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Der Nordkurier ist eine regionale Tageszeitung. Sie wird überwiegend in Ostmecklenburg, im südlichen Teil Vorpommerns sowie im Landkreis Uckermark im nördlichen Brandenburg vertrieben. Das traditionelle Verbreitungsgebiet ist weitestgehend identisch mit den Grenzen des ehemaligen Bezirks Neubrandenburg der DDR. Die verkaufte Auflage beträgt 66.389 Exemplare, ein Minus von 48,9 Prozent seit 1998.[1]

Nordkurier
Logo
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Nordkurier Mediengruppe GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1991
Erscheinungsweise täglich Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage 66.389 Exemplare
(IVW 1/2019, Mo–Sa)
Chefredakteur Lutz Schumacher (komm.)
Herausgeber Nordkurier Mediengruppe GmbH & Co. KG
Weblink nordkurier.de
ISSN
Nordkurier-Gebäude, Flurstraße 2, Neubrandenburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Hervorgegangen ist der Nordkurier aus der Zeitung Freie Erde, dem ehemaligen Organ der Bezirksleitung Neubrandenburg der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Die Freie Erde erschien von August 1952 bis 1990, zuerst als Organ der Bezirksleitung Neubrandenburg der SED und ab 1989 als Sozialistische Tageszeitung im Bezirk Neubrandenburg.

HerausgeberBearbeiten

An der Nordkurier-Mediengruppe, die den Nordkurier verlegt, sind zu jeweils einem Drittel der der Verlag der Kieler Nachrichten, die Schwäbischer Verlag GmbH und Co.KG Drexler, Gessler sowie die Presse-Druck- und Verlags-GmbH beteiligt. Zur Nordkurier-Mediengruppe gehört ein eigenes Logistikunternehmen, das die Nordkurier-Zeitungen, Briefe und Pakete zustellt.[2]

ChefredakteureBearbeiten

Chefredakteure der Freien Erde:

Zeitraum Name
1952–1956 Karl-Heinz Karge
1956–1961 Horst Jonas
1962–1964 Heinrich Thomas
1964–1989 Gerhard Schiedewitz
1989–1990 Heinzgeorg Oette

Die auf Usedom erscheinende Lokalausgabe wird unter dem abweichenden Titel Usedom Kurier herausgegeben. Sie steht in direkter Konkurrenz zur Usedom-Peene-Zeitung, der Lokalausgabe der dort erscheinenden Ostsee-Zeitung. Diese Situation entstand aus der Kreisgebietsreform 1994 durch die Zusammenlegung der Kreise Anklam (ehemals Bezirk Neubrandenburg, dadurch traditionelle Zeitung Freie Erde), Greifswald-Land und Wolgast (beide ehemals Bezirk Rostock mit dem Bezirksorgan Ostseezeitung). In Brandenburg heißt die Lokalausgabe Uckermark Kurier.

Nach dem Umbruch in der DDR 1989/1990 wurde zunächst in den alten Räumen weiter gearbeitet. Nachdem der damalige Finanzminister Theo Waigel am 30. September 1992 den Grundstein legte, bezog das durch die Treuhandanstalt privatisierte Unternehmen 1993/1994 ein neu errichtetes Druck- und Verlagshaus auf dem Neubrandenburger Datzeberg.

AuflageBearbeiten

Der Nordkurier hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 48,9 Prozent gesunken.[3] Sie beträgt gegenwärtig 66.389 Exemplare.[4] Das entspricht einem Rückgang von 63.506 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 90,6 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[5]

 


Produktion und DienstleistungenBearbeiten

Von April 2009 bis März 2013 produzierte der Nordkurier seinen Mantelteil nicht mehr selbst, diesen lieferte die mv:m Mantelredaktion GmbH mit Sitz in Schwerin.[6] Seit April 2013 erstellt der Nordkurier seinen Mantel wieder in Eigenregie und stockte dazu die Redaktion um 14 auf 120 Mitarbeiter auf. Hintergrund des neuen Konzepts war auch der Bau eines neuen Druckzentrums mit einer neuen Druckmaschine, was eine Umstellung des Zeitungsformats vom Rheinischen auf das Berliner Format bedeutete. Dadurch ließ das Layout des Kooperationspartners Schweriner Volkszeitung nicht mehr so einfach übernehmen. Zudem hätten „verschiedene redaktionelle Neuausrichtungen in andere publizistische Ansprüche als zu Beginn der Kooperation“ gemündet, hieß es aus Schwerin.[7]

Im Verlag des Nordkuriers erscheinen acht Ausgaben des Wochenblattes Anzeigenkurier mit einer Gesamtauflage von 321.000 Exemplaren wöchentlich.

RegionalteileBearbeiten

Ausgabe Verkaufte Auflage[8]
Anklam (Vorpommern Kurier)
Usedom (Insel-Zeitung im Usedom Kurier)
6150
Demmin (Demminer Zeitung) 2989
Neubrandenburg (Neubrandenburger Zeitung)
Altentreptow (Treptower Tagblatt)
14.976
Neustrelitz (Strelitzer Zeitung) 7109
Pasewalk (Pasewalker Zeitung) 4898
Prenzlau (Prenzlauer Zeitung im Uckermark Kurier) 5775
Templin (Templiner Zeitung im Uckermark Kurier) 4321
Teterow (Mecklenburger Schweiz – Teterow)
Malchin (Mecklenburger Schweiz – Malchin)
7542
Ueckermünde (Haff-Zeitung) 4825
Waren (Müritz-Zeitung)
7804

Strafverfahren wegen des Begriffs Rabauken-JägerBearbeiten

Überregional berichtet wurde über ein Verfahren gegen einen Nordkurier-Reporter, der einen Jäger, der ein totes Reh an einem Seil hinter seinem Auto über die Straße schleifte,[9] im Juni 2014 als Rabauken-Jäger bezeichnet hatte.[10] Vor dem Amtsgericht Pasewalk wurde der Journalist im Mai 2015 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt, die Strafe wurde im Februar 2016 vom Landgericht Neubrandenburg bestätigt, aber im September 2016 vom Oberlandesgericht Rostock aufgehoben.[9][11][12]

LiteraturBearbeiten

  • Christiane Baumann: Die Zeitung „Freie Erde“ (1952-1990). Kader, Themen, Hintergründe. Beschreibung eines SED-Bezirksorgans. Schwerin 2013. ISBN 978-3-933255-42-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nordkurier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  2. Unruhe bei der Nordkurier-Gruppe: Ostdeutscher Regionalzeitungsverlag kündigt 60 Zeitungszustellern, Meedia, 10. Januar 2018
  3. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  6. ddp, Nordkurier löst Mantel-Redaktion auf (Memento des Originals vom 5. August 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.news-adhoc.com
  7. Lars Radau: „Der Querdenker von der Tankstelle“, in: journalist, 4/2013, S. 38ff.
  8. IVW 1/2019, Mo–Sa ( Details auf ivw.eu)
  9. a b Jochen Zenthöfer: Der beleidigte Waidmann. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. September 2016, abgerufen am 13. September 2016.
  10. Rabauken-Jäger erhitzt die Gemüter. Nordkurier, 3. Juni 2014, abgerufen am 17. Oktober 2018.
  11. Gericht: "Rabauken-Jäger" ist keine Beleidigung. NDR, 9. September 2016, abgerufen am 10. September 2016.
  12. Thomas Hahn: Und weiter geht die wilde Hatz. Süddeutsche Zeitung, 24. August 2016, abgerufen am 13. September 2016.