Lucas Pouille

französischer Tennisspieler

Lucas Pouille (* 23. Februar 1994 in Grande-Synthe) ist ein französischer Tennisspieler.

Lucas Pouille Tennisspieler
Lucas Pouille
Lucas Pouille 2016 bei den US Open
Nation: FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag: 23. Februar 1994
Größe: 185 cm
Gewicht: 84 kg
1. Profisaison: 2012
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Amélie Mauresmo
Preisgeld: 7.751.585 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 134:119
Karrieretitel: 5
Höchste Platzierung: 10 (19. März 2018)
Aktuelle Platzierung: 104
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 26:54
Höchste Platzierung: 79 (11. April 2016)
Aktuelle Platzierung: 283
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
2. August 2021
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

KarriereBearbeiten

Bis 2015: Anfänge und Etablierung auf der ATP TourBearbeiten

In seiner Juniorenkarriere konnte Pouille bis 2010 je einen Titel im Einzel und einen im Doppel gewinnen. Auf der ITF Future Tour konnte er in den Jahren 2012 und 2013 je zwei Einzelturniere für sich entscheiden. In Montpellier und Marseille sowie für die French Open erhielt er 2013 jeweils eine Wildcard und kam so zu seinen ersten Einsätzen auf der ATP World Tour. Während er bei den ersten beiden Turnieren in der ersten Runde ausschied, schaffte er bei den French Open den Sprung in die zweite Runde, wo er gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow verlor. In der ersten Runde hatte er den US-Amerikaner Alex Kuznetsov in drei Sätzen besiegt. Ende 2013 konnte er sich erstmals in den Top 200 der Weltrangliste platzieren.

Im Jahr 2014 erreichte Pouille einmal das Finale eines Turniers auf der ATP Challenger Tour sowie drei weitere Halbfinals. Zum Ende der Saison überraschte er beim Masters von Paris-Bercy, wo er nach erfolgreicher Qualifikation in den ersten beiden Runden mit Fabio Fognini und Ivo Karlović zwei Top-30-Spieler besiegte und erst in der dritten Runde gegen Roger Federer ausschied.

2015 konnte er bei den großen Turnieren keine Erfolge erzielen und schied insbesondere bei allen vier Grand-Slams in der ersten Runde aus. Lediglich beim Masters von Monte-Carlo im April kam er nach einem Erstrundensieg gegen Dominic Thiem in die zweite Runde, unterlag dort aber dann deutlich Rafael Nadal. Trotzdem konnte sich Pouille dadurch in die Top 100 nach vorne arbeiten. Erfolgreicher war er bei den kleineren Turnieren: in Auckland (ATP Tour 250) zum Jahresbeginn und in Hamburg (ATP Tour 500) im Juli erreichte er jeweils erstmals das Halbfinale dieser Turnierkategorien.

2016–2018: Erfolgreichste Jahre mit fünf TitelnBearbeiten

2016 konnte Pouille dann auch bei den großen Turnieren auf sich aufmerksam machen. Gleich zu Jahresbeginn erreichte er im Doppel bei den Australian Open mit seinem Partner Adrian Mannarino als ungesetztes Paar das Halbfinale. Sie unterlagen dort den späteren Turniersiegern Jamie Murray und Bruno Soares. Auch im Einzel gelangen ihm in diesem Jahr große Erfolge. Beim Masters von Miami kam er ins Achtelfinale, beim Masters von Rom erreichte er – als Lucky Loser – sogar das Halbfinale, wo er gegen den späteren Turniersieger Andy Murray ausschied. Bei beiden Turnieren konnte er den Top-10-Spieler David Ferrer schlagen. Bei Grand-Slam-Turnieren kam er zweimal bis ins Viertelfinale. In Wimbledon gewann er in der dritten Runde gegen Juan Martín del Potro in vier und im Achtelfinale gegen Bernard Tomic in fünf Sätzen, danach schied er gegen Tomáš Berdych in drei Sätzen aus. Bei den US Open hatte er in der dritten Runde Roberto Bautista Agut und im Achtelfinale Rafael Nadal jeweils in fünf Sätzen geschlagen, er unterlag dann seinem Landsmann Gaël Monfils in drei Sätzen. Durch den Erfolg bei den US Open stieg er in die Top 20 der Weltrangliste auf. Bereits im April stand Pouille in Bukarest das erste Mal in einem ATP-Tour-Finale, verlor aber in zwei Sätzen gegen Fernando Verdasco. Im September konnte er in Metz dann seinen ersten Titel gewinnen, er besiegte dort im Finale Dominic Thiem in zwei Sätzen.

Die Saison 2017 verlief äußerst erfolgreich für Pouille. Bei den Grand-Slam-Turnieren konnte er zwar seine Ergebnisse aus dem Vorjahr nicht ganz bestätigen, er erreichte aber dennoch erstmals die dritte Runde bei den French Open und außerdem das Achtelfinale bei den US Open. Erneut kam er ins Halbfinale eines Masters-Turniers, diesmal in Monte-Carlo. Im Laufe der Saison konnte der Franzose außerdem drei Titelgewinne feiern. In Budapest gelang ihm als topgesetzter Spieler im April sein erster Turniererfolg auf Sand. Im Juni gewann er in Stuttgart sein erstes Turnier auf Rasen, nachdem er dort im Achtelfinale gegen Jan-Lennard Struff bereits einen Matchball hatte abwehren müssen und damit kurz vor dem Ausscheiden stand. Mit seinem Sieg in Wien im Oktober war Pouille der einzige Spieler der Saison 2017, der auf allen drei Belägen ein Turnier gewinnen konnte. Zudem erreichte er in Marseille das Finale.

Die Saison 2018 begann ebenfalls stark für Pouille. In den ersten beiden Monaten stand er bei drei Turnieren im Finale, gewinnen konnte er davon das Turnier von Montpellier im Februar. Ende März stand er eine Woche lang in den Top 10 der Weltrangliste und erreichte damit die bis dahin höchste Platzierung seiner Karriere. Diese gute Form konnte er den Rest der Saison jedoch nicht mehr halten. Wie im Vorjahr war er auf Grand-Slam-Ebene bei den French Open und den US Open am erfolgreichsten, diesmal erreichte er jeweils die dritte Runde. Abgesehen von dem Turnier von Stuttgart, wo er bis ins Halbfinale kam, erreichte er aber nur noch einmal das Achtelfinale eines Turniers und fiel bis Ende des Jahres deshalb aus den Top 30 der Weltrangliste.

Ab 2019: Grand-Slam-Halbfinale und VerletzungssorgenBearbeiten

Sein größter Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier gelang Pouille 2019 bei den Australian Open. Nach zwei Viersatzsiegen gegen Borna Ćorić und Milos Raonic kam er bis ins Halbfinale, musste sich dort dem späteren Turniersieger Novak Đoković aber deutlich in drei Sätzen geschlagen geben. Bis zu den French Open gelang Pouille – abgesehen von einem Challenger-Erfolg in Bordeaux – bei sieben Turnieren dann jedoch nur ein Sieg. Bei den French Open unterlag er in der zweiten Runde in fünf Sätzen Martin Kližan, in Wimbledon in der dritten Runde in drei Sätzen Roger Federer. Die beiden erfolgreichsten Turniere neben den Australian Open waren das Masters von Cincinnati sowie das Turnier von Tokio, wo Pouille jeweils ins Viertelfinale kam und beide Male – wie auch bei den Australian Open – gegen Novak Đoković verlor. Zudem erreichte er das Halbfinale des Turniers von Metz.

Im Jahr 2020 bestritt Pouille aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme kein Turnier auf der ATP Tour.

Davis CupBearbeiten

2016 spielte Pouille bei der Viertelfinalbegegnung gegen Tschechien erstmals für die französische Davis-Cup-Mannschaft. Er gewann seine Debütpartie gegen Jiří Veselý in drei Sätzen.

ErfolgeBearbeiten

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500 (1)
ATP World Tour 250 (4)
ATP Challenger Tour (1)
ATP-Titel nach Belag
Hartplatz (3)
Sand (1)
Rasen (1)

EinzelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

ATP World TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 25. September 2016 Frankreich  Metz Hartplatz (i) Osterreich  Dominic Thiem 7:65, 6:2
2. 30. April 2017 Ungarn  Budapest Sand Vereinigtes Konigreich  Aljaž Bedene 6:3, 6:1
3. 18. Juni 2017 Deutschland  Stuttgart Rasen Spanien  Feliciano López 4:6, 7:65, 6:4
4. 29. Oktober 2017 Osterreich  Wien Hartplatz (i) Frankreich  Jo-Wilfried Tsonga 6:1, 6:4
5. 11. Februar 2018 Frankreich  Montpellier Hartplatz (i) Frankreich  Richard Gasquet 7:62, 6:4
ATP Challenger TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 5. Mai 2019 Frankreich  Bordeaux Sand Schweden  Mikael Ymer 6:3, 6:3

FinalteilnahmenBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 25. April 2016 Rumänien  Bukarest Sand Spanien  Fernando Verdasco 3:6, 2:6
2. 26. Februar 2017 Frankreich  Marseille (1) Hartplatz (i) Frankreich  Jo-Wilfried Tsonga 4:6, 4:6
3. 25. Februar 2018 Frankreich  Marseille (2) Hartplatz (i) Russland  Karen Chatschanow 5:7, 6:3, 5:7
4. 3. März 2018 Vereinigte Arabische Emirate  Dubai Hartplatz Spanien  Roberto Bautista Agut 3:6, 4:6

WeblinksBearbeiten

Commons: Lucas Pouille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien