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Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – Marathon (Männer)

Marathon der Männer bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona, Spanien

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wurde am 9. August 1992 ausgetragen. 110 Athleten nahmen teil, von denen 87 das Ziel im Olympiastadion Barcelona erreichten.

Olympische Ringe
BCN-EstadiOlimpic-4860.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 110 Athleten aus 72 Ländern
Wettkampfort Barcelona
Wettkampfphase 9. August 1992
Medaillengewinner
Goldmedaille Hwang Young-cho (Korea SudSüdkorea KOR)
Silbermedaille Kōichi Morishita (JapanJapan JAP)
Bronzemedaille Stephan Freigang (DeutschlandDeutschland GER)

Olympiasieger wurde der Südkoreaner Hwang Young-cho. Er gewann vor dem Japaner Kōichi Morishita und dem Deutschen Stephan Freigang.

Für Deutschland ging neben Medaillengewinner Freigang Konrad Dobler an den Start. Er beendete das Rennen auf Platz 49.
Der Schweizer Daniel Böltz erreichte Platz 55, der Österreicher Helmut Schmuck Rang 47 und der Liechtensteiner Roland Wille wurde 68.

Aktuelle TitelträgerBearbeiten

Olympiasieger 1988 Gelindo Bordin (Italien  Italien) 2:10:32 h Seoul 1988
Weltmeister 1991 Hiromi Taniguchi (Japan  Japan) 2:14:57 h Tokio 1991
Europameister 1990 Gelindo Bordin (Italien  Italien) 2:14:02 h Split 1990
Panamerikanischer Meister 1991 Ignacio Alberto Cuba (Kuba  Kuba) 2:19:27 h Havanna 1991
Zentralamerika und Karibik-Meister 1991 Marathonlauf nicht im Meisterschaftsprogramm
Südamerika-Meister 1991 Joseildo Rocha (Brasilien  Brasilien) 2:33:22 h Manaus 1991
Asienmeister 1991 Marathonlauf nicht im Meisterschaftsprogramm
Afrikameister 1992 Marathonlauf nicht im Meisterschaftsprogramm
Ozeanienmeister 1990 Grant McEwen (Neuseeland  Neuseeland) 2:30:31 h Suva 1990

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltbestzeit 2:06:50 h Belayneh Dinsamo (Athiopien Demokratische Volksrepublik  Äthiopien) Rotterdam, Niederlande 17. April 1988[1]
Olympischer Rekord 2:09:21 h Carlos Lopes (Portugal  Portugal) Marathon von Los Angeles, USA 12. August 1984

Anmerkung: Weltrekorde wurden im Marathonlauf wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt.

StreckenführungBearbeiten

Das Rennen wurde in der Stadt Mataró ca. dreißig Kilometer nordöstlich von Barcelona gestartet. Die Strecke führte über die gesperrte Autobahn N II nach Südwesten. Zunächst passierte die Route die Städte Vilassar de Mar, Premià de Mar, El Masnou und Montgat. Über die B-500 ging es weiter nach Badalona und Sant Adrià de Besòs und über die C-31 wurde die Stadt Barcelona im Stadtbezirk Sant Martí erreicht. Nun führte der Weg an einigen der Sehenswürdigkeiten der Stadt wie z. B. der Basilika Sagrada Família, dem Boulevard Passeig de Gràcia und der Promenade La Rambla vorbei. Die letzten Kilometer ging es bergauf zum Olympiastadion am Montjuïc. Der Höhenunterschied betrug ca. 150 Meter. Im Stadion lag nach einer Runde auf der Laufbahn das Ziel.[2]

RennverlaufBearbeiten

Datum: 9. August 1992, 18.30 Uhr Ortszeit (MESZ)[3]

Bedingungen: sonnig / ca. 27 °C

Das Rennen hatte keinen eigentlichen Favoriten, auch wenn der italienische Olympiasieger Gelindo Bordin dabei war. Er hatte nicht mehr die tolle Form seiner Spitzenjahre von 1986 bis 1990. Schon bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr hatte er „nur“ noch den achten Platz belegen können. So ging es hier in Barcelona in ein offenes Rennen.

Die Läufer begannen langsam, das Teilnehmerfeld blieb lange Zeit eng zusammen. Nach dem fünfzehnten Kilometer wurde es allerdings schneller. Bei Kilometer zwanzig lagen immer noch rund dreißig Läufer an der Spitze. Bordin musste wegen einer Leistenverletzung das Rennen aufgeben. Nun zog sich das Feld ein wenig auseinander. Nach dreißig Kilometern hatte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe gebildet. Die Koreaner Hwang Young-cho und Kim Wan-ki sowie die Japaner Kōichi Morishita und Takeyuki Nakayama und der Deutsche Stephan Freigang hatten sich absetzen können. Nachdem Kim dem Tempo nicht mehr folgen konnte, setzten sich Hwang und Morishita nach vorne ab. Auch Freigang konnte zunächst noch folgen, musste jedoch nach kurzer Zeit abreißen lassen und etwas später lief er das letzte Stück zum Stadion gemeinsam mit Nakayama. Hwang Young-cho wurde kurz vor Erreichen des Stadions nach einer harten und kämpferischen Auseinandersetzung auch seinen letzten Verfolger noch los. Er kam als Erster ins Olympiastadion und lief die letzte Runde jubelnd zum Sieg. 22 Sekunden später überquerte Kōichi Morishita die Ziellinie und gewann Silber. Zwischen Freigang und Nakayama entbrannte ein Kampf um die Bronzemedaille. Die beiden hatten das Stadion gleichauf erreicht. Auf der Schlussrunde machte Stephan Freigang die größeren Reserven frei und erreichte das Ziel gerade einmal zwei Sekunden vor Takeyuki Nakayama. Auch nur dreizehn Sekunden später kam der Italiener Salvatore Bettiol als Fünfter ins Ziel, zehn Sekunden dahinter wurde der Marokkaner Salah Qoqaiche Olympiasechster. Die weiteren Abstände waren ebenfalls knapp.

Der Marathonlauf der Männer war die letzte Medaillenentscheidung dieser Olympischen Spiele. Direkt im Anschluss wurde um 21.15 Uhr die Schlussfeier begonnen. Die Läufer, die mehr als 2:45 h benötigten, wurden umgeleitet. Ihr Ziel befand sich auf der Aufwärmanlage außerhalb des Olympiastadions.

Hwang Young-cho war der erste Olympiasieger im Marathonlauf für Südkorea. Sein Landsmann Sohn Kee-chung, Sieger von 1936 unter dem aufgezwungenen Namen Son Kitei, hatte zwangsweise für Japan starten müssen.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 16:03 min Hwang Young-cho mit großer Gruppe 16:03 min
10 km 31:59 min Hwang Young-cho mit großer Gruppe 15:56 min
15 km 48:18 min Karel David mit großer Gruppe 16:19 min
20 km 1:04:00 h Salah Qoqaiche mit großer Gruppe 15:42 min
25 km 1:19:22 h Salvatore Bettiol mit großer Gruppe 15:22 min
30 km 1:34:42 h Kim Wan-ki, Hwang Young-cho, Morishita, Nakayama, Freigang 15:20 min
35 km 1:50:02 h Hwang Young-cho, Freigang, Morishita 15:20 min
40 km 2:06:33 h Hwang Young-cho, Kōichi Morishita 16:31 min

ErgebnisBearbeiten

 
Olympiasieger Hwang Young-cho aus Südkorea im Jahr 2015
 
Der US-Amerikaner Ed Eyestone – hier bei einem Crosslauf – belegte Platz dreizehn
 
Der Australier Steve Moneghetti wurde 48.
 
