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Karin Prien

deutsche Politikerin (CDU), MdHB

LebenBearbeiten

Karin Prien ist jüdischer Herkunft und wuchs zunächst in den Niederlanden auf, wohin ihre Großeltern mütterlicherseits Anfang der 1930er-Jahre vor dem in Deutschland aufkommenden Nationalsozialismus geflohen waren.[1] Später siedelte sie nach Deutschland über.

Nach dem Abitur 1984 in Rheinland-Pfalz studierte Prien Rechts- und Politikwissenschaften in Bonn. Von 1986 bis 1989 war sie studentische Mitarbeiterin von Friedbert Pflüger (CDU), dem Pressesprecher des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (CDU). Auf das 1. Staatsexamen 1989 folgte 1991 nach einem Postgraduiertenstudium in Amsterdam der LL.M. und 1994 das 2. Staatsexamen in Celle. Seit 1994 ist sie selbständige Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Insolvenzrecht in Hannover, Leipzig und Hamburg. Seit 2008 ist sie Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht, seit 2011 auch Mediatorin.[2][3]

Karin Prien ist mit dem Rechtsanwalt Jochen Prien verheiratet und hat drei Kinder.[4]

PolitikBearbeiten

ParteiBearbeiten

Karin Prien wurde 1981 Mitglied der CDU. Sie war von 2004 bis April 2012 stellvertretende CDU-Ortsvorsitzende in Blankenese, seit 2006 stellvertretende Kreisvorsitzende im Kreisverband Altona-Elbvororte und seit 2010 Mitglied des CDU-Landesvorstandes. Seit 21. Januar 2014 war Karin Prien Ortsvorsitzende der CDU Blankenese, dieses Amt gab sie nach dem Wechsel nach Schleswig-Holstein an Johann Riekers ab.[5] Zudem ist Prien Vorsitzende des Jüdischen Forums der CDU. Seit dem 17. November 2018 ist sie eine der vier stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Schleswig-Holstein und folgt damit auf Landesjustizministerin Sabine Sütterlin-Waack, die nicht erneut antrat.[6][7] Sie ist eine der Mitinitiatoren der von Stephan Bloch (CSU) gegründeten „Union der Mitte[8][9][10][11][12] in München, der als Gegenpart der rechtskonservativen „Werteunion“ gilt.[13]

Bürgerschaftsabgeordnete (2011–2017)Bearbeiten

Als Kandidatin der CDU in ihrem Wahlkreis Blankenese wurde sie bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2011 erstmals in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Sie war schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mitglied des Fraktionsvorstands.

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 erlangte sie mit 11,5 Prozent der Stimmen erneut ein Direktmandat im Wahlkreis Blankenese. In der Bürgerschaft gehörte sie dem Haushaltsausschuss, dem Verfassungs- und Bezirksausschuss, dem Schulausschuss sowie dem Ausschuss für Soziales, Arbeit und Integration an. Sie war stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Fachsprecherin für Schule und Verfassung der CDU. Im Zuge ihres Wechsels in die Landesregierung Schleswig-Holsteins schied sie im Juni 2017 aus der Bürgerschaft aus; ihr Abgeordnetenmandat übernahm Wolfhard Ploog.[14][15]

Bildungsministerin in Schleswig-Holstein (seit 2017)Bearbeiten

Nach Bildung einer Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen im Nachgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 wurde Karin Prien am 28. Juni 2017 zur Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein berufen und ist Teil der Landesregierung Günther.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karin Prien: „Da war ich politisch erst mal mausetot“. Hamburger Abendblatt, 16. April 2016, abgerufen am 27. März 2019.
  2. Karin Prien LL.M. (abgerufen am 19. Januar 2018), In: Wayback Machine. Prinzenberg Prien & Partner, 7. September 2017, abgerufen am 19. Januar 2019
  3. Wo komme ich her karin-prien.de, abgerufen am 26. September 2017
  4. [Das Magazin für Frauen, die entscheiden], Ausgabe 2/ 2014, S. 18 (abgerufen am 19. Januar 2019)
  5. CDU-Blankenese – Homepage des CDU Ortsverbandes Blankenese. Abgerufen am 4. Dezember 2018 (deutsch).
  6. Daniel Günther als CDU-Landesvorsitzender wiedergewählt. 17. November 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  7. dpa: SH-Bildungsministerin: Karin Prien will in die Führungsspitze der Nord-CDU | shz.de. Abgerufen am 4. Dezember 2018.
  8. Union der Mitte Merkel-Anhänger gegen den Rechtsruck, von Ansgar Graw, Die Welt 17. Juli 2018
  9. union-der-mitte.org
  10. Union der Mitte Liberale CDU-Unterstützer von Kramp-Karrenbauer treffen sich in Berlin, von Florian Gathmann, Der Spiegel 3. April 2019
  11. Liberale CDU-Mitglieder Erstes Treffen der "Union der Mitte", von Robert Roßmann, Süddeutsche Zeitung 3. April 2019
  12. Karin Prien und die Union der Mitte. Kieler Nachrichten, 2. August 2018, abgerufen am 27. März 2019.
  13. CDU erkennt Gruppierungen nicht an. n-tv, 20. August 2018, abgerufen am 27. März 2019.
  14. Designierte Bildungsministerin: Hamburgs CDU verliert eine weitere Frau – WELT. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  15. Peter Ulrich Meyer: Zweikampf in der Hamburger CDU um Prien-Nachfolge. (abendblatt.de [abgerufen am 7. Juli 2017]).