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Dieser Artikel behandelt die Schweizer Fussballnationalmannschaft bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Die Schweiz nahm zum zehnten Mal an der Endrunde und zum dritten Mal an einer Endrunde in Südamerika teil. Für die letzte Endrunde 1978 in Südamerika war die Schweiz nicht qualifiziert und bei der ersten 1930 nahm sie nicht teil.

QualifikationBearbeiten

Die Schweiz konnte sich in ihrer Qualifikationsgruppe E ungeschlagen mit sieben Siegen – davon vier Auswärtssiege – und drei Remis den ersten Platz sichern. Gegner waren Island, Slowenien, Norwegen, Albanien und Zypern. Die zweitplatzierte isländische Mannschaft scheiterte in den Playoff-Spielen an Kroatien.

Tabelle

Pl. Team Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Schweiz  Schweiz  10  7  3  0 017:600 +11 24
 2. Island  Island  10  5  2  3 017:150  +2 17
 3. Slowenien  Slowenien  10  5  0  5 014:110  +3 15
 4. Norwegen  Norwegen  10  3  3  4 010:130  −3 12
 5. Albanien  Albanien  10  3  2  5 009:110  −2 11
 6. Zypern Republik  Republik Zypern  10  1  2  7 004:150 −11 05

Spielergebnisse

Datum Ort Heimmannschaft - Gast Ergebnis Torschützen für die Schweiz
07.09.2012 Ljubljana Slowenien Schweiz 0:2 (0:1) Xhaka (20.), Inler (51.)
11.09.2012 Luzern Schweiz Albanien 2:0 (1:0) Shaqiri (23.), Inler (68./Elfm.)
12.10.2012 Bern Schweiz Norwegen 1:1 (0:0) Gavranović (79.)
16.10.2012 Reykjavík Island Schweiz 0:2 (0:0) Barnetta (66.), Gavranović (79.)
23.03.2013 Nikosia Zypern Schweiz 0:0
08.06.2013 Genf Schweiz Zypern 1:0 (0:0) Seferović (90.)
06.09.2013 Bern Schweiz Island 4:4 (3:1) Lichtsteiner (15., 30.), Schär (27.), Džemaili (54./Elfm.)
10.09.2013 Oslo Norwegen Schweiz 0:2 (0:1) Schär (12., 51.)
11.10.2013 Tirana Albanien Schweiz 1:2 (0:0) Shaqiri (47.), Lang (77.)
15.10.2013 Bern Schweiz Slowenien 1:0 (0:0) Xhaka (74.)

Insgesamt setzte Ottmar Hitzfeld 26 Spieler ein. Kein Spieler kam in allen Spielen zum Einsatz. Sieben Spieler machten 9 von 10 Spielen. Mit Josip Drmić, Pajtim Kasami, Michael Lang, Fabian Schär und Haris Seferović kamen fünf Neulinge während der Qualifikation zu ihren ersten Pflichtspielen, wobei Drmić und Kasami direkt bei einem Pflichtspiel debütierten. Bester Torschütze war mit drei Toren Fabian Schär, neun weitere Spieler steuerten die restlichen Tore bei. Ein glückliches Händchen hatte Ottmar Hitzfeld bei seinen Einwechslungen: Gegen Norwegen wechselte er am 12. Oktober 2012 in der 71. Minute Mario Gavranović ein, der acht Minuten später das 1:0 erzielte und am 8. Juni 2013 in der 73. Minute Haris Seferović, dem in der 90. Minute der Treffer zum 1:0-Endstand gelang. Beim torreichsten Spiel der Serie am 6. September 2013 gegen den bis dahin stärksten Konkurrenten Island mussten die Schweizer dagegen in der ersten Minute der Nachspielzeit noch den Treffer zum 4:4-Ausgleich hinnehmen.

VorbereitungBearbeiten

Testspiele:

KaderBearbeiten

Nachfolgend ist der Kader der Schweiz für die WM aufgeführt.[1] Zehn Spieler standen auch im 2010er Kader, davon vier sowie Blerim Džemaili und Johan Djourou auch im Kader für die WM 2006, von denen Tranquillo Barnetta die letzten sieben WM-Spiele mitmachte, bei der WM 2014 aber nicht eingesetzt wurde.

