Olympische Sommerspiele 1948/Leichtathletik – Marathon (Männer)

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde am 7. August 1948 ausgetragen. Start und Ziel war das Wembley-Stadion. 41 Athleten nahmen teil, von denen 30 ins Ziel kamen.

Olympische Ringe
Opening of the Olympic Games in London, 29 July, 1948. (7649948798).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 41 Athleten aus 21 Ländern
Wettkampfort Wembley-Stadion (Start und Ziel)
Wettkampfphase 7. August 1948
Medaillengewinner
Goldmedaille Delfo Cabrera (ArgentinienArgentinien ARG)
Silbermedaille Tom Richards (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Bronzemedaille Étienne Gailly (BelgienBelgien BEL)

Olympiasieger wurde der Argentinier Delfo Cabrera vor dem Briten Tom Richards. Bronze gewann Étienne Gailly aus Belgien.

Bestehende RekordeBearbeiten

StreckenführungBearbeiten

Der Marathonkurs startete im Wembley-Stadion. Nach dem Verlassen des Stadions ging nach Nordwesten. An der A 4088 bog die Strecke nach rechts ab, der Straße folgend bis zur Salmon Street, die nach Nordwesten führte. Die Salmon Street, die im weiteren Verlauf zum Fryant Way wird, durchquert den Fryant Country Park. Weiter Richtung Nordwesten verlief die Route entlang der Honeypot Lane und der Marsh Lane. In Stanmore führte der Weg nach rechts in die London Lane. Über die Spur Road ging es dann auf den Edgware Way nach Edgware. Nach Überquerung der Eisenbahnlinie führte die Strecke anschließend über den Barnet By-Pass nach Norden. Vorbei am Stirling Corner ging es nun links in den Elstree Way. Kurz vor der Eisenbahnlinie führte die Route nach rechts in die Theobald Street Richtung Nordwesten parallel zur Bahnstrecke, die am Tennisclub von Radlett überquert wurde. Danach ging es links in die Watling Street in Richtung Südosten wieder parallel zur Bahnlinie. In Elstree bog die Strecke auf den Edgware Way ein, bis es schließlich nach rechts wieder in die Spur Road und zum Stadion zurück ging.[1]

Das RennenBearbeiten

 
Das Starterfeld verlässt das Stadion

7. August 1948, 15.00 Uhr[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es schwer, für den Marathonlauf einen Favoriten auszumachen. Die besten Chancen wurden dem Finnen Viljo Heino eingeräumt, der über 10.000 Meter den Weltrekord hielt.
Das Rennen wurde bei trockenen aber bewölkten Witterungsverhältnissen gestartet. Der Belgier Étienne Gailly, der seinen ersten Marathon absolvierte, ging sofort an die Spitze. Bis Kilometer 35 konnte er die Führung behaupten, als er vom Koreaner Yoon-chil eingeholt wurde. Gailly konnte den Angriff des Koreaners kontern und lief als Erster ins Stadion. Ältere Zuschauer fühlten sich nun an das Marathondrama von 1908 um den Italiener Dorando Pietri erinnert, welches ebenfalls in London stattgefunden hatte. Der total entkräftete Gailly torkelte mehr die Bahn entlang, als dass er lief. Der Argentinier Delfo Cabrera überholte den Belgier und errang die Goldmedaille. Auch der Brite Tom Richards zog am stolpernden Gailly vorbei zur Silbermedaille. Gailly schaffte es gerade noch so über die Ziellinie und brach zusammen. Er hatte die Bronzemedaille gerettet.[3]

Étienne Gailly errang die erste belgische Medaille im Marathonlauf.

EndergebnisBearbeiten

 
Delfo Cabrera (ARG) beim Zieleinlauf
 
Der Kanadier Gérard Côté (Aufnahme von 1940) wurde 17.
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Delfo Cabrera Argentinien  Argentinien 2:34:51,6 h
2 Tom Richards Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:35:07,6 h
3 Étienne Gailly Belgien  Belgien 2:35:33,6 h
4 Johannes Coleman Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 2:36:06,0 h
5 Eusebio Guiñez Argentinien  Argentinien 2:36:36,0 h
6 Syd Luyt Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 2:38:11,0 h
7 Gustav Östling Schweden  Schweden 2:38:40,6 h
8 John Systad Norwegen  Norwegen 2:38:41,0 h
9 Alberto Sensini Argentinien  Argentinien 2:39:30,0 h
10 Henning Larsen Danemark  Dänemark 2:41:22,0 h
11 Viljo Heino Finnland  Finnland 2:41:32,0 h
12 Anders Melin Schweden  Schweden 2:42:20,0 h
13 Jussi Kurikkala Finnland  Finnland 2:42:48,0 h
14 Ted Vogel Vereinigte Staaten 48  USA 2:45:27,0 h
15 Enrique Inostroza Chile  Chile 2:47:48,0 h
16 Lloyd Evans Kanada 1921  Kanada 2:48:07,0 h
17 Gérard Côté Kanada 1921  Kanada 2:48:31,0 h
18 Stylianos Kyriakides Königreich Griechenland  Griechenland 2:49:00,0 h
19 József Kiss Ungarn 1946  Ungarn 2:50:20,0 h
20 Şevki Koru Turkei  Türkei 2:51:07,0 h
21 Johnny Kelley Vereinigte Staaten 48  USA 2:51:56,0 h
22 Kaspar Schiesser Schweiz  Schweiz 2:52:09,0 h
23 Walter Fedorick Kanada 1921  Kanada 2:52:12,0 h
24 Ollie Manninen Vereinigte Staaten 48  USA 2:56:49,0 h
25 Hong Jong-o Korea Sud 1948  Südkorea 2:56:54,0 h
26 Patrick Mulvihill Irland  Irland 2:57:35,0 h
27 Suh Yun-bok Korea Sud 1948  Südkorea 2:59:36,0 h
28 Sven Håkansson Schweden  Schweden 3:00:09,0 h
29 Jakob Jutz Schweiz  Schweiz 3:03:55,0 h
30 Stan Jones Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 3:09:16,0 h
DNF Salvatore Costantino Italien  Italien
Pierre Cousin Frankreich 1946  Frankreich
Hans Frischknecht Schweiz  Schweiz
Mikko Hietanen Finnland  Finnland
Jack Holden Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
René Josset Frankreich 1946  Frankreich
Arsène Piesset Frankreich 1946  Frankreich
Athanasios Ragazos Königreich Griechenland  Griechenland
Chhota Singh Indien  Indien
Lou Wen-ngau China Republik 1928  China
Choi Yun-chil Korea Sud 1948  Südkorea

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 25f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Offizieller Bericht S. 261 (engl.)
  2. Offizieller Bericht S. 241 (engl.)
  3. SportsReference (engl.)