Cölpin

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Cölpin ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Stargarder Land mit Sitz in der Stadt Burg Stargard verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Cölpin
Cölpin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Cölpin hervorgehoben

Koordinaten: 53° 31′ N, 13° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Stargarder Land
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 21,24 km2
Einwohner: 774 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17094
Vorwahl: 03966
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 026
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlenstraße 30
17094 Burg Stargard
Website: www.gemeinde-coelpin.de
Bürgermeister: Joachim Jünger
Lage der Gemeinde Cölpin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchowNossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Cölpin liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Neubrandenburg in einer hügeligen Endmoränenlandschaft, die vor allem durch Ackerflächen geprägt ist. An der südlichen Gemeindegrenze verläuft der Fluss Linde. Nordöstlich grenzt der Neetzkaer See an.

Ortsteile der Gemeinde sind Cölpin, Hochkamp und Neu Käbelich.

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname Cölpin ist slawischen Ursprungs und bedeutet Schwanendorf (colpa=Schwan). Cölpin wird 1290 erstmals urkundlich erwähnt, als Markgraf Albrecht III. dem Kloster Wanzka acht Hufen in colpyn (Cölpin) übertrug.[2] Es gibt jedoch Hinweise, dass der Ort Cölpin bereits einige Jahre vorher gegründet wurde. In Urkunden wurden ein Neubrandenburger Ratsherr Kolpin 1287 und ein Neubrandenburger Bürger Culpin 1305 erwähnt. Heinrich II. der Löwe von Mecklenburg (1266–1329) belehnte 1306 Hinricks Schmedess (Heinrich Schmidt)[3][4] und dessen Söhne Arend, Jacob u. Otten mit dem Ort Cölpin und dessen Schulzenamt.[5] Bis 1548 hatte diese Familie das Schultzengericht inne. Sie besaß in dem Straßenangerdorf drei von vier abgabefreien Freihufen (Höfe), die Hufen I, II und IV.[6] Ab 1480 war Cölpin im Besitz der Familie von Dewitz, die den Ort über Jahrhunderte als Gutsdorf prägte und das Privileg der Familie Schmidt beseitigen wollte. Auf einem Landtag 1548 wurde eine Art Bauernlegen der Schulzenfamilie Schmidt mit Erfolg für von Dewitz verhandelt.

1780 wurde das imposante Herrenhaus als zweigeschossiger, massiver Putzbau errichtet. Cölpin blieb bis 1945 Dewitzer Stammsitz.

1918 stellten die Schmidts den ersten frei gewählten Bürgermeister in Cölpin. Die Familie Schmidt war Nutznießer der NS-Bauernpolitik. Der Landesbauernführer fragte 1935 im Auftrag des Reichsbauernführers Walther Darré das Grundbuchamt Neubrandenburg: Ob früher dort (in Cölpin) Bauern oder Lehnbauern oder Kossäten ansässig gewesen sind, welche im Lauf der Jahre gelegt wurden. Das Reichssippenamt dokumentierte daraufhin die ehemaligen bäuerlichen und herrschaftlichen Grundbesitzverhältnisse. Das Gut der von Dewitz musste infolge dessen 221 ha Land und das Vorwerk Hochkamp mit 84,77 ha abtreten. Ein Schmidt kaufte das Vorwerk.[7] 1945 wurde auf der Hufe I ein Schmidt-Haus geräumt, um eine russische Kommandantur einzurichten.

Huldigungsplatz zu CölpinBearbeiten

 
Fiktive Landtagsszene um 1548 in Cölpin, Collage J. Gerner 2005

Durch die zentrale Lage des Ortes wurde Cölpin zum Schauplatz von Entscheidungen des Landes Stargard. Auf einem Platz an der Kirche ließ sich der Fürst Heinrich II. der Löwe von Mecklenburg von den Stargarder Ständen huldigen. Auf dem Platz fanden bis ins 16. Jahrhundert Landtage statt[8], für 1488 ist ein Landtag der Stargarder Stände belegt. Hier wurden nach Claus Josias von Behr auch Musterungen im Stargardischen durchgeführt.[9]

EingemeindungenBearbeiten

Hochkamp wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.[10] Neu Käbelich gehört seit dem 13. Juni 2004 zu Cölpin.[11]

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot auf erniedrigtem blauem Wellenschildfuß, darin ein silberner Wellenfaden, ein schwimmender, golden beschnabelter und gezungter silberner Schwan, überhöht von drei goldenen Deckelbechern balkenweise.“[12]

Das Wappen wurde von dem Neubrandenburger Lothar Herpich gestaltet. Es wurde am 14. August 2007 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 316 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Im Wappen soll der Schwan den Bezug zu dem aus dem Slawischen stammenden Ortsnamen (kolp´ = Schwan) herstellen. Der Wellenschildfuß mit dem Wellenfaden verweist auf die in der Gemeindeflur liegenden kleinen Gewässer. Mit den aus dem Wappen der Familie von Dewitz, das in Rot drei (2:1) goldene Deckelbecher zeigt, entlehnten Figuren soll zum einen an die Familie erinnert werden, die nachweislich seit Ende des 13. Jh. Besitz in der Umgebung und seit 1417 auch in Cölpin hatte und deren Familiengeschichte über Jahrhunderte eng mit der Geschichte des Ortes verknüpft ist. Zum anderen sollen die Deckelbecher von der Anzahl her die drei Ortsteile versinnbildlichen.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde von dem Cölpiner Joachim Jünger gestaltet und am 14. Oktober 2008 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge besteht aus weißem Tuch. Es ist in der Mitte mit dem Gemeindewappen belegt, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[13]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE STAVEN • LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE •“.[13]

Sehenswürdigkeiten und besondere ObjekteBearbeiten

Cölpin

  • Herrenhaus von um 1780[14] mit Parkanlage[15][16]
  • Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert[17]
  • Alte Schmiede von um 1820

Neu Käbelich

  • Kapelle Neu Käbelich
  • Gutshaus Neu Käbelich; eingeschossiger Putzbau von 1908 mit Mansarddach und Mittelrisalit.

