Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – 110 m Hürden (Männer)

Der 110-Meter-Hürdenlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wurde am 2. und 3. August 1992 in vier Runden im Olympiastadion Barcelona ausgetragen. 39 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Estadio Olimpico de Montjuic - panoramio.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 110-Meter-Hürdenlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 39 Athleten aus 27 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Barcelona
Wettkampfphase 2. August 1992 (Vorrunde/Viertelfinale)
3. August 1992 (Halbfinale/Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Mark McKoy (KanadaKanada CAN)
Silbermedaille Tony Dees (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille Jack Pierce (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)

Olympiasieger wurde der Kanadier Mark McKoy. Er gewann vor den beiden US-Amerikanern Tony Dees und Jack Pierce.

Für Deutschland gingen Dietmar Koszewski und Florian Schwarthoff an den Start. Koszewski scheiterte im Halbfinale, Schwarthoff erreichte das Finale und wurde Fünfter.
Der Österreicher Herwig Röttl qualifizierte sich für das Halbfinale, trat seinen Halbfinallauf jedoch nicht an.
Läufer aus der Schweiz und Liechtenstein waren nicht am Start.

Aktuelle TitelträgerBearbeiten

Olympiasieger 1988 Roger Kingdom (Vereinigte Staaten  USA) 12,98 s Seoul 1988
Weltmeister 1991 Greg Foster (Vereinigte Staaten  USA) 13,06 s Tokio 1991
Europameister 1990 Colin Jackson (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) 13,18 s Split 1990
Panamerikanischer Meister 1991 Cletus Clark (Vereinigte Staaten  USA) 13,71 s Havanna 1991
Zentralamerika und Karibik-Meister 1991 Anthony Knight (Jamaika  Jamaika) 14,29 s Xalapa 1991
Südamerika-Meister 1991 Joílto Bonfim (Brasilien  Brasilien) 14,11 s Manaus 1991
Asienmeister 1991 Nur Herman Majid (Malaysia  Malaysia) 14,04 s Kuala Lumpur 1991
Afrikameister 1992 Judex Lefou (Mauritius  Mauritius) 13,91 s Belle Vue Maurel 1992
Ozeanienmeister 1990 Robert McNeill (Neuseeland  Neuseeland) 15,39 s Suva 1990

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 12,92 s Roger Kingdom (Vereinigte Staaten  USA) Zürich, Schweiz 16. August 1989[1]
Olympischer Rekord 12,98 s Finale von Seoul, Südkorea 26. September 1988

VorrundeBearbeiten

Datum: 2. August 1992[2]

Die Teilnehmer traten zu insgesamt fünf Vorläufen an. Für das Viertelfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten vier Athleten. Darüber hinaus kamen die vier Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läufer sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Da der Jamaikaner Richard Bucknor in Lauf eins und der Franzose Philippe Tourret in Lauf zwei mit 13,91 s die gleiche Zeit liefen und damit beide den vierten und letzten Startplatz der Lucky Loser belegten, durften beide im Viertelfinale starten.

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Colin Jackson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,10 s
2 Emilio Valle Kuba  Kuba 13,47 s
3 Wladimir Schischkin IOC  EUN 13,58 s
4 Laurent Ottoz Italien  Italien 13,71 s
5 Dan Philibert Frankreich  Frankreich 13,72 s
6 Richard Bucknor Jamaika  Jamaika 13,91 s
7 Nur Herman Majid Malaysia  Malaysia 14,34 s
8 Albert Miller Fidschi  Fidschi 14,88 s

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Tony Dees Vereinigte Staaten  USA 13,38 s
2 Sergej Ussow IOC  EUN 13,71 s
3 Gheorghe Boroi Rumänien  Rumänien 13,82 s
4 Antti Haapakoski Finnland  Finnland 13,84 s
5 Philippe Tourret Frankreich  Frankreich 13,91 s
6 Anthony Knight Jamaika  Jamaika 14,12 s
7 Judex Lefou Mauritius  Mauritius 14,45 s

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jack Pierce Vereinigte Staaten  USA 13,47 s
2 Hugh Teape Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,68 s
3 Li Tong China Volksrepublik  Volksrepublik China 13,69 s
4 Igors Kazanovs Lettland  Lettland 13,88 s
5 Arto Bryggare Finnland  Finnland 13,92 s
6 Mircea Oaidă Rumänien  Rumänien 14,04 s
7 Joílto Bonfim Brasilien  Brasilien 14,06 s
8 Khaled Abdullah Hassan Bahrain 1972  Bahrain 15,41 s

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mark McKoy Kanada  Kanada 13,26 s
2 Herwig Röttl Osterreich  Österreich 13,41 s
3 Arthur Blake Vereinigte Staaten  USA 13,45 s
4 Thomas Kearns Irland  Irland 13,63 s
5 Dietmar Koszewski Deutschland  Deutschland 13,64 s
6 Toshihiko Iwasaki Japan  Japan 13,78 s
7 Kheir El-Din Obeid Syrien  Syrien 14,23 s
8 James Sharpe Niederlandische Antillen  Niederländische Antillen 14,49 s

Vorlauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Tony Jarrett Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,31 s
2 Florian Schwarthoff Deutschland  Deutschland 13,61 s
3 Carlos Sala Spanien  Spanien 13,62 s
4 Wadim Kurach IOC  EUN 13,86 s
5 Sébastien Thibault Frankreich  Frankreich 13,94 s
6 Igor Kováč Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 14,12 s
7 Benjamin Grant Sierra Leone  Sierra Leone 14,27 s
8 Zeyad Abdulrazak Kuwait  Kuwait 14,51 s

ViertelfinaleBearbeiten

Datum: 2. August 1992[3]

