Antisemitismus

Formen von Judenhass

Als Antisemitismus werden heute alle Formen von pauschalem Judenhass, pauschaler Judenfeindlichkeit oder Judenfeindschaft bezeichnet. Der Ausdruck wurde 1879 von deutschsprachigen, feindlich gegenüber Juden eingestellten Personen im Umfeld des Journalisten Wilhelm Marr geprägt und entwickelte sich seit dem Holocaust zum Oberbegriff für alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund ihrer angenommenen oder realen Zugehörigkeit zu „den Juden“ negative Eigenschaften unterstellen. Damit werden Ausgrenzung, Abwertung, Diskriminierung, Unterdrückung, Verfolgung, Vertreibung bis hin zur Vernichtung jüdischer Minderheiten (Völkermord) gefördert, vorbereitet und/oder gerechtfertigt.[1] Vertreter und Anhänger des Antisemitismus werden als Antisemiten bezeichnet.

Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung in Yad Vashem, 2007

Pauschale Judenfeindschaft hat eine rund 2500 Jahre alte Tradition, in der sich eine Vielzahl Bilder, Gerüchte, Klischees, Vorurteile, Ressentiments, Stereotype von „dem“ oder „den“ Juden bildeten, überlagern und durchdringen. Während die Anlässe, Motive, Begründungen und Zwecke der Judenfeindschaft je nach Zeitumständen und Trägergruppen wechselten, zeigen die dafür benutzten Bilder große Konstanz und Ähnlichkeiten. Die Antisemitismusforschung vermeidet deshalb eine allgemeingültige Definition des Phänomens. Die deutschsprachige Forschung unterscheidet zumindest vier Hauptformen:

In allen Hauptformen lassen sich religiöse, soziale, politische, kulturelle und verschwörungstheoretische Motive unterscheiden, die historisch jedoch meist miteinander verbunden auftreten. Zudem unterscheidet die Forschung latente und manifeste, oppositionelle und staatliche Ausdrucksformen.[4]

Im Unterschied zu allgemeiner Fremdenfeindlichkeit wird Antisemitismus mit angeblich unveränderlichen Eigenschaften von Juden begründet, die oft auch gleichbleibend bezeichnet und dargestellt werden. Juden sollten als „Feinde der Menschheit“ (Antike), „Brunnenvergifter“, „Ritualmörder“, „Wucherer“ (Mittelalter und frühe Neuzeit), „Parasiten“, „Ausbeuter“, „Verschwörer“ und heimliche „Weltherrscher“ (seit der Aufklärung) immer die angeblichen Verursacher aller möglichen negativen Fehlentwicklungen und menschengemachten Katastrophen sein. So ähneln sich antijüdische Karikaturen durch die Jahrhunderte stark. Diese fiktiven Trugbilder (Chimären) haben sich bis in die Gegenwart als außergewöhnlich stabil und anpassungsfähig erwiesen. Sie haben nichts mit der Realität jüdischen Daseins zu tun, sondern verzerren dessen Besonderheiten ideologisch und benutzen sie für verschiedene Zwecke. Sie gelten daher laut Wolfgang Benz als besonders typisches und wirkungsmächtiges Beispiel „für Bildung von Vorurteilen und politische Instrumentalisierung daraus konstruierter Feindbilder“.[5]

Begriff

Die Französische Revolution von 1789 hatte die Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte und die Bildung von Nationalstaaten europaweit begünstigt. Damit begannen auch andere Staaten ihre Staatsbürger rechtlich gleichzustellen und leiteten eine jüdische Emanzipation ein. Nationalistische Einigungsbewegungen bekämpften diese und suchten der veränderten historischen Lage angepasste Gründe für den tradierten Judenhass des vom Christentum geprägten Mittelalters.

Der Ausdruck „Antisemitismus“ ist eine Neuschöpfung deutscher Antisemiten im Umfeld des Journalisten Wilhelm Marr (1819–1904). Er zielte darauf, „die Judenfeindschaft mit der Zugehörigkeit der Juden zur semitischen Rasse und Völkerfamilie zu begründen und ihr das Gepräge einer auf letzte Ursachen zurückgehenden wissenschaftlichen Lehre zu geben“ (Edmond Jacob: Artikel Antisemitismus, in: Encyclopaedia Judaica, 1928, Sp. 957). Historisch richtete sich der neue Begriff jedoch nie gegen die Semiten, also die ganze, viele Ethnien umfassende semitische Sprachfamilie, sondern immer nur gegen Juden, die damit als ethnisches Kollektiv dargestellt wurden.[6] Der Begriff ist demnach eine etymologische Fehlprägung und vom Ursprung her rassistisch und pseudowissenschaftlich.[7]

Als „Semiten“ wurde seit 1771 eine Sprach- und Völkerfamilie bezeichnet, um sie von der Sprachfamilie der „Arier“ zu unterscheiden. Der Indologe Christian Lassen und der Orientalist und Religionswissenschaftler Ernest Renan verwendeten beide Bezeichnungen als ideologische Sammelbegriffe für entgegengesetzte Nationalcharaktere und Kulturtypen. Indem man Juden als „Semiten“ bezeichnete, wurden sie als ethnische Abstammungsgemeinschaft mit minderwertigen Eigenschaften dargestellt. 1860 wies der Bibliograph Moritz Steinschneider Renans Thesen, das Judentum behindere den politischen Fortschritt der Menschheit durch seine Zerstreuung und sein religiöses Erwählungsbewusstsein, als „antisemitische Vorurteile“ zurück.[8] Bis 1865 war „Semitismus“ oder „Semitentum“ als Schlagwort lexikalisch etabliert.[9] Es lag daher nahe, das Antonym „Antisemitismus“ für die Ideologie und Ziele judenfeindlicher Organisationen zu verwenden.

Das Substantiv ist erstmals im Dezember 1879 in einem Zeitungsbericht über die Antisemitenliga belegt, die Marr im September 1879 gegründet hatte. Es bezeichnete deren politisches Programm, den „Semitismus“ zu bekämpfen. Der Ausdruck diente Antisemiten dazu, sich vom affektgeladenen Judenhass des Mittelalters abzugrenzen und ihren Zielen einen rationalen, aufgeklärten Anstrich zu geben.[8] Ab 1880 bezeichnete „Antisemitismus“ auch die Ziele der „Berliner Bewegung“ um Adolf Stoecker und Heinrich von Treitschke und der Unterzeichner der „Antisemitenpetition“.[10]

Da die jüdische Minderheit keine einheitliche Ideologie und Partei vertrat, die die Antisemiten hätten bekämpfen können, konstruierten sie einen völkisch-rassischen Gegensatz und machten das tradierte Schimpfwort „der Jude“ zum Inbegriff aller negativ erlebten und gedeuteten Zeiterscheinungen seit der Aufklärung. Er besitze und lenke die kritische Presse, infiltriere die Nation mit egoistischem Gewinnstreben, kalter Zweckrationalität, fremden Ideen und Tendenzen: Rationalismus, Materialismus, Internationalismus, Individualismus, Pluralismus, Kapitalismus (Manchesterliberalismus), Demokratie, Sozialismus und Kommunismus. Er sei schuld am Zerfall („Zersetzung“) traditioneller Gesellschaftsstrukturen, an Ausbeutung, Wirtschaftskrisen, Kapitalkonzentration und Inflation, Uneinigkeit und Schwäche der Nation. Als Zusammenfassung solcher anti-jüdischen und rassistischen Stereotype wurde der Begriff „Antisemitismus“ im Kaiserreich wie auch im Zarenreich Russland, Kaisertum Österreich und nachrevolutionären Frankreich rasch Allgemeingut. Er blieb etwa 75 Jahre lang die Eigenbezeichnung „prinzipieller“ Judenfeinde, die mit der Bekämpfung des „Semitismus“ die Isolierung, Vertreibung und schließlich die Vernichtung der Juden anstrebten.

