Olympische Sommerspiele 1948/Leichtathletik – 100 m (Männer)

Der 100-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde am 30. und 31. Juli 1948 im Wembley-Stadion ausgetragen. 63 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Opening of the Olympic Games in London, 29 July, 1948. (7649948798).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 100-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 63 Athleten aus 33 Ländern
Wettkampfort Wembley-Stadion
Wettkampfphase 30. Juli 1948 (Vorläufe/Viertelfinale)
31. Juli 1948 (Halbfinale/Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Harrison Dillard (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Silbermedaille Barney Ewell (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille Lloyd LaBeach (PanamaPanama PAN)
Olympiasieger Harrison Dillard (USA)

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Harrison Dillard vor seinem Landsmann Barney Ewell. Bronze gewann Lloyd LaBeach aus Panama.

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Läufer traten am 30. Juli zu den Vorläufen an. Insgesamt wurden zwölf Läufe absolviert. Die jeweils zwei besten Läufer qualifizierten sich für das Viertelfinale am gleichen Tag, aus dem die jeweils drei besten Läufer ins Halbfinale kamen. Die beiden Halbfinals, aus denen die ersten drei Starter weiterkamen, und das Finale wurden am 31. Juli durchgeführt.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

VorläufeBearbeiten

30. Juli 1948, 15.00 Uhr[3][4]
Es sind nicht alle Zeiten überliefert.

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Barney Ewell Vereinigte Staaten 48  USA 10,5 s
2 Alastair McCorquodale Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,5 s
3 Leslie Laing Jamaika 1906  Jamaika 11,0 s
4 Angel García Kuba  Kuba k. A.
5 Nestor Jacono Malta 1943  Malta k. A.
6 Lipski Polen 1944  Polen k. A.

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mel Patton Vereinigte Staaten 48  USA 10,6 s
2 Ivan Hausen Brasilien 1889  Brasilien 10,9 s
3 James O’Brien Kanada 1921  Kanada 10,9 s
4 Fernando Lapuente Argentinien  Argentinien k. A.
5 Hector Gosset Belgien  Belgien k. A.
6 Guillermo Rodríguez Mexiko 1934  Mexiko k. A.

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Lloyd LaBeach Panama  Panama 10,5 s
2 Béla Goldoványi Ungarn 1946  Ungarn 11,0 s
3 Frank Mahoney Bermuda 1910  Bermuda 11,8 s

Mit Lloyd LaBeach nahm der erste Leichtathlet aus Panama an Olympischen Spielen teil.
Frank Mahoney war der erste Leichtathlet, der für die Bermudas an den Start ging.

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Juan López Uruguay  Uruguay 10,5 s
2 Ken Jones Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,6 s
3 Jan Meijer Niederlande  Niederlande 11,0 s
4 Máximo Reyes Peru 1825  Peru k. A.
5 Finnbjörn Þorvaldsson Island  Island k. A.
6 Marinis Königreich Griechenland  Griechenland k. A.

Vorlauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harrison Dillard Vereinigte Staaten 48  USA 10,4 s
2 Aroldo da Silva Brasilien 1889  Brasilien 10,6 s
3 Peter Bloch Norwegen  Norwegen 11,1
4 Pol Braekman Belgien  Belgien k. A.
5 Ulloa Spanien 1945  Spanien k. A.

Vorlauf 6Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Emmanuel McDonald Bailey Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,5 s
2 Haukur Clausen Island  Island 11,0 s
3 Abram van Heerden Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 11,1 s
4 Carlos Silva Chile  Chile k. A.
5 Bernabe Lovina Philippinen 1919  Philippinen k. A.
6 Stanley Lines Bermuda 1910  Bermuda k. A.

Vorlauf 7Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Treloar Australien  Australien 10,5 s
2 René Valmy Frankreich 1946  Frankreich 10,8 s
3 Györgyi Csányi Ungarn 1946  Ungarn 11,1 s
4 Carlos Isaac Argentinien  Argentinien k. A.
5 Sayed Moukhtar Agypten 1922  Ägypten k. A.
DNF Ali Salman Königreich Irak 1924  Königreich Irak
DNF Parry Kanada 1921  Kanada

Ali Salman war der erste irakische Individualsportler, der bei Olympischen Spielen an den Start ging.

