Hauptmenü öffnen

Knuth (Adelsgeschlecht)

mecklenburgisch-dänisches Adelsgeschlecht
Stammwappen (dänische Linie)

Knuth ist der Name eines uradeligen mecklenburgischen Adelsgeschlechts, eine Linie wurde in Dänemark ansässig und in den dänischen Freiherren- und Grafenstand erhoben. Bereits zuvor hatte sich eine Linie in Pommern gebildet, die vermutlich im 17. Jahrhundert erloschen ist. Zudem existierte seit dem siebzehnten Jahrhundert die Linie Ludorf, die im Hause Bülow aufgegangen ist.[1]

GeschichteBearbeiten

Die Familie Knuth entstammt dem mecklenburgischen Uradel. Sie wurde erstmals mit Heinricius Knut, miles, 1230/34 urkundlich erwähnt. Die Stammreihe beginnt mit Henning Knuth, († vor 1361). Güter in Leizen[2], Ludorf[3] und Priborn. Rittmeister Jacob Ernst von Knuth, auf Leizen und Priborn war 1640 mit Elisabeth von Marin vermählt, deren Familien vorher auf Leizen und Ludorf erbgesessen haben.[4]

Heinrich II. gilt als Stammvater der mecklenburgischen Linie der Familie Knuth. Sein Bruder Christopherus begründete die pommersche Linie.[5]

Im 17. Jahrhundert kamen Vertreter nach Dänemark, wo sie in den dänischen Freiherren- und Grafenstande erhoben wurden und dort eigene Familiensitze, z. B. Knuthenborg erbauten. Der Name der Grafen Knuth-Winterfeldt beruht auf eine Namenszusammenführung des Adelsgeschlechts Winterfeldt mit einem Zweig der Knuthen aufgrund von erbrechtlichen Ansprüchen, die mit der Baronie Wintersborg (Winterfeldt) zusammenhängen.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sechs Eintragungen von Töchtern der Familie von Knuth von 1696 bis 1779 aus Ludorf und Leizen zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin.[6] Maria Dorothea von Knuthen wurde 1696 auf dem Landtag zu Schwaan als Nr. 1 in die Liste zur Erlangung einer Expektance, der Anwartschaft auf eine Stelle im Mecklenburgischen Landeskloster Dobbertin eingetragen. Das Wappenschild mit Ordensstern der mit Nr. 195 eingeschriebenen Magdalena Dorothea von Knuthen hängt auf der Nonnenempore in der Dobbertiner Klosterkirche. Sie kam 1777 ins Kloster und starb am 25. Dezember 1796 in Dobbertin.

WappenBearbeiten

 
Wappen Heinrich Knut auf Priborn, 1370

Das mecklenburgische Stammwappen zeigt in Silber einen aufgerichteten eisenfarbigen Kesselhaken, darüber ein in der Form eines lateinischen C gelegter grüner Kleestengel, an beiden Enden ein grünes Kleeblatt. Auf dem schwarz-rot-silber bewustetem Helm, mit silber-schwarz-roten Decken, über drei grünen Kleeblättern, drei rote Fähnlein.[7]

Ein sich auf Peter von Knauth (* 1595) zurückführendes bürgerliches Geschlecht in Naumburg, führt ein identisches Wappen.[7]

Leitzisch-mecklenburgische LinieBearbeiten

 
Gutshaus Ludorf, bis 1901 in Besitz der Familie Knuth

Im Laufe der Zeit fielen durch Erbschaft einige Güter an die Familie von Knuth. Spätestens 1529 gelangen Matthias und Wentzloff III. Knuth in den Besitz von Leizen, das bereits zuvor in der Hand der Familie war.[5] 1686 fällt das Gutshaus Ludorf an die Familie und verblieb bis 1901 in ihrem Besitz.[8] Weitere Güter der Mecklenburger Linie waren Below, Bütow, Gneve, Kambs und Priborn.[9]

Von 1643 1684 waren die Familienoberhäupter zugleich Provisoren des Klosters Malchow. Es wird vermutet, das Heinrich I. von Knuth eine Tochter aus dem wendischen Geschlecht Retzow zur Frau nahm. In jedem Falle lösen in der nachfolgenden Generation wendische Namen vielfache deutsche ab.[5] Zu beachten ist, dass einige Namen mehrere Schreibweisen besitzen, so etwa „Wentzlav“ und „Wentzloff“ wie auch „Ivan“ und „Iwan“.

Familienoberhäupter
  • Heinrich I. von Knuth (1230 erwähnt)
  • Hermann von Knuth (1240–1244 erwähnt), Ritter
  • Heinrich II. von Knuth (1284–1289 erwähnt), Ritter
  • Wentzloff I. von Knuth (13./14. Jahrhundert)
  • Henning von Knuth († vor 1361)
  • Wenztloff II. von Knuth (14./15. Jahrhundert)
  • Iwan I. von Knuth (* vor 1420; † nach 1445)
  • Iwan Henneke II. von Knuth (* 1420; † nach 1445)
  • Hans I. von Knuth (* vor 1458; † nach 1474; „alter Hans“)[5]
  • Hans II. von Knuth (* 1472; † nach 1505), ohne männliche Nachkommen gestorben
  • Achim von Knuth (* vor 1500; † nach 1515), ohne Nachkommen gestorben
  • Wentzloff III. von Knuth (* 1503 oder 1504; † offiziell 1574, vermutlich vor 1570)[5]
  • Jacob von Knuth (* ca. 1550; † 1600–1602)
  • Wentzloff IV. von Knuth (1580–1658)
  • Jacob Ernst von Knuth (1609–1675), Rittmeister in sächsischen und dänischen Diensten
  • Joachim Friedrich von Knuth (1642–1684), Provisor des Klosters Malchow
  • Jacob Ernst von Knuth (1672–1704), Oberstleutnant, Begründer der leitzischen Linie
  • Gottfried Ernst von Knuth, auf Leizen (* 1700; † nach 1733)
  • Joachim Friedrich von Knuth (1731–1760), Rittmeister
weitere Mitglieder

Die letzte Knuth aus der mecklenburgischen Linie starb 1901.

