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Chevrolet Camaro (1966)

Sportwagen von Chevrolet, gebaut 1966-1970
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Der Camaro ist ein Pony Car (ein Sportwagen) des US-amerikanischen Automobilherstellers Chevrolet, der zum General-Motors-Konzern (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt. Das Projekt wurde unter dem Codenamen „Panther“ entwickelt und am 28. Juni 1966 dem Fachpublikum und Journalisten vorgestellt. Der Verkaufsstart erfolgte am 29. September 1966 mit dem ´67er Modelljahr.

Chevrolet
Chevrolet Camaro SS (1967)
Chevrolet Camaro SS (1967)
Camaro
Produktionszeitraum: 1966–1970
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,8–6,5 Liter
(104–280 kW)
Länge: 4690–4725 mm
Breite: 1840–1880 mm
Höhe: 1300 mm
Radstand: 2745 mm
Leergewicht: 1315–1645 kg
Nachfolgemodell Chevrolet Camaro (1970)

Das sportliche Auto entstand als Konkurrenz zum Mitte der 1960er-Jahre erfolgreichen Ford Mustang und wurde als typischer Vertreter der Pony Cars zu einem beliebten Sportwagen.

Die Motorisierung des Camaro waren immer großvolumige V8-Motoren jenseits der 200 PS (ca. 150 kW). Ebenfalls angebotene Reihen-Sechszylinder, später V6-Maschinen, in den 1980er-Jahren auch Reihen-Vierzylinder, galten stets als „Sparversionen“, waren aber auch Basis und somit der Einstieg.

Alle Camaros der ersten Generation von 1966 bis 1969 wurden in den US-amerikanischen Werken der Fisher Body Co., welche eine GM Division war, in Norwood, Ohio und Van Nuys/Los Angeles, Kalifornien gebaut oder außerhalb der USA in Werken wie GM Continental in Antwerpen in Belgien, der Schweiz bei GM Suisse in Biel, GM de Venezolana in Caracas in Venezuela und GM del Peru in Lima in Peru sowie in der Yutivo Fabrik in Manila auf den Philippinen montiert. Dabei wurden die Fahrzeugteile in einer Holzkiste in die Montagewerke geliefert und dort zusammengebaut. Die Kisten wurden in Bloomfield, NJ bestückt und von GM Overseas Operations gemanagt. Es wurden komplette Karosserien, die Motoren und Getriebe sowie die Innenausstattung verpackt. Batterie, Reifen, Teile der Innenausstattung und ähnliches wurde in den Montageländern beschafft. Die Fahrzeuge erhielten eigene Fahrgestellnummern[1]

In den drei Produktionsjahren liefen rund 800.000 Fahrzeuge vom Band.[2]

Inhaltsverzeichnis

MotorenBearbeiten

Folgende Motoren kamen zum Einsatz:[3]

  • 3,8-l-R6 (230 cui): 104 kW (140 bhp)
  • 4,0-l-R6 (250 cui): 116 kW (155 bhp)
  • 4,9-l-V8 (302 cui): 216 kW (290 bhp) (Z/28)
  • 5,0-l-V8 (307 cui): 149 kW (200 bhp) (ab Januar 1969)
  • 5,4-l-V8 (327 cui): 157 kW (210 bhp) (bis Januar 1969)
  • 5,4-l-V8 (327 cui): 205 kW (275 bhp)
  • 5,7-l-V8 (350 cui): 190 kW (255 bhp) (bis Januar 1969)
  • 5,7-l-V8 (350 cui): 220 kW (295 bhp) (SS350)
  • 6,5-l-V8 (396 cui): 242 kW (325 bhp) (SS396)
  • 6,5-l-V8 (396 cui): 280 kW (375 bhp) (SS396)

Getriebe[4]Bearbeiten

Der Camaro konnte mit verschiedenen manuellen und automatischen Getrieben bestellt werden. Zudem mit Lenkstockschaltung oder Schaltung auf dem Mitteltunnel bzw. der Mittelkonsole je nach gewählten Optionen.

