Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – Speerwurf (Frauen)

Der Speerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wurde am 31. Juli und 1. August 1992 im Olympiastadion Barcelona ausgetragen. 25 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
Estadio Olimpico de Montjuic - panoramio.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Speerwurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 25 Athletinnen aus 17 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Barcelona
Wettkampfphase 31. Juli 1992 (Qualifikation)
1. August 1992 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Silke Renk (DeutschlandDeutschland GER)
Silbermedaille Natallja Schykalenka (IOCIOC EUN)
Bronzemedaille Karen Forkel (DeutschlandDeutschland GER)

Olympiasiegerin wurde die Deutsche Silke Renk vor der Weißrussin Natallja Schykalenka, hier für das vereinte Team am Start. Die Bronzemedaille gewann die Deutsche Karen Forkel.

Für Deutschland ging neben den Medaillengewinnerinnen Renk und Forkel Petra Meier an den Start. Die Olympiasiegerin von 1988, damals unter ihrem Mädchennamen Petra Felke für die DDR startend, erreichte ebenfalls das Finale und belegte Rang sieben.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle TitelträgerinnenBearbeiten

Olympiasiegerin 1988 Petra Felke (Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR) 74,68 m Seoul 1988
Weltmeisterin 1991 Xu Demei (China Volksrepublik  Volksrepublik China) 68,78 m Tokio 1991
Europameisterin 1990 Päivi Alafrantti (Finnland  Finnland) 67,68 m Split 1990
Panamerikanische Meisterin 1991 Dulce García (Kuba  Kuba) 64,78 m Havanna 1991
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1991 Laverne Eve (Bahamas  Bahamas) 47,60 m Xalapa 1991
Südamerika-Meisterin 1991 Marieta Riera (Kolumbien  Kolumbien) 57,40 m Manaus 1991
Asienmeisterin 1991 Xu Demei (China Volksrepublik  Volksrepublik China) 59,84 m Kuala Lumpur 1991
Afrikameisterin 1992 Seraphina Nyauma (Kenia  Kenia) 53,02 m Belle Vue Maurel 1992
Ozeanienmeisterin 1990 Mereoni Vibose (Fidschi  Fidschi) 48,70 m Suva 1990

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 80,00 m Petra Felke (Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR) Potsdam, DDR (heute Deutschland) 9. September 1988[1]
Olympischer Rekord 74,68 m Finale von Seoul, Südkorea 26. September 1988

QualifikationBearbeiten

Datum: 31. Juli 1992[2]

Für die Qualifikation wurden die Werferinnen in zwei Gruppen gelost. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 62,50 m. Da nur fünf Athletinnen diese Weite übertrafen (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Werferinnen beider Gruppen auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt (hellgrün unterlegt). So reichten für die Finalteilnahme schließlich 60,44 m.

Gruppe ABearbeiten

 
Die deutsche Werferin Petra Meier wurde Olympiasiebte
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Trine Hattestad Norwegen  Norwegen 67,20 m - - 67,20 m
2 Donna Mayhew Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 58,76 m 58,02 m 61,24 m 61,24 m
3 Kinga Zsigmond Ungarn  Ungarn 58,18 m 55,60 m 60,74 m 60,74 m
4 Tessa Sanderson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 60,70 m x 53,20 m 60,70 m
5 Petra Meier Deutschland  Deutschland 60,58 m 59,42 m 57,40 m 60,58 m
6 Louise McPaul Australien  Australien 58,00 m 59,24 m 60,56 m 60,56 m
7 Dulce García Kuba  Kuba 60,44 m x 57,02 m 60,44 m
8 Xu Demei China Volksrepublik  Volksrepublik China x x 59,98 m 59,98 m
9 Kirsten Smith Neuseeland  Neuseeland x 53,82 m 59,34 m 59,34 m
10 Irina Kostjutschenkowa IOC  EUN x 57,96 m x 57,96 m
11 Anna Verouli Griechenland  Griechenland 55,82 m 56,96 m 56,60 m 56,96 m
12 Vijitha Amerasekera Sri Lanka  Sri Lanka x 48,00 m 44,70 m 48,00 m
ogV Päivi Alafrantti Finnland  Finnland x x x ohne Weite

