Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – Marathon (Männer)

Der Marathon der Männer bei den Olympische Sommerspiele 1988 fand am 2. Oