Katharina Fegebank

deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)

Katharina Fegebank (* 27. Februar 1977 in Bad Oldesloe) ist eine deutsche Politikerin der Partei Bündnis 90/Die Grünen und seit dem 15. April 2015 Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin in den Senaten Scholz II, Tschentscher I und II. Als solche fungierte sie im Hamburger Senat von 2015 bis 2020 als Präses der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und seit 2020 als Präses derselben Behörde mit erweiterter Zuständigkeit für die Bezirke.[1] Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020 war Fegebank die alleinige Spitzenkandidatin der Grünen und strebte als erste Politikerin ihrer Partei offiziell das Amt der Ersten Bürgermeisterin an.

Katharina Fegebank (2019)

Von Juni 2008 bis Mai 2015 war sie Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg der Partei Bündnis 90/Die Grünen.(1)[2][3]

LebenBearbeiten

Katharina Fegebank ist die Tochter eines Lehrerehepaares.[4] Sie wuchs in Bargteheide auf und legte 1996 ihr Abitur am Kreisgymnasium Bargteheide ab.[5] Von 1996 bis 1997 war sie als Teacher and Care Assistant an der Rickmansworth School in England tätig.

Ein 1997 begonnenes Studium der Politikwissenschaft, Anglistik und des Öffentlichen Rechts an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg schloss sie 2002 mit dem akademischen Grad Magistra Artium ab. Während des Studiums war sie im Jahr 2000 als Youth Consultant bei den Vereinten Nationen im UN-Sekretariat, Department for Economic and Social Affairs, in New York tätig.[6]

Von 2002 bis 2003 absolvierte Fegebank den Postgraduierten-Studiengang Master of European Studies (M.E.S.) am Zentrum für Staatswissenschaften und Staatspraxis, einer interdisziplinäre Einrichtung der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin.[7][8]

Von 2003 bis 2004 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Politik, von 2004 bis 2007 wissenschaftliche Referentin für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und von 2007 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg.[9]

Fegebank ist seit 2015 mit dem Unternehmer Mathias Wolff liiert.[10][11] Das Paar hat Zwillingstöchter, die 2018 geboren sind.[12]

PolitikBearbeiten

Fegebank trat 2004 den Grünen bei. Sie war von 2005 bis 2008 Beisitzerin im Hamburger Landesvorstand und wurde 2008 zur Landesvorsitzenden gewählt.[9] Nach der Ernennung zur Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung im Mai 2015 kandidierte sie nicht erneut für den Landesvorsitz.

Bei Amtsantritt 2008 war Fegebank die jüngste Parteichefin in der Geschichte des grünen Landesverbandes und bei Amtsabtritt unter allen Landesvorsitzenden der Bundesländer diejenige mit der längsten Amtszeit.[2][13] Ihre Nachfolgerin im Amt ist Anna Gallina.[3]

Bei der Bundestagswahl 2009 trat sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Hamburg-Altona sowie auf Platz drei der Landesliste an. Fegebank ist seit 2011 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, da sie bei der Bürgerschaftswahl 2011 im Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn in das Landesparlament gewählt wurde. Bei der Bundestagswahl 2013 trat sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Hamburg-Mitte sowie erneut auf Platz drei der Landesliste an.

Seit ihrer Wahl zur Zweiten Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung ruht ihr Mandat in der Hamburgischen Bürgerschaft gemäß Artikel 39 der Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg.

Fegebank wurde Ende September von der Partei zusammen mit Jens Kerstan zum Spitzenteam der Grünen für die Bürgerschaftswahl 2015 gewählt.[14] Bei den Bürgerschaftswahlen 2015[15] und 2020[16] errang Fegebank ein Direktmandat im Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn für die Hamburgische Bürgerschaft.

SenatorinBearbeiten

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen für den zweiten Hamburger rot-grünen Senat bekamen die Grünen das Vorschlagsrecht für die Besetzung von drei Behörden. Auf einer Landesmitgliederversammlung am 12. April 2015 wurde Fegebank mit starker Mehrheit für das Amt der Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung benannt.[17]

Am 15. April 2015 wurde Fegebank von der Bürgerschaft zur Zweiten Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung gewählt.[1] Vom 14. bis zum 28. März 2018 war sie kommissarische Erste Bürgermeisterin, da Olaf Scholz als Finanzminister und Vizekanzler in die Bundesregierung gewechselt war.[18] Nach der Wahl von Peter Tschentscher zum neuen Ersten Bürgermeister nahm Fegebank auch im Senat Tschentscher I wieder den Posten der Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung ein.

