Chevrolet Camaro (1970)

Sportwagen von Chevrolet, gebaut 1970-1982

Der Camaro ist ein Pony Car (ein Sportwagen) des US-amerikanischen Automobilherstellers Chevrolet, der zum General Motors-Konzern (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt.

Chevrolet
Chevrolet Camaro Turbo 350 (1972)
Chevrolet Camaro Turbo 350 (1972)
Camaro
Produktionszeitraum: 1970–1981
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotoren:
3,8–7,4 Liter
Länge: 4775–5019 mm
Breite: 1890 mm
Höhe: 1273 mm
Radstand: 2743 mm
Leergewicht: 1501 kg
Vorgängermodell Chevrolet Camaro (1966)
Nachfolgemodell Chevrolet Camaro (1982)

Der Camaro basiert auf der F-Body-Plattform von General-Motors, die er sich, wie bereits in der 1. Generation, mit seinem Schwestermodell Pontiac Firebird teilt. Sie war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck. Die Front wurde mit einem zusätzlichen Stahlhilfsrahmen realisiert, welcher ähnlich dem des Chevrolet Nova ist, von dessen X-Body-Plattform der F-Body abgeleitet wurde. Der Hilfsrahmen soll unter anderem für eine Entkopplung der Fahrgastzelle vom Antrieb sorgen, da der Motor-/Getriebeträger mittels Gummiblöcken (Silentblöcke) mit der Karosserie verschraubt ist und Schwingungen oder Vibrationen eliminiert. Die Coupé-Version wird von GM als Sport Coupé bezeichnet.

ModellgeschichteBearbeiten

1970Bearbeiten

Der gewachsene Camaro der zweiten Generation erschien am 26. Februar 1970 (sogenanntes Modelljahr 1970½)[1] und damit später als üblich. Die Produkteinführung erfolgte in der Regel im Oktober. Er besaß eine elegante, fast europäisch anmutende Karosserie, die einige ältere Ferrari Berlinetta Lusso-Modelle stilistisch zitierte. Charakteristisch hierbei waren vor allen Dingen die runden Heckleuchten, die von der Corvette C3 stammten. Als klassisches Coupe wurde der 70½ Camaro ohne B-Säule und mit sehr großen Türen gebaut. Hintere Seitenfenster waren nicht vorhanden.

Das Armaturenbrett enthielt sechs Rundinstrumente inklusive einer elektrischen Uhr und einer übergroßen Tankanzeige. Die Standardmodelle waren zunächst mit durchgehender Frontstoßstange und unterhalb der Hauptscheinwerfer angebrachten rechteckigen Blink-Standleuchten-Kombination ausgestattet. Der Tankeinfüllstutzen verbarg sich hinter dem klappbaren Nummernschild im Heck, wie es bei vielen GM-Modellen dieser Zeit üblich war. Die Ganganzeige der Automatik-Versionen war zwischen den beiden großen Rundinstrumenten im Armaturenbrett angebracht. Zum Standard gehörten die Einzelsitze und die Astro-Ventilation (wenn keine Klimaanlage geordert wurde). Wie die ganze Karosserie wirkte auch das Interieur luftig, elegant und europäisch. Den neuen Camaro gab es nur noch in Coupé-Form; ein Cabriolet sollte es erst wieder Mitte der Achtziger-Jahre geben.

Die Antriebstechnik wurde größtenteils vom Vorgänger übernommen, mit Ausnahme des 3,8-Liter-Reihensechszylinder-Motors (230 in3Kubikinch); als Basismotor fungierte nun ein 4,1-Liter-Reihensechszylinder-Motor mit 155 brutto SAE-HP.[Anm. 1] Der Einstiegs-V8 war der 1969 eingeführte 5-Liter-Motor (307 in3). Stärkste Maschine war der als „396“ angegebene Motor mit 375 brutto SAE-HP bei einer Verdichtung von 10,25 : 1.[2] Dabei handelte es sich eigentlich um einen 6,6-Liter-V8-Motor, der real 402 in3 hatte, Chevrolet hielt aber an der schon klassischen Bezeichnung „396“ fest. Auf frühen Datenblättern tauchte auch der 7,4-Liter-Motor (454 in3) in zwei Leistungsstufen auf, er wurde aber in der Serie nur in wenigen Einzelfällen verbaut. Das Standard-Modell war vorne mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen ausgerüstet. Neben dem Basismodell bot Chevrolet die Modellvariante „Rally Sport“ mit geändertem Kühlergrill und zweigeteilter vorderer Stoßstange, sowohl für den Z28 (Schreibweise RS/Z28) als auch den SS (Schreibweise RS/SS) an. Für einen Aufpreis von 168,55 USD[3] konnte das Paket mit dem Optionscode Z22 bestellt werden. Darüber hinaus saß bei dieser Ausstattung die Blink-Standleuchten-Kombination nicht unter der Stoßstange, sondern auf jeder Seite zwischen Hauptscheinwerfer und Kühlergrill, das Kennzeichen rutschte unter den rechten Stoßstangeteil.

Das „Super Sport“-Paket („SS“), als Optionscode RPO Z27,[Anm. 2] war mit dem 5,7 Liter (350 in3) verfügbar und brachte es auf 360 brutto SAE-HP oder dem oben bereits erwähnten 6,6 Liter Big-Block mit 375 brutto SAE-HP. Der „Z28“ ebenfalls mit dem 360 brutto SAE-HP starkem 5,7-Liter-Motor (350 in3), anstelle des zuvor verwendeten Fünflitermotors (302 in3),[Anm. 3] bildete zusammen mit den SS-Varianten die leistungsstärksten Versionen.[3] Beim Spitzenmodell änderte sich die Schreibweise offiziell von Z/28 zu Z28 von dem im ersten kurzen Jahr 8733 Fahrzeuge verkauft wurden.[4] Der neue Z28 konnte ab diesem Modelljahr auch mit 3-Gang-Automatik bestellt werden, eine Klimaanlage gab es jedoch immer noch nicht.[5]

Besonderheiten waren die hinter der Motorhaubenkante versenkten Scheibenwischer, der an die Windschutzscheibe von innen angeklebte Innenspiegel (bisher am Dach befestigt) und eine im Glas eingelassene Radioantenne, sofern die Radio-Option gewählt wurde. Optional konnten auch neue Außenspiegel geordert werden. Diesen hatten ein stromlinienförmiges und in Wagenfarbe lackiertes Kunststoffgehäuse. Sie nannten sich „Sportspiegel“. Ein beifahrerseitiger Außenspiegel war noch nicht Serie.[6]

1971Bearbeiten

Für dieses Jahr erfolgte nur eine kleine Modellpflege. Der Camaro erhielt die gleichen Sitze wie der Chevrolet Vega mit einer höheren Rückenlehne und das Zentrum des Lenkrades wurde gepolstert. Die Windschutzscheibe bestand aus dünnerem Glas.[3] Die vorderen seitlichen Markierungsleuchten wurden als zusätzliche Blinkleuchten geschaltet. Auf Grund der Einführung von bleifreiem Kraftstoff und geringerer Oktanzahl wurden die Verdichtungsverhältnisse von ehemals 10,5 : 1 (vom Motor abhängig) auf nur noch 9,0 : 1 reduziert.[6]

Die nunmehr von GM angegebenen Motorleistungen waren netto SAE-HP, wodurch die Leistungsangaben stark nach reduziert wurden.[3] Der kleinste 6-Zylinder-Reihenmotor mit 4,1 Litern Hubraum wurde nun mit 145wnetto SAE-HP (statt bisher 155 brutto SAE-HP) angegeben. Der kleinste V8 mit 5,0 Liter (307 in3) leistete nun 140 netto SAE-HP. Der große 6,6 Liter (402 in3) Big-Block wurde mit 260 netto SAE-HP angegeben und war nur für den SS verfügbar.

