Parkstadion

Fußballstadion in Gelsenkirchen

Das ursprüngliche Parkstadion war ein von 1973 bis 2008 bestehendes Fußballstadion mit Leichtathletikanlage im Stadtteil Erle der nordrhein-westfälischen Stadt Gelsenkirchen. Der Fußballverein FC Schalke 04 trug von 1973 bis 2001 seine Heimspiele in der Fußballarena aus. Die Anlage fasste zunächst 70.600 Zuschauer, nach dem Umbau 1998 bot es noch 62.004 Zuschauerplätze. Im Sommer 2001 zog der FC Schalke 04 in die neugebaute Arena AufSchalke um. Anschließend wurde es größtenteils abgerissen.

Parkstadion
Das Parkstadion vor der Partie des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Nürnberg am 12. September 1998
Das Parkstadion vor der Partie des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Nürnberg am 12. September 1998
Daten
Ort Parkallee 3
DeutschlandDeutschland 45891 Gelsenkirchen, Deutschland
Koordinaten 51° 33′ 33,3″ N, 7° 4′ 3,5″ OKoordinaten: 51° 33′ 33,3″ N, 7° 4′ 3,5″ O
Baubeginn 29. August 1969
Eröffnung 4. August 1973
Erstes Spiel 4. August 1973
FC Schalke 04Feyenoord Rotterdam
29. März 2020
FC Schalke 04 – Zenit St. Petersburg (wegen COVID-19-Pandemie verschoben)
Renovierungen 1998
2015–2020 (Umbau zum Amateurstadion)
Abriss 2004 (Teil), 2008 (Teil)
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 70.600 Plätze (1973–1998)
62.004 Plätze (1998–2001)
05.000 Plätze (seit 2020)
Kapazität (internat.) 55.340 Plätze (1973–1998)
55.877 Plätze (1998–2001)
Verein(e)
Veranstaltungen

Auf dem Grund des alten Stadions wurde ein Fußballstadion mit 5.000 Plätzen unter dem alten Namen Parkstadion gebaut. Dort werden zukünftig die Jugendmannschaften der U17, U19 und die zweite Mannschaft (U23) von Schalke 04 ihre Heimspiele austragen.

GeschichteBearbeiten

Das alte ParkstadionBearbeiten

Zunächst sollte das Parkstadion Ruhrstadion heißen. Man entschied sich aber anders. Ironischerweise wurde das umgebaute Stadion an der Castroper Straße, Spielstätte des VfL Bochum, 1979 in Ruhrstadion umbenannt.[1] Das Parkstadion wurde auf dem Gelände des Flugplatzes Buer errichtet und war ab 1973 Austragungsort der Heimspiele des FC Schalke 04, der zuvor in der Glückauf-Kampfbahn spielte. Die deutsche Fußballnationalmannschaft trug zwischen 1973 und 1998 insgesamt acht Spiele im Parkstadion aus. Des Weiteren fanden hier Bundesligaheimspiele von Rot-Weiss Essen (1975) und Borussia Dortmund (1977), das Entscheidungsspiel der Relegation 1991 zwischen den Stuttgarter Kickers und dem FC St. Pauli, drei Halbfinalspiele im DFB-Pokal (FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln 1980, FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München 1984 und Rot-Weiß Oberhausen gegen den FC Bayern München 1999) sowie zwei Endspiele des Wettbewerbs (Fortuna Düsseldorf gegen den 1. FC Köln 1978 und 1980), drei deutsche Leichtathletik-Meisterschaften (1975, 1981, 1987), Konzerte (u. a. Marius Müller-Westernhagen, Wolfgang Petry, Michael Jackson, Pink Floyd, Genesis oder die Rolling Stones), und eine Papstmesse (1987), aufgrund derer der damalige Papst Johannes Paul II. Ehrenmitglied beim FC Schalke 04 wurde, statt. Internationale Bekanntheit erlangte das Stadion zudem als Austragungsort der Fußball-WM 1974 mit einem Entscheidungsspiel der Qualifikation, fünf Spielen des Turniers sowie der Fußball-EM 1988 mit zwei Spielen.

