Datzetal

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Datzetal ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wird vom Amt Friedland, angesiedelt in der Stadtverwaltung Friedland, verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Datzetal
Datzetal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Datzetal hervorgehoben

Koordinaten: 53° 40′ N, 13° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Friedland
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 41,07 km2
Einwohner: 851 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17099
Vorwahlen: 039601, 039606, 039608
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 028
Adresse der Amtsverwaltung: Riemannstraße 42
17098 Friedland
Website: www.gemeinde-datzetal.de
Bürgermeister: Jan Umlauft
Lage der Gemeinde Datzetal im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchow (Mecklenburg)Nossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

 
Datze-Wehr bei Roga

Der 2003 neu gebildete Gemeindename deutet auf die Lage beiderseits der Datze hin, die im Urstromtal zwischen Friedland und Neubrandenburg verläuft. Der nördliche und westliche Teil des Gemeindegebietes liegt auf dem Werder, einer bis zu 84 m ü. NN liegenden Grundmoräne, die zahlreiche kleine abflusslose Tümpel und Seen aufweist.

Umgeben wird Datzetal von den Nachbargemeinden Friedland im Norden, Osten und Süden, Neuenkirchen und Staven im Südwesten, Brunn im Westen sowie Beseritz im Nordwesten.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.[2] Daneben gehören folgende Ortsteile zu Datzetal: Bassow, Roga, Pleetz und Sadelkow Siedlung.

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Datzetal wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.

Geschichte der Ortsteile
 
Kirche in Bassow

Bassow wurde erstmals 1397 urkundlich erwähnt und gehörte damals schon als Pertinenz (Nebengut) zu Pleetz sowie als Lehen der Familie Bertikow. Seit 1469 im Besitz der Hahns wurde Bassow im Zuge des großen Hahnschen Güterkonkurses von 1815 verkauft und gelangte 1816 in den Besitz des Amtmanns (von) Michael, dessen Nachkommen Bassow bis zur Bodenreform nach 1945 besaßen. Das kleine klassizistische Herrenhaus brannte unmittelbar nach 1945 aus ungeklärten Gründen ab.[3] Seit 2003 gehört Bassow zur Gemeinde Datzetal.

Pleetz: Die ehemalige Burg in Pleetz an der Handelsstraße von Neubrandenburg nach Friedland wurde 1366 erstmals erwähnt und war Mitte des 14. Jahrhunderts Rittersitz. In der Frühen Neuzeit entstand auf dem Areal der Burg ein Gutshof. Er war im Lehnsbesitz der Familie von Bertikow und seit 1469 der Familie (von) Hahn. Das erhaltene unsanierte Gutshaus entstand als Fachwerkhaus am Anfang des 18. Jahrhunderts, der zweieinhalbgeschossige Fachwerkanbau im späten 19. Jahrhundert.[4]

Pleetz war ein politisch bedeutendstes Landgut im mecklenburgischen Südosten. Als Gutsbesitzer erlangten die Hahns 1469 das mit Pleetz verbundene erbliche Amt des Landmarschalls der Herrschaft Stargard. Erblandmarschall war eines der ranghöchsten politischen Ehrenämter im altmecklenburgischen Staat, wo es zeitgleich stets drei Erblandmarschälle (Mecklenburg, Wenden, Stargard) gab. Das mit Pleetz verbundene Amt hatte für 450 Jahre bis 1918 ein von Hahn. Seit 2003 gehört Pleetz zur Gemeinde Datzetal.

Roga wurde 1366 erstmals urkundlich erwähnt.[5] 1415 war das Dorf Sitz eines Schulzenamtes.[6] In der Frühen Neuzeit gehörte Roga zunächst der Familie Basedow, dann, seit 1608 und bis ins 19. Jahrhundert, der Linie Basedow-Hahn.[7] Das Verwalterhaus des Gutes stammt von 1890. Anfang der 1830er Jahre zählte Roga 229 Einwohner.[8]
In der romanischen Dorfkirche Roga aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, zu deren Kirchspiel auch Bassow gehörte, ist eine bemerkenswerte Renaissance-Kanzel erhalten.

 
Kirche in Sadelkow

Sadelkow taucht erstmals 1380 in einer Urkunde auf. Der Ort oder Teile davon hatten seit dem Mittelalter viele Besitzer und bedienten zahlreiche Stiftungen. Im 16. Jahrhundert besaßen die Gentzkow und die Ihlenfeld den Hauptteil des Gutes, später waren die Ahrenstorff, seit 1912 die Lowtzow Besitzer.[9] Das eingeschossige Gutshaus stammt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Auf den südöstlich oberhalb des im Tal der Datze gelegenen Dorfes gelegene Flächen wurden ab 1936 aufgrund des Reichserbhofgesetzes an einer neuangelegten Straße, dem sog. Siedlungsweg, beidseitig 15 Erbhöfe eingerichtet. Sie wurden zumeist an zweite oder dritte Bauernsöhne vergeben. Seit 2003 gehört Sadelkow zur Gemeinde Datzetal.

 
Dorfkirche in Salow

Salow wurde 1385 erstmals in einer Urkunde genannt. Die Feldsteinkirche als ältestes Bauwerk stammt von 1308. Der Fachwerkkirchturm mit Spitzhelm wurde 1968 wegen Baufälligkeit abgerissen. Zum Zwecke des Wiederaufbaus des Turms gründete sich 2008 der Salower Kirchturmverein; die geschätzten Kosten von 300.000 Euro sollen vorwiegend durch Spenden aufgebracht werden.