Um gerade auch europäische, assimilierte Juden als eigene „Rasse“ von anderen „semitischen Völkern“ abzugrenzen, lehnte schon der Antisemit Eugen Dühring den Begriff „Antisemitismus“ ab. Um die Zusammenarbeit des NS-Regimes mit den Arabern machttaktisch zu gewährleisten, forderte das Reichspropagandaministerium im August 1935 die deutsche Presse auf, „das Wort: antisemitisch oder Antisemitismus zu vermeiden, weil die deutsche Politik sich nur gegen die Juden, nicht aber gegen die Semiten schlechthin richtet. Es soll stattdessen das Wort: antijüdisch gebraucht werden.“ 1943 verlangte Alfred Rosenberg von der deutschen Presse, die Bezeichnung Antisemitismus mit Rücksicht auf die arabische Welt zu unterlassen. Denn mit dem Begriff bekunde das feindliche Ausland, die Deutschen würden „Araber und Juden in einen Topf werfen“.[11]

Seit 1945 bezeichnet „Antisemitismus“ alle Aspekte judenfeindlicher Ideologie, die den Holocaust ermöglicht, vorbereitet, begleitet und gerechtfertigt haben. Antisemitismusforscher in Israel, Großbritannien und den USA verwenden das Wort als Oberbegriff für pauschale, auch nichtrassistische Judenfeindlichkeit mit „eliminatorischen“ Zügen. Reinhard Rürup und Thomas Nipperdey (1972) wollten es dagegen auf jene rassistische Judenfeindschaft seit 1880 begrenzen, in der der Begriff aufgekommen war. Diese sei eine „grundsätzlich neue judenfeindliche Bewegung“, so dass deren Begriff nicht auf ältere, nichtrassistische Judenfeindlichkeit übertragbar sei.[12] Auch Alex Bein,[13] Jacob Katz,[14] Helmut Berding[15] und Hermann Greive betonten bei aller Kontinuität den Unterschied des „modernen“ Antisemitismus zu früherem Judenhass und lehnten den Ausdruck daher als Oberbegriff für „Judenfeindlichkeit“ ab.[16] Laut Georg Christoph Berger Waldenegg legt das Weiterverwenden des Begriffs nahe, dass es „spezifisch jüdisch-semitische Eigenschaften gegeben habe und immer noch gebe“.[17]

Ernst Simmel dagegen urteilte: „Der Antisemitismus ist sich über Jahrhunderte hin im wesentlichen gleich geblieben, auch wenn sich seit der Aufklärung seine Ausdrucksformen verändert haben, so wie die ethischen Maßstäbe und die Sozialstrukturen jeder Epoche.“[18] Auch Shulamit Volkov zufolge ist es „mit der Neuheit des modernen Antisemitismus nicht weit her“.[19] Rita Botwinick sieht „Antisemitismus“ als „modernes Wort für eine althergebrachte Bösartigkeit“.[20] Eberhard Jäckel nennt den Begriff eine „sprachlich unzutreffende Bezeichnung für Judenhass“.[21] Léon Poliakov plädierte daher für „Antijudaismus“ als Oberbegriff für religiösen und rassistischen Judenhass,[22] Steven T. Katz verwendete „Antijudaismus“ und „Antisemitismus“ austauschbar.[23]

Umstritten blieb auch die Einordnung der nicht mehr religiösen, noch nicht explizit rassistischen Judenfeindschaft zwischen 1750 und 1880. Alphons Silbermann unterscheidet darin „klassischen“ und „modernen“,[24] Winfried Frey „frühen“ oder „vormodernen“ und „modernen“ Antisemitismus.[25] Wolfgang Altgeld spricht für die Zeit bis 1800 von „aufgeklärter Judenfeindschaft“, bis 1848 von „frühnationalistischem Antijudaismus“.[26] Paul L. Rose nennt Judenfeindschaft ab 1800 „Antisemitismus“.[27]

In der Umgangssprache wurde der Ausdruck „Antisemitismus“ seit 1945 gleichbedeutend mit „Judenhass“ oder „Judenfeindlichkeit“.[28] In der Forschung ist „Antisemitismus“ heute „Sammelbegriff für negative Stereotypen über Juden, für Ressentiments und Handlungen, die gegen einzelne Juden als Juden oder gegen das Judentum insgesamt sowie gegen Phänomene, weil sie jüdisch seien, gerichtet sind“.[29]

Hauptformen

Antijudaismus

Als „Antijudaismus“ wird Feindschaft gegen die jüdische Religion bezeichnet. Sie wird durch spezifische christliche Theologie begründet und beruft sich oft auf antijüdisch ausgelegte Stellen des Neuen Testaments. Ausgangspunkt dafür war die christliche Mission unter Nichtjuden, so dass eine Mehrheit von Heidenchristen das überwiegend judenchristliche Urchristentum ablöste. Die Substitutionstheologie behauptete seit dem 2. Jahrhundert, Gott habe die Erwählung der Juden zum Volk Gottes aufgrund ihrer Ablehnung der Messianität Jesu Christi gekündigt und das Judentum bleibend verflucht, so dass Juden das Heil nur durch die christliche Taufe, also den Übertritt in die nunmehr erwählte Kirche erlangen könnten.

Nachdem diese mit dem Dreikaiseredikt vom 28. Februar 380 zur Staatsreligion des Römischen Reiches mit universalem Herrschaftsanspruch geworden war, wirkten sich die antijudaistischen Dogmen als sozial- und religionspolitische Diskriminierung jüdischer Minderheiten in Europa aus. Christen grenzten Juden seit dem 9. Jahrhundert aus den meisten Berufsbereichen aus und überließen ihnen nur noch verachtete Berufe wie den Trödelhandel, das Pfand- und Kreditwesen. Daraus entstanden Klischees wie das der arbeitsscheuen Wucherjuden, die zudem heimlich die Herrschaft über alle Christen oder sogar ihre Vernichtung anstrebten.