Getriebeart Bezeichnung Besonderheit Verfügbar in
1967 1968 1969
Handschaltung 3-Gang Saginaw X X
Handschaltung 3-Gang Borg-Warner verstärkte Ausführung X X
Handschaltung 3-Gang Muncie verstärkte Ausführung, 1967–68 nur für SS X X X
Handschaltung 4-Gang Saginaw Gussgehäuse für die kleineren Motoren X X X
Handschaltung 4-Gang Muncie Aluminiumgehäuse für die größeren Motoren einschl. Z/28 X X X
Automatik 2-Gang PowerGlide nicht für SS396, gern als Verwendung bei Dragraces X X
Automatik 2-Gang Torque-Drive Schaltung Manuell OHNE Kupplung X X
Automatik 3-Gang TH350 nur für SmallBlock X
Automatik 4-Gang TH400 nur für BigBlock, 1967–68 nur bei Motoren >325 HP (X) (X) X

Der Z/28 konnte grundsätzlich nur mit 4-Gang Handschaltung auf dem Mitteltunnel bestellt werden.

ModellgeschichteBearbeiten

1967Bearbeiten

 
Seitenansicht des Camaro SS
 
Chevrolet Camaro SS 350 Convertible (1967)
 
1967 Chevrolet Camaro Coupé Front

Der erste Camaro basiert auf der damals neu entwickelten vom X-Body-Plattform, für den Chevrolet Nova von 1966. Darauf aufbauend wurde die F-Body-Plattform entwickelt, die er sich auch mit seinem Schwestermodell Pontiac Firebird teilt. Diese war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck. Die Front wurde mit einem zusätzlichen Stahlrahmen realisiert. Dies soll u. a. für eine Entkopplung der Fahrgastzelle vom Antrieb sorgen, da der Motor-/Getriebeträger mittels Gummiblöcken (Silentblöcke) mit der Karosserie verschraubt ist. Von Anfang an konnte der Camaro als Coupé oder Cabrio bestellt werden. Die Coupé-Version wird als Hardtop-Coupé bezeichnet, da die B-Säule fehlt. Die Zubehörliste umfasste knapp 80 Optionen, drei Hauptpakete und verschiedene Motorisierungen.

Dabei konnte der Käufer aus vier Innenausstattungen wählen, die in acht Farben lieferbar waren und so zu 17 Varianten führten. Hinzu kamen 15 Außenfarben die mit den Innenfarben kombiniert 62 verschiedene Farbkombinationen zuließen. Ergänzt um ein vinylbezogenes Dach und verschiedene Streifenformen und -farben ergaben sich sehr viele Individuelle Varianten. Bei der Farbe könnten akzentuierende oder verbundene Farben gewählt werden.[5]

Neben dem RS-Modell stieß das starke SS-Modell auf größeres Interesse. Trommelbremsen an allen Rädern waren Standard. Bremskraftverstärker oder Scheibenbremsen an der Vorderachse konnten optional geordert werden. Scheibenbremsen hatten nicht automatisch einen Bremskraftverstärker zur Folge, dieser musste getrennt bestellt werden, dies galt auch bei der SS-Option. Fahrzeuge mit der RS-Option (für Rally-Sport) erhielten einen anderen Grill, bei dem die Scheinwerfern hinter Abdeckklappen verborgen sind, die den Frontgrill auf die gesamte Fahrzeugbreite dehnen. Diese Klappen sind mit Elektromotoren betrieben und werden beim Einschalten des Scheinwerfer beiseite geschwenkt. Die Blicklichter sind dann unter der Stoßstange an die äußeren Enden der Front. Im Heck sind andere Rückleuchten verbaut. Die Rückfahrleuchten sind getrennt in die Heckschürze gebaut, dadurch sind die Rückleuchten komplett rot durchgefärbt.

Alle Camaros der ersten Generation haben bereits eine Windschutzscheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG), die Seitenscheiben und die Heckscheibe bestehen aus Einscheibensicherheitsglas (ESG)[5] Front- und Heckscheibe sind eingeklebt.