 
Der Niederländer Jo Zwann (Aufnahme von 1950) schied in der Vorrunde aus
 
Der türkische Athlet Raşit Öztaş (links), hier mit einem US-Kollegen, scheiterte im Vorlauf

Vorlauf 8Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Rafael Fortún Kuba  Kuba 10,7 s
2 John Bartram Australien  Australien 10,8 s
3 Basil McKenzie Jamaika 1906  Jamaika 10,8 s
4 Hélio da Silva Brasilien 1889  Brasilien k. A.
5 Jo Zwaan Niederlande  Niederlande k. A.

Vorlauf 9Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Morris Curotta Australien  Australien 10,7 s
2 Gerardo Bönnhoff Argentinien  Argentinien 10,8 s
3 Raúl Mazorra Kuba  Kuba 11,1 s
4 Örn Clausen Island  Island k. A.
5 Raşit Öztaş Turkei  Türkei k. A.
DSQ Perry Johnson Bermuda 1910  Bermuda

Vorlauf 10Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 George Lewis Trinidad und Tobago 1889  Trinidad und Tobago 10,8 s
2 Ted Haggis Kanada 1921  Kanada 10,9 s
3 Walter Pérez Uruguay  Uruguay 11,0 s
4 Joseph Stéphan Frankreich 1946  Frankreich k. A.
5 Santiago Ferrando Peru 1825  Peru k. A.
6 Stefanos Petrakis Königreich Griechenland  Griechenland k. A.

George Lewis war der erste Sportler aus Trinidad und Tobago, der bei Olympischen Spielen an den Start ging.

Vorlauf 11Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Isidoor Van De Wiele Belgien  Belgien 10,8 s
2 Nuno Morais Portugal  Portugal 10,9 s
3 Alberto Labarthe Chile  Chile 11,0 s
4 Muhammad Sharif Butt Pakistan  Pakistan k. A.
5 Charles Thompson Britisch-Guayana 1919  Britisch-Guayana k. A.

Muhammad Sharif Butt aus Pakistan und Charles Thompson aus Guyana (damals noch British Guiana) waren die ersten Athleten, die für ihr jeweiliges Land an Olympischen Spielen teilnahmen.

Vorlauf 12Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mario Fayos Uruguay  Uruguay 11,0 s
2 Eric Prabhakar Indien  Indien 11,0 s
3 László Bartha Ungarn 1946  Ungarn 11,1 s
4 Jan Kleyn Niederlande  Niederlande k. A.
5 Kemal Aksur Turkei  Türkei k. A.
6 Maung Sein Pe Birma 1948  Birma k. A.
DNF Étienne Bally Frankreich 1946  Frankreich

Maung Sein Pe war der erste Athlet aus Myanmar (damals Birma), der bei Olympischen Spielen an den Start ging.

ViertelfinaleBearbeiten

30. Juli 1948, 17.30 Uhr[5]
Wie für die Vorläufe sind auch für die Viertelfinals sind nicht alle Zeiten überliefert.

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harrison Dillard Vereinigte Staaten 48  USA 10,4 s
2 Juan López Uruguay  Uruguay 10,6 s
3 Ken Jones Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,7 s
4 Ivan Hausen Brasilien 1889  Brasilien k. A.
5 Ted Haggis Kanada 1921  Kanada k. A.
6 Nuno Morais Portugal  Portugal k. A.

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Barney Ewell Vereinigte Staaten 48  USA 10,5 s
2 Emmanuel McDonald Bailey Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,6 s
3 Morris Curotta Australien  Australien 10,8 s
4 George Lewis Trinidad und Tobago 1889  Trinidad und Tobago k. A.
5 Béla Goldoványi Ungarn 1946  Ungarn k. A.
6 Haukur Clausen Island  Island k. A.

Lauf 3Bearbeiten

 
Alastair McCorquodaile (GBR) wurde im Finale Vierter
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mel Patton Vereinigte Staaten 48  USA 10,4 s
2 Alastair McCorquodale Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,5 s
3 John Bartram Australien  Australien 10,6 s
4 René Valmy Frankreich 1946  Frankreich k. A.
5 Mario Fayos Uruguay  Uruguay k. A.
6 Isidoor Van De Wiele Belgien  Belgien k. A.

Lauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Lloyd LaBeach Panama  Panama 10,5 s
2 John Treloar Australien  Australien 10,5 s
3 Rafael Fortún Kuba  Kuba 10,6 s
4 Aroldo da Silva Argentinien  Argentinien k. A.
5 Gerardo Bönnhoff Argentinien  Argentinien k. A.
6 Eric Prabhakar Indien  Indien k. A.

HalbfinaleBearbeiten

31. Juli 1948, 14.30 Uhr[6][7]
Auch hier sind nicht alle Zeiten überliefert.

Lauf 1Bearbeiten

 
Mel Patton (USA), hier mit seinem Trainer Dean Cromwell, kam im Finale auf Rang 5
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harrison Dillard Vereinigte Staaten 48  USA 10,5 s
2 Barney Ewell Vereinigte Staaten 48  USA 10,5 s
3 Alastair McCorquodale Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,7 s
4 John Bartram Australien  Australien k. A.
5 Juan López Uruguay  Uruguay k. A.
6 Morris Curotta Australien  Australien k. A.

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mel Patton Vereinigte Staaten 48  USA 10,4 s
2 Lloyd LaBeach Panama  Panama 10,5 s
3 Emmanuel McDonald Bailey Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,6 s
4 John Treloar Australien  Australien 10,7
5 Rafael Fortún Kuba  Kuba 10,7
6 Ken Jones Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,9

FinaleBearbeiten

 
Zieleinlauf des Finales (v. l. n. r.): Dillard (USA), Bailey (GBR), McCorquodale (GBR), LaBeach (PAN), Ewell (USA). Nicht im Bild: Patton (USA)
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harrison Dillard Vereinigte Staaten 48  USA 10,3 s ORe
2 Barney Ewell Vereinigte Staaten 48  USA 10,4 s
3 Lloyd LaBeach Panama  Panama 10,4 s
4 Alastair McCorquodale Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,4 s
5 Mel Patton Vereinigte Staaten 48  USA 10,5 s
6 McDonald Bailey Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,6 s

31. Juli 1948, 15.45 Uhr[8]

Drei US-Amerikaner (Harrison Dillard, Barney Ewell und Melvin Patton) traten im Finale gegen zwei Briten (Emmanuel McDonald Bailey, Alastair McCorquodale) und Lloyd LaBeach aus Panama an. Patton, Ewell und LaBeach waren die Favoriten. Patton hatte einen schlechten Start und konnte ins Renngeschehen vorne nicht eingreifen. Im Ziel jubelte Ewell im Glauben, Olympiasieger zu sein. Er hatte nur auf seine vermeintlichen Hauptgegner Patton und LaBeach geachtet, die hinter ihm einkamen. Als er auf dem Zielfoto sah, dass Dillard vor ihm lag, war er sehr enttäuscht. Dieser Rennausgang war sehr überraschend, Harrison Dillard war eigentlich der in der Welt führende 110-Meter-Hürdenläufer, stieß bei den US-Olympiaausscheidungen in seiner Spezialdisziplin jedoch gegen eine Hürde und schied aus. Über 100 Meter konnte er sich dann zusammen mit Patton und Ewell für London qualifizieren.[9]

Die Entscheidung über Platz drei wurde per Zielfoto zu Gunsten von LaBeach getroffen.[10]

Die Zeitnehmer waren ihrer Aufgabe in diesem Rennen nicht gewachsen. Deshalb wurden wohl die Zeitangaben in vielen Veröffentlichungen einfach weggelassen. Aufnotiert sind in der hier vorliegenden Tabelle deshalb die Zeiten, die sich aus den inoffiziell ermittelten elektronischen Zeiten ergeben.[11]
Dillard gewann im elften olympischen Finale die achte Goldmedaille für die USA.
Lloyd LaBeach, der erste Sportler aus Panama, der an Olympischen Spielen teilnahm, war auch der erste Medaillengewinner seines Landes.

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 13–15

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 546 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 16
  3. Offizieller Bericht "Athletic Timetable" Seite 240 (engl.)
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 13f
  5. Offizieller Bericht "Athletic Timetable" Seite 240 (engl.)
  6. Offizieller Bericht "Athletic Timetable" Seite 240 (engl.)
  7. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 14
  8. Offizieller Bericht "Athletic Timetable" Seite 240 (engl.)
  9. SportsReference (engl.)
  10. Offizieller Report Seite 227 (engl.)
  11. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 15f