Standard war ein manuelles Drei-Gang-Getriebe, die Handschaltung der SS-Varianten und des Z28 hatten vier Gänge. Als Extra konnte für alle Varianten ein Automatikgetriebe bestellt werden. Im Jahr 1971 wurde die Fertigung im Werk Van Nuys nahe Los Angeles eingestellt. Die Camaros und Firebirds liefen nur noch in Norwood, Ohio vom Band. In Summe wurden 114.630 Camaros gefertigt, davon 103.466 mit V8-Motor und nur 11.177 mit dem Reihenmotor. Fast 80 % der ausgelieferten Fahrzeuge hatten ein Automatikgetriebe.[3] Der Camaro mit SS-Paket kostete in Deutschland rund 27.600 DM, als RS waren für ihn 28.200 DM zuzahlen.[7]

1972Bearbeiten

Der Camaro des Modelljahres 1972 hatte es schwer. Zunächst wurde seine Produktion im Werk in Ohio durch einen 174 Tage langen Streik unterbrochen, später mussten 1100 Camaro verschrottet werden, weil sie den neuen Emission- und Sicherheitsvorschriften für Stoßstangen nicht mehr entsprachen. Teile des GM-Managements hätten die Produktion von Camaro und Pontiac Firebird am liebsten eingestellt, während andere Manager davon überzeugt waren, die Autos hätten noch eine Zukunft. Die Befürworter einer Fristverlängerung setzten sich schließlich durch und Chevrolet produzierte im Modelljahr 1972 noch 68.656 Exemplare des Camaro, darunter 970 des SS396, für den es das letzte Jahr sein sollte. Es war das schlechteste Produktionsergebnis für viele Jahre. Das 1972er Modelljahr erhielt in die Vordersitze integrierte Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurte.[6][8]

Der kleine 4,1 Liter leistete nur noch schwache 110 netto SAE-HP, also 35 HP weniger als im Jahr zuvor. Beim 5,0 Liter waren noch 130 netto SAE-HP übrig und der große 6,6 Liter leistete 240 netto SAE-HP und hatte damit weitere 20 HP eingebüßt.[3]

Der Einstiegspreis des Reihensechser lag bei 2730 USD, für den kleinsten V8 musste der Kunde 90 USD mehr zahlen. Der Z28 war für 3789 USD in zwei Versionen erhältlich, die sich nur durch schwarze (RPO Z28/YF8[Anm. 2]) oder weiße Streifen (RPO Z28/ZR8) unterschieden. Sollte es ein Z28 mit Automatikgetriebe sein, so standen 3886 USD auf der Rechnung zuzüglich weiteren Extras. Die 13–stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) des Camaro änderte sich. Kennzeichnete bisher der beginnende 6–stellige Teil der Nummer aus Zahlen das Modell, so wurde nun ein Code aus Buchstaben und Zahlen verwendet, aus dem auch die Motorisierung hervorgeht.[3]

Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN)
Beispiel:

124871N123456

Hersteller Modell Motor Bauform Baujahr Werk lfd. Nummer
Bisheriges
System
1 Chevrolet 2 Camaro 3 Reihensechszylinder 87 zweitüriges Hardtopcoupé 0 1970 N Norwood 123456
4 V8-Motor 1 1971 L Van Nys
1Q87F2N123456 Hersteller Modell Bauform Motor Baujahr Werk lfd. Nummer
Neues
System
1 Chevrolet Q Camaro 87 zweitüriges Hardtopcoupé D 250 in3 2 1972 N Norwood 123456
F 307 in3 3 1973
S Camaro Type LT H 350 in3 4 1974
... ... ... ...

Die Zeitschrift Motortrend testete den Z28 mit 255 SAE-HP und manuellem 4-Gang-Getriebe. Sie beschleunigten den Wagen in 7,7 Sekunden von 0 auf 97 km/h (0–60 mph) und erreichten auf der Viertelmeile eine Höchstgeschwindigkeit von 139 km/h in 15,2 Sekunden.[3]

1973Bearbeiten

Neu im Modelljahr 1973 waren der „Type LT“. Der „Type LT“ wurde als extra Modell geführt und nicht als Ausstattungslinie. Das „L“ steht dabei für „Luxury“ und das „T“ für „Touring“. Die Werbung versprach ein Fahrzeug, welches luxuriös und zugleich sportlich zu bewegen war und sich an europäischen Touringfahrzeugen orientierte. Er konnte mit den RS- und Z28-Paketen geordert werden. Für die bekannten Stoßstangen aus Stahlprofil war es das letzte Produktionsjahr.