Im Dezember 1966 schuf Chevrolet einen der bekanntesten Optionen-Codes, den Z/28. Er blieb unbeworben und war daher zunächst bei den Käufern unbekannt; es wurden 1967 nur 609 Einheiten des Z/28 produziert. Das Paket umfasste einen speziellen 4,9-Liter-V8-Motor, Scheibenbremsen vorn, Sportfederung und ein 4-Gang-Getriebe der Firma Muncie. Er war kaum mit anderen Optionen kombinierbar, allerdings war z. B. die RS-Option bestellbar, jedoch keine Klimaanlage. Mit diesem Auto sollte eine erfolgreiche Teilnahme an der „Club of America Trans Am“-Rennserie erreicht werden, zugelassen wurden jedoch nur frei verkäufliche Straßenfahrzeuge mit Motoren unter 305 cui, also kleiner als 5 Liter Hubraum. Die Leistung des Motors wurde mit 290 PS (216 kW) angegeben. Der Z/28 gilt als schwierig in der Handhabung, der hoch drehende Motor wird optimal bei 7500 min−1 geschaltet. Einmal in Fahrt, war er nur schwer zu schlagen und erreichte zahlreiche Rennsiege. Das 67er Modelljahr ist äußerlich nicht sofort erkennbar, weil auf Embleme oder andere Zeichen verzichtet wurde. Der Bekanntheitsgrad des Camaro stieg rapide nach dem Einsatz als Pace Car beim Indianapolis-500-Rennen.

 
1967 Chevrolet Camaro Coupé SS RS Front

Der Motor des Z/28 wurde in nur leicht veränderter Form in der US-amerikanischen Motorsportserie Formula A und ihrem europäischen Gegenstück, der Europäischen Formel-5000-Meisterschaft, eingesetzt. Beginnend mit der Saison 1969, gingen alle folgenden europäischen Meistertitel an Fahrer, die diese Motoren einsetzten.[6][7]

1968Bearbeiten

 
1968 Chevrolet Camaro Coupé Front mit Motorhaube aus Zubehör
 
1968 Chevrolet Camaro Cabriolet Front

Neben leichten optischen Veränderungen wurde die Federung der Hinterachse überarbeitet. Statt einer einfachen Blattfeder wurde je nach Motorisierung oder gewählter Option eine mehrschichtige Blattfeder verbaut. Die Stoßdämpfer wurden anders abgestuft. Darüber hinaus wurde der fahrerseitige Stoßdämpfer auf die andere Seite der Achse gesetzt, d. h. Beifahrerseite war der Stoßdämpfer in Fahrrichtung an der vorderen Seite angebracht, auf der Fahrerseite in Fahrtrichtung auf der hinteren Seite der Achse. Ebenso änderte sich hier der obere Anlenkpunkt des Dämpfers. Der jetzt nicht mehr hinter, sondern in Fahrtrichtung vor der Achse sitzt. Modelle mit dem 12-Schrauben-Differential erhielten die mehrschichtige Blattfeder (Das Standarddifferential hat 10 Schrauben für den Deckel.) Das schließt alle SS-Versionen und den Z/28 mit ein, sowie die 5,4-l (327 cui) Motoren mit 275 PS und manuellem 4-Gang-Schaltgetriebe. Alle anderen liefen mit der Einfachblattfeder vom Band.[8] Bei den Bremsen änderte sich nichts. Allerdings enthielt die Option Scheibenbremsen nun auch gleich den Bremskraftverstärker.

Es gab neue Farben. So konnte zu Beginn des 68er Modelljahres aus 7 Innenfarben und 15 Außenfarben gewählt werden. Zusätzlich war es möglich stoffbezogene Sitze mit einen „Houndstooth“ zu deutsch „Hundezahn“ oder „Hahnentritt“ genannten Muster zu bestellen. 64 Innen-Außen-Farbkombis waren nun möglich. Im Laufe des Modelljahres gab es neue Außenfarben. Die Anzahl blieb gleich, jedoch entfiel z. B. Tuxedo Black und weitere, so dass andere Farben hinzukamen.[5]