Der seit 180 bekannte Vorwurf des „Gottesmords“, der allen Juden eine Kollektivschuld an der Kreuzigung Jesu gab, führte im Hochmittelalter zu Ritualmordlegenden und Beschuldigungen angeblicher „Hostienfrevel“. Die antijüdische Kirchenpolitik nahm Züge einer systematischen Verfolgung an: Juden wurden zwangsgetauft, ghettoisiert, kriminalisiert und dämonisiert. Judenpogrome fanden oft an hohen christlichen Feiertagen statt, besonders während der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert und der Pestpandemie im 14. Jahrhundert (Pestpogrome). Während der spanischen Reconquista wurde im 15. Jahrhundert das Konzept der Limpieza de sangre entwickelt, 1492 kam es zur Vertreibung der Juden aus Spanien.

In der Reformation schien Martin Luther 1521 zunächst eine Abkehr vom christlichen Antijudaismus anzubahnen, forderte nach jüdischen Missionserfolgen jedoch alle Fürsten zur Zerstörung der Synagogen und jüdischen Wohnungen, Internierung, Vertreibung der Juden oder ihrer Verpflichtung zur Zwangsarbeit auf (Von den Juden und ihren Lügen 1543; siehe Martin Luther und die Juden).

Die Aufklärung übernahm einige antijudaistische Stereotype, etwa die Gegenüberstellung einer vermeintlich national begrenzten und materialistischen jüdischen Hassreligion entgegen einer universalen und idealistischen christlichen Liebesreligion. Im 19. Jahrhundert gingen christliche und rassistische Judenfeindschaft ineinander über. So belebten christliche und rassistische Judenfeinde gemeinsam die mittelalterlichen Ritualmordlegenden neu. Seit 1900 waren nationalistische Christen zugleich Antisemiten, so die evangelische Kirchenpartei „Deutsche Christen“ der NS-Zeit. Erst ab etwa 1960 wandten sich einige Kirchen infolge des Holocaust allmählich von der traditionellen Substitutionstheologie ab. Im Verhältnis von Kirchen und Judentum nach 1945 blieb die Judenmission Streitthema.

Neuzeitlicher Antisemitismus

Sozialer Antisemitismus bezieht sich auf den tatsächlichen oder eingebildeten sozialen Status von Juden in der Gesellschaft. Durch Berufsbeschränkungen wurden Juden in der Vergangenheit in die Berufe des Handels und Geldverleihens gedrängt. Im sozialen Antisemitismus kommt es zu einer Gleichsetzung von Börse, Finanzkapital und Geldgier mit dem Judentum.[30]

Politischer Antisemitismus sieht die als homogenes Kollektiv gedachten Juden als einflussreiche soziale Macht, die sich in politischer Absicht zu gemeinsamem Handeln zusammengeschlossen hätten, um die Herrschaft in einem Land oder gleich die Weltherrschaft zu erreichen. Dies soll durch eine geheime Planung in Gestalt einer „jüdischen Weltverschwörung“ geschehen. Ein Beispiel dafür sind die Protokolle der Weisen von Zion.[31]

Der kulturelle Antisemitismus steht in engem Zusammenhang mit dem sozialen und politischen Antisemitismus. Hier werden Juden auf kultureller Ebene für die angeblich verderblichen Entwicklungen verantwortlich gemacht. Irritierende Neuerungen in Architektur, Kunst, Literatur oder Musik sahen Antisemiten als Folge des jüdischen Einflusses, der als dekadent bewertet, mit der kulturellen Moderne identifiziert und mit ihr abgelehnt wurde. Als Beispiel für den kulturellen Antisemitismus gilt die von der NS-Propaganda so bezeichnete „entartete Kunst“.[32]

In Umkehrung des behaupteten „Gottesmords“ haben im Rahmen der Aufklärung atheistische und agnostische Autoren, wie Voltaire, der Baron von Holbach oder Friedrich Hegel, und mit ihnen hauptsächlich das revolutionäre Bürgertum der Französischen Revolution, die Juden der „Erfindung“ Gottes und des Monotheismus und der aus ihrer Sicht verwerflichen Hervorbringung des Juden Jesus Christus beschuldigt.[33] Von Antiklerikalen wird so den Juden das Christentum angelastet.[34] So äußerte sich Voltaire gegenüber Juden: „Ihr übertrefft sämtliche Nationen mit euren unverschämten Märchen, eurem schlechten Benehmen und eurer Barbarei. Ihr habt es verdient, bestraft zu werden, denn das ist euer Schicksal.“ Und an anderer Stelle: „Mich würde nicht im mindesten wundern, wenn diese Leute eines Tages gefährlich würden für das Menschengeschlecht.“[35] Voltaires Aussagen standen auch im Zusammenhang mit seinem Bestreben, den jüdisch-christlichen Ursprungsmythos der Bibel (Genesis) durch eine von ihm in Indien verortete arische Urheimat der Menschheit zu ersetzen. So schrieb er an den Astronomen M. Bailly: „Seit langem betrachte ich die alte Dynastie der Brahmanen als diese Ursprungsnation.“[36]

Der nationalistische Antisemitismus sieht in den Juden eine ethnisch, kulturell oder sozial nicht zur jeweiligen Nation gehörende Minderheit, die als Fremdkörper wahrgenommen und der Illoyalität gegenüber der Nation beschuldigt wird. Im Gegensatz zum rassistisch motivierten Antisemitismus im engeren Sinne könnte hier durch Assimilation und Religionsübertritt die Diskriminierung überwunden und die Integration in die Gesellschaft erreicht werden. Der nationalistische Antisemitismus hebt nicht allein auf die angeblichen ethnischen Unterschiede ab, sondern betont behauptete kulturelle Gegensätze oder mangelnde Loyalität gegenüber der jeweiligen Nation. Durch eine solche Ausgrenzung nimmt diese Form der Judenfeindschaft auch fremdenfeindliche Züge an. Teilweise wird auch der nationalistische Antisemitismus unter das engere Begriffsverständnis des Antisemitismus gefasst.

Sekundärer Antisemitismus

„Sekundärer Antisemitismus“ bezeichnet eine Form der Judenfeindschaft „nach Auschwitz“, die aufgrund des inhaltlichen Kontextes mit der Shoah auch, unter einem psychologisch-moralischen Gesichtspunkt, als „Schuldabwehr“-Antisemitismus bezeichnet wird.[32] Mit dem Zerfall des Dritten Reiches endete neben dem Holocaust auch der Antisemitismus als Staatsdoktrin Deutschlands.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde Antisemitismus fortan öffentlich geächtet, sodass Antisemitismus in der Bevölkerung innerhalb einer dem Antisemitismus gegenüber toleranten Gruppe weiter fortbestand. Antisemitismus unterstellt in der öffentlichen Auseinandersetzung über die Massenvernichtung der Juden während des Zweiten Weltkriegs, sie diene nur der Diffamierung der nationalen Identität, der Gewährung fortgesetzter Wiedergutmachungs­zahlungen an Israel und der politischen Legitimation von deren Politik im Nahen Osten.[37]

Antizionismus

Antizionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus und damit des Staates Israel als solchen; er spricht letzterem also sein Existenzrecht ab. Antizionismus enthält oder verdeckt häufig judenfeindliche Motive. Ein großer Anteil aller Juden weltweit (2010: 43 Prozent, mit steigender Tendenz) lebt seit 1945 in Israel,[38] das sich als Zufluchtsort aller Juden versteht. Antizionismus bzw. „Israelkritik“ wird darum oft als „getarnter“ Antisemitismus beurteilt.[39] Ein bekannter Test, um legitime Kritik an der Politik des Staates Israel von Judenfeindlichkeit zu unterscheiden, ist der 3-D-Test für Antisemitismus: Wenn Aussagen Israel dämonisieren, delegitimieren, oder doppelte Standards anlegen, dann sind diese antisemitisch.

