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Finanzbehörde (Hamburg)

Fachbehörde des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg

Die Hamburger Finanzbehörde (in der Abkürzung FB) ist eine von elf Fachbehörden des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und als Landesfinanzbehörde zuständig für die Finanzpolitik der Hansestadt. Die Behörde hat ihren Sitz am Gänsemarkt 36 in Hamburg-Neustadt.

Finanzbehörde
der Freien und Hansestadt Hamburg
– FB –
Logo Finanzbehörde Hamburg.png
Staatliche Ebene Freie und Hansestadt Hamburg
Stellung Oberste Landesbehörde
Hauptsitz Hamburg
Behördenleitung Andreas Dressel,
Präses der Finanzbehörde
Haushaltsvolumen 409,1 Mio EUR (2019)[1]
Netzauftritt www.hamburg.de
Gebäude der Finanzbehörde am Gänsemarkt, erbaut nach Plänen des Architekten Fritz Schumacher in den Jahren 1918 bis 1926

Derzeitiger Finanzsenator und Präses der Finanzbehörde ist seit 28. März 2018 Andreas Dressel (SPD). Staatsrätin für Finanzen und Bezirke ist Bettina Lentz.

GeschichteBearbeiten

 
Schuldverschreibung über 2000 Mark der „Finanz-Deputation der freien und Hansestadt Hamburg“ vom April 1891

Die Finanzbehörde ist eine der ältesten Behörden Hamburgs, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Bereits im 13. Jahrhundert sind erstmals zwei Mitglieder des Rates als Kämmerei-Herren urkundlich belegt, die neben der „Stadtlade“ (latula civitatis) und dem „Schatzkasten“ (cista camerariorum) damals auch für das städtische Bauwesen zuständig waren.[2] Im „Kämmerei-Rezess“ von 1563 geht die Gewalt über die städtischen Finanzen vom Rat auf ein gewähltes Bürgergremium über, dem aus jedem Kirchspiel zwei „Kämmerei-Bürger“ angehören. Seit dem 17. Jahrhundert dürfen diese auch den Kämmerei-Schreiber wählen, außerdem müssen alle Verträge und Ernennungen seitdem durch die Kämmerei bewilligt und ausgefertigt werden.

Nach dem Ende der Franzosenzeit werden 1814 im Zuge einer Neuordnung des städtischen Finanzwesens neben der Kämmerei weitere Deputationen gebildet, unter anderem die Schulden-Administrations-Deputation, die Zoll- und Accise-Deputation, die Stempel-Deputation, das Zehnten-Amt sowie eine Revisions-Kommission als Vorläuferin des heutigen Rechnungshofes.

Nach Inkrafttreten der neuen Verfassung im Jahre 1860 wird die bisherige Kämmerei in die Finanzdeputation umgewandelt. Zu den zehn bisherigen Deputierten kommen 1863 drei Senatsmitglieder hinzu, von denen einer fortan als Präses fungiert. Außerdem übernimmt die Finanzdeputation in der Folgezeit nach und nach die Aufgaben der anderen Deputationen, zuletzt 1920 auch die der Steuer-Deputation sowie der Deputation für indirekte Steuern und Abgaben.

In der Zeit des Nationalsozialismus wird die Finanzdeputation mehrfach umbenannt in „Hamburgische Finanzverwaltung“, „Hamburgische Finanzbehörde“ und zuletzt wieder in „Kämmerei“. Nach Kriegsende erfolgt 1947 schließlich die Umbenennung in Finanzbehörde.

Ihren Sitz hatte die Kämmerei ursprünglich im alten Rathaus an der Trostbrücke. Nachdem dieses 1842 dem Großen Stadtbrand zum Opfer gefallen war, wurde die Kämmerei vorübergehend im ehemaligen Waisenhaus in der Admiralitätsstraße untergebracht, ehe sie 1897 ins neu erbaute Hamburger Rathaus umziehen konnte. Seit 1926 residiert die Behörde schließlich in ihrem heutigen, von Fritz Schumacher erbauten Dienstgebäude am Gänsemarkt.

OrganisationBearbeiten

Die Behörde gliedert sich in eine Präsidialabteilung und sechs Fachämter, vergleichbar mit den Abteilungen in anderen Landesministerien:[3]

  • Amt 1: Interner Service und Steuerung
  • Amt 2: Haushalt und Aufgabenplanung
  • Amt 3: Vermögens- und Beteiligungsmanagement
  • Amt 4: Hamburgweite Dienste und Organisation
  • Amt 5: Steuerverwaltung
  • Amt 6: Bezirksverwaltung

Das frühere Amt 4 (Immobilienmanagement) wurde zum 1. Januar 2013 als Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) ausgegliedert. Außerdem unterstehen der Finanzbehörde als nachgeordnete Einrichtungen und Landesbetriebe:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Finanzbehörde Hamburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freie und Hansestadt Hamburg - Finanzbehörde: Einzelplan 9.1 Finanzbehörde. In: Haushaltsplan 2019/2020. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  2. Geschichte der Finanzbehörde, abgerufen am 19. Mai 2015.
  3. Organigramm der Finanzbehörde, Stand: 1. Oktober 2018

Koordinaten: 53° 33′ 19,2″ N, 9° 59′ 15,3″ O