Für das Halbfinale qualifizierten sich aus den drei Viertelfinals pro Lauf die ersten vier Athleten. Darüber hinaus kamen die vier Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läufer sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mark McKoy Kanada  Kanada 13,27 s
2 Florian Schwarthoff Deutschland  Deutschland 13,31 s
3 Emilio Valle Kuba  Kuba 13,42 s
4 Arthur Blake Vereinigte Staaten  USA 13,50 s
5 Hugh Teape Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,50 s
6 Laurent Ottoz Italien  Italien 13,76 s
7 Toshihiko Iwasaki Japan  Japan 13,88 s
8 Wadim Kurach IOC  EUN 14,23 s

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jack Pierce Vereinigte Staaten  USA 13,17 s
2 Colin Jackson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,57 s
3 Herwig Röttl Osterreich  Österreich 13,68 s
4 Igors Kazanovs Lettland  Lettland 13,76 s
5 Carlos Sala Spanien  Spanien 13,80 s
6 Wladimir Schischkin IOC  EUN 13,81 s
7 Antti Haapakoski Finnland  Finnland 14,00 s
8 Philippe Tourret Frankreich  Frankreich 14,09 s
9 Richard Bucknor Jamaika  Jamaika 14,22 s

Lauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Tony Dees Vereinigte Staaten  USA 13,31 s
2 Tony Jarrett Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,43 s
3 Sergej Ussow IOC  EUN 13,61 s
4 Li Tong China Volksrepublik  Volksrepublik China 13,74 s
5 Dan Philibert Frankreich  Frankreich 13,74 s
6 Dietmar Koszewski Deutschland  Deutschland 13,78 s
7 Thomas Kearns Irland  Irland 13,87 s
8 Gheorghe Boroi Rumänien  Rumänien 14,07 s

HalbfinaleBearbeiten

Datum: 3. August 1992[3]

Wie im Viertelfinale kamen auch hier die jeweils ersten vier Läufer in die nächste Runde, das Finale (hellblau unterlegt).

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jack Pierce Vereinigte Staaten  USA 13,21 s
2 Florian Schwarthoff Deutschland  Deutschland 13,23 s
3 Tony Jarrett Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,29 s
4 Hugh Teape Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,60 s
5 Sergej Ussow IOC  EUN 13,67 s
6 Igors Kazanovs Lettland  Lettland 13,77 s
7 Dietmar Koszewski Deutschland  Deutschland 14,06 s
DNS Herwig Röttl Osterreich  Österreich

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mark McKoy Kanada  Kanada 13,12 s
2 Colin Jackson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,19 s
3 Tony Dees Vereinigte Staaten  USA 13,31 s
4 Emilio Valle Kuba  Kuba 13,45 s
5 Li Tong China Volksrepublik  Volksrepublik China 13,62 s
6 Dan Philibert Frankreich  Frankreich 13,77 s
7 Laurent Ottoz Italien  Italien 13,77 s
DSQ Arthur Blake Vereinigte Staaten  USA

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mark McKoy Kanada  Kanada 13,12 s
2 Tony Dees Vereinigte Staaten  USA 13,24 s
3 Jack Pierce Vereinigte Staaten  USA 13,26 s
4 Tony Jarrett Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,26 s
5 Florian Schwarthoff Deutschland  Deutschland 13,29 s
6 Emilio Valle Kuba  Kuba 13,41 s
7 Colin Jackson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 13,46 s
8 Hugh Teape Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 14,00 s

Datum: 3. August 1992[3]

Für das Finale hatten sich drei Athleten aus Großbritannien und zwei US-Amerikaner qualifiziert. Komplettiert wurde das Feld von je einem Läufer aus Deutschland, Kanada und Kuba.

Der amtierende Weltmeister Greg Foster aus den USA hatte sich nicht für die Olympischen Spiele in Barcelona qualifizieren können. Bei den Olympiaausscheidungen in New Orleans war er im Finale nur auf Platz vier ins Ziel gekommen.[4] Favoriten waren Vizeweltmeister Jack Pierce aus den USA, der kanadische WM-Vierte Mark McKoy die beiden Briten Tony Jarrett, WM-Dritter, und Colin Jackson sowie der US-Amerikaner Tony Dees. Jackson hatte sich in seinem Viertelfinallauf allerdings eine Rippenverletzung zugezogen. Zwar schaffte er es bis ins Finale, doch wurden ihm dort keine Chancen eingeräumt.

Im Finale gab es zunächst einen Fehlstart durch den Briten Hugh Teape. Beim zweiten Versuch kamen McKoy und Dees am besten aus den Blöcken. Schnörkellos und ohne Fehler nahm Mark McCoy die Hürden und erarbeitete sich bis ins Ziel einen Vorsprung von 0,12 s. Das war die Goldmedaille vor Tony Dees. Ein Zielfoto musste Klarheit bringen, wer die Bronzemedaille gewonnen hatte. Jack Pierce lag hauchdünn vor Tony Jarrett, beide waren zeitgleich. Drei Hundertstelsekunden dahinter wurde der Deutsche Florian Schwarthoff Fünfter vor Emilio Valle aus Kuba. Colin Jackson und Hugh Teape kamen auf den Rängen sieben und acht ins Ziel.

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 675 (engl.), abgerufen am 8. Februar 2018
  2. Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Barcelona, Resultate Leichtathletik: S. 45f, katalanisch/spanisch/englisch/französisch (PDF, 38.871 MB), abgerufen am 8. Februar 2018
  3. a b c Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Barcelona, Resultate Leichtathletik: S. 46, katalanisch/spanisch/englisch/französisch (PDF, 38.871 MB), abgerufen am 8. Februar 2018
  4. Richard Hymans: History of the Olympic Trials (S. 241), abgerufen am 8. Februar 2018