Der Antizionismus entstand seit 1918 aus Konflikten zwischen den in Palästina ansässigen Arabern und den in mehreren Wellen (Alijot) zuwandernden europäischen Juden. Diese Konflikte eskalierten 1936 zum arabischen Aufstand, führten nach der Staatsgründung Israels 1948 zu sechs Kriegen arabischer Staaten gegen Israel und zu zahlreichen bewaffneten Konflikten, die bis heute andauern (siehe Nahostkonflikt). Diese verstärkten den Antizionismus in und außerhalb der Nahostregion. Die Sowjetunion betrachtete Israel seit 1950 als Brückenkopf der Vereinigten Staaten in der Region. Diese Ansicht übernahmen seit 1967 Teile der politischen Linken; im Spektrum des Antiimperialismus ist sie bis heute gängig.[40] Islamische Organisationen wie die Muslimbrüder und die Hamas übernahmen Elemente des europäischen Antisemitismus. In Bezug auf die islamische und arabische Welt spricht man dann von einem islamischen oder islamisierten Antisemitismus. Auch bei Nichtmuslimen dient Antizionismus oft dazu, sich gegen Vorwürfe des Antisemitismus zu immunisieren, um Israel semantisch und inhaltlich auf analoge Weise wie „die Juden“ zu dämonisieren, zu delegitimieren und zu isolieren. Die Israelfeindschaft verbindet damit linken Antiimperialismus, Rechtsextremismus und islamischen Extremismus und wirkt als potentielle Bedrohung aller Juden.[41]

Aktuelle Arbeitsdefinitionen

Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) verzeichnete infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 eine Zunahme antisemitischer Tendenzen.[42] Um die strafrechtliche Behandlung solcher Tendenzen in den EU-Staaten zu erleichtern und zu vereinheitlichen, veröffentlichte die EUMC 2005 eine Arbeitsdefinition:

Antisemitismus ist ein gegen jüdische oder nichtjüdische Individuen, ihr Eigentum, ihre Institutionen oder den Staat Israel gerichteter „Judenhass“. Er „klagt Juden häufig der Verschwörung zum Schaden der Menschheit an und wird oft benutzt, um Jüdinnen und Juden dafür verantwortlich zu machen, ‚wenn etwas falsch läuft‘.“ Er drücke sich in Worten, Texten, Bildern und Taten aus und verwende dazu „unheilvolle Stereotypen und negative Charakterzüge“, etwa:

  • Aufrufe zum Töten oder Schädigen von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder extremistischen religiösen Sicht,
  • verlogene, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Behauptungen über Juden oder die kollektive Macht von Juden, etwa eines Weltjudentums oder jüdischer Kontrolle von Medien, Regierungen usw.,
  • Juden kollektiv für reale oder vermeintliche Vergehen einzelner oder mehrerer Juden oder Nichtjuden zu beschuldigen,
  • Holocaustleugnung,
  • Juden als Kollektiv oder Israel zu beschuldigen, sie hätten den Holocaust erfunden oder dramatisiert,
  • jüdische Staatsbürger zu beschuldigen, sie seien loyaler gegenüber Israel oder vermeintlichen jüdischen Prioritäten weltweit als gegenüber ihren eigenen Staaten,
  • das Selbstbestimmungsrecht von Juden abzulehnen, etwa zu behaupten, Israel sei ein rassistisches Projekt,
  • doppelte Standards anzuwenden, also von Israel Verhalten zu fordern, das von keiner anderen demokratischen Nation erwartet wird,
  • klassisch-antisemitische Symbole und Bilder wie den Gottesmord-Vorwurf oder die Ritualmordlegende auf Israel oder Israelis anzuwenden,
  • Israels aktuelle Politik mit der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus zu vergleichen,
  • eine Kollektivverantwortung der Juden für Israels Politik zu behaupten.

Kritik an Israel, die ähnlich auch gegenüber anderen Ländern geäußert wird, könne jedoch nicht als antisemitisch eingestuft werden.[43]

International Holocaust Remembrance Alliance

Die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) beschloss nach Beratungen ihrer 31 Mitgliedsstaaten am 15. Mai 2016, die EUMC-Definition zu übernehmen:[44]

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Auch die Arbeitsdefinition „Antisemitismus“ des European Forum on Antisemitism (EFA) beruht auf der EUMC-Definition von 2005.

Der Ministerrat Österreichs übernahm die IHRA-Arbeitsdefinition am 21. April 2017.[45] Die deutsche Bundesregierung stimmte dieser Definition am 20. September 2017 durch einen Kabinettbeschluss ebenfalls zu.[46]

Selbst Verfechter der IHRA-Arbeitsdefinition kritisierten allerdings, dass diese „nicht für die Umsetzung in europäisches oder nationales Recht gedacht“ gewesen sei.[47]

Die IHRC führt folgende aktuelle Beispiele von Antisemitismus im öffentlichen Leben, in den Medien, Schulen, am Arbeitsplatz und in der religiösen Sphäre auf, die unter Berücksichtigung des Gesamtkontexts folgendes Verhalten einschließen können, ohne darauf beschränkt zu sein.

„Beispiele:

  • Der Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung.
  • Falsche, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Anschuldigungen gegen Juden oder die Macht der Juden als Kollektiv – insbesondere aber nicht ausschließlich die Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft, Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Juden.
  • Das Verantwortlichmachen der Juden als Volk für tatsächliches oder unterstelltes Fehlverhalten einzelner Juden, einzelner jüdischer Gruppen oder sogar von Nicht-Juden.
  • Das Bestreiten der Tatsache, des Ausmaßes, der Mechanismen (z. B. der Gaskammern) oder der Vorsätzlichkeit des Völkermordes an den Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkrieges (Holocaust).
  • Der Vorwurf gegenüber den Juden als Volk oder dem Staat Israel, den Holocaust zu erfinden oder übertrieben darzustellen.
  • Der Vorwurf gegenüber Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.
  • Das Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z. B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.
  • Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet oder gefordert wird.
  • Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen (z. B. der Vorwurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende), um Israel oder die Israelis zu beschreiben.
  • Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.
  • Das kollektive Verantwortlichmachen von Juden für Handlungen des Staates Israel.“
International Holocaust Remembrance Alliance, 26. Mai 2016.[48]

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Armin Pfahl-Traughber bemängelt an der Arbeitsdefinition fehlende Klarheit, Trennschärfe und Vollständigkeit und plädiert für deren grundlegende Überarbeitung. Es werde nicht deutlich, worin genau die „bestimmte Wahrnehmung“ bestehe. Antisemitismus sei keine Kritik, sondern Feindschaft „gegen Juden als Juden“. Zwar sei an der Definition begrüßenswert, dass artikuliert wird, dass sich die Judenfeindschaft der Gegenwart häufig genug über den Umweg der Israelfeindschaft ausdrücke, diese werde jedoch überbetont, die anderen Ideologievarianten des Antisemitismus kämen nur am Rande vor.[49]