Die vorderen Blink-Standleuchten-Kombination wurde von rund in rechteckig/oval geändert. Und der Grill bekam eine deutlichere V-Form. Im Heck erhielten die Rückleuchten ein geändertes Design. Sie sind größer und haben eine Chromtrennleiste zwischen den Kammern. Zusätzlich hat der 1968er Camaro vorn seitliche orange und hinten seitliche rot Positionslichter, welche eine Forderung der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) per Gesetz waren. Direkt hinter den Scheinwerfern wurde jetzt das Emblem für die Motorgröße angebracht. Statt runder Außenspiegel wurden nun rechteckige Spiegel verbaut. Ein Außenspiegel für die Beifahrerseite war sowohl 1967 wie 1968 nicht ab Werk verfügbar. Das kleine Dreiecksfenster der Türen entfiel zugunsten eines vollständig zu öffnenden Seitenfensters. Dafür wurden Fahrzeuge, ohne die optionale Klimaanlage, jetzt mit einer „Astro-Ventilation“ genannten Zuführung für Außenluft ausgestattet. Diese führt Frischluft in zwei seitlich im Armaturenbrett eingebaute und einstellbare Lüftungsdüsen. Das Luftvolumen wird dabei mittels eines Schieberegler jeweils in der äußeren Fußraumverkleidung geregelt. Das Armaturenbrett, die A-Säulen und die Armlehnen wurden mit zusätzlichen Polsterungen versehen. Eine Holzmaserung (Nussbaum) für das Mittelteil des Armaturenbretts war jetzt verfügbar.

Die Mittelkonsole, erhielt, sofern diese geordert wurde, ein völlig neu gestaltetes Aussehen.

 
Logo am Chevrolet Camaro ab 1968

Die serienmäßigen kurzen hinteren Hörner der Stoßfänger, die sowohl in 1967 als auch in 1969 verwendet wurden, wurden 1968 nicht montiert. Sie wurden unmittelbar vor Beginn der Produktion 1968 gestrichen. (Obwohl sie auf dem Stoßfänger des 68er Models installiert werden können.) Ab dem 1968er Modelljahr konnten optional Front- und Heckspoiler ab Werk bestellt werden.[5] Lautet beim 67er Model der große Schriftzug auf Motorhaube und Heckklappe noch Chevrolet und in einem kleineren „Kasten“ das Wort Camaro, so ist es beim 1968er umgekehrt. Hier steht jetzt groß Camaro und klein darunter by Chevrolet.

Auch 1968 konnte die RS-Option bestellt werden. Die größte Änderung betraf den Antrieb der Scheinwerferklappen. Diese werden jetzt mit Vakuumzylindern angetrieben, welches vom Vergaserunterdruck abgenommen wird. Die Rückleuchten sind auch hier in der Heckschürze verbaut.

Der Bekanntheitsgrad der Z/28-Option stieg und es wurden davon 7199 Einheiten verkauft. Anfangs des 68er Modelljahres hatte der Z/28 noch die Hubraumangabe „302“ an den vorderen Kotflügeln. Im Laufe des Modelljahres wurde dies geändert und hier ist jetzt statt der Hubraumangabe das Z/28-Logo.

Auf Grund gesetzlicher Forderungen musste ab 1968 die Fahrgestellnummer von außen lesbar sein. Daher wurde ein schmaler Blechstreifen mit der Nummer unter einem Ausschnitt auf der Fahrerseite des Armaturenbrett angebracht und konnte nun durch die Windschutzscheibe gelesen werden. Gleiches wird noch immer bei modernen Fahrzeugen praktiziert. Bisher waren die Fahrgestellnummern an der A-Säule der Fahrertür angebracht.[9][10][11]

1969Bearbeiten

 
1969 Chevrolet Camaro Coupé Granat Rot
 
Chevrolet Camaro RS (1969)
 
1969 Chevrolet Camaro Coupé Seitenansicht
 
1969 Chevrolet Camaro Coupé Heckansicht
 
1969 Chevrolet Camaro Coupé individualisierter Innenraum

Es gab größere offensichtliche optische Überarbeitungen, wobei die Motorhaube, die Kofferraumklappe und das Dach unverändert blieben. Zusätzlich zur normalen flachen Motorhaube gab es die Haubenvarinte für die SS-Modelle. Hierbei wurden auf der Haube zwei Lüftungsschlitze (ohne Funktion) simuliert. Optional konnte ab 1969 die „Cowl-Induction“ Haube für die SS-Varianten und den Z/28 geordert werden, die bei den „COPOs“ (Central Office Purchase Order) Serie war. Bei dieser wird über eine Vakuumverbindung zum Vergaser durch den Unterdruck beim Beschleunigen eine Klappe geöffnet, um kalte Luft vor der Windschutzscheibe in den Luftfilter zu leiten. Bei hoher Geschwindigkeit wird diese Luft regelrecht in den Luftfilter gepresst. So soll eine Leistungssteigerung erreicht werden. Die „Cowl-Induction“-Haube wurde als Fiberglasausführung auch beim Chevrolet Händler angeboten. Diese konnte der willige Kunde erwerben und selbst montieren. Die 1969 Modelle sind durch die Karosserieveränderungen etwas länger und breiter. Er kann deutlich von den beiden vorhergehenden Baujahren unterschieden werden.

Die Karosserie erhielt seitlich an den Kotflügeln stark ausgeprägte Kanten. In das Blech der Seitenwand vor den Hinterrädern wurde ein „Lamellen“-Abdruck gepresst, ähnlich Haifischkiemen. Bei den Optionen Z21 und Z22 wird dies zusätzlich mit einer Chromblende überlagert. Der Kühlergrill wurde in einer nach hinten fliehenden V-Form gestylt und der Randbereich des Grills in Wagenfarbe lackiert, die Scheinwerfer treten deutlich hervor. Nur bei den SS-Modellen und dem Z/28 ist das Gitter des Grills schwarz. Die Basismodelle haben ein silbernes Gitter in der gleichen Farbe wie die Scheinwerferringe. Die Front erscheint aggressiver. Die Blink-Standleuchten-Kombination wandert in die Frontschürze.

 
1969 Chevrolet Camaro RS Front individualisiert

Die RS Front wurde ebenfalls komplett überarbeitet und neu gestaltet. Die Scheinwerferklappen haben drei transparente Streifen bekommen und sind wie auch der Rand des Grills sind Wagenfarbe lackiert. Der eigentliche Grill erhielt eine ovale Form und ist in schwarz gehalten. Durch diesen Design verliert der Grill jedoch die extreme V-Form und wird grundsätzlich flacher.[5] Optional konnte die Frontstoßstange in Wagenfarbe lackiert bestellt werden.

Auch die Rücklichter wurden neu gestaltet und sind jetzt mit drei statt zwei Kammern ausgestattet. Die RS-Modelle erhielten eine waagerechte Chromstrebe, die v. g. Basis zwei senkrechte Streben. Auch hier können Basis- und RS-Modelle unterschieden werden. Beim RS sitzen die Rückfahrscheinwerfer in die Heckschürze. Der Tankeinfüllstutzen, welcher bei den vorangegangenen Modelljahren als ein Emblem zwischen den Rückleuchten angeordnet ist, wurde hinter das Kennzeichen unter die Stoßstange verlagert.

1969 gab es eine größere Farbauswahl. Es konnte aus 20 Lackfarben gewählt werden, hinzu kam auch die Möglichkeit den Schwellerbereich sowie das Dach farblich mit einer Akzentfarbe abzusetzen. Hier waren zusätzlich sechs Optionen wählbar. Im Innenraum waren nur noch sechs Farben wählbar, einschließlich des „Houndstooth“ gab es für innen und außen 67 Farbkombinationen. 1969 entfiel die Möglichkeit der Wahl einer vorderen Sitzbank komplett. Die Cowl Tag oder Trim Tag genannte Plakette mit den wesentlichen Angaben zum Fahrzeug, wie Montagezeitpunkt und Grundversion sowie dessen Ausstattung, wie Farben und Sitze erhielt eine andere Codierung.