Den „Super Sport“ gab es nicht mehr und der 6,6-Liter-Motor (immer noch als 396 in3 benannt) entfiel. Wegen der schärferen Abgasgesetze wurden die Verdichtungsverhältnisse sämtlicher Motoren weiter reduziert, die Leistung sank entsprechend. Darüber hinaus musste die Motorleistungen nun als netto SAE-HP angegebenen werden. Die Leistung wurde mit sämtlichen Anbauaggregaten wie Lichtmaschine, Kühlerventilator und Wasserpumpe ermittelt. Stärkster Motor war jetzt ein 5,7-Liter-Motor aus der Corvette (Hubraum 350 in3; Motortyp LT1) mit 245 netto SAE-HP (248 DIN-PS). Erstmals seit der 1. Generation konnten wieder elektrische Fensterheber bestellt werden. In sämtlichen Sitzen entfielen die Federkerne und es wurden Vollschaumstoffsitze verbaut. Die durchgehenden Stoßstangen bekamen kleine "Hörner" und eine Gummiauflage.[6][9]

Der Z28-Motor hatte nun einen Holley-Vergaser, bisher war ein Rochester verbaut. Erstmals konnte der Z28 mit Klimaanlage bestellt werden.

Es verließen 96.752 Camaros die Montagebänder.[3]

1974Bearbeiten

 
Chevrolet Camaro (1974–1977)

Der Camaro des Modelljahres 1974 wuchs auf Grund der neuen stoßabsorbierenden Aluminiumstoßstangen, diese mussten einen Aufprall bis zu 8 km/h ohne Schäden am Fahrzeug überstehen, und der neuen schräg abfallenden Fahrzeugfront um knapp 20 Zentimeter auf nun 4963 mm. Der ehemals große spitze Frontgrill wurde durch die neue Stoßstangenform geteilt. Damit hatten alle Modelle die Blinker-Standleuchten-Kombi nun zwischen Hauptscheinwerfer und Kühlergrill, was in den vorangegangenen Modelljahren den RS-Ausstattungen vorbehalten war. Aus diesem Grund entfiel auch das RS-Paket in diesem Modelljahr. Die vier runden Heckleuchten wichen seitlich herumgezogenen neuen Einheiten. Weiterhin bekamen alle Modelle auf (fast) 80 Liter vergrößerte Tanks. Neu verfügbar waren Radialreifen in 14″, der Z28 wurde hingegen mit 15″ Reifen ausgeliefert. Zudem erhielt der 245 HP-Motor des Z28 eine elektronische Zündanlage mit einem HEI-Verteiler.[Anm. 4] Für den Z28 war es das letzte Jahr bis zu seiner Wiedereinführung als eigenes Modell 1977. Der kleine 5,0 Liter (307 in3) entfiel, es war nur noch der V8 mit 5,7 Litern (350 in3) verfügbar.[3]

Gesetzlich vorgeschrieben wurde eine Verriegelung, welche verhindert, dass bei nicht eingerastetem Sicherheitsgurt der Motor gestartet werden konnte. Der Camaro wurde nun mit kombinierbaren Sicherheitsgurten auf allen Sitzplätzen ausgestattet. Der separate Schultergurt konnte in den Beckengurt eingeclipt werden, so dass nur noch ein Gurtschloss am Mitteltunnel bedient werden musste.[6][10]

Der Einstiegspreis für das 6-Zylinder-Coupé stieg auf 2828 USD, mit V8–Motor auf 3040 USD. Der Type LT war ausschließlich mit V8 bestellbar und begann dann bei 3380 USD. Für einen „Basis-Z28“ musst der Käufer bereits 3612 USD zahlen, war der Z28 als Type LT ausgestattet, verlangte Chevrolet 3883 USD. Auf alle Preise kamen dann noch die Extraausstattungen. So kosteten elektrische Fensterheber 75 USD zusätzlich und eine Klimaanlage nochmal 387 USD.[3] Vom Camaro wurden 151.008 Einheiten produziert.