Ursprünglich sollte die Haupttribüne ein Zeltdach, ähnlich dem des Münchener Olympiastadions, erhalten. Dies wurde aus Kostengründen jedoch verworfen. Die Anlage verfügte zunächst über eine in der Nordkurve stehende Anzeigetafel. Später wurde in der Südkurve eine Videoleinwand eingebaut. Die Anhänger des FC Schalke 04 standen in der Nordkurve, insbesondere im Block 5. Jedoch war auch der Block I im Oberrang der Haupttribüne in den späteren Jahren für gute Stimmung bekannt. Obwohl das Stadion oft aufgrund seiner Weitläufigkeit geschmäht wurde, entwickelte sich in der Saison 1996/97 ein Kult um die Schalker Heimspiele im UEFA-Pokal. Alle sechs Spiele, darunter auch das Finalhinspiel gegen Inter Mailand blieben ohne Gegentor, was als eine Grundlage für den Schalker Europapokalerfolg galt.

In ihren letzten Jahren wies die Heimat von S04 Alterserscheinungen, insbesondere aufgrund von Bergschäden, auf. Der damalige Schalke-Präsident Günter Eichberg verkündete schon 1989 eine neue Arena mit Eröffnungstermin 1992. Es dauerte jedoch noch bis 2001, bis das Parkstadion endgültig geschlossen wurde. Das letzte Bundesligaspiel im Parkstadion wurde als ein für den FC Schalke 04 negativer Höhepunkt bekannt. Am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2000/01 verfehlte der Klub dort trotz seines 5:3-Sieges gegen die SpVgg Unterhaching die noch mögliche deutsche Meisterschaft, die der FC Bayern München durch seinen späten Ausgleichstreffer beim Hamburger SV errang. Zuletzt wurden im Parkstadion nur noch Freundschaftsspiele gegen unterklassige Gegner ausgetragen. Das letzte Fußballspiel der ersten Mannschaft des FC Schalke 04 im Parkstadion war ein Freundschaftsspiel gegen den MSV Duisburg am 17. November 2008 (3:1). Die Spieler des FC Schalke 04 trainieren weiterhin im alten Parkstadion.[2] 2004 begann der Teilabriss des Parkstadions und auf dem Gelände der ehemaligen Südkurve entstanden ein Rehazentrum und ein Hotel. Danach standen noch ca. 23.000 Plätze zur Verfügung. Die zweite Abrissphase des Parkstadions musste Anfang 2008 wegen Gefahrenstoffen in der Bausubstanz verschoben werden. Im Mai 2008 wurden die Arbeiten fortgesetzt und der Rest der Haupttribüne abgerissen.[3]

Das neue ParkstadionBearbeiten

Ab Januar 2015 erfolgten auf dem Gelände Berger Feld zwischen den Stadtteilen Erle, Buer und Schalke, in Nachbarschaft zur Veltins-Arena, umfassende Erdarbeiten zum anschließenden Umbau und Erweiterung des bisherigen Trainingsgeländes mit weiteren Trainingsplätzen und eines neuen, regionalligatauglichen, Stadions für 5.000 Besucher. Der nordöstliche Flutlichtmast bleibt dafür als Landmarke erhalten. Die Zuschauerränge liegen auf der ehemaligen Gegengerade.[4][5][6] Das ursprüngliche Parkstadion mit Leichtathletikanlage wurde von 2015 bis 2020 zu einem regionalligatauglichen Kleinstadion umgebaut. Zum gesamten Umbauprojekt auf dem neuen Berger Feld gehören neben dem Parkstadion als Nachwuchsspielstätte auch ein Profileistungszentrum, neue Trainingsplätze und ein Parkhaus. Die Bauten sind weitestgehend abgeschlossen und sollen 2021 mit der Fertigstellung des Parkhauses beendet werden.[7] Es wird zukünftig der zweiten Mannschaft sowie der U19 und der U17 des S04 als Spielstätte dienen. Die offizielle Neueröffnung sollte mit einem Freundschaftsspiel am 29. März 2020 zwischen Schalke 04 und Zenit St. Petersburg gefeiert werden. Ein zuvor für Anfang Februar des Jahres angesetztes Eröffnungsspiel zwischen der U19 und dem FC Viktoria Köln musste witterungsbedingt auf einen Kunstrasenplatz verlegt werden.[8] Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf des ersten Spiels gehen an die vereinseigene Stiftung Schalke hilft!. Der Eintritt kostet (0)4 Euro. Insgesamt investiert S04 in das neue Gelände 95 Millionen Euro.[9] Am 11. März wurde die Neueröffnung und das Eröffnungsspiel verschoben. Wegen der grassierenden COVID-19-Pandemie wird Zenit St. Petersburg nicht anreisen. Man will die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.[10]