Nr. Spieler Verein[K 1] Länderspiel-
einsätze *
Länderspiel-
tore *
Geburtsdatum Spiele Tore       WM-Teilnahmen WM-Spiele (vor 2014) WM-Tore (vor 2014)
Torhüter
01 Diego Benaglio Deutschland  VfL Wolfsburg 57 0 08. Sep. 1983 4 0 0 0 0 2006, 2010 3 0
21 Roman Bürki Grasshopper Club Zürich 0 0 14. Nov. 1990 0 0 0 0 0
12 Yann Sommer FC BaselM 6 0 17. Dez. 1988 0 0 0 0 0
Abwehr
05 Steve von Bergen BSC Young Boys 41 0 10. Juni 1983 2 0 0 0 0 2010 3 0
20 Johan Djourou Deutschland  Hamburger SV 44 1 18. Jan. 1987 4 0 1 0 0 2006 3 0
06 Michael Lang Grasshopper Club Zürich 6 1 08. Feb. 1991 1 0 0 0 0
02 Stephan Lichtsteiner Italien  Juventus TurinM 63 5 16. Jan. 1984 4 0 0 0 0 2010 3 0
13 Ricardo Rodriguez Deutschland  VfL Wolfsburg 21 0 25. Aug. 1992 4 0 0 0 0
22 Fabian Schär FC BaselM 6 3 20. Dez. 1991 2 0 0 0 0
04 Philippe Senderos Spanien  FC Valencia 53 5 14. Feb. 1985 1 0 0 0 0 2006, 2010 4 1
03 Reto Ziegler Italien  US Sassuolo Calcio 35 1 16. Jan. 1986 0 0 0 0 0 2010 3 0
Mittelfeld
07 Tranquillo Barnetta Deutschland  Eintracht Frankfurt 74 10 22. Mai 1985 0 0 0 0 0 2006, 2010 7 1
11 Valon Behrami Italien  SSC NeapelP 48 2 19. Apr. 1985 4 0 0 0 0 2006, 2010 2 0
15 Blerim Džemaili Italien  SSC NeapelP 34 1 12. Apr. 1986 4 1 0 0 0 2006 0 0
16 Gelson Fernandes Deutschland  SC Freiburg 47 2 02. Sep. 1986 1 0 1 0 0 2010 3 1
08 Gökhan Inler (C)  Italien  SSC NeapelP 73 6 27. Juni 1984 4 0 0 0 0 2010 3 0
23 Xherdan Shaqiri Deutschland  FC Bayern MünchenM, P 33 9 10. Okt. 1991 4 3 0 0 0 2010 1 0
14 Valentin Stocker FC BaselM 24 3 12. Apr. 1989 1 0 0 0 0
10 Granit Xhaka Deutschland  Borussia Mönchengladbach 26 4 27. Sep. 1992 4 1 1 0 0
Angriff
19 Josip Drmić Deutschland  1. FC NürnbergA 7 3 08. Aug. 1992 4 0 0 0 0
18 Admir Mehmedi Deutschland  SC Freiburg 21 1 16. Mär. 1991 4 1 0 0 0
17 Mario Gavranović FC ZürichP 11 4 24. Nov. 1989 0 0 0 0 0
09 Haris Seferović Spanien  Real Sociedad 11 1 22. Feb. 1992 4 1 0 0 0

(*) angegeben sind nur die Spiele und Tore, die vor Beginn der Weltmeisterschaft absolviert bzw. erzielt wurden.[2]

  1. M = Der Verein wurde in der Saison 2013/14 Meister seines Landes, A/R = Der Verein stieg aus der höchsten Liga des Landes ab (bzw. steht in der Relegation), P = Der Verein wurde in der Saison 2013/14 Pokalsieger.

EndrundeBearbeiten

GruppenphaseBearbeiten

Vorrunden-Spielorte (rot), Achtelfinal-Spielort (grün) und Quartier (blau)

Bei der am 6. Dezember 2013 vorgenommenen Auslosung der Endrunde war die Schweiz erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften aufgrund ihrer Position in der FIFA-Weltrangliste vom Oktober 2013 als Gruppenkopf gesetzt und wurde in Gruppe E gelost. Selbst bei der Heim-WM 1954 war die Schweiz nicht gesetzt und musste gegen die gesetzten Engländer und Italiener spielen. Zugelost wurden Ex-Weltmeister Frankreich, Ecuador und Honduras. Frankreich ist fünfthäufigster Gegner der Schweiz und war bereits bei der WM 2006 Gegner in der Gruppenphase, als beide das Achtelfinale erreichen konnten. Die Vor-WM-Bilanz gegen Frankreich ist mit 12 Siegen, 9 Remis und 15 Niederlagen negativ. Honduras war im zuvor einzigen Vergleich auch bei der WM 2010 Gegner in der Vorrunde und durch ein 0:0 verspielte die Schweiz das Erreichen des Achtelfinales. Gegen Ecuador hatte die Schweiz vor der WM noch nie gespielt.

Die Schweiz hatte vor der WM an keinem der drei Spielorte gespielt.

Mannschaftsquartier war das Resort La Torre in Porto Seguro.[3]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Frankreich  Frankreich  3  2  1  0 008:200  +6 07
 2. Schweiz  Schweiz  3  2  0  1 007:600  +1 06
 3. Ecuador  Ecuador  3  1  1  1 003:300  ±0 04
 4. Honduras  Honduras  3  0  0  3 001:800  −7 00
So., 15. Juni 2014, 13:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in Brasília
Schweiz  Schweiz Ecuador  Ecuador 2:1 (0:1)
Fr., 20. Juni 2014, 16:00 Uhr (21:00 Uhr MESZ) in Salvador da Bahia
Schweiz  Schweiz Frankreich  Frankreich 2:5 (0:3)
Mi., 25. Juni 2014, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Manaus
Honduras  Honduras Schweiz  Schweiz 0:3 (0:2)

AchtelfinalBearbeiten

Di., 1. Juli 2014, 13:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in São Paulo
Argentinien  Argentinien Schweiz  Schweiz 1:0 n. V. (0:0)

Zuvor gab es 6 Spiele gegen Argentinien (4 Niederlagen und 2 Remis, 3:14 Tore). Bei Weltmeisterschaften trafen beide vorher erst einmal aufeinander: 1966 gewann Argentinien in der Vorrunde mit 2:0.

Sportliche AuswirkungenBearbeiten

In der FIFA-Weltrangliste fiel die Schweiz um drei Plätze von Platz 6 auf Platz 9 obwohl sogar 67 Punkte gewonnen wurden.[4]

RücktritteBearbeiten

Bereits vor der WM hatte Nationaltrainer Hitzfeld angekündigt, dass mit der WM seine Amtszeit endet. Er beendete damit seine Trainer- und Fußballkarriere. Er hatte die Schweizer in 61 Spielen betreut und zu zwei WM-Endrunden geführt.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten