Neverin

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Neverin (1469: Neuerien, 1508: Neueryn) ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere elf Gemeinden angehören.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neverin
Neverin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neverin hervorgehoben

Koordinaten: 53° 37′ N, 13° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Neverin
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 13,29 km2
Einwohner: 1012 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17039
Vorwahl: 039608
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 111
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfstraße 36
17039 Neverin
Website: www.gemeinde-neverin.de
Bürgermeister: Nico Klose
Lage der Gemeinde Neverin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Neverin liegt inmitten der hügeligen und seenreichen eiszeitlichen Grundmoränenlandschaft des Werders, etwa zehn Kilometer nordöstlich von Neubrandenburg.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Neverin und Glocksin.[2]

GeschichteBearbeiten

NeverinBearbeiten

Neverin wurde im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname wurde aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet so viel wie Ort des oder der Nevera (Unglaube). Früher befand sich im Ortsgebiet eine Burg, von der außer einigen kleinen Resten nichts mehr zu sehen ist. Das Rittergut war u. a. im Besitz der Familien von Arnim (ab um 1694), von Berg (ab 1713), von Dewitz (ab 1720), von Gloeden (ab 1759), von Bothmer (ab 1765), von Dewitz (ab 1783) und von Behr-Negendank (1812–1945). Von der Gutsanlage blieben nur wenige bauliche Reste. Das um 1800 errichtete klassizistische Herrenhaus wurde 1985/87 gesprengt und abgeräumt.[3]

GlocksinBearbeiten

Glocksin wurde 1337 erstmals erwähnt. Oswald Ihlenfeld war im 15. Jahrhundert Besitzer des dortigen Ritterguts, das 1609/1613 von der Stadt Neubrandenburg gekauft wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gut verkauft. 1791 kaufte der Geheimrat Ludwig Anton Seib das Gut, das im Familienbesitz verblieb. 1802 entstand eine Schmiede, 1805 die Kirche, 1870 die Schule und 1884 ein Bahnhof. Nach 1945 verlor die Familie Seib das Gut an den Staat. Am 1. Juli 1950 wurde Glocksin eingemeindet. Im Jahr 1967 entstand eine Wasserleitung und 1983 eine Bitumenstraße. Nach 1995 wurden neue Wohnhäuser gebaut und 2003 die Kirche renoviert.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

seit 2019 - Nico Klose (Bürger für Neverin)[4][5]

2014 bis 2019 - Helmut Hesse (CDU)

1999 bis 2014 - Helmut Frosch (CDU)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein aus dem Unterrand emporkommender silberner Turm mit sich nach oben verjüngendem Schaft, ausladendem Geschoss mit zwei schwarzen Fenstern und schwarzem Fachwerk, überstehendem, roten Spitzdach, besteckt mit rotem Knauf; am Schaft begleitet beiderseits von einem schwarzen Eichenzweig mit drei silbernen Blättern.“[6]

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet. Es wurde zusammen mit der Flagge am 7. Juli 2000 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 211 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: In dem Wappen widerspiegelt das Turmsymbol den um 1922 errichteten Wasserturm, das Wahrzeichen des Ortes. Als Beizeichen wurde ein Zweig aus dem Wappen der Familie von Seip entlehnt, die seit 1791 im Besitz von Glocksin war, und deren Wappenschild in Rot auf einem grünen Hügel eine silberne Taube mit einem dreiblättrigen goldenen Zweig im Schnabel zeigt.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau, Weiß und Blau gestreift. Die blauen Streifen nehmen je ein Viertel, der weiße Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[7]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE NEVERIN * LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Neverin

  • Neverin:
  • Glocksin: Dorfkirche Glocksin als Fachwerkbau

VerkehrsanbindungBearbeiten

In Neverin kreuzen die Landstraßen Neubrandenburg-Brunn und Altentreptow-Warlin. Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 20 (Anschluss Neubrandenburg-Nord in etwa acht Kilometern Entfernung). In Neubrandenburg und Altentreptow befinden sich die nächsten Bahnhöfe.

LiteraturBearbeiten

  • Das Land Stargard. In: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Im Auftrage des Ministeriums (Abteilung für Unterricht und Kunst). I. Band, III. Abteilung: Die Amtsgerichtsbezirke Friedland (2. Hälfte), Stargard und Neubrandenburg – bearbeitet von Georg Krüger, Oberkirchenrat zu Neustrelitz. Kommissionsverlag der Brünslowschen Verlagsbuchhandlung (E. Brückner), Neubrandenburg 1929, Amtsgerichtsbezirk Neubrandenburg – Neverin, S. 169 ff. (online [abgerufen am 12. August 2018]).

WeblinksBearbeiten

Commons: Neverin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 8 der Hauptsatzung der Gemeinde
  3. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 684–690.
  4. Gemeinde Neverin | Herzlich willkommen | Gemeindevertretung. Abgerufen am 12. August 2019.
  5. Gemeinde Neverin – Amt Neverin. Abgerufen am 12. August 2019.
  6. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 298/299.
  7. a b Hauptsatzung § 2 (PDF).