Spitzenkandidatur bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020Bearbeiten

Am 27. Oktober 2018 wurde Fegebank bei der Landesmitgliederversammlung der Grünen für die Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020 mit 91,7 Prozent der Stimmen zur alleinigen Spitzenkandidatin gewählt.[19] Sie gab auf einem Landesparteitag am 28. September 2019 bekannt, dass sie bei der Wahl das Amt der Ersten Bürgermeisterin mit einer Regierung unter Führung der Grünen anstrebt.[20]

Am 9. November 2019 wurde Fegebank ohne Gegenkandidatur mit 96,96 % der Stimmen auf Platz 1 der Landesliste gewählt.[21]

WeblinksBearbeiten

Commons: Katharina Fegebank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

(1) Vor der Umbenennung der Partei im Jahr 2012: Grün-Alternative Liste GAL.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Scholz mit großer Mehrheit wiedergewählt. NDR. 15. April 2015. Archiviert vom Original am 17. April 2015. Abgerufen am 15. April 2015.
  2. a b Ddp Deutscher Depeschendienst GmbH: Fegebank zur Nachfolgerin Hajduks als GAL-Chefin gewählt vom 22. Juni 2008, abgerufen am 23. Juni 2008.
  3. a b Jens Meyer-Wellmann: Anna Gallina neue Hamburger Grünen-Chefin. Hamburger Abendblatt. 30. Mai 2015. Abgerufen am 30. Mai 2015.
  4. Martina Goy: Katharina Fegebank: „Erklären konnte ich schon immer gut“. In: DIE WELT. 2. August 2014 (welt.de [abgerufen am 18. Oktober 2017]).
  5. Bargteheiderin führt Hamburg, ln-online.de, 14. März 2018.
  6. Katharina Fegebank. Abgerufen am 23. Dezember 2019.
  7. Master of European Studies Berlin. 29. November 2010, abgerufen am 23. Dezember 2019 (englisch).
  8. Katharina Fegebank. Abgerufen am 23. Dezember 2019.
  9. a b Katharina Fegebank, hamburg.de.
  10. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin bekommt Zwillinge. In: welt.de. 10. Juli 2018, abgerufen am 19. August 2018.
  11. dpa: Mit Lebensgefährten Mathias Wolff: Zwillinge für Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank | shz.de. Abgerufen am 1. Oktober 2019.
  12. Katharina Fegebank ist Mutter von Zwillingen, abendblatt.de, 18. November 2018.
  13. Jana Werner: Katharina Fegebank ist Hamburgs neue starke Frau. Die Welt. 24. Mai 2015. Abgerufen am 30. Mai 2015.
  14. Artikel im Hamburger Abendblatt vom 28. September 2014, abgerufen am 30. September 2014.
  15. Vorläufiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2015: Gewählte Kandidatinnen und Kandidaten (PDF; 248,87 kB) auf den Seiten des Statistikamtes Nord, abgerufen am 17. Februar 2015.
  16. Vorläufiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2020: Gewählte Abgeordnete der 22. Hamburgischen Bürgerschaft. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein - Anstalt des öffentlichen Rechts - (Statistikamt Nord)., 24. Februar 2020, abgerufen am 10. März 2020.
  17. PM der Grünen Hamburg: „Große Mehrheit für Rot-Grün“ vom 12. April 2015 (Memento vom 15. April 2015 im Internet Archive), abgerufen am 15. April 2015.
  18. Katharina Fegebank – Jetzt ist sie die Chefin im Rathaus, www.mopo.de, abgerufen am 14. März 2018.
  19. Grüne nominieren Katharina Fegebank als Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, Grüne Hamburg, 27. Oktober 2018.
  20. Fegebank will 2020 Erste Bürgermeisterin werden, NDR, 28. September 2019.
  21. NDR: Grüne wählen Fegebank zur Bürgermeisterkandidatin. Abgerufen am 9. November 2019.