Der Äthiopier Abebe Mekonnen – hier bei seinem Sieg in Rotterdam 1986 – gab das olympische Marathonrennen auf
 
Der Niederländer Tonnie Dirks – hier in einer Aufnahme von 1986 – konnte das olympische Marathonrennen nicht beenden
Platz Athlet Land Zeit (h)
  Hwang Young-cho Korea Sud  Südkorea 2:13:23
  Kōichi Morishita Japan  Japan 2:13:45
  Stephan Freigang Deutschland  Deutschland 2:14:00
04 Takeyuki Nakayama Japan  Japan 2:14:02
05 Salvatore Bettiol Italien  Italien 2:14:15
06 Salah Qoqaiche Marokko  Marokko 2:14:25
07 Jan Huruk Polen  Polen 2:14:32
08 Hiromi Taniguchi Japan  Japan 2:14:42
09 Diego García Spanien  Spanien 2:14:56
10 Kim Jae-ryong Korea Sud  Südkorea 2:15:01
11 Harri Hänninen Finnland  Finnland 2:15:19
12 Steve Spence Vereinigte Staaten  USA 2:15:21
13 Edward Eyestone Vereinigte Staaten  USA 2:15:23
14 Boniface Merande Kenia  Kenia 2:15:46
15 Bert van Vlaanderen Niederlande  Niederlande 2:15:47
16 Rex Wilson Neuseeland  Neuseeland 2:15:51
17 Bob Kempainen Vereinigte Staaten  USA 2:15:53
18 Rodrigo Gavela Spanien  Spanien 2:16:23
19 Karel David Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2:16:34
20 Leszek Bebło Polen  Polen 2:16:38
21 Wiesław Perszke Polen  Polen 2:16:38
22 Jakow Tolstikow Vereintes Team  Vereintes Team 2:17:04
23 Tena Megere Athiopien 1991  Äthiopien 2:17:07
24 Osmiro Silva Brasilien  Brasilien 2:17:16
25 Abel Mokibe Sudafrika 1961  Südafrika 2:17:24
26 Robert de Castella Australien  Australien 2:17:44
27 Steve Brace Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:17:49
28 Kim Wan-ki Korea Sud  Südkorea 2:18:32
29 Isidro Rico Mexiko  Mexiko 2:18:52
30 Ahmed Salah Dschibuti  Dschibuti 2:19:04
31 Dominique Chauvelier Frankreich  Frankreich 2:19:09
32 José Esteban Montiel Spanien  Spanien 2:19:15
33 Thabiso Paul Moqhali Lesotho 1987  Lesotho 2:19:28
34 Juma Ikangaa Tansania  Tansania 2:19:34
35 Derek Froude Neuseeland  Neuseeland 2:19:37
36 Douglas Wakiihuri Kenia  Kenia 2:19:38
37 Ibrahim Hussein Kenia  Kenia 2:19:49
38 Gyula Borka Ungarn  Ungarn 2:20:46
39 Dave Long Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:20:51
40 Mirko Vindiš Slowenien  Slowenien 2:21:03
41 Paul Davies-Hale Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:21:15
42 Elphas Gimindaza Swasiland  Swasiland 2:21:15
43 Rolando Vera Ecuador  Ecuador 2:21:30
44 Alessio Faustini Italien  Italien 2:21:37
45 Luis Soares Frankreich  Frankreich 2:21:57
46 Paul Kuété Kamerun  Kamerun 2:22:43
47 Helmut Schmuck Osterreich  Österreich 2:23:38
48 Steve Moneghetti Australien  Australien 2:23:42
49 Konrad Dobler Deutschland  Deutschland 2:23:44
50 Ralombo Mwenze Zaire  Zaire 2:23:47
51 John Treacy Irland  Irland 2:24:11
52 Herman Suizo Philippinen 1986  Philippinen 2:25:18
53 Peter Reynierse Aruba  Aruba 2:25:31
54 Nelson Zamora Uruguay  Uruguay 2:25:32