Die American Civil Liberties Union in den USA kritisierten die Definition, da sie viel zu breit sei und dazu benutzt werden könne, Redefreiheit – insbesondere Kritik an Israel – zu unterdrücken.[50]

Auch der israelische Historiker Moshe Zimmermann kritisiert die „Schwammigkeit“ der IHRA-Definition. Sie erlaube es, jede Art von Kritik an Israel als antisemitisch zu bezeichnen. Das führe zu einer inflationären Verwendung des Begriffs und dazu, dass „dort, wo Antisemitismus wirklich zu finden ist, […] er möglicherweise nicht erkannt“ werde.[51]

Der Philosoph und Soziologe Peter Ullrich bezeichnet in einem Gutachten im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung den Anspruch der IHRA-Definition, alle mit der Begriffsklärung verbundenen Probleme lösen und zugleich allgemein anwendbar sein zu wollen, als „gescheitert“. Sie sei wenig präzise und in sich widersprüchlich und lasse zudem eklatante Leerstellen. Sie ermögliche es, missliebige Positionen zum Nahostkonflikt zu stigmatisieren und öffentlich zu benachteiligen, was Ullrich „angesichts ihres quasi-rechtlichen Status als Bedrohung der Meinungsfreiheit“ bewertet. Zudem verschleiere sie, dass die größte Gefahr von rechts komme.[52]

Im Dezember 2019 erklärte Kenneth S. Stern, er sei als Antisemitismus-Experte des American Jewish Committee der Hauptautor der Arbeitsdefinition gewesen. Politisch rechtsgerichtete jüdische Gruppierungen hätten die Definition ab 2010 jedoch als Waffe gegen die Meinungsfreiheit verwendet.[53]

Im Dezember 2019 richtete eine Gruppe von 127 jüdischen und israelischen Intellektuellen –  darunter Andrew Stuart Bergerson, Daniel Boyarin, José Brunner, Judith Butler, Tommy Dreyfus, Katharina Galor, Steve Golin, Neve Gordon, David Harel, Eva Jablonka, Brian Klug, Joseph Levine, Nurit Peled-Elhanan, David Ranan, Steven Rose, Graeme Segal, Alice Shalvi, Avi Shlaim, Zeev Sternhell, Rolf Verleger, Joan Wallach Scott, Moshe Zimmermann und Moshe Zuckermann – einen offenen Brief an das französische Parlament, in dem sie vor der Annahme der „unklaren und ungenauen“ IHRA-Definition warnten. Sie kritisierten, dass die IHRA-Definition „bewusst Kritik und Opposition gegen die politischen Maßnahmen des Staates Israel mit Antisemitismus in Verbindung bringt“ und eine „ungerechtfertigte Doppelmoral zugunsten Israels und gegen die Palästinenser einführt“.[54]

David Feldman schrieb im Dezember 2020, die IHRA-Definition sei mangelhaft, schwammig, verwirrend und nicht geeignet, jüdische Studenten und Lehrende an britischen Universitäten zu schützen. Sie biete auch keine klare Antwort, ob etwa Boykott-Aufrufe gegen Israel inhärent antisemitisch seien. Joe Mann, der „Antisemitismus-Guru“ der britischen Regierung, schrieb beispielsweise, Boykotte seien von der IHRA-Definition nicht erfasst.[55]

Anfang Januar 2021 veröffentlichten die EU-Kommission und die IHRA ein Handbuch zur praktischen Anwendung der IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus.[56][57][58]

Am 11. Januar 2021 richteten mehr als siebzig britische Akademiker, die auch israelische Staatsbürger sind (darunter Ilan Pappe), einen offenen Brief an die britischen Universitäten und Studenten, in dem sie die Einführung der IHRA-Arbeitsdefinition dort durch die Regierung verurteilten und die Universitätssenate aufforderten, die vielfach kritisierte und „inhärent falsche“, „vage“ und „inhaltsarme“ Definition abzulehnen bzw. zurückzunehmen. Der offene Brief wurde von mehr als hundert weiteren israelischen Akademikern weltweit (darunter Roy Wagner, Nurit Peled-Elhanan, José Brunner und Oded Goldreich) unterstützt.[59]

Im Februar 2020 unterzeichneten mehr als 600 kanadische Akademiker eine Petition gegen die IHRA-Definition.[60]

Im Januar 2021 gab eine Reihe linker jüdischer Organisationen in den USA – Ameinu, Americans for Peace Now, Habonim Dror North America, Hashomer Hatzair World Movement, Jewish Labor Committee, J Street, New Israel Fund, Partners for Progressive Israel, Reconstructing Judaism und T’ruah – eine Erklärung heraus, in der sie die Annahme der IHRA-Definition ablehnen.[61]

Im März 2021 sprachen sich mehr als 150 jüdische Hochschullehrer in Kanada in einem offenen Brief gegen die Annahme der IHRA-Definition aus.[62]

Im März 2021 argumentierten Neve Gordon (Queen Mary University of London) und Mark LeVine (University of California, Irvine), dass nach der IHRA-Definition auch Albert Einstein, Hannah Arendt, Tony Judt und Yeshayahu Leibowitz wegen ihrer Kritik an israelischer Politik als „Antisemiten“ bezeichnet werden könnten. Die „verwirrende und irreführende“ Arbeitsdefinition sei „das Werkzeug der Wahl für so genannte pro-israelische Organisationen“.[63]

Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus

Im März 2021 wurde die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus[64] veröffentlicht. Sie war von zwanzig vor allem jüdischen bzw. israelischen Wissenschaftlern erarbeitet und von rund zweihundert internationalen Wissenschaftlern unterzeichnet worden, von denen die meisten in der Antisemitismusforschung und in verwandten Bereichen arbeiten, darunter Omer Bartov, Wolfgang Benz, Werner Bergmann, Daniel Blatman, Debórah Dwork, Helga Embacher, Sander Gilman, Wolf Gruner, Deborah Hertz, Uffa Jensen, Jonathan Judaken, Brian Klug, Dominick LaCapra, Hanno Loewy, Brendan McGeever, Samuel Moyn, Mark Roseman, Dirk Rupnow, Gisèle Sapiro, Peter Schäfer, Stefanie Schüler-Springorum, Michael Wildt, Moshe Zimmermann und Moshe Zuckermann.[65] Sie soll eine Verbesserung, Ergänzung bzw. Korrektur der vielfach kritisierten Antisemitismus-Definition der IHRA darstellen und eine kohärente und politisch neutrale Definition bieten.

Die Jerusalemer Erklärung definiert Antisemitismus als „Diskriminierung, Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden als Jüdinnen und Juden (oder jüdische Institutionen als jüdische)“ und liefert dazu 15 Leitlinien, um die Definition zu präzisieren, und nimmt dabei eine Unterscheidung zwischen Antizionismus und Antisemitismus vor. In diesem Sinne sei u. a. die Initiative Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) als „gängige, gewaltfreie Formen des Protestes … nicht per se antisemitisch“.