Ort und Gut besaßen im 14.- bis 15. Jahrhundert das Rittergeschlecht Bertikow. Das Gut hatte dann wechselnde Besitzer. Der zum Gut Pleetz gehörige Hauptteil von Salow gehörte ab 1469 der Familie von Hahn. Nach deren Konkurs erwarb es 1815 der Oberhauptmann Wilhelm von Oertzen. Um 1800 waren in Salow die letzten Bauernstellen im Gut aufgegangen. Ältere Teile des Gutshauses stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts, der jüngere, zweigeschossige Anbau von 1892.[10]

Nach 1990 wurden in Eigeninitiative und mit Förderprogrammen die Straßen und Gehwege sowie viele Häuserfassaden erneuert. Im ehemaligen Gutshaus entstand das Dorfzentrum Salow mit dem Gemeindezentrum, einem Jugendclub und einer Gaststätte sowie einer Keramikwerkstatt und der Heimatstube. Salow wurde 1998 und 2003 zum Schönsten Dorf des Landkreises Mecklenburg-Strelitz ausgezeichnet.

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein blauer Wellenschrägfaden, begleitet: oben von einer roten Rose, unten von einem sechsspeichigen, zwölfschaufeligen roten Mühlrad.“[11]

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Schweriner Heinz Kippnick gestaltet. Es wurde zusammen mit der Flagge am 14. August 2003 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 283 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: In dem Wappen wird mit dem Wellenschrägfaden die Lage der Gemeinde an der Datze versinnbildlicht. Die rote Rose ist aus dem Wappen der Familie von Bertikow entlehnt. Sie soll an diese Familie erinnern, die über lange Zeit hinweg die Entwicklung der Güter prägte. Das Mühlrad steht für die in der Datzeniederung in Roga und Pleetz nachgewiesenen Wassermühlen. Zudem wird mit der Rose und dem Mühlrad an das bis zum 31. Dezember 2002 rechtskräftige Wappen der ehemaligen Gemeinde Salow angeknüpft. Mit der Tingierung des Wappens wird auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landesteil Mecklenburg hingedeutet.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gelb, Blau und Gelb gestreift. Die gelben Streifen nehmen je ein Viertel, der blaue Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des blauen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3. Die Stadt verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[12]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „* GEMEINDE DATZETAL * LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.[12]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Dorfkirche in Bassow (BILDER), verputzter Fachwerkbau aus dem 18. Jh.[13]
  • Gutshaus Pleetz vom 18. Jahrhundert
  • Burgwall Pleetz, slawischer Burgwall aus dem 8./9.8./9. Jahrhundert
  • Dorfkirche in Roga (BILDER), Feldstein­bau aus dem 13. Jahrhundert
  • Dorfkirche in Sadelkow (BILDER), Feldsteinbau aus dem 16. Jahrhundert, 1866–1870 eingreifend mit Backstein erneuert
  • Dorfkirche in Salow (BILDER), Feldsteinbau, 2. Hälfte 13.8./9. Jahrhundert
  • Datzetaler Kultur- und Begegnungsstätte im Speicher Salow[14]
  • Neubauern­häuser in Salow

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Haupterwerbszweig in der Gemeinde Datzetal ist nach wie vor die Landwirtschaft. Daneben bestehen unter anderem kleine Betriebe im Kfz- und Landmaschinenservice, Elektroinstallations- und Holzverarbeitungsbetriebe. Nahe Salow liegen ergiebige Tonvorkommen, deren Abbau in Zukunft möglich scheint. Zudem gibt es in Pleetz zwei Keramikhöfe und drei landwirtschaftliche Betriebe die der dortigen Bevölkerung Arbeitsplätze geben.

Auf der Bahnstrecke Neubrandenburg–Friedland, an der der Haltepunkt Pleetz lag, wurde der SPNV am 14. Januar 1994 eingestellt. Der Ortsteil Sadelkow liegt an der B 197 (NeubrandenburgAnklam). Nur wenige Kilometer südlich von Datzetal führt die A 20 vorbei (Anschlussstelle Neubrandenburg-Ost). Der nächste Bahnhof befindet sich in der rund 15 Kilometer entfernten Stadt Neubrandenburg.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Erich Tesch (1902–1967), Todesopfer an der innerdeutschen Grenze

WeblinksBearbeiten

Commons: Datzetal – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gebietsänderungen 2003 (PDF; 27 kB), Statistisches Landesamt
  3. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 1, S. 49–54.
  4. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 702–707.
  5. Franz Christian Boll: Geschichte des Landes Stargard bis zum Jahre 1471, mit Urkunden und Regesten, Bd. 2. Hofbuchhandlung von G. Barnewitz, Neustrelitz 1847, S. 280, Urkunde Nr. 175.
  6. Franz Christian Boll: Geschichte des Landes Stargard bis zum Jahre 1471, Bd. 2. Neustrelitz 1847, S. 363.
  7. Georg Christian Friedrich Lisch: Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 2, Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1849, S. 169.
  8. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes, Teil 1: Allgemeine geschichtlich-geographische Beschreibung. Verlag von Edmund Frege, Güstrow 1837, S. 483.
  9. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 815–818.
  10. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. sArchitektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 819–824.
  11. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 294/295.
  12. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  13. http://www.kirche-alt-kaebelich-warlin.de/k-bassow.html
  14. http://www.speicher-salow.de/