Im Innenraum gab es ein überarbeitetes Armaturenbrett und komfortablere Sitze mit Kopfstützen als Standard. Das Armaturenbrett hatte nun quadratische statt bisher runder Geschwindigkeitsanzeigen und Drehzahlmesser bzw. Tankanzeigen. Die Maserung des Holzimitats wechselte auf Palisander. Das Zündschloss, welches vorher im Armaturenbrett saß, wurde in die Lenksäule verlegt. Damit erhielt der Camaro erstmals ein Lenkradschloss. Die „Astro-Ventilation“ wurde um regelbare Luftauslässe in der seitlichen Verkleidung im Fahrer- und Beifahrerfußraum ergänzt. Die Regelung des Luftvolumen erfolgt getrennt für oben und unten jeweils mittels eines Schieberegler in der äußeren Fußraumverkleidung.

Zum Beginn des Jahres 1969 wurde der 210 PS (157 kW) starke 5,4-l-Motor (327 cui) gegen einen neuen 5,0-l-Motor (307 cui) mit 200 PS (149 kW) getauscht. Es gibt einen elektrischen Warnton, der bei eingestecktem Zündschlüssel und geöffneter Tür erklingt. Heute noch bei Mercedes zu finden, bietet der Camaro ebenfalls eine Fußfeststellbremse und einen T-Griff zum Lösen. Die Betätigung des Fernlichts erfolgt mittels Fußschalter.[12][13]

Ab 1969 bekamen alle Versionen mit den 12-Schrauben-Differentialen und alle Fahrzeuge mit 5,7-l-Motor (350 cui) eine Mehrfachblattfeder. Ob eine 4-lagige oder 5-lagige Feder verbaut wurde, war am Ende eine Entscheidung des Fahrzeuggewichtes, welches je nach gewählten Optionen (z. B. Klimaanlage oder Servolenkung) variiert. Fahrzeuge mit 5,0-l- (307 cui) und 5,4-l-Motoren (327 cui) behielten auch hier die Einfachfeder an der Hinterachse.

Die große Neuigkeit war jedoch die Verfügbarkeit eines 7-Liter-V8-Motors mit 425 PS (317 kW). Die ersten Autos wurden von Autohäusern umgebaut, eines der bekanntesten war der Yenko Camaro 427. Chevrolet lieferte die Autos mit dem Motor in einer Holzkiste, komplettiert wurden sie erst von den Händlern.

In den Schatten gestellt wurden diese modifizierten Camaro durch den ZL1 von Chevrolet, speziell entworfen zur Teilnahme an „NHRA Super Stock“-Rennen. Grundlage war ein SS mit 6,5-Liter-V8-Motor und 375 PS (280 kW), der mit Sportfahrwerk, Scheibenbremsen vorn und einem verstärkten 4-Gang-Getriebe ausgestattet wurde. Statt des normalen Motors wie er von den Händlern eingebaut wurde, bekam der ZL1 den ersten von Chevrolet hergestellten Aluminium-Motor. Die Leistung wurde im Zulassungsschein mit 430 PS (321 kW) angegeben. Einige – speziell für den Renneinsatz konzipierte – Motoren erreichten sogar bis zu 580 PS (433 kW). Es dürfte sich damit um den leistungsstärksten Motor handeln, der von Chevrolet im Handel angeboten wurde.[14]

Erreicht wurden solch hohe Werte durch Maßnahmen wie die Kompressionssteigerung (von damals üblichen 8,5 : 1–10,5 : 1) auf 12,5 : 1. Diese Leistung hatte ihren Preis: der ZL1 kostete für die damalige Zeit hohe 7200 US-Dollar und damit etwa doppelt so viel wie der zugrundeliegende SS Camaro. Durch den hohen Preis waren die Autos schwer absetzbar und der Verkauf dauerte bis Anfang der Siebziger. Für die Rennen war eine Mindestproduktion von 50 Autos vorgeschrieben, Chevrolet produzierte 69 Einheiten. Aufgrund seiner Besonderheiten und der geringen Stückzahl hat der ZL1 heute einen hohen Sammlerwert. Fahrzeuge erzielten bei Auktionen Preise von 300.000 bis 500.000 US-Dollar. Am 11. Januar 2018 wurde bei der Mecum Auktion in Kissimmee/Florida zwei originale und restaurierte ZL1 als Paar, bestehend aus der Nr. 30 in Hugger Orange und der Nr. 18 in Dusk Blue, verkauft. Die Auktion (LOT T150) schloss mit einem Komplettpreis von 1.210.000 US-Dollar.[15]

