlichen Kirchenchronik auf. Im Mittelalter bestand bereits eine Turmhügelburg, später wurde in deren Nähe ein Schloss erbaut. Vom 14. Jahrhundert an bis in das 18. Jahrhundert hinein war Leizen zusammen mit anderen Dörfern der Umgebung im Besitz der Familie von Knuth und kam 1750 mit umliegenden Ländereien an den Amtsrat Ernst Friedrich von Gundlach[4], deren Nachfahren das Gut bis 1945 innehatten. Um die vorletzte Jahrhundertwende hatte Leizen den Status eines Lehngutes und war ein Familien-Fideikommiss, also einer unteilbaren Besitzung, welche nur auf einen (männlichen) Nachfolger vererbt werden konnte. Die Gutsgröße umfasste viele Jahrzehnte 1080 ha.[5][6] Das gründerzeitliche Gutshaus wurde 1898 durch den vorletzten Gutsbesitzer aus der Familie von Gundlach, Hans Heinrich (1863–1929)[7] gebaut. Ihm folgte bis 1945 als Eigentümer sein jüngerer Bruder Günther (1868–1945) auf Rumpshagen, respektive dessen Sohn Carlotto (1897–1948) als Verwalter.

Der Ort war bis in die jüngste Gegenwart rein landwirtschaftlich geprägt. 1996 wurde der Industrie- und Gewerbepark Süd-Mecklenburg eröffnet.

MinzowBearbeiten

 
Dorfkirche Minzow – erbaut von Theodor Krüger (1862)

Der Ortsteil Minzow ist ebenfalls slawischen Ursprungs. Die Herren von Below besaßen im 15. Jahrhundert in dem Bauerndorf mehrere Hufen. Nach dem Bau einer eigenen Kirche 1862 wurde Minzow zur eigenständigen Kirchengemeinde. Minzow war bis zur Fusion mit Leizen 2004 eine selbstständige Gemeinde.

WoldzegartenBearbeiten

 
Gutshaus Woldzegarten

Der Ortsteil Woldzegarten war vom 15. bis zum 20. Jahrhundert ein Gutshof im Besitz der Familie von Flotow. Letzte Besitzerin war Anne-Marie von Flotow, geborene von Voss, zweite Frau des Gutsherrn Karl Dietrich von Flotow (1888–1936), und deren als nächste Erben vorbestimmten gemeinsamen Kinder Klaus, Edelgard und Iris.[8] Nach der Vertreibung der Besitzerin und des Verwalters 1945 wurden verschiedene Gemeindeeinrichtungen im Gutshaus untergebracht. Nach der Wende verfiel der Gutshof zusehends, wurde dann aber in den späten 1990er Jahren umfassend saniert. Das Gutshaus dient heute als Hotel, das große Wirtschaftsgebäude als Kulturscheune.

PolitikBearbeiten

Gemeindevertretung und BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 7 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende Ergebnisse[9]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze[10]
Einzelbewerber Gödecke 17,86 1
Einzelbewerber Witzke 16,71 1
Einzelbewerber Dee 14,03 1
Einzelbewerber Claußen 13,65 1
Einzelbewerber Limpächer 11,86 1
Einzelbewerber Mau 11,61 1

Bürgermeisterin der Gemeinde ist Stefanie Nürnberg, sie wurde mit 96,27 % der Stimmen gewählt.[11]

DienstsiegelBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE LEIZEN“.[12]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im traditionell landwirtschaftlich geprägten Gebiet der Gemeinde haben sich seit den 1990er Jahren im Gewerbepark Süd-Mecklenburg, der direkt an der Autobahn liegt, mehrere Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe angesiedelt.

Auf dem Dusterholzberg bei Woldzegarten steht der Sendeturm des Senders Röbel-Woldzegarten.

Leizen liegt verkehrsgünstig an der Kreuzung der Bundesstraße 198 mit der Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock), die die Autobahn-Anschlussstelle Röbel bildet. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Malchow und Ganzlin, sowie Waren (Müritz) und Wittstock (Dosse).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Dorfkirche Leizen ist eine rechteckige Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Ihre Wände wurden im 18. Jahrhundert teilweise mit Ziegeln erneuert. Ein verbretterter quadratischer Turm mit einem hohen und spitzen achtseitigen Helm ist im Stile eines Dachreiters auf das Dach aufgesetzt. Zu den bedeutenden Ausstattungsgegenständen der Kirche zählen der Schnitzaltar um 1500 sowie ein Knuth-Grabstein von 1370.
  • Das 1898 im Gründerzeitstil erbaute Leizener Herrenhaus dient heute als Hotel, der ehemalige Speicher des Guts wird u. a. von der Freiwilligen Feuerwehr, sowie der Gemeinde genutzt.
  • Auch der Gutshof im Ortsteil Woldzegarten ist inzwischen zu einem Hotel umgebaut. Der große Speicher des Gutshofs dient als Kulturscheune unter anderem auch verschiedenen kulturellen Zwecken.
  • Die Dorfkirche Minzow wurde anstelle des abgebrannten Gutshauses errichtet.
  • Großsteingräber nahe dem Ortsteil Woldzegarten
  • Kroneiche Minzow mit einem Umfang von 9,90 Metern und einem geschätzten Alter von 400–600 Jahren[13]

WeblinksBearbeiten

Commons: Leizen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2020 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Christa Kostolnik: Die Geschichte des "Glasdorfes" Rumpshagen. Vom stolzen Aufstieg und tragischen Untergang der adeligen Gläsnerfamilie von Gundlach. In: Genealogische Übersicht zur Familie von Gundlach-alle Linien. 2. Auflage. Edition Lesezeichen, Friedland, Ankershagen 2020, ISBN 978-3-941681-83-5, S. 107 f. (d-nb.info [abgerufen am 6. Juli 2021]).
  5. Güter-Adreßbuch für Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. Verzeichnis sämmtlicher Güter der Ritterschaft. Verlag der E. Brünslow`schen Hofbuchhandlung, Neubrandenburg 1896, S. 148–149 ([89,%22panX%22:0.604,%22panY%22:0.381,%22view%22:%22info%22,%22zoom%22:0.782} uni-goettingen.de] [abgerufen am 4. Juli 2021]).
  6. Vollrath von Lützow, Joachim Becker: Güter-Adreßbuch von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz: Verzeichn. sämtl. größerer u. mittlerer landwirtschaftl. Güter. Nach amtlichen Quellen. In: Niekammer (Hrsg.): Niekammer`s Güteradressbuch IV. 3. Auflage. Reichenbach, Leipzig 1921, S. 146–147 (d-nb.info [abgerufen am 6. Juli 2021]).
  7. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil B (Briefadel), 1939. In: Justus Perthes (Hrsg.): Gesamtreihe Gothaische Genealogische Taschenbücher, bis 1942 erschienen.r. 31. Auflage. Justus Perthes, Gotha 1939, S. 189 (kit.edu [abgerufen am 4. Juli 2021]).
  8. Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser / A (Uradel). In: Unter Aufsicht des Ausschusses für adelsrechtliche Fragen der Dt. Adelsverbände mit dem Dt. Adelsarchiv (Hrsg.): Gesamtreihe GHdA seit 1951. 1. Auflage. Band 65, Nr. 705. C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1953, S. 65–66 (d-nb.info [abgerufen am 4. Juli 2021]).
  9. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  10. Reihenfolge nach Stimmenanteil
  11. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  12. Hauptsatzung § 1
  13. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017.