LänderspieleBearbeiten

Länderspiele der deutschen FußballnationalmannschaftBearbeiten

Die deutsche Fußballnationalmannschaft trug acht Partien im Parkstadion aus. Die deutsche Elf blieb in diesem Stadion ungeschlagen.

Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in GelsenkirchenBearbeiten

  • 18. Juni 1974, Erste Runde, Gruppe II: Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  JugoslawienZaire  Zaire 9:0 (6:0)
  • 22. Juni 1974, Erste Runde, Gruppe II: Zaire  ZaireBrasilien  Brasilien 0:3 (0:1)
  • 26. Juni 1974, Zweite Runde, Gruppe A: Niederlande  NiederlandeArgentinien  Argentinien 4:0 (2:0)
  • 30. Juni 1974, Zweite Runde, Gruppe A: Niederlande  NiederlandeDeutschland Demokratische Republik 1949  DDR 2:0 (1:0)
  • 03. Juli 1974, Zweite Runde, Gruppe A: Argentinien  ArgentinienDeutschland Demokratische Republik 1949  DDR 1:1 (1:1)

Spiele der Fußball-Europameisterschaft 1988 in GelsenkirchenBearbeiten

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Stefan Barta Mein Parkstadion – geliebt, gehasst, vermisst …, Verlag Ecke-Tor, Hamm 2009, ISBN 978-3-00-028437-3.

WeblinksBearbeiten

Commons: Parkstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Parkstadion. In: gelsenkirchener-geschichten.de. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  2. Moritz mit Jochbeinbruch – Huntelaar zurück im Training (Memento vom 3. Januar 2016 im Internet Archive)
  3. Parkstadion wird abgerissen. In: derwesten.de. 19. Mai 2008, abgerufen am 18. Februar 2020.
  4. Manfred Hendriock: So baut der FC Schalke 04 sein neues Zuhause. In: derwesten.de. 4. Oktober 2017, abgerufen am 18. Februar 2020.
  5. Schalke beginnt Umbau des Parkstadions. In: derwesten.de. RevierSport, 28. Januar 2015, abgerufen am 18. Februar 2020.
  6. Norbert Neubaum, Matthias Heselmann: 70 Millionen Euro für den weiteren Umbau des Schalker Vereinsgeländes. In: ruhrnachrichten.de. Ruhr Nachrichten, 9. Juli 2018, abgerufen am 18. Februar 2020.
  7. Das neue Berger Feld. In: s04-bautagebuch.pageflow.io. Abgerufen am 17. Februar 2020.
  8. Hendrik Niebuhr: Schalke-Testspiel: Neuer Termin für Parkstadion-Eröffnung steht. In: reviersport.de. 17. Februar 2020, abgerufen am 17. Februar 2020.
  9. Das Parkstadion wird neueröffnet. In: stadionwelt.de. 18. Februar 2020, abgerufen am 18. Februar 2020.
  10. Coronavirus: Schalke verschiebt Neueröffnung des Parkstadions und Testspiel. In: wa.de. 11. März 2020, abgerufen am 28. März 2020.