Ein weiterer wichtiger Unterschied der Jerusalemer Erklärung zur Arbeitsdefinition der IHRA ist, dass sie den Kampf gegen Antisemitismus als untrennbar vom größeren Kampf gegen andere Formen von Rassismus und Diskriminierung versteht.[66]

Uwe Becker, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, bezeichnete die Erklärung als „Freibrief zur geradezu grenzenlosen ‚Israelkritik‘“ sowie als „Zertifikat für Israelhass“.[67]

In den Medien wurde die Jerusalemer Erklärung kontrovers aufgenommen: Einige Autoren befürworten die Jerusalemer Erklärung,[68] andere kritisierten sie.[69]

Aktivitäten in der Europäischen Union gegen Antisemitismus

  • Im Oktober 2015 wurden zum Abschluss des ersten jährlichen Kolloquiums der Europäischen Kommission zum Thema Toleranz und Respekt: Antisemitismus und Islamfeindlichkeit in Europa vorbeugen und bekämpfen eine Reihe von Schlussfolgerungen (Schlüsselmaßnahmen) verabschiedet.[70]
  • Im Dezember 2015 wurde die Ernennung eines Koordinators der Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus beschlossen. Die Wahl fiel auf Katharina von Schnurbein.
  • Am 20. April 2016 hat der Europarat die Entschließung 2106 über Das erneute Bekenntnis zur Bekämpfung des Antisemitismus in Europa verabschiedet.[71]
  • Am 1. Juni 2017 hat das Europäische Parlament einen Entschließungsantrag zur Bekämpfung von Antisemitismus angenommen.[72]
  • Am 6. Dezember 2018 wurde vom Europäischen Rat die Erklärung des Rates zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Entwicklung eines gemeinsamen Sicherheitskonzepts für einen besseren Schutz jüdischer Gemeinschaften und Einrichtungen in Europa verabschiedet.[73]

Studien

  • FRA-Erhebung zu Wahrnehmungen und Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung im Zusammenhang mit Antisemitismus vom 8. November 2013.[74]
  • Zweite Erhebung der FRA zu Diskriminierung und Hasskriminalität gegenüber Jüdinnen und Juden in der EU vom 10. März 2019.[75]

Siehe auch

Literatur

Da dieser Artikel einen Überblick über die verschiedenen Formen von Judenfeindlichkeit gibt, beschränkt sich die Literatur hier auf allgemeine Darstellungen zum Gesamtphänomen. Literatur zu speziellen Begriffen und Epochen ist den verlinkten Spezialartikeln vorbehalten.