Militärobjekte der ehemaligen NVA der DDR

  • NVA-Hubschrauberlandeplatz 3301, Cölpin, Größe 676 Quadratmeter, Gefechtstand 33 der 3. LVD, heute Radarführungsabteilung 16 der Bundeswehr
  • NVA-Hubschrauberlandeplatz 3302, Katzenhagen, Größe 10.000 Quadratmeter, Rückwärtige Führungsstelle der 3. LVD

Historische GewerbeentwicklungBearbeiten

  • Ziegelherstellung

Die im Ort befindlichen Teiche wurden zur Tongewinnung ausgehoben. In den Kirchenbüchern/ Einwohnerbüchern sind mehrere Zieglermeister genannt. Nach der Tonausbeute Ende des 19. Jahrhunderts zogen die Zieglerfamilien weg, so auch der Zieglermeister Schmidt nach Woldegk, Sülte, Zinzow und schließlich nach Hagenow.

  • Landwirtschaft

Die riesigen Gutsscheunen zeugen von der florierenden Bewirtschaftungen der Gutsherren von Dewitz im 18. und 19. Jahrhundert. Zur Leitung des Gutes wurden Inspektoren und Statthalter eingesetzt. Bis auf vier Freihufe war in Cölpin und in Dewitz vor 1918 war der Grund und Boden in Gutsbesitzerhand.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Durch Cölpin verläuft die Bundesstraße 104. Das nördliche Gemeindegebiet wird von der Bahnstrecke Bützow–Szczecin tangiert, der nächste im Personenverkehr bediente Haltepunkt befindet sich in Neetzka. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschlussstellen Neubrandenburg-Ost und Friedland i. M. erreichbar.

Ehemalige Schultheiße, Schulzen, Gemeindevorsteher, Statthalter, BürgermeisterBearbeiten

  • 1306 Heinrich Schmidt, Schultheiß
  • 1548 Bartel, Schultheiß
  • 1548 bis 1918 Herren von Dewitz
  • 1900 Ernst Ratzow, Statthalter des Schlossgutes Cölpin
  • 1918 Johannes Schmidt, Gemeindevorsteher

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Das Land Stargard. In: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Im Auftrage des Ministeriums (Abteilung für Unterricht und Kunst). I. Band, III. Abteilung: Die Amtsgerichtsbezirke Friedland (2. Hälfte), Stargard und Neubrandenburg – bearbeitet von Georg Krüger, Oberkirchenrat zu Neustrelitz. Kommissionsverlag der Brünslowschen Verlagsbuchhandlung (E. Brückner), Neubrandenburg 1929, Amtsgerichtsbezirk Stargard – Cölpin, S. 245 ff. (online [abgerufen am 5. Juli 2017]).

WeblinksBearbeiten

Commons: Cölpin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Georg Krüger-Haye: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. III. Abteilung: Die Amtsgerichtsbezirke Friedland (2. Hälfte), Stargard und Neubrandenburg. I. Das Land Stargard. Kommissionsverlag der Brünslowschen Verlagsbuchhandlung, Neubrandenburg 1929, S. 245 (Digitalisat in der Universitätsbibliothek Rostock [abgerufen am 14. September 2015]).
  3. Paul Steinmann: Bauer und Ritter in Mecklenburg: Wandlungen der gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisse im Westen und Osten Mecklenburgs vom 12./13. Jahrhundert bis zur Bodenreform 1945. Petermänken, Schwerin 1960, DNB 454864094 (google.de).
  4. Kölpin 1306-11-01. In: Mecklenburgisches Urkundenbuch. Band 5, Nr. 3120. Schwerin 1869, S. 304 (google.de [abgerufen am 21. Mai 2020]).
  5. Lehnsbrief in Staatsarchiv Schwerin, Grundbuchamt für ritterschaftliche Landgüter Neustrelitz 74, 4.12-5/2.
  6. Paul Steinmann: Bauer und Ritter in Mecklenburg. Petermänken, Schwerin 1960, S. 132–136, 247.
  7. Schriftverkehr des Reichsnährstands vom 19. Juli 1935, Landesbauernschaft an das Grundbuchamt Neubrandenburg: Betr. Ritterschaftl. Grundbuch Cölpin. (Veranlasst vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft) Abgelegt im Landeshauptarchiv Schwerin
  8. Carl Hegel: Geschichte der mecklenburgischen Landstände bis zum Jahr 1555. BoD – Books on Demand, 2015, ISBN 978-3-7340-0377-6 (google.de [abgerufen am 21. Mai 2020]).
  9. Georg Christian Friedrich Lisch: Huldigungsplatz zu Cölpin im Lande Stargard. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburger Geschichte und Altertumskunde. Band 11, 1846, S. 495 (lbmv.de [abgerufen am 21. Mai 2020]).
  10. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  12. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 293/294.
  13. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  14. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 153–164.
  15. Guts- & Herrenhäuser / Gutshäuser - C / Cölpin. Abgerufen am 20. Mai 2020.
  16. Gutshäuser. Abgerufen am 20. Mai 2020.
  17. Sabine Bock: Die Dorfkirchen von Cölpin, Holzendorf und Krumbeck. Thomas Helms Verlag Schwerin 2013, ISBN 978-3-944033-04-4, S. 4–23.
  18. Cölpin 1306-11-01. In: Mecklenburgisches Urkundenbuch. Nr. 1306, S. 304.