Gruppe BBearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Natallja Schykalenka IOC  EUN 67,36 m - - 67,36 m
2 Karen Forkel Deutschland  Deutschland 62,28 m 61,48 m 65,44 m 65,44 m
3 Silke Renk Deutschland  Deutschland 65,38 m - - 65,38 m
4 Heli Rantanen Finnland  Finnland 63,98 m - x 63,98 m
5 Jelena Sweschenzewa Kuba  Kuba 62,82 m - - 62,82 m
6 Isel López Kuba  Kuba x x 60,42 m 60,42 m
7 Ha Xiaoyan China Volksrepublik  Volksrepublik China 59,70 m 56,58 m 58,38 m 59,70 m
8 Antoaneta Selenska Bulgarien  Bulgarien 59,40 m 57,86 m 57,78 m 59,40 m
9 Teresė Nekrošaitė Litauen 1989  Litauen 58,28 m x x 58,28 m
10 Genowefa Patla Polen  Polen x 55,14 m 58,18 m 58,18 m
11 Lee Young-sun Korea Sud  Südkorea 55,10 m x 54,54 m 55,10 m
12 Paula Berry Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 48,70 m x 49,00 m 49,00 m

FinaleBearbeiten

Datum: 1. August 1992[2]

Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, fünf von ihnen über die geforderte Qualifikationsweite, die anderen sieben über ihre Platzierungen. Alle drei deutschen Teilnehmerinnen und zwei aus dem vereinten Team waren im Finale dabei, darüber hinaus jeweils eine Teilnehmerin aus Australien, Finnland, Kuba, Norwegen, Ungarn den USA und dem Großbritannien.

Die Olympiasiegerin von 1988 Petra Meier war in den späten 1980er Jahren unter ihrem Namen Petra Felke die dominierende Speerwerferin. Doch zu Beginn des nächsten Jahrzehnts kamen andere Athletinnen auf. So wurde die Finnin Päivi Alafrantti 1990 Europameisterin – Meier hier auf Rang drei. Auch 1991 bei den Weltmeisterschaften musste Meier mit dem zweiten Platz zufrieden sein, diesmal hinter der Chinesin Xu Demei. Sowohl Xu als auch Alafrantti waren hier in Barcelona jedoch in der Qualifikation gescheitert. Zu den Favoriten gehörten jetzt die für das vereinte Team startende Weißrussin Natallja Schykalenka, die norwegische WM-Fünfte Trine Hattestad, die WM-Dritte Silke Renk aus Deutschland, Vizeeuropameisterin Karen Forkel und auch Petra Meier.

Im Finale übernahm Schykalenka in der ersten Runde mit 68,26 m die Führung. Hinter ihr lag mit 67,24 m Renk, dahinter Forkel. In den nächsten Versuchsfolgen tat sich erstmal nichts im Klassement. Meier setzte sich nach einem anfänglichen Fehlversuch auf Rang sieben. Forkel erreichte im fünften Versuch ihre Bestweite mit 66,86 m, das reichte jedoch nicht, um ihre Platzierung zu verbessern. Schykalenka gelangen nach der zweiten Runde keine gültigen Versuche mehr. Die Entscheidung fiel im letzten Durchgang. Silke Renk zog mit 68,34 m an allen Konkurrentinnen vorbei und wurde Olympiasiegerin. Natallja Schykalenka und Petra Forkel blieben auf dem Silber- bzw. Bronzerang vor der Britin Tessa Sanderson und Trine Hattestad.

Silke Renk gewann die fünfte Goldmedaille für Deutschland in dieser Disziplin – drei Siege durch DDR-Athletinnen und zwei durch Sportlerinnen einer gesamtdeutschen Mannschaft.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Silke Renk Deutschland  Deutschland 67,24 m 62,08 m 65,34 m 65,62 m 65,62 m 68,34 m 68,34 m
2 Natallja Schykalenka IOC  EUN 68,26 m 67,42 m x x x x 68,26 m
3 Karen Forkel Deutschland  Deutschland 65,02 m x 62,76 m 65,84 m 66,86 m 66,80 m 66,86 m
4 Tessa Sanderson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 63,58 m x 62,60 m x x 59,80 m 63,58 m
5 Trine Hattestad Norwegen  Norwegen 59,52 m 58,52 m 63,54 m x 59,70 m x 63,54 m
6 Heli Rantanen Finnland  Finnland 62,34 m 59,62 m x 58,02 m 61,36 m 58,76 m 62,34 m
7 Petra Meier Deutschland  Deutschland x 58,36 m 58,34 m x 57,54 m 59,02 m 59,02 m
8 Dulce García Kuba  Kuba 54,56 m 58,00 m 58,26 m x x x 58,26 m
9 Jelena Sweschenzewa IOC  EUN 56,50 m 57,32 m 53,82 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
57,32 m
10 Kinga Zsigmond Ungarn  Ungarn 56,54 m 54,78 m 55,16 m 56,54 m
11 Louise McPaul Australien  Australien 54,92 m 56,00 m x 56,00 m
12 Donna Mayhew Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten x 55,68 m 54,36 m 55,68 m

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 802 (engl.), abgerufen am 20. Februar 2018
  2. a b Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Barcelona, Resultate Leichtathletik: S. 75, katalanisch/spanisch/englisch/französisch (PDF, 38.871 MB), abgerufen am 20. Februar 2018