Weblinks

Commons: Antisemitism – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Antisemitismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der deutschen Geschichte. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Leske & Budrich, Berlin 2002, S. 9
  2. Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus? München 2004, S. 9–27, besonders S. 9f. und 19f.
  3. Matthias J. Becker: Analogien der „Vergangenheitsbewältigung“: Antiisraelische Projektionen in Leserkommentaren der Zeit und des Guardian. Nomos, 2018, ISBN 3-8487-4946-7, S. 78; Marc Grimm, Bodo Kahmann (Hrsg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter / Oldenbourg, München 2018, ISBN 3-11-053471-1, S. 237
  4. Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der deutschen Geschichte. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Leske & Budrich, Berlin 2002, S. 10–13
  5. Hans Rauscher: Israel, Europa und der neue Antisemitismus: ein aktuelles Handbuch. Molden, Wien 2004, ISBN 3-85485-122-7, S. 153.
  6. Günter Wasserberg: Aus Israels Mitte – Heil für die Welt: Eine narrativ-exegetische Studie zur Theologie des Lukas. De Gruyter, Berlin 1998, ISBN 3-11-015864-7, S. 21.
  7. Thomas Nipperdey, Reinhard Rürup: Artikel Antisemitismus. In: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Band 1. Klett-Cotta, Stuttgart 1972, ISBN 3-12-903850-7, S. 130–132.
  8. a b Alex Bein: Die Judenfrage: Biographie eines Weltproblems, Band II. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, S. 164f.
  9. Reinhard Rürup: Emanzipation und Antisemitismus: Studien zur »Judenfrage« der bürgerlichen Gesellschaft. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 3-596-30933-6, S. 95–97.
  10. Massimo Ferrari Zumbini: Die Wurzeln des Bösen: Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler. Klostermann, 2003, ISBN 3-465-03222-5, S. 171.
  11. Marc Grimm, Bodo Kahmann (Hrsg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter / Oldenbourg, München 2018, ISBN 3-11-053471-1, S. 30.
  12. Rürup/Nipperdey: Antisemitismus, S. 129.
  13. Alex Bein: Die Judenfrage: Biographie eines Weltproblems, Band II. Stuttgart 1980, S. 164 und 217.
  14. Jakob Katz: Frühantisemitismus in Deutschland, S. 136 ff.; The Preparatory Stage of the Modern Antisemitic Movement 1873–1979. In: Shmuel Almog (Hrsg.): Antisemitism through the Ages. 1988, S. 279–289.
  15. Helmut Berding: Antisemitismus in der modernen Gesellschaft – Kontinuität und Diskontinuität. 1999, S. 85–95 und 98–103.
  16. Hermann Greive: Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-08859-X, S. 1 und 8ff.
  17. Georg Christoph Berger Waldenegg: Antisemitismus: „Eine gefährliche Vokabel“? Diagnose eines Wortes. Böhlau, Wien 2003, ISBN 3-205-77096-X, S. 31.
  18. Ernst Simmel: Antisemitismus. Fischer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-15530-4, S. 12.
  19. Shulamit Volkow: Das geschriebene und das gesprochene Wort. Über Kontinuität und Diskontinuität im deutschen Antisemitismus. Jüdisches Leben und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert. Beck, München 1997, ISBN 3-406-34761-4, S. 54.
  20. Rita S. Botwinick: A History of the Holocaust. (1996) Pearson, 5. Auflage 2012, ISBN 0-205-84689-0.
  21. Eberhard Jäckel: Hitlers Weltanschauung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2002, ISBN 3-421-06083-5, S. 167.
  22. Leon Poliakov: Geschichte des Antisemitismus, Band 1: Von der Antike bis zu den Kreuzzügen. Athenaeum, Bodenheim 1991, ISBN 3-610-00411-8.
  23. Steven T. Katz. Oxford University Press, 1994, ISBN 0-19-507220-0, S. 225.
  24. Alphons Silbermann: Der ungeliebte Jude – Zur Soziologie des Antisemitismus. Edition Interfrom, Osnabrück 1981, ISBN 3-7201-5134-4, S. 248.
  25. Winfried Frey: Vom Antijudaismus zum Antisemitismus. Ein antijüdisches Pasquill von 1606 und seine Quellen. In: Daphnis 18 (1989), S. 251–279.
  26. Wolfgang Altgeld: Katholizismus, Protestantismus, Judentum – Über religiös begründete Gegensätze und nationalreligiöse Ideen in der Geschichte des deutschen Nationalismus. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1665-X.
  27. Paul Lawrence Rose: Richard Wagner und der Antisemitismus, Pendo Verlag, 1999, ISBN 3-85842-339-4.
  28. Thomas Nipperdey, Reinhard Rürup, Antisemitismus; in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Band 1 A–D, Stuttgart 1972, S. 129–153, hier S. 152–153.
  29. Olaf Blaschke: Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-35785-0, S. 27.
  30. Wolfgang Benz: Das Bild vom mächtigen und reichen Juden. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Bilder von Juden. Studien zum alltäglichen Antisemitismus. München 2001, S. 13–26.
  31. Armin Pfahl-Traughber: Der antisemitisch-antifreimaurerische Verschwörungsmythos in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Wien 1993.
  32. a b Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus als Feindschaft gegen Juden als Juden. In: Bürger im Staat. Band 63, Nr. 4, 2013, S. 252–261.
  33. Pierre-André Taguieff: Criminaliser les juifs – Le mythe du «meurtre rituel» et ses avatars (antijudaïsme, antisémitisme, antisionisme); chapitre V: Voltaire accusateur des juifs, «Monstres de cruauté». In: Céline Masson, Isabelle de Mecquenem (Hrsg.): Questions sensibles. Hermann Éditeurs, Paris 2020, ISBN 979-1-03700228-0, S. 141–178.
  34. Bernard-Henri Lévy: L'esprit du judaïsme. 1. Auflage. Éditions Grasset, Paris 2016, ISBN 978-2-253-18633-5, S. 21, 24 f.
  35. Hannes Stein, Die großen Aufklärer waren oft Judenhasser, Welt, 20. Juli 2012. Abgerufen am 29. März 2019.
  36. Jean-Paul Demoule: Mais où sont passés les Indo-Européens? – Le mythe d'origine de l'Occident. In: Maurice Olender (Hrsg.): Points/La librairie du XXIe siècle. 2. Auflage. Nr. 525. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-7578-6591-0, S. 37 f., 70 f. (wörtliches Zitat nach: Lettres sur l'origine des sciences et celle des peuples de l'Asie adressées à M. de Voltaire par M. Bailly, et précédées de quelques lettres de M. de Voltaire à l'auteur, Paris 1777, p. 3; cité in Léon Poliakov, 1987, p. 211).
  37. Detlev Claussen: Vom Judenhass zum Antisemitismus: Materialien einer verleugneten Geschichte. Luchterhand, Darmstadt 1987, ISBN 3-472-61677-6, S. 48. Ulrike Spohn: Antisemitismus im Alltagsdiskurs: „Was ist Antisemitismus?“ (PDF; 22 kB).
  38. Zentralrat der Juden in Deutschland (30. November 2010): Israels Anteil an der jüdischen Weltbevölkerung nimmt zu
  39. Michael Brenner: Kleine jüdische Geschichte. Beck, München 2012, ISBN 3-406-62124-4, S. 317; Timo Stein: Zwischen Antisemitismus und Israelkritik: Antizionismus in der deutschen Linken. Springer VS, Wiesbaden 2011, S. 31–33.
  40. Thomas Haury: Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken auf www.d-a-s-h.org
  41. Moshe Zuckermann: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte: Antisemitismus – Antizionismus – Israelkritik. Wallstein, 2005, ISBN 3-89244-872-8, S. 150
  42. Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Antisemitism Summary overview of the situation in the European Union 2001–2005. (Memento vom 5. März 2009 im Internet Archive) 2. Juli 2017 (PDF; 336 kB)
  43. Antisemitismus Thematisieren: Warum und Wie? Leitfaden für Pädagoginnen und Pädagogen. (PDF;) Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODHR); voller Wortlaut im Anhang S. 32 f.
  44. Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 22. September 2017: Bundesregierung unterstützt internationale Arbeitsdefinition von Antisemitismus.
  45. Was ist Antisemitismus? Österreich nimmt IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus an. erinnern.at
  46. Bundesregierung billigt neue Antisemitismus-Definition. FAZ, 20. September 2017.
  47. Beispielsweise Michael Whine: Applying the working definition of antisemitism. In: Justice Nr. 61 (Herbst 2018) S. 15; Rebecca Ruth Gould: The IHRA Definition of Antisemitism. Defining Antisemitism by Erasing Palestinians. In: The Political Quarterly Bd. 91 Nr. 4 (Oktober–Dezember 2020), https://doi.org/10.1111/1467-923X.12883.
  48. Arbeitsdefinition von Antisemitismus, International Holocaust Remembrance Alliance.
  49. Armin Pfahl-Traughber: Die EUMC-Arbeitsdefinition Antisemitismus in der Kritik. Anmerkungen zu fehlender Trennschärfe und Vollständigkeit… HaGalil, 16. Juli 2017.
  50. Anti-Semitism Awareness Act of 2018 ACLU, 4. Juni 2018.
  51. Jannis Hagmann: Moshe Zimmermann über Israel-Kritik: „Nicht jeder Boykott ist antisemitisch“. taz, 11. Januar 2019.
