Klink

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Klink ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Seenlandschaft Waren mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Waren (Müritz) verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Klink
Klink
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klink hervorgehoben

Koordinaten: 53° 29′ N, 12° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Seenlandschaft Waren
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 25,42 km2
Einwohner: 1128 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17192
Vorwahl: 03991
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 077
Adresse der Amtsverwaltung: Warendorferstraße 4
17192 Waren (Müritz)
Website: www.gemeinde-klink.info
Bürgermeisterin: Jana Böckmann (UBK)
Lage der Gemeinde Klink im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchowNossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild
Hotel Schloss Klink (rechts die Steinmole)
Seglerhafen im Ort

GeografieBearbeiten

 
FDGB-Heim, 1987

Die Gemeinde Klink ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Sie befindet sich auf einer Landenge zwischen Müritz und Kölpinsee. Der Ort hat circa 1000 Einwohner, die in den Ortsteilen Klink, Sembzin, Grabenitz und Eldenburg Süd leben.

GeschichteBearbeiten

Gutsbesitzer waren unter anderem die Familien von Gamm (ab 1375), später von Below, von Holstein (ab 1650), Kähler, von Hahn und Hermann. Das 646 Hektar große Rittergut erwarb 1897 Arthur von Schnitzler, er erweiterte das Gut auf 1150 Hektar. Nach dem Abriss des alten Gutshauses baute er bis 1898 Schloss Klink. Es wurde 1913 erweitert. Das Gut wurde nach 1945 aufgesiedelt. Das Schloss diente ab Mai 1945 als Kommandantur der Roten Armee und von 1946 bis 1968 als Flüchtlingsunterkunft. Nach einem Umbau von 1971 war es Schulungszentrum für das Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR.

Die deutsche Wiedervereinigung führte zum kompletten Infrastrukturwandel und zur Aufgabe früherer Nutzungen. Das Schloss stand dann von 1991 bis 1997 leer. Danach erfolgte eine Privatisierung und ein Umbau. Es dient nun als Hotel und erhielt in Anlehnung an die Entstehungsgeschichte den Namen Schlosshotel. Das Verwalterhaus von 1898 wurde 1997 nach Umbau zum Hotel Altes Gutshaus.

Die Dorfkirche Klink stammt von 1736.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Sembzin eingegliedert.

Das Ufer der Müritz und die Naturnähe führten dazu, dass bis zum Jahr 1962 hier die FDGB-Urlaubersiedlung ‚Völkerfreundschaft‘ errichtet wurde. Die kleine Feriensiedlung bestand aus mehreren zweigeschossigen Bungalows mit insgesamt 300 Betten und zugehörigen Versorgungseinrichtungen.[2] Direktor war vom Beginn 1962 (bis 1990) Gerd Schröter.[3]

Im Jahr 1974 wurde an dieser Stelle das FDGB-Heim Herbert Warnke (benannt nach dem Gewerkschaftsfunktionär Herbert Warnke) errichtet. Der achtgeschossige Bau war ein dreiflügeliges Gebäude auf sternförmigem Grundriss. Das Mittelstück beherbergte die Aufzüge und Versorgungsstränge. Die Bettenkapazität lag bei mehr als 2000 Personen. Der Ferienkomplex verfügte über eine überdachte Ladenpassage, eine Schwimmhalle mit 25 m-Bahn, Bars, Kaffeestuben, Lesezimmer mit Bibliothek, Kinderspielzimmer. Anfang der 1980er Jahre kamen eine Bowlingbahn, Tagungsräume und ein Dachterrassen-Café hinzu. Den Urlaubern standen ein größerer Strandabschnitt direkt an der Müritz auch mit einem Strandkorbverleih zur Verfügung. Der Komplex galt als bedeutender Arbeitgeber im Einzugsbereich Klink: bis zu 570 Mitarbeiter und 230 Lehrlinge waren hier beschäftigt.[2]

Bald nach der deutschen Wiedervereinigung erfolgte die Abwicklung des gewerkschaftlichen Feriendienstes FGGB. Damit wurde das gut erhaltene und gut nachgefragte Ferienheim im Jahr 1991 Eigentum eines privaten Investors.

 
Müritz-Hotel (eh. FDGB-Heim) vom Wasser aus gesehen, Foto von 2007

Dieser ließ es zum Müritz-Hotel umbauen und eröffnete es 1994 wieder. Die Ausstattung war aber nicht wesentlich modernisiert worden, so dass die Nachfrage seitens der Urlauber bald nachließ. Anfang 2015, unmittelbar nach dem die letzten Gäste der Silvester-Urlauber schloss das Hotel für immer, der Besitzer beantragte den Abriss des architektonisch sehr ansprechenden Bauwerks, um es durch einen Neubau ersetzen zu können.[4] Gegen dieses Ansinnen gab es Widerstände seitens der Klinker, die sogar einen Antrag auf Denkmalschutz gestellt hatten, der aber abschlägig beschieden wurde.[2] So kam es am 28. September 2017, nach mehrwöchentlicher Vorbereitung durch eine Abrissfirma, zur Sprengung der Anlage.[5][6]

Im Jahr 1997 eröffnete die neu gebaute Müritz-Klinik zu Rehabilitationszwecken.[7] Die Klinik entstand auf der Fläche der 1962–1990 bestehenden FDGB-Urlaubersiedlung Klink, die mit Bungalows bebaut war. In dieser Zeit betrieb der FDGB-Feriendienst auch das Schloß Klink als Ferienobjekt.

