Fincken

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Fincken ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fincken
Fincken
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fincken hervorgehoben

Koordinaten: 53° 21′ N, 12° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 34,86 km2
Einwohner: 513 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17209
Vorwahlen: 039922, 039924
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 034
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Website: amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeister: Erich Nacke (CDU)
Lage der Gemeinde Fincken im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Fincken liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte in einem hügeligen Gebiet, das im Eckerberg mit 96 m ü. NN den höchsten Punkt erreicht. Im Gemeindegebiet liegt der von der Elde durchflossene Finckener See. Die Stadt Röbel ist 12 km entfernt.

Umgeben wird Fincken von den Nachbargemeinden Fünfseen im Norden, Leizen im Nordosten, Bütow im Osten, Eldetal im Süden, Wittstock/Dosse im Südwesten, Ganzlin im Westen sowie Altenhof im Nordwesten.

Zu Fincken gehören die Ortsteile Dammwolde, Fichtental, Jaebetz, Käselin, Knüppeldamm und Marienhof. In Dammwolde befindet sich die sehenswerte Kirche Dammwolde.

GeschichteBearbeiten

 
Ostfriesische Häuser im Ortsteil Knüppeldamm

1310 wurde Fincken erstmals in einem Vertrag zwischen der Herrschaft Werle und den Grafen der Mark Brandenburg erwähnt. Zu den Besitzern des Dorfes gehörten die Grambow (Adelsgeschlecht), die Pritzbuer (Adelsgeschlecht), Petersdorff (Adelsgeschlechter) und Blücher (Adelsgeschlecht). Zeitweise existierte eine Glashütte im heutigen Ortsteil Knüppeldamm.

Die Finckener Kirche stammt aus dem Jahre 1748. Wahrscheinlich ist sie die einzige Kirche in der Landeskirche Mecklenburg, die durch die evangelische Kirchgemeinde an die Gemeinde verpachtet wurde. Gemeinsam wurde erfolgreich für den Erhalt der Bausubstanz nach einer Finanzierung gesucht und im Ergebnis dessen im Jahr 2009 als erstes die Decke des Kirchraumes instandgesetzt.

1935, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurden Fincken und andere Orte in der Umgebung (vor allem Knüppeldamm, Dammwolde und Jaebetz) mit Bauern aus Ostfriesland aufgesiedelt. An der Straße nach Zepkow sind viele ihrer Häuser erhalten. Charakteristisch ist die Holzbauweise der Oberetage bei gemauertem Erdgeschoss.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Käselin eingegliedert. Mit Wirkung vom 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Jaebetz nach Fincken eingemeindet.[2]

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold eine rote Rundscheune mit flachem schwarzen Kegeldach, schwarzem Fachwerk im oberen Mauerteil und einem geschlossenen schwarzen Tor zwischen zwei kleinen schwarzen Rundbogenfenstern im unteren Mauerteil; darunter drei (2:1) schreitende blaue Finken mit je einem goldenen Auge.“[3]

Das Wappen wurde von dem Röbeler Grafiker Werner Schinko gestaltet. Es wurde am 10. Juli 2000 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 212 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: In dem Wappen wird mit den Finken redend Bezug auf den Gemeindenamen genommen. Die über einem massiven Sockel in Zierfachwerk erbaute Rundscheune widerspiegelt ein Zeugnis der Geschichte ländlicher Wirtschaftsbauten. Der im 18. Jh. als Reithalle errichtete Bau wird heute als Charakteristikum des Dorfes angesehen.

FlaggeBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[4]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE FINCKEN“.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Rundscheune
 
Fachwerkkirche Dammwolde
 
Ehemaliges Herrenhaus in Fincken
  • Sehenswert ist das ehemalige Herrenhaus in Fincken. Das Gut befand sich vor 1400 im Besitz der Familie von Priegnitz, im 15. Jahrhundert erwarben es die von Grambow, dann wiederum die von Priegnitz. Seit 1759 bis zur Aufsiedelung des Gutes 1930 waren die von Blücher Eigentümer des Gutes. Das Gutshaus wurde 1801 unter dem Einfluss der Berliner Bauschule errichtet. Auf der Parkseite wurde zwischen 1850 und 1860 ein saalartiger Anbau im Stil der Tudorgotik angebaut. Der Landschaftspark mit Mausoleum wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. In der DDR-Zeit als Betriebs-Ferienheim genutzt, wurde es zwischenzeitlich saniert und ab 2010 zusammen mit dem Kavaliershaus als Hotel betrieben. Inzwischen steht es leer und zum Verkauf. Empfohlen für ein Notsicherungsprogramm.[5] Die Rundscheune war ein Pferdestall aus dem 18. Jahrhundert und ist heute nach einer Sanierung Gemeindezentrum.
  • Wenige hundert Meter östlich von Fincken wurde ein großer Findling beim Autobahnbau (A 19) freigelegt. Das Gebiet um Fincken ist durch Wanderwege erschlossen.
  • Fachwerkkirche im Ortsteil Dammwolde

VerkehrBearbeiten

Nahe Fincken quert die Bundesstraße 198 die Bundesautobahn 19 (Wittstock–Rostock) mit der Anschlussstelle Röbel. Fincken besaß einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Ganzlin–Röbel. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde bereits 1966 eingestellt. Die Strecke wurde 2012 stillgelegt und im Januar 2013 abgebaut. Die nächsten Bahnhöfe mit Personenverkehr befinden sich in Malchow und Wittstock/Dosse.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Fincken lebt der Metallbildner und Holzschnitzer Gerald Schwörk.[6]

WeblinksBearbeiten

Commons: Fincken – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  3. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 311.
  4. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  5. Stiftung Kulturerbe
  6. Schwörk (Wikimedia)