  52. Peter Ullrich: Gutachten zur »Arbeitsdefinition Antisemitismus« der IHRA Rosa-Luxemburg-Stiftung, Oktober 2019; Inge Günther: Antisemitismus: Die ständige Umkehr von Täter und Opfer, Interview, Frankfurter Rundschau, 30. Oktober 2019; Stefan Reinecke: Experte über Antisemitismusdefinitionen: „Eine abwegige Debatte“, Interview, taz, 3. November 2019.
  53. Kenneth Stern: I drafted the definition of antisemitism. Rightwing Jews are weaponizing it The Guardian, 13. Dezember 2019; Kenneth Stern: We disagree about the Working Definition. That’s OK. Here’s what’s not.; The Times of Israel, 10. Februar 2021; vgl. Rebecca Ruth Gould: The IHRA Definition of Antisemitism. Defining Antisemitism by Erasing Palestinians. In: The Political Quarterly Bd. 91 Nr. 4 (Oktober–Dezember 2020), https://doi.org/10.1111/1467-923X.12883; George Wilmers: Why the man who drafted the IHRA definition condemns its use Jewish Voice for Labour, 1. August 2018; Knut Mellenthin: Argumente gegen Diffamierung junge Welt, 31. März 2021.
  54. Appel de 127 intellectuels juifs aux députés français : « Ne soutenez pas la proposition de résolution assimilant l’antisionisme à l’antisémitisme ». In: Le Monde, 2. Dezember 2019; Lutte contre l’antisémitisme. Remous sur une résolution portée par LREM après l’appel de 127 universitaires juifs Ouest-France, 2. Dezember 2019; 127 intellectuels juifs contre une résolution LaREM sur l'antisémitisme RFI, 2. Dezember 2019; [127 intellectuels juifs contre la définition de l’antisémitisme élargie à l’antisionisme] L'Obs, 2. Dezember 2019; 127 universitaires juifs contre la définition de l’IHRA The Times of Israel, 2. Dezember 2019.
  55. David Feldman: The government should not impose a faulty definition of antisemitism on universities The Guardian, 2. Dezember 2020.
  56. EU-Kommission: Neues Handbuch soll Antisemitismus aufzeigen. In: tagesschau.de. 8. Januar 2021, abgerufen am 9. Januar 2021.
  57. Pressemitteilung. Bundesverband RIAS e.V., 8. Januar 2021, abgerufen am 9. Januar 2021.
  58. Handbook for the practical use of the IHRA Working Definition of Antisemitism. (PDF; 967 KB) Europäische Kommission, abgerufen am 9. Januar 2021 (englisch).
  59. Call to reject the IHRA’s ‘working definition of antisemitism’ 11. Januar 2021.
  60. Darunter M. V. Ramana, Elena Basile, David McNally, John Greyson, Ivar Ekeland, Leo Panitch, A.W. Peet und Luis Jacob.
    Open Letter from 600+ Canadian Academics Opposing the IHRA Definition of Antisemitism Independent Jewish Voices Canada, 27. Februar 2020; Abigail B. Bakan, Alejandro I. Paz, Anna Zalik, Deborah Cowen: Jewish scholars defend the right to academic freedom on Israel/Palestine The Conversation, 8. April 2021.
  61. Progressive Israel Network Groups Oppose Codification of IHRA Working Definition of Antisemitism, Citing Strong Potential for Misuse Progressive Israel Network, 12. Januar 2021; Gadi Taub: The Normalization of Antisemitism. In: Haaretz, 30. Januar 2021; Gideon Levy: It’s Alright to Be an anti-Zionist. In: Haaretz, 30. Januar 2021.
  62. Darunter Monica Heller und Natalie Zemon Davis.
    Jewish Faculty in Canada Against the Adoption of the IHRA Working Definition of Antisemitism jewishfaculty.ca; Abigail B. Bakan, Alejandro I. Paz, Anna Zalik, Deborah Cowen: Jewish scholars defend the right to academic freedom on Israel/Palestine The Conversation, 8. April 2021.
  63. Neve Gordon and Mark LeVine: Was Einstein an Anti-Semite? Inside Higher Ed, 26. März 2021.
  64. The Jerusalem Declaration on Antisemitism
  65. Unter den weiteren Unterzeichnern sind Taner Akçam, Aleida Assmann, Peter Beinart, Michael Berkowitz, Omri Boehm, Daniel Boyarin, Christina von Braun, Micha Brumlik, José Brunner, John Bunzl, Sebastian Conrad, Natalie Zemon Davis, Richard Falk, David Feldman, Ulrike Freitag, Ute Frevert, Katharina Galor, Sonja Hegasy, Dagmar Herzog, Susannah Heschel, Eva Illouz, Teresa Koloma Beck, Tony Kushner, Kerstin von Lingen, Avishai Margalit, Eva Menasse, Susan Neiman, Xosé Manoel Núñez Seixas, Göran Rosenberg, Philippe Sands, Michael P. Steinberg, Michael Stolleis, Heidemarie Uhl, Uğur Ümit Üngör, Michael Walzer, Bernd Weisbrod und Lothar Zechlin.
  66. Harry Nutt: „Jerusalemer Erklärung“: Faktenbasierte Aufmerksamkeit bei der Definition von Antisemitismus, Frankfurter Rundschau, 29. März 2021; Katharina Galor: Der Versuch einer neuen Definition, Die Zeit, 29. März 2021; Knut Mellenthin: Argumente gegen Diffamierung, junge Welt, 31. März 2021; Gerhard Hanloser: Definitiv eine Definition, Neues Deutschland, 26. März 2021; Peter Nowak: Kann die Jerusalemer Erklärung den Antisemitismus neu definieren?, Telepolis, 31. März 2021; Hanno Loewy: Falsche Freunde, falsche Feinde, taz, 29. März 2021.
  67. Uwe Becker: Gefährliche Blaupause, Jüdische Allgemeine, 30. März 2021.
  68. Omer Bartov: Criticism of Israel and its Policies isn't Antisemitism. In: Haaretz. 30. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Katharina Galor: Der Versuch einer neuen Definition. In: Zeit Online. 29. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Hanno Loewy: Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus: Falsche Freunde, falsche Feinde. In: Taz. 29. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Harry Nutt: „Jerusalemer Erklärung“: Faktenbasierte Aufmerksamkeit bei der Definition von Antisemitismus. In: Frankfurter Rundschau. 29. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Christiane Habermalz: Eine neue Definition für Antisemitismus. In: Deutschlandfunk. 26. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Leticia Witte: Hoffnung auf lebhafte Diskussion. In: Domradio. 1. April 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Joshua Shanes, Dov Waxman: We Need a Better Definition of Anti-Semitism Slate, 26. März 2021; Elissa Bemporad, Alon Confino, Derek Penslar: A new declaration aims to fight antisemitism without curtailing free speech Forward, 25. März 2021; Brian Klug: The Jerusalem Declaration on Antisemitism The Nation, 1. April 2021; Aleida Assmann, Alon Confino, David Feldman: Wider Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Juden: die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus Neue Zürcher Zeitung, 7. April 2021; dieselben: A new antisemitism definition to ease IHRA confusion EUobserver, 26. März 2021; Barry Trachtenberg: [Why I Signed the Jerusalem Declaration on Antisemitism] Jewish Currents, 26. März 2021; Oliver Sears: Expression of anti-Semitism must be made taboo The Irish Times, 7. April 2021.
  69. Alan Posener: Jerusalemer Erklärung. Was ist das, wenn nicht antisemitisch? In: Die Welt. 29. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Rafael Seligmann: Jerusalemer Erklärung. Nützliche Idioten der Antisemiten. In: Cicero. 29. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Warum wir an der IHRA-Definition festhalten. Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V., 1. April 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Matthias Küntzel: Nicht per se antisemitisch, aber irgendwie doch. Zur „Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus“. In: Audiatur Online. 30. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Jan Feddersen: Antisemitismus und Israel. Das große Poltern. In: Taz. 2. April 2021, abgerufen am 3. April 2021.; Mitchell Bard: A definition of anti-Semitism that defends anti-Semites Arutz Sheva, 8. April 2021.
  70. Mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit in der EU: Ergebnisse des ersten jährlichen Grundrechtekolloquiums. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  71. Renewed commitment in the fight against anti-Semitism in Europe. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  72. ENTSCHLIESSUNGSANTRAG. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  73. Erklärung des Rates zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Entwicklung eines gemeinsamen Sicherheitskonzepts für einen besseren Schutz jüdischer Gemeinschaften und Einrichtungen in Europa. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  74. Diskriminierung und Hasskriminalität gegenüber Juden in den EU-Mitgliedstaaten: Erfahrungen und Wahrnehmungen im Zusammenhang mit Antisemitismus. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  75. Erfahrungen und Wahrnehmungen im Zusammenhang mit Antisemitismus – Zweite Erhebung zu Diskriminierung und Hasskriminalität gegenüber Jüdinnen und Juden in der EU – Zusammenfassung. Abgerufen am 6. Dezember 2020.