55 Daniel Böltz Schweiz  Schweiz 2:25:50
56 Joslelldo da Silva Brasilien  Brasilien 2:26:00
57 Juan Camacho Bolivien  Bolivien 2:26:01
58 Cephas Matafi Simbabwe  Simbabwe 2:26:17
59 Mohamed Selmi Algerien  Algerien 2:26:56
60 Ildephonse Sehirwa Ruanda 1962  Ruanda 2:27:44
61 Zerehune Gitaw Athiopien 1991  Äthiopien 2:28:25
62 Jaime Ojeda Chile  Chile 2:28:39
63 Smartex Tambala Malawi 1964  Malawi 2:29:02
64 Pascal Zilliox Frankreich  Frankreich 2:30:02
65 Luis López Costa Rica  Costa Rica 2:30:26
66 Gian Luigi Macina San Marino  San Marino 2:30:45
67 Abdou Manzo Niger  Niger 2:31:15
68 Roland Willie Liechtenstein  Liechtenstein 2:31:32
69 Frank Kayele Namibia  Namibia 2:31:41
70 Hari Bahadur Rokaya Nepal  Nepal 2:32:26
71 Kuruppu Karunaratne Sri Lanka  Sri Lanka 2:32:26
72 Tommy Hughes Irland  Irland 2:32:55
73 William Aguirre Nicaragua  Nicaragua 2:34:18
74 Ferdinand Amadi Zentralafrikanische Republik  Zentralafrikanische Republik 2:35:39
75 Mohamed Khamis Taher Politisches System der Libysch-Arabischen Dschamahirija  Libyen 2:35:46
76 Dieudonné LaMothe Haiti  Haiti 2:36:11
77 Myint Kan Myanmar 1974  Myanmar 2:37:39
78 Calvin Dallas Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 2:38:11
79 Saad Mubarak Ali Bahrain 1972  Bahrain 2:39:19
80 Ryu Ok-hyon Korea Nord  Nordkorea 2:40:51
81 Alain Razahasoa Madagaskar  Madagaskar 2:41:41
82 Michael Lopeyok Uganda  Uganda 2:42:54
83 Benjamin Keleketu Botswana  Botswana 2:45:57
84 Moussa El-Hariri Syrien  Syrien 2:47:06
85 Lưu Văn Hùng Vietnam  Vietnam 2:56:42
86 Hussein Haleem Malediven  Malediven 3:04:16
87 Pyambuugiin Tuul Mongolei  Mongolei 4:00:44
DNF Apolinario Belisle Honduras  Honduras
Abebe Mekonnen Athiopien 1991  Äthiopien
Binesh Prasad Fidschi  Fidschi
Peter Maher Kanada  Kanada
Diamantino dos Santos Brasilien  Brasilien
Luketz Swartbooi Namibia  Namibia
John Burra Tansania  Tansania
Dionicio Cerón Mexiko  Mexiko
Jorge González Puerto Rico  Puerto Rico
António Pinto Portugal  Portugal
Gelindo Bordin Italien  Italien
Carlos Risales Kolumbien  Kolumbien
Ignacio Alberto Cuba Kuba  Kuba
Talan Omar Abdillahi Dschibuti  Dschibuti
Csaba Szűcs Ungarn  Ungarn
Andy Ronan Irland  Irland
Mohamed Ould Khalifa Mauretanien  Mauretanien
Tonnie Dirks Niederlande  Niederlande
Dionísio Castro Portugal  Portugal
Joaquim Pinheiro Portugal  Portugal
Jan Tau Sudafrika 1961  Südafrika
Zithulele Sinqe Sudafrika 1961  Südafrika
Simon Robert Naali Tansania  Tansania

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 687 (engl.), abgerufen am 8. Februar 2018
  2. Streckenplan im Offiziellen Bericht (S. 206), abgerufen am 8. Februar 2018
  3. Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Barcelona, Resultate Leichtathletik: S. 64, katalanisch/spanisch/englisch/französisch (PDF, 38.871 MB), abgerufen am 8. Februar 2018