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Tobias Hans

deutscher Politiker (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes
Tobias Hans (2017)

Tobias Theodor Hans (* 1. Februar 1978 in Neunkirchen) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit März 2018 Ministerpräsident des Saarlandes. Seit Oktober 2018 ist er zudem Landesvorsitzender der CDU Saar.[1]

Inhaltsverzeichnis

Herkunft, Schulbildung und berufliche Tätigkeit (1978 bis 2009)Bearbeiten

Tobias Hans wuchs mit seinem jüngeren Bruder in einer katholisch geprägten Familie auf. Er ist der ältere von zwei Söhnen des ehemaligen saarländischen CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Hans (1950–2007).[2] Nach dem Abitur am Homburger Christian von Mannlich-Gymnasium im Jahr 1997 und anschließendem Zivildienst an der Psychosomatischen Fachklinik Münchwies[3] studierte Hans ab 1998 Wirtschaftsinformatik, Informationswissenschaft und Anglistik an der Universität des Saarlandes, ohne jedoch einen Studienabschluss zu erreichen.[4][5] Neben seinem Studium war er bis Ende 2005 als „studentischer wissenschaftlicher Mitarbeiter“ an der Psychosomatischen Fachklinik Münchwies beschäftigt.[3][6][7][2] Im Jahr 2006 war Hans wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Landtagsfraktion. Von 2007 bis zu seiner Wahl in den Landtag des Saarlandes im Jahr 2009 war er persönlicher Referent des saarländischen Ministers für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales, zunächst von Minister Josef Hecken und dann von dessen Nachfolger Gerhard Vigener.

Als Tobias Hans im Jahr 2007 persönlicher Referent im saarländischen Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales wurde, brach er nach 18 Semestern sein Studium an der Universität des Saarlandes ab.[8][9]

Politik (seit 1992)Bearbeiten

 
Tobias Hans am 21. Juni 2017 im Landtag, links Annegret Kramp-Karrenbauer

Hans trat 1992 in die Junge Union ein, war von 1999 bis 2009 Stadtverbandsvorsitzender der Jungen Union Neunkirchen[10] und ist seit 1994 Mitglied der CDU. Seit 2001 ist er stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in seiner Heimatstadt Neunkirchen. 2007 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Neunkirchen gewählt, am 16. Juni 2012 zu dessen Vorsitzendem.

Seit 2004 ist Hans Mitglied des Stadtrates der Kreisstadt Neunkirchen und dort stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Bei der Landtagswahl am 30. August 2009 wurde er im Wahlkreis Neunkirchen in den Landtag des Saarlandes gewählt. Im Zuge der vorgezogenen Neuwahl am 25. März 2012 konnte er sein Mandat verteidigen und rückte innerhalb der CDU-Landtagsfraktion zum parlamentarischen Geschäftsführer auf.

Bei der Direktwahl des Landrates im Landkreis Neunkirchen am 8. November 2015 kandidierte Hans für die CDU. Er verlor in einer Stichwahl am 22. November gegen den neuen Amtsinhaber Sören Meng (SPD).[11] Zwei Tage später wurde er zum neuen Fraktionsvorsitzenden der CDU im Saarländischen Landtag gewählt und trat damit die Nachfolge von Klaus Meiser an.[12]

Ministerpräsident des Saarlandes seit März 2018Bearbeiten

Am 1. März 2018 wurde er mit den Stimmen von 40 Abgeordneten zum Ministerpräsident des Saarlandes gewählt und trat damit die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an, die als neue Generalsekretärin der CDU in die Bundespolitik wechselte.[13] Die von ihm geführte Regierung wird von der seit 2012 im Saarland bestehenden Koalition aus CDU und SPD gestützt.

Tobias Hans ist der erste Ministerpräsident in der Geschichte des Saarlandes, der ohne akademischen Abschluss und ohne duale Berufsausbildung vereidigt wurde.

Am 19. Oktober 2018 wurde Hans mit 96,4 Prozent der Stimmen beim 68. Landesparteitag zum neuen Vorsitzenden der CDU Saar gewählt.[14]

KontroverseBearbeiten

Im Zuge der Berichterstattung über seine bevorstehende Wahl zum Ministerpräsidenten des Saarlandes wurden Unregelmäßigkeiten in seinem Lebenslauf entdeckt. So habe er zwar den Abbruch seines Studiums angegeben, dies aber auf der eigenen Homepage verschleiert. Ebenso habe er sich bei einer Wahl als „Informationswissenschaftler“ bezeichnet. Unklar war ebenso sein Status als „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ an der Psychosomatischen Fachklinik, der später von einer Sprecherin mit der Bezeichnung „studentischer wissenschaftlicher Mitarbeiter“ beschrieben wurde.[9][8]

PrivatesBearbeiten

Hans ist römisch-katholisch und verheiratet. Mit seiner Ehefrau Tanja bewohnt und bewirtschaftet er einen Pferdehof in Münchwies.[15] Die beiden sind seit Herbst 2018 Eltern von Zwillingen.[16]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tobias Hans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mensch Hans. Bild Zeitung, 20. Februar 2018, abgerufen am 3. Dezember 2018.
  2. a b Hans im Glück – ein neuer Chef fürs Saarland. Hannoversche Allgemeine, 19. Februar 2018, abgerufen am 24. Februar 2018.
  3. a b Ministerpräsident Tobias Hans. In: www.saarland.de. Abgerufen am 4. März 2018.
  4. Neuer Regierungschef im Saarland: Hans soll auf Kramp-Karrenbauer folgen, n-tv.de
  5. Tobias Hans soll das Saarland führen. RP-Online.de vom 20. Februar 2018
  6. http://www.tobias-hans.de/eine-seite/steckbrief
  7. http://www.sol.de/news/update/News-Update,232852/Tobias-Hans-Der-wohl-neue-Ministerpraesident-des-Saarlandes,232833
  8. a b Nordwest-Zeitung: : Tobias Hans. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 2. März 2018]).
  9. a b Daniel Kirch: Wissenschaftsminister ohne Uni-Abschluss. In: Saarbrücker Zeitung. Abgerufen am 28. Februar 2018.
  10. Profil Tobias Hans, Landtag des Saarlandes
  11. Kasia Hummel: Sören Meng ist neuer Landrat. SR, 22. November 2015, abgerufen am 30. November 2015.
  12. Tobias Hans ist neuer Fraktionschef der CDU im Saar-Landtag. Saarbrücker Zeitung, 24. November 2015, abgerufen am 24. November 2015.
  13. Michael Jungmann: Hans soll am 1. März Ministerpräsident im Saarland werden. In: Saarbrücker Zeitung. Abgerufen am 28. Februar 2018.
  14. Tobias Hans neuer Landesvorsitzender der CDU Saar CDU Saar 19. Oktober 2018
  15. https://www.saarbruecker-zeitung.de/pDolitik/themen/tobias-hans-ist-das-dorfgespraech_aid-7433131, abgerufen am 26. März 2018.
  16. https://twitter.com/tobiashans/status/1047120265036075008 Tweet vom 5. Oktober 2018