Dänische LinienBearbeiten

Linie KnuthenborgBearbeiten

 
Knuthenborg 1872

Durch Eckhard Christoph von Knuths Heirat mit Søster Lerche, die Letzte aus der Linie Lerche, gelangte die Familie Knuth in den Besitz von Knuthenborg.

1714 wurde Adam Christoph von Knuth in den Grafenstand erhoben und gründete 1723 die Lehnsgrafschaft Knuthenborg, seitdem geht der Titel „Lehnsgraf von Knuthenborg“ an den Erstgeborenen über. Deswegen kann jedes der Familienoberhäupter als „Gutsherr“ bezeichnet werden. Vielen von ihnen wurde der Dannebrogorden verliehen.

Auch Gut Below war von 1689 bis 1719 im Besitz der dänischen Knuths.[10] 1729 bis 1913 befand sich das Herrenhaus Knuthenlund im Besitz der Linie Knuthenborg. 1872 bis zum Verkauf 1909 befand sich auch Store Grundet im Besitz der Linie.

Familienoberhäupter
Weitere Mitglieder der Linie Knuthenborg

Linie ChristiansdalBearbeiten

Mit der Erwerbung Christiansdals durch Christian Friderich Knuth wurde die Linie Christiansdal begründet. Fast 200 Jahre lang befand sich das Herrenhaus Lilliendal im Besitz der Linie Christiansdal.

Familienoberhäupter

Linie ConradsborgBearbeiten

Die Linie Conradsborg wurde mit dem Baronspatent für Conrad Detlev Knuth geschaffen. Sie teilt sich in eine gräfliche und eine freiherrliche Linie.[11] 1755 kaufte Ida Margrethe von Knuth die Herrenhäuser Rubiergard und Fritzholm auf Lolland, ersteres blieb bis 1855, letzteres bis 1819 im Besitze dieser Linie.

Familienoberhäupter der gräflichen Linie
  • Cai Ernst Christian Ulrik Knuth (1792–1846), Oberförster
  • Adam Christopher Knuth (1814–1857), Premierleutnant, kinderlos gestorben
  • Conrad Ditlev Knuth (1816–1875), Oberförster, kinderlos gestorben
  • Eggert Constans Knuth (1826–1898), Abteilungsleiter im Finanzministerium, kinderlos gestorben
  • Joachim Sigismund Ditlev Knuth (1835–1905), Diplomat, Sohn von Hans Schack Knuth
Familienoberhäupter der freiherrlichen Linie
  • Conrad Detlev Knuth (1730–1805), Geheimrat und Kammerherr
  • Adam Christopher Knuth (1759–1807), Kammerjunker und Rittmeister
  • Hans Schack Knuth (1787–1861), Amtmann und Kammerherr
  • Sophus Christopher Vilhelm Vendelboe Knuth (1827–1866), Kapitän
  • Hans Schack Rudolf Knuth (1832–1890)
Weitere Familienmitglieder der freiherrlichen Linie

Linie Knuth-WinterfeldtBearbeiten

Am 4. März 1942 erhielt Viggo Christian Knuth-Winterfeldt die Bewilligung, den Namen „Knuth-Winterfeldt“ zu tragen und ein eigenes Wappen zu führen.

Familienoberhäupter
  • Viggo Christian Knuth-Winterfeldt (1875–1946), Bankdirektor
  • Preben Knuth-Winterfeldt (1906–1996), Maler
  • Eggert Viggo Helge Knuth-Winterfeldt (* 1936)
Weitere Familienmitglieder

Linie LudorffBearbeiten

Die Linie war neben Mecklenburg auch in Dänemark und Pommern aktiv.

Familienoberhäupter

Pommersche LinieBearbeiten

Das Wappen zeigt in Silber zwei schwarze, gestürzte, ins Andreaskreuz gelegten Kesselhaken. Auf dem Helm, mit silber-schwarzen Decken, drei mit Spitzen nach oben gerichtete Spitzen, welche je von einer goldenen Schlange vier Mal umwunden werden.[7] Über die Linie ist nur wenig bekannt.

Familienoberhäupter
  • Christopherus von Knuth († nach 1289)
  • Roloff von Knuth († vor 1600)
  • Henning von Knuth († 1693), Obristwachtmeister

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. a b roskildehistorie.dk: Knuth: Ludorff
  2. Friedrich Schlie: Das Gut und Kirchdorf Leizen: 1902, S. 523–526.
  3. Friedrich Schlie: Das Gut und Kirchdorf Ludorf. 1902, S. 512–520.
  4. MJB 16 (1851) Friedrich Lisch: Die Kirche zu Ludorf. S. 298–299.
  5. a b c d e Aus der Familiengeschichte von Knuth
  6. LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin Nr. 232, 233, 289, 390, 391.
  7. a b c Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Band 2, Stettin 1846, S. 23–28
  8. Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Ludorf
  9. Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Familie von Knuth, abgerufen am 21. September 2017
  10. Gutshaus Below: Geschichte, abgerufen am 6. August 2018.
  11. Danmarks Adels Aarbog 1900, S. 204.