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Vanessa Selbst

US-amerikanische Pokerspielerin
Vanessa Selbst
Vanessa Selbst (2008)
Vanessa Selbst (2008)
  Personenbezogene Informationen  
Geburtsdatum 9. Juli 1984
Geburtsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brooklyn
Nicknames
0
V. Selbst
fslexcduck
Wohnort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Las Vegas
Livepoker-Turniererfolge
Höchstes Preisgeld 01.823.430 $
Gesamtes Preisgeld 11.851.381 $
World Series of Poker
Bracelets 3
Cashes 29
Bestes Main Event 73. (2012)
  Main Event der World Poker Tour  
Titel keine
Cashes 4
  Main Event der European Poker Tour  
Titel keine
Cashes 8
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2019

Vanessa K. Selbst (* 9. Juli 1984 in Brooklyn, New York City) ist eine ehemalige professionelle US-amerikanische Pokerspielerin.

Selbst ist dreifache Braceletgewinnerin der World Series of Poker und mit einer Preisgeldsumme von knapp zwölf Millionen US-Dollar bei Live-Turnieren die erfolgreichste Frau der Pokergeschichte.[1] Sie stand vom 18. Juni bis 1. Juli 2014 für zwei Wochen als erste und bisher einzige Frau an der Spitze des Global Poker Index, gleichbedeutend mit der Pokerweltrangliste.[2] Am 31. Dezember 2017 gab sie auf Facebook das Ende ihrer Karriere als Pokerprofi bekannt.[3]

Im Rahmen der 50. Austragung der World Series of Poker wurde Selbst im Juni 2019 als eine von zwei Frauen bei den 50 besten Spielern der Pokergeschichte genannt.[4]

Inhaltsverzeichnis

PersönlichesBearbeiten

Selbst wuchs in einer jüdischen Familie auf, in der Spiele geschätzt wurden, insbesondere solche, die logisches und deduktives Denken verlangen, wie etwa Bridge.[5] Bereits ihre Mutter spielte zur Finanzierung ihres Studiums Poker.[6] Vanessa Selbst besuchte das Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Erstsemester. Von dort wechselte sie an die Yale University. 2012 erwarb sie an dieser Hochschule ihren Abschluss in Jura (law degree). 2015 bestand sie das New York bar examen.[7]

Am MIT spielte sie Tennis und Hockey, in Yale Rugby.[8] In Yale leitete sie zudem die Studentenvereinigung Queer-Straight Alliance („Schwul/Hetero Allianz“).[9] Seit August 2013 ist Selbst mit Miranda Forster verheiratet.[10]

PokerkarriereBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Mit rund 20 Jahren, während ihrer Zeit in Yale, begann Selbst Poker zu spielen.[11] Zunächst bevorzugte sie online überwiegend die Varianten No Limit Texas Hold’em und Pot Limit Omaha, beides in Form von Cash Games und Turnierpoker. Seit 2007 spielt sie größere Liveturniere.[12] Selbst gehörte bis Jahresende 2017 dem Team PokerStars an und spielte auf der entsprechenden Plattform unter dem Nickname V. Selbst.[13] Zudem betätigte sie sich als Pokercoach der Pokerschule DeucesCracked.[12]

World Series of PokerBearbeiten

Selbst war bei der World Series of Poker (WSOP) im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas erstmals im Jahr 2007 erfolgreich: Beim $ 2000 No Limit Hold’em wurde sie Siebte, was ihr 101.285 Dollar einbrachte. Im gleichen Jahr erreichte sie bei der Heads-Up Championship den dritten Platz, der mit 128.968 Dollar entgolten wurde. Ein Jahr später, 2008, wurde sie bei der Heads-Up Championship erneut Dritte für 108.288 Dollar. Selbst übertraf diesen Erfolg durch den Sieg im $ 1500 Pot Limit Omaha, der ihr das erste Bracelet und eine Börse von 227.933 Dollar einbrachte. 2012 gewann sie ihr zweites Bracelet beim $ 2.500 10 Game – Six Handed, der Sieg erhöhte ihr Vermögen um 244.259 Dollar. Beim Main Event 2012 landete sie auf Platz 73 und verbuchte dafür 88.070 Dollar.[14]

Jahr Buy-in (in $) Turnier Teilnehmer Preisgeld (in $)
2008 0.1500 Pot-Limit Omaha 759 227.965
2012 0.2500 10-Game Mix 6-Handed 421 244.259
2014 25.000 No-Limit Hold’em Mixed Max 131 871.148

World Poker TourBearbeiten

Bei der $ 1.500 World Poker Tour – Ladies Championship kam sie 2008 auf den zweiten Platz, der 40.815 Dollar wert war. Ebenfalls 2008 gewann sie bei der L.A. Poker Classic die $ 1.000 No Limit Hold’em – World Poker Tour Ladies, sie strich dafür 26.500 Dollar ein, im Heads-Up bezwang sie Erica Schoenberg.[14]

Bei den World Poker Finals 2008 gewann Selbst das $ 1850 No Limit Hold’em und verdiente damit 115.000 Dollar. Bei den World Poker Finals von 2009 gewann sie das $ 1375 No Limit Hold’em, was ihr 74.224 Dollar einbrachte; 28.642 Dollar bekam sie im selben Jahr für ihren dritten Platz beim $ 2325 No Limit Hold’em.[14]

2011 erreichte Selbst Rang drei beim Doyle Brunson Five Diamond World Poker Classic und bekam dafür 338.351 Dollar. 2013 kam sie beim $ 3.300 No Limit Hold’em – Main Event der Borgata Poker Open auf Platz zwei, die Prämie betrug 492.569 Dollar.[14]

North American Poker TourBearbeiten

2010 gewann Selbst in Uncasville (Connecticut) das Main Event der Pokerstars North American Poker Tour, der Sieg brachte ihr 750.000 Dollar ein. 2011 wiederholte sie diesen Erfolg, der diesmal 450.000 Dollar wert war.[14]

European Poker TourBearbeiten

Für ihren vierten Platz beim £ 20.000 No Limit Hold’em – High Roller der European Poker Tour (EPT) in London erhielt sie im Jahr 2010 145.000 britische Pfund. Beim EPT Grand Final 2013 erhielt sie in Monte-Carlo für ihren vierten Platz beim € 25,000 No Limit Hold’em – High Roller 290.300 Euro.[14]

Andere TurniereBearbeiten

Beim Main Event der Partouche Poker Tour ging Selbst 2010 als Siegerin hervor und gewann 1,3 Millionen Euro. 2013 gewann sie das $ 25.000 No Limit Hold’em High Roller des PokerStars Caribbean Adventures auf den Bahamas und verbesserte ihre Gesamtprämienbilanz um mehr als 1,4 Millionen Dollar. Ebenfalls 2013 gewann sie das £ 2000 No Limit Hold’em High Roller der EPT/UK & Ireland Poker Tour, dieser Erfolg brachte ihr rund 67.500 Pfund ein.[14]

Insgesamt hat sich Selbst mit Poker bei Live-Turnieren knapp zwölf Millionen Dollar erspielt.[14] Von April bis November 2016 spielte Selbst als Teil der London Royals in der Global Poker League und kam mit ihrem Team bis in die Playoffs.[15]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Vanessa Selbst – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Women’s All Time Money List in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 21. Mai 2019 (englisch)
  2. Vanessa Selbst in der Datenbank des Global Poker Index, abgerufen am 31. August 2016 (englisch)
  3. Vanessa Selbst hängt Poker an den Nagel auf hochgepokert.com vom 2. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018
  4. WSOP Reveals List of 50 Greatest Players in Poker History, pokernews.com, abgerufen am 22. Juli 2019 (englisch)
  5. Interview mit Vanessa Selbst auf dem Blog All Things Lesbian vom 30. März 2013.
  6. Daniel G. Habib: Online And Obsessed, Sports Illustrated, Mai 2005.
  7. Stephen Foley: Triumph of the nerdy math girl, Interview, in: Financial Times, 13. Dezember 2015, S. 3
  8. Vanessa Selbst ’05. In: yalealumnimagazine.com. Juni 2008. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  9. Vanessa Selbst biography (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) auf epicpoker.com, abgerufen am 16. Juni 2016 (englisch)
  10. Poker Gossip: Vanessa Selbst hat geheiratet, Meldung auf pokerfirma.com vom 27. August 2013.
  11. Ryan Lucchesi: WSOP: Bracelet Winner Q and A -- Vanessa Selbst, Interview auf www.cardplayer.com, 13. Juni 2008.
  12. a b Biografische Angaben auf der Website von Vanessa Selbst (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive), vanessaselbstpoker.com
  13. Angaben nach der Website von Vanessa Selbst (Memento vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive), vanessaselbstpoker.com
  14. a b c d e f g h Vanessa Selbst in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 31. August 2016 (englisch)
  15. London Royals auf der Website der Global Poker League, abgerufen am 13. Mai 2016 (englisch)