1975Bearbeiten

 
1975 Chevrolet Camaro RS mit schwarz abgesetzten Flächen

1975 und 1976 gab es keinen Z28 und die Leistungswerte sanken weiter. Die beiden 5,7-Liter-V8-Motor leisteten jetzt noch 145 netto SAE-HP bzw. 155 netto SAE-HP, allerdings wurde die Zündanlage aller Motoren, im Rahmen des Chevrolet Efficiency Systems, mit einem unterbrecherfreiem HEI-System[Anm. 4] („High Energy Ignition“, s. u. Weblinks) aufgerüstet. Alle Motorisierungen wurden mit ungeregelten Katalysatoren ausgeliefert und erhielten einen Ausgleichsbehälter für das Kühlwasser. Die Netto-Leistungen wurden nach wie vor an der Kurbelwelle abgenommen, allerdings nun mit installierten Nebenaggregaten, Abgasentgiftungsanlagen und Serienauspuff – auf all das hatte man bei der Brutto-SAE-Norm verzichtet. Kennzeichen des Camaro des Modelljahres 1975 war die seitlich herumgezogene vergrößerte Heckscheibe, die den toten Winkel bei der Sicht nach hinten verkleinerte und ein neues Camaro-Logo. Die, ab Mitte des Modelljahres wiedereingeführte Rally Sport Variante, kostete 238 USD zusätzlich und bestand im Wesentlichen aus einem Optikpaket. Dieses beinhaltete schwarz lackierte Motorhauben und Dächer, weiterhin drei-farbige Zierstreifen und Rally Räder sowie zwei „Sportspiegel“.[3]

Der Fahrgastraum wurde zum zusätzlichen Schutz der Insassen durch eine Stahlplatte vom Kofferraum abgeschottet. Die Durchlüftung der Schweller wurden so umkonstruiert, dass ein „selbstreinigender“ Effekt zur Rostvermeidung erreicht werden sollte. Radialreifen waren bei allen Camaros Serie. Aus der Optionsliste konnte ab 1975 eine Zentralverriegelung gewählt werden.[6][11] Für die 6 Zylinderversionen konnte nun eine Klimaanlage bestellt werden. Im Modelljahr wurden neben 84.063 Pontiac Firebirds auch 145.770 Camaros im Werk Norwood produziert, die als 6-Zylinder ab 3553 USD und als V8 ab 3698 USD verkauft wurden. Preisgünstiges Extra war ein Schminkspiegel in der Sonnenblende für nur 3 USD. Als teuerste Extras konnten für 435 USD eine Klimaanlage bestellt werden und ein AM/FM-Stereo-Soundsystem mit Kassettenspieler für 363 USD, das damit mehr kostete als ein Automatikgetriebe, welches über 86 % der Auslieferungen hatten.[3]

1976Bearbeiten

Das Modelljahr 1976 war, nach dem Jahr 1969 das bis dahin beste Produktionsjahr des Camaro in dem 182.959 Fahrzeuge gefertigt wurden.[3] Auf Grund dieser hohen Nachfrage wurde der Camaro zusätzlich wieder in Van Nuys, Kalifornien gebaut. Außen gab es keine großen Änderungen, die Seitenmarkierungsleuchten wurden etwas runder und besser eingepasst, die Rückleuchten wurde weiter um die Seite herum gezogen. Beim „Type LT“ wurde zusätzlich eine Aluminiumblende zwischen den Rückleuchten montiert. Es waren immer noch drei Motorvarianten verfügbar. Der 4,1 Liter (250 in3) R6 mit 105 SAE-HP, der neue Basis-V8 als LG3 mit 5,0 Liter (305 in3) Hubraum bei 140 SAE-HP sowie der 5,7 Liter (350 in3) V8 mit 165 SAE-HP. Die beiden V8-Motoren hatten eine Verdichtung von nur noch 8,5:1.[3] Die Fahrzeuge mit V8-Motor bekamen einen Bremskraftverstärker serienmäßig, die R6-Kunden musste diese zusätzlich ordern. Der Camaro wurde jetzt mit Tempomat und Vollschaumstoff-Sitzen vorn und hinten ausgerüstet.[6][12] Die Gesamtlänge betrug nun 4,96 Meter.

1977Bearbeiten

Der Z28 wurde im Frühjahr 1977, als separates Modell beworben (aber war trotzdem nur ein Optionscode für das Basismodell), wieder eingeführt und war mit seinem 185 SAE-HP starken 5,7 Liter-V8 (350 in3)[3] ein sofortiger Verkaufsschlager; die meisten Kunden bestellten ihre Fahrzeuge mit Klimaanlage und Automatikgetriebe. Wer weniger an Komfort und mehr an Sportlichkeit interessiert war, konnte sich auch für einen „nackten“ Z28 mit Viergangschaltgetriebe von BorgWarner (Typ Super T-10) entscheiden. Der wiederauferstandene Z28 war einer der wenigen US-Performance-Wagen dieser Zeit.[6][13] In der Beschleunigung stand er den Muscle-Cars der sechziger Jahre kaum nach und das hervorragende GT-Fahrwerk bot – insbesondere dem erfahrenen Automobilisten – ausgezeichnetes Handling. Viele Z28 wurden als Fahrmaschinen geordert und fuhren so manchem Pontiac Trans Am oder Chevrolet Corvette der dritten Generation auf dem Highway oder auf kurvenreichem Terrain auf und davon. Deutlichste äußere Unterscheidungsmerkmale waren die in Wagenfarbe lackierten Stoßstangen sowie der Front- und Heckspoiler.[3]

Das bisher als Standardausstattung verwendete manuelle 3-Gang-Getriebe wurde durch eine Version mit vier Gängen ersetzt, eine Servolenkung war ebenfalls Serie. Der Camaro erhielt erstmals komplette Dreipunkt-Rollgurte.[13] Die Verkaufszahlen stiegen weiter und so wurden 218.853 Einheiten produziert. Wie in den vorangegangenen Jahren betrug die Verteilung der verkaufte Motorvarianten zwischen R6-Motor und V8-Motor ca. 1:6.[3]

1978Bearbeiten

Der Camaro bekam das Zweite große Facelift in der 2. Generation, welches an den großen einteiligen Fronten mit integriertem Kunststoffstoßfänger zu erkennen ist. Neu war auch das auf Wunsch lieferbare T-Top-Dach mit zwei herausnehmbaren Einsätzen aus getöntem Glas. Der RS behielt die Zweifarb-Lackierung, um das Fahrzeug besser von den anderen Modellen abheben zu können. Bei der der Bereich um die Frontscheinwerfer und dem Grill über die Motorhaube samt Kotflügeloberseiten bis zum Ende der Türen über das Dach anders gefärbt war. Weiterhin erhielt er im Modelljahr andere Zierstreifen.[6][14] Der V8 mit 5,0 Litern (305 in3) leistete 145 netto SAE-HP bei einer Verdichtung von 8,4:1 bekam eine neu geformte Aluminiumansaugbrücke. Der Camaro wurde im Modelljahr 1978 insgesamt 272.631-mal gebaut.[3]

1979Bearbeiten

 
Chevrolet Camaro (1979–1981)
 
Heckansicht

Für das Modelljahr 1979 erhielt der Camaro überarbeitete Front- und Heckpartien und wesentlich größere Heckleuchten. Seine Gesamtlänge war nun auf gut 5020 mm gewachsen. Die bisher durch Heizungsluft betriebene Entfrostung der Heckscheiben wurde durch in die Heckscheibe eingelassene Heizdrähte ersetzt. Unter der vorderen Stoßstange saß jetzt ein Frontspoiler. Auch ein Schiebedach stand in der Preisliste. Für den bisher hervorragend ausgestatteten „Type LT“ wurde nun der „Berlinetta“ eingeführt.[3]

Mit fast 283.000 gebauten Exemplaren war 1978 das beste Verkaufsjahr in der Geschichte des Camaro.[6] Davon hatten über 90 % einen V8-Motor und über 88 % ein Automatikgetriebe.[3] In den Folgejahren gingen die Verkaufszahlen deutlich zurück.

