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Olympische Sommerspiele 1948/Leichtathletik – Speerwurf (Männer)

Der Speerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde am 4. August 1948 im Wembley Stadion ausgetragen. 22 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Opening of the Olympic Games in London, 29 July, 1948. (7649948798).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Speerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 23 Athleten aus 14 Ländern
Wettkampfort Wembley Stadion
Wettkampfphase 4. August 1948
Medaillengewinner
Goldmedaille Tapio Rautavaara (FinnlandFinnland FIN)
Silbermedaille Steve Seymour (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille József Várszegi (Ungarn 1946Ungarn HUN)

Olympiasieger wurde der Finne Tapio Rautavaara vor dem US-Amerikaner Steve Seymour. Bronze ging an den Ungarn József Várszegi.

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Teilnehmer traten am 4. August zu einer Qualifikationsrunde an. Als Qualifikationsweite waren 64,00 Meter gefordert. Alle Athleten, die diese Weite schafften, qualifizierten sich für das Finale am gleichen Tag. Sollten weniger als 12 Athleten die Weite geschafft haben, wurde das Finalfeld auf Grundlage der Weiten aufgefüllt. Im Finale hatten alle Teilnehmer drei Versuche. Die besten sechs Werfer hatten anschließend weitere drei Versuche, die anderen sechs schieden aus.

QualifikationBearbeiten

Platz Name Nation Weite Anmerkung
1 Martin Biles Vereinigte Staaten 48  USA 67,68 m
2 Per-Arne Berglund Schweden  Schweden 67,02 m
3 Tapio Rautavaara Finnland  Finnland 64,68 m
4 Gunnar Petersson Schweden  Schweden 64,04 m
5 Steve Seymour Vereinigte Staaten 48  USA 63,83 m
6 Lumír Kiesewetter Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 63,25 m
7 Odd Mæhlum Norwegen  Norwegen 63,00 m
8 Mirko Vujačić Jugoslawien  Jugoslawien 62,53 m
9 Pauli Vesterinen Finnland  Finnland 61,67 m
10 József Várszegi Ungarn 1946  Ungarn 61,63 m
11 Soini Nikkinen Finnland  Finnland 61,21 m
12 Bob Likins Vereinigte Staaten 48  USA 61,00 m
13 Ricardo Héber Argentinien  Argentinien 60,82 m
14 Raymond Tissot Frankreich  Frankreich 58,19 m
15 Dušan Vujačić Jugoslawien  Jugoslawien 57,62 m
16 Nico Lutkeveld Niederlande  Niederlande 56,25 m
17 Jóel Sigurðsson Island  Island 55,69 m
18 Pedro Apellániz Spanien 1945  Spanien 54,93 m
19 Morville Chote Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 54,84 m
20 Leo Roininen Kanada 1921  Kanada 53,92 m
21 Malcolm Dalrymple Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 53,17 m
22 Halil Zıraman Turkei  Türkei 53,30 m
23 Pierre Sprécher Frankreich  Frankreich 52,30 m

4. August 1948, 11.00 Uhr[2]

Anmerkung: Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die über die nachfolgend beste Weite Qualifizierten hellgrün unterlegt. Nur die Bestweite ist überliefert. Die Reihenfolge und Weiten der weiteren Versuche in der Qualifikation sind unbekannt.

 
Olympiasieger Tapio Rautavaara (FIN)

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Bestweite Anmerkung
1 Tapio Rautavaara Finnland  Finnland 69,77 m x 57,59 m 59,43 m 61,86 m 58,95 m 69,77 m
2 Steve Seymour Vereinigte Staaten 48  USA x 62,37 m 67,56 m 61,72 m 63,58 m 61,00 m 67,56 m
3 József Várszegi Ungarn 1946  Ungarn 67,03 m 58,14 m 60,29 m 57,53 m 59,71 m 58,35 m 67,03 m
4 Pauli Vesterinen Finnland  Finnland 65,44 m 60,69 m 63,01 m 61,76 m 65,89 m 65,79 m 65,89 m
5 Odd Mæhlum Norwegen  Norwegen 65,32 m 62,00 m 61,67 m 59,23 m 60,59 m 59,33 m 65,32 m
6 Martin Biles Vereinigte Staaten 48  USA 58,70 m 65,09 m 65,17 m 59,09 m 64,10 m 65,17 m 65,17 m
7 Mirko Vujačić Jugoslawien  Jugoslawien 64,89 m
8 Bob Likins Vereinigte Staaten 48  USA 64,51 m
9 Gunnar Petersson Schweden  Schweden 62,80 m
10 Per-Arne Berglund Schweden  Schweden 62,62 m
11 Lumír Kiesewetter Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 60,25 m
12 Soini Nikkinen Finnland  Finnland 58,05 m

4. August 1948, 14.30 Uhr[2]

Anmerkung: Die Versuchsserien sind nur für die besten sechs Werfer bekannt. Bei den anderen Finalisten sind nur die Bestweiten übermittelt.

Tapio Rautavaara, der den Wettkampf mit einem weiten Wurf schon im ersten Versuch gewinnen konnte, war ein Multitalent. Er war auch als Bogenschütze erfolgreich – Landesmeister und Mannschaftsweltmeister – und später als Schauspieler und Sänger bekannt.
Die beiden weiteren Medaillengewinner Steve Seymour, USA, und der Ungar József Várszegi hatten die Qualifikationsweite nicht geschafft, das Finale aber dennoch als Fünfter – Seymour – bzw. Zehnter – Várszegi – erreicht. Seymour erreichte im Finale mit dem dritten Versuch den Sprung auf Platz 2, Várszegi warf im ersten Durchgang die Weite für die Bronzemedaille. Die Anlage bot mit ihrem weichen Anlauf keine Voraussetzungen für bessere Weiten. So blieb der Weltrekord in weiter Ferne und auch der olympische Rekord hatte weiter Bestand.[3][4]

Im achten olympischen Wettbewerb warf Rautavaara den Speer zum vierten finnischen Sieg.

LiteraturBearbeiten

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 39f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 559 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b Offizieller Bericht "Athletic Timetable" S. 241, engl. (PDF)
  3. SportsReference (engl.)
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 40