Hauptmenü öffnen

Olympische Sommerspiele 1948/Leichtathletik – 80 m Hürden (Frauen)

Der 80-Meter-Hürdenlauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde am 3. und 4. August 1948 im Wembley Stadion ausgetragen. 21 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
Opening of the Olympic Games in London, 29 July, 1948. (7649948798).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 80-Meter-Hürdenlauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 21 Athletinnen aus 12 Ländern
Wettkampfort Wembley Stadion
Wettkampfphase 3. August 1948 (Vorläufe/Halbfinale)
4. August 1948 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Fanny Blankers-Koen (NiederlandeNiederlande NED)
Silbermedaille Maureen Gardner (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Bronzemedaille Shirley Strickland (AustralienAustralien AUS)

Olympiasiegerin wurde die Niederländerin Fanny Blankers-Koen. Sie siegte vor Maureen Gardner (GBR) und Shirley Strickland (AUS).

Inhaltsverzeichnis

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Läuferinnen traten am 3. August zu vier Vorläufen an. Die jeweils drei besten Athletinnen daraus qualifizierten sich für das Halbfinale am gleichen Tag. Aus den beiden Halbfinals kamen die jeweils ersten drei Läuferinnen ins Finale am 4. August.

Anmerkung: Die qualifizierten Athletinnen sind hellblau unterlegt.

VorläufeBearbeiten

3. August 1948, 15.00 Uhr[2]

Es sind nicht alle Zeiten überliefert.

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Fanny Blankers-Koen Niederlande  Niederlande 11,3 s OR
2 Joan Upton Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 11,8 s
3 Jeanine Toulouse Frankreich  Frankreich 12,0 s
4 Mirja Jämes Finnland  Finnland k. A.
5 Marion Huber Chile  Chile k. A.
6 Theresa Manuel Vereinigte Staaten 48  USA k. A.

Vorlauf 2Bearbeiten

 
Die Britin Maureen Gardner (im Vordergrund) gewann ihren Vorlauf.
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Maureen Gardner Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 11,6 s
2 Libuše Lomská Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 11,8 s
3 Noëmi Simonetto de Portela Argentinien  Argentinien 11,8 s
4 Janine Magnin-Lamouche Frankreich  Frankreich k. A.
5 Domnitsa Lanitou-Kavounidou Erste Hellenische Republik  Griechenland k. A.

Vorlauf 3Bearbeiten

 
Gerda van der Kade-Koudijs (NED) schied später im Halbfinale aus
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Yvette Monginou Frankreich  Frankreich 11,7 s
2 Shirley Strickland Australien  Australien 11,9 s
3 Maria Oberbreyer Osterreich  Österreich 11,9 s
4 Bernice Robinson Vereinigte Staaten 48  USA k. A.
5 Bertha Crowther Vereinigtes Konigreich  Großbritannien k. A.

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Elfriede Steurer Osterreich  Österreich 12,2 s
2 Gerda van der Kade-Koudijs Niederlande  Niederlande 12,2 s
3 Jean Walraven Vereinigte Staaten 48  USA 12,6 s
4 Kyllikki Naukkarinen Finnland  Finnland k. A.
5 Vinton Beckett Jamaika 1906  Jamaika k. A.

HalbfinaleBearbeiten

 
Noemí Simonetto de Portela (ARG) schied im Halbfinale aus
 
Olympiasiegerin Fanny Blankers-Koen (NED)

3. August 1948, 17.00 Uhr[2]

Es sind nicht alle Zeiten überliefert.

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Fanny Blankers-Koen Niederlande  Niederlande 11,4 s
2 Maria Oberbreyer Osterreich  Österreich 11,9 s
3 Libuše Lomská Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 12,0 s
4 Joan Upton Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
5 Jeanine Toulouse Frankreich  Frankreich
6 Jean Walraven Vereinigte Staaten 48  USA

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Shirley Strickland Australien  Australien 11,7 s
2 Yvette Monginou Frankreich  Frankreich 11,8 s
3 Maureen Gardner Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 11,8 s
4 Noemí Simonetto de Portela Argentinien  Argentinien
5 Gerda van der Kade-Koudijs Niederlande  Niederlande
6 Elfriede Steurer Osterreich  Österreich
 
Eine Aufnahme des Finales

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Fanny Blankers-Koen Niederlande  Niederlande 11,2 s OR
2 Maureen Gardner Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 11,2 s OR
3 Shirley Strickland Australien  Australien 11,4 s
4 Yvette Monginou Frankreich  Frankreich k. A.
5 Maria Oberbreyer Osterreich  Österreich k. A.
6 Libuše Lomská Tschechoslowakei  Tschechoslowakei k. A.

4. August 1948, 15.00 Uhr[3]

Als Favoriten galten die Niederländerin Francina Blankers-Koen, amtierende Europameisterin, und die Britin Maureen Gardner. Während Blankers-Koen leicht und locker mit Olympiarekord durch die Vorrunde und das Halbfinale kam, hatte Gardner im Halbfinale Schwierigkeiten und konnte sich nur mit Mühe für das Finale qualifizieren.
Im Finale kam Gardner am besten aus den Blöcken, wobei es den Anschein hatte, sie habe einen Fehlstart verursacht. Das Rennen wurde jedoch nicht abgebrochen. Gardner lag in Führung, wurde aber von Blankers-Koen eingeholt. Beide liefen Seite an Seite ins Ziel und es war nicht klar, wer nun gewonnen hatte. Als die britische Nationalhymne gespielt wurde, glaubte die Niederländerin, sie habe verloren. Doch die Hymne war wegen der Ankunft der königlichen Familie angestimmt worden. Blankers-Koen wurde zur Siegerin erklärt. Spätere Analysen der elektronischen Zeitnahme ergaben, dass sie tatsächlich mit fünf Hundertstelsekunden Vorsprung vorne gelegen hatte. Shirley Strickland, später unter ihrem Namen de la Hunty noch äußerst erfolgreich bei den kommenden beiden Olympischen Spielen, gewann die Bronzemedaille.[4]

Für Fanny Blankers-Koen war es der zweite von vier Olympiasiegen in London.
Blankers-Koen, Gardner und Strickland gewannen die jeweils ersten Medaillen für ihre Länder in dieser Disziplin.

LiteraturBearbeiten

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 46f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 47
  2. a b Offizieller Bericht "Athletic Timetable" S. 240, engl. (PDF)
  3. Offizieller Bericht "Athletic Timetable" S. 241, engl. (PDF)
  4. SportsReference, engl.