1980Bearbeiten

Der alte 4,1-Liter-Reihensechszylinder wich einem modernen 3,8-Liter-V6-Motor (229 in3) mit 115 SAE-HP. Zusätzlich wurde ein 4,4 Liter (267 in3) V8 angeboten, der 120 SAE-HP leistete. Der noch verfügbare V8 mit 5,0 Liter (305 in3) leistete nun 155 SAE-HP. Das Automatikgetriebe bekam eine durch eine Kupplung betätigte Wandlerbrücke zur Reduzierung von Schlupf und Leistungsverlusten durch den Dehmomentenwandler.[3]

Auf der Motorhaube des Z28 saß jetzt eine hinten offene Hutze, deren Verschlussklappe sich bei Vollgas über einen Magnetschalter öffnete; dadurch erhielt der Motor kalte Frischluft. Diese Ram-Air genannte Technik ermöglicht einen leistungssteigernden Aufladungseffekt.

Der Camaro wurde jetzt mit 205/75R14 Stahlgürtelreifen als Standard ausgerüstet und bekamen Mehrfachblattfedern an der Hinterachse. Das Standard-Sport-Coupé kostete nun 5499 USD mit dem V6-Motor ohne weitere Extras. Für den Z28 mit 5,7 Liter-Motor mit 190 SAE-HP bei 4200/min stand ein Preis von mindestens 7121 USD auf der Rechnung. Es wurden nur noch 152.021 Fahrzeuge produziert.[3]

1981Bearbeiten

Im letzten Jahr des Camaro der zweiten Generation wurden keine tiefergreifenden Änderungen mehr vorgenommen. Alle Motoren erhielten ein elektronisches Motorsteuergerät. Die Stückzahl belief sich 1981 auf 126.139 Exemplare; 1979 – vor der zweiten Ölkrise – waren es noch 282.571 Stück gewesen. Der stärkste Motor leistete nur noch 175 SAE-HP. Es gab nur noch die Ausstattungen Sport, Berlinetta und Z28, die Rally Sport Version entfiel.[3]

Im Frühjahr 1982 kam die dritte Generation des Camaro auf den Markt.

MotorenBearbeiten

  • 1979–1981: 3,8-Liter-V6 (229 in3)
  • 1980–1981: 3,8-Liter-V6 (231 in3) (von Buick und nur für Kalifornien)
  • 1970–1979: 4,1-Liter-R6 (250 in3)
  • 1970–1973: 5,0-Liter-V8 (307 in3)
  • 1976–1981: 5,0-Liter-V8 (307 in3)
  • 1970–1976: 5,0-Liter-V8 (305 in3)
  • 1970–1981: 5,7-Liter-V8 (350 in3)
  • 1970–1972: 6,6-Liter-V8 (402 in3)
  • 1970–1973: 7,4-Liter-V8 (454 in3)

Der Camaro im FilmBearbeiten

Der Camaro wurde in allen bisherigen Teilen der Blockbuster-Reihe Transformers prominent platziert.[15] Im ersten Teil von 2007 wurden ein Z28 von 1977[16] verwendet.

Auch Monaco Franze fährt in der gleichnamigen Serie einen weißen Camaro (wahrscheinlich 1976).

Ebenfalls in der Serie "Stranger Things" fährt der Charakter "Billie" einen 1979er Chevrolet Camaro.