 
1969 Chevrolet Camaro Coupé Seitenansicht

Der gewachsene Camaro der zweiten Generation erschien im Sommer 1970 (sogenanntes Modelljahr 1970 1/2). Aufgrund der späten Einführung des Folgemodels erreichte dieses Modelljahr die höchste Verkaufszahl der ersten Generation.

Der Camaro im FilmBearbeiten

Für 2 Fast 2 Furious von 2003 wurden mehrere Camaro SS Coupés von 1969 verwendet, die für den Film als „Yenko S/C“ umgestaltet wurden (sog. „Clones“). Ein Fahrzeug wurde bei einem Stunt mit einer Yacht zerstört.[16]

Ein Camaro Cabrio mit RS-Option von 1967 wurde im Kinofilm Petulia aus dem gleichen Jahr verwendet.[17]

Im Musikvideo zum Song Stylo der britischen Band Gorillaz wurde ein Chevrolet Camaro von 1969 verwendet.[18]

In der amerikanischen Fantasyserie „The Vampire Diaries“ fährt Damon Salvatore (Ian Somerhalder) einen Chevrolet Camaro von 1969.

Ein 1967 Camaro wird von „Christine“ einem Plymouth Fury von 1958 an einer Tankstelle zerstört. Die Regie im Film von 1983 führte Steven Spielberg.

„Erin“ wird ein 1969 Chevrolet Camaro Z/28 genannt, welcher auf einer Liste von zu stehlenden Fahrzeugen im Film „Gone in 60 Seconds“ steht.

Technische DatenBearbeiten

Technische Daten Chevrolet Camaro 1. Generation (Serienmodelle)
Chevrolet Camaro 230 250 302-4bbl

(nur Z/28)

307-2bbl

(ab 01/1969)

327-2bbl

(bis 12/1968)

327-4bbl

(bis 12/1968)

350 350-4bbl

(1969)

350-4bbl

(1969)