PolitikBearbeiten

Gemeindevertretung und BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 10 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende Ergebnisse[8]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze
Wählergemeinschaft der Gemeinde Klink 40,73 4
Unabhängige Bürger der Gemeinde Klink 34,78 3
CDU 15,53 2
FDP 4,99 1

Bürgermeisterin der Gemeinde ist Jana Böckmann, sie wurde mit 51,07 % der Stimmen in der Stichwahl gewählt.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten durch einen Wellenschnitt; vorn in Blau ein links schreitender goldener Fischreiher; hinten in Gold ein schwebender, spitzbedachter roter Turm mit vier Fenstern übereinander.“[10]

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet. Es wurde zusammen mit der Flagge am 10. November 2003 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 287 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Im Wappen soll mit der wellenförmigen Spaltung des Schildes die Lage der Gemeinde an der Müritz symbolisiert werden. Der Fischreiher steht sowohl für den in der Gemeindeflur vorkommenden Vogel als auch für den Naturschutz. Der Turm verweist nach dem Gestaltungsgrundsatz des pars pro toto auf das an der Müritz liegende Schloss Klink. Mit der Tingierung des Wappens in den Farben Blau, Gold und Rot wird auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landesteil Mecklenburg hingedeutet.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gelb und Blau gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge des gelben und des blauen Streifens übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[11]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE KLINK“.[11]

Sehenswürdigkeiten (Auswahl)Bearbeiten

  • Schloss Klink entstand im Neorenaissance-Stil 1898 nach Plänen von Hans Grisebach (Berlin) für den Kölner Auftraggeber Arthur Schnitzler (1857–1917, geadelt 1914).[12] Die runden Ecktürme und Erkerausbauten erinnern zum Beispiel an die Loireschlösser der französischen Renaissance. Das Gebäude gehörte bis 1945 der Familie von Schnitzler. Nach dem Krieg befanden sich darin die Gemeindeverwaltung und Wohnungen. Das Schloss ist in den 1970er Jahren baulich umfangreich erneuert worden und wurde vom FDGB-Feriendienst als Erholungsheim Schloß Klink genutzt. Jetzt befindet sich darin ein Hotel.
  • Dorfkirche Klink: Den Backsteinbau an der Straße zum Schloss ließen Jacob Ernst von Holstein und Elisabeth Sophia von Bülow 1736 errichten. Daneben befindet sich die später angebaute Familiengruft.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Ort befinden sich zahlreiche Hotels und Ferienwohnungen und das Gutshaus Klink. Das Müritz-Hotel wurde nach zwei Jahren Leerstand im September 2017 gesprengt.[13][14]

Der Ort verfügt über ein vielfältiges Freizeitangebot, zum Beispiel eine Bowlinganlage, Tennishalle, Fußballplatz, Tennisplatz und Yachthafen. Seit 2000 gibt es im Ortsteil Sembzin einen Reisemobil- und Wohnwagenstellplatz.

1997 wurde auf Veranlassung des Investors für das Müritz-Hotel nun eine der größten Rehabilitationskliniken Mecklenburg-Vorpommerns eröffnet. Die Müritz Klinik, eine Einrichtung der FOCUS Medical Klinikgesellschaft mbH, betreut Patienten in den Fachbereichen Orthopädie, Kardiologie, Urologie, Rheumatologie und – als Besonderheit – Transplantationsvor- und -nachsorge.

Großen Anteil am Gemeindeleben machen die Aktivitäten des Mecklenburgischen Sport-Vereins (MSV) Beinhart Klink aus, in welchem die Sportarten Gymnastik, Fußball, Volleyball, Eishockey und Tennis betrieben werden.[15]

WeblinksBearbeiten

Commons: Klink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2020 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c FDGB-Erholungsheim ‚Herbert Warnke‘ auf modernruins.de, abgerufen am 6. April 2021.
  3. Bericht über die Sprengung des eh. Ferienheims mit Interviews beteiligter Personen. Auf TV24, Sendung vom 3. April 2021.
  4. Der Untergang der Perle an der Müritz, Nordkurier,7. September 2014.
  5. Spektakuläre Sprengung: Müritz-Hotel Klink mit Luftaufnahmen in 4K, Video veröffentlicht am 28. September 2017 (YouTube, Nutzer inselvideo).
  6. www.spiegel.de
  7. Homepage Rehaklinik in Klink, abgerufen am 30. Juni 2020.
  8. Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)
  9. Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)
  10. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 315/316.
  11. a b Hauptsatzung § 2 (PDF).
  12. https://www.gemeinde-klink.info/schlossklink/178-schlossgeschichte-in-jahren
  13. Vorzeigebau aus DDR-Zeiten Müritz-Hotel wird gesprengt.
  14. Müritz-Hotel geht in die Luft. In: Spiegel Online. 28. September 2017.
  15. Homepage MSV beinhart Klink, abgerufen am 6. April 2021.