WeblinksBearbeiten

Commons: Chevrolet Camaro (1970) – Sammlung von Bildern

Beschreibung der H.E.I-Zündung in der englischsprachigen Wikipedia: High Energy Ignition

AnmerkungenBearbeiten

  1. brutto SAE-HP: Bis 1972 wurden alle Leistungsangaben als Bruttoangaben nach den Standards J245 und J1995 angegeben, das bedeutet sie sind prinzipiell nicht mit den technischen Daten der Motoren vergleichbar, die nach DIN 70020 oder ISO 1585 gemessen wurden, da zum Testen der Leistung für den Betrieb des Motors notwendige, aber leistungsmindernde Bauteile wie Wasserpumpe, Generator und Lüfter entfernt und eine leistungssteigernde Abgasanlage angebaut wurden.
  2. a b RPO steht für Regular Production Option, welches die Bestellcodes für die einzelnen Modellvarianten und aufpreispflichtige Extraausstattungen beschrieben. Auch Entfallpositionen konnten mit RPOs gewählt werden.
  3. Der Sports CarClub of America (SCCA) änderte das Reglement der der Trans-Am Rennserie zum Jahr 1970 ab. Danach durften nunmehr Motoren mit mehr als 305 in3 verwendet werden.
  4. a b Die Abkürzung H.E.I. ausgeschrieben High Energy Ignition, (Deutsch: Hochenergiezündung) ist ein elektronisches Zündsystem, das von der Delco-Remy-Division von General Motors entwickelt und 1974 bei einigen GM-Fahrzeugen eingeführt wurde, darunter der Camaro Z28 Special High Performance. Es wurde dann ab 1975 bis Mitte der 1980er Jahre bei allen Motoren verwendet. HEI zeichnet sich dadurch aus, dass bei den meisten Anwendungen die Zündspule in die Verteilerkappe integriert ist. Das System besteht aus einem Steuermodul und einem im Verteiler montierten magnetischen Impulsaufnehmer. Dadurch entfallen der Unterbrecher und die Spule. Die Zündspannung beträgt bis zu 40.000 V (normale Zündspulen liefern ca. 20.000 V). Vorteil ist neben der Wartungsfreundlichkeit auch die Möglichkeit eines deutlich größeren Elektrodenabstandes der Zündkerzen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 1970 Chevrolet Camaro. In: https://auto.howstuffworks.com/. How tuff works, abgerufen am 9. Mai 2020 (englisch).
  2. Gunnell, John: Standard guide to American muscle cars : [a supercar source book, 1960-2005]. Hrsg.: KP-Books. 4. Auflage. KP Books, Iola, Wis. 2005, ISBN 0-87349-988-3 (englisch).
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Gunnell, John: Standard catalog of Camaro, 1967-2002. Krause Publications, Iola, WI 2002, ISBN 0-87349-495-4, S. 34–90 (englisch).
  4. Gunnell, John: Muscle cars field guide : American supercars, 1960-2000. Hrsg.: KP-Books. Krause Publications, Iola, WI 2004, ISBN 0-87349-869-0 (englisch).
  5. GM Chevrolet: 1970 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  6. a b c d e f g h i j Matthias Gerst: Chevrolet Camaro seit 1966. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-613-03909-4.
  7. Matthias Gerst: Chevrolet Camaro seit 1966. Hrsg.: Motorbuch Verlag. 1. Auflage. Paul Pietsch Verlage GmbH & Co., Stuttgart 2016, ISBN 978-3-613-03909-4, S. 26–50.
  8. GM Chevrolet: 1972 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  9. GM Chevrolet: 1973 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  10. GM Chevrolet: 1974 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  11. GM Chevrolet: 1975 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  12. GM Chevrolet: 1976 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  13. a b GM Chevrolet: 1977 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  14. GM Chevrolet: 1978 Chevrolet Camaro Brochures. (PDF) In: GM Historical Brochures. GM Heritage Center, abgerufen am 2. November 2019 (englisch).
  15. Internet Movie Cars Database: Transformers
  16. Internet Movie Cars Database: Transformers (2007), 1977 Chevrolet Camaro Z28