396
Motorart Ottomotor
Motorarbeitsverfahren Viertakt
Motorbauart 6-Zylinder-Reihenmotor 8-Zylinder-V-Motor
Gabelwinkel 90°
Hubraum 3769 cm³ 4093 cm³ 4942 cm³ 5031 cm³ 5354 cm³ 5733 cm³ 6489 cm³
Bohrung × Hub 98,4 mm × 82,6 mm 98,4 mm × 89,7 mm 101,6 mm × 76,2 mm 98,4 mm × 82,6 mm 101,6 mm × 82,6 mm 101,6 mm × 88,4 mm 104 mm × 95,5 mm
max. Leistung bei 1/min 104 kW (142 SAE-PS)
bei 4400
114 kW (157 SAE-PS)
bei 4200
216 kW (290 SAE-PS)
bei 5300
149 kW (200 SAE-PS)
bei 4600
157 kW (213 SAE-PS)
bei 4600
205 kW (279 SAE-PS)
bei 4800
220 kW (299 SAE-PS)
bei 4800
190 kW (259 SAE-PS)
bei 4800
224 kW (305 SAE-PS)
bei 4800
243 kW (330 SAE-PS)
bei 4800
max. Drehmoment bei 1/min 310 SAE-Nm bei 1600 332 SAE-Nm bei 1600 393 SAE-Nm bei 4800 407 SAE-Nm bei 2400 451 SAE-Nm bei 2400 501 SAE-Nm bei 3200 536 SAE-Nm bei 3200 516 SAE-Nm bei 3200 536 SAE-Nm bei 3200 578 SAE-Nm bei 3200
Verdichtung 8,5 : 1 11,0 : 1 9,0 : 1 10,25 : 1 10,5 : 1 9 : 1 10,25 : 1
Gemischaufbereitung ein Fallstrom-Einfachvergaser ein Fallstrom-Vierfachvergaser ein Fallstrom-Doppelvergaser ein Fallstrom-Vierfachvergaser
Ventilsteuerung seitliche Nockenwelle zentrale Nockenwelle
Nockenwellenantrieb Zahnräder Kette
Kühlung Wasserkühlung
Getriebe, serienmäßig 3- oder 4-Gang-Getriebe, Lenkrad- oder Mittelschaltung (Z/28 nur manuelles 4-Gang-Getriebe)
Schaltung Lenkrad- oder Mittelschaltung (Z/28 nur Mittelschaltung)
Getriebe, optional Powerglide-Zweistufenautomatik, später auch Turbo-Hydramatic-Dreistufenautomatik
Antriebsart Hinterradantrieb
Radaufhängung vorn ungleich lange Dreieckslenker, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten Starrachse, halbelliptische Blattfedern
Bremsanlage, serienmäßig Vierrad-Trommelbremsen
Bremsenanlage, optional Bremskraftverstärker, vordere Scheibenbremsen mit Durchmesser 27,9 cm
Lenkung Kugelumlauflenkung
Servounterstützung, Lenkung optional
Karosserie Stahlblech, selbsttragend
Spurweite vorn 1515 mm
Spurweite hinten 1510 mm
Radstand 2745 mm
Abmessungen 4690 mm × 1840 mm × 1300 mm
Abmessungen, MJ 1969 4725 mm × 1880 mm × 1300 mm
Leergewicht 1315–1492 kg 1322–1499 kg 1475 kg 1530 kg 1380–1557 kg 1401–1578 kg 1417–1594 kg 1460–1570 kg 1535–1645 kg
Höchstgeschwindigkeit 150–160 km/h 150–165 km/h 210 km/h 180–190 km/h 170–180 km/h 175–190 km/h 180–195 km/h 160–205 km/h 165–215 km/h 200–225 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h nicht angegeben
Verbrauch ca. 14–17 l/100 km N ca. 18 l/100 km S ca. 12–19 l/100 km S ca. 15–19 l/100 km S ca. 16–20 l/100 km S ca. 17–21 l/100 km S ca. 15–20 l/100 km S ca. 16–21 l/100 km S ca. 17–22 l/100 km S

Quelle:[19][20]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Chevrolet Camaro (1966) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Camaro Foreign Assembly Plants. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  2. General Info - Camaro FAQ. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  3. Camaro History 1967–1969
  4. Camaro - Transmission. Abgerufen am 22. Juli 2019.
  5. a b c d e Kraushaar, Andy, 1953-: Original Chevrolet Camaro 1967–1969 : the restoration guide. Beverly, MA 2019, ISBN 978-0-7603-6591-5.
  6. Wolfgang Klopfer: Formula 5000 in Europe. Books on Demand 2004, ISBN 978-3-8334-0545-7, S. 7.
  7. GM Heritage Center: Vihicle Information Kit. (PDF) In: https://www.gmheritagecenter.com/. GM Heritage Center, 2016, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  8. Camaro Chassis - Suspension, Axle, Brakes, & Wheels. Abgerufen am 17. Mai 2019.
  9. CRG Visual ID 1968 Model HyperTable. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  10. GM Heritage Center: vehicle-information-kits 1968-Chevrolet-Camaro. (PDF) In: https://www.gmheritagecenter.com/. GM Heritage Center, 2016, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  11. Camaro - 67-69 Camaro Model Information. Abgerufen am 11. Mai 2019.
  12. CRG Visual ID 1969 Model HyperTable. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  13. gm-heritage-archive: vehicle-information-kits. (PDF) In: https://www.gmheritagecenter.com/. gm-heritage-archive, 2016, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  14. Camaro Research Group. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  15. The 1969 Camaro ZL1 Offering | T150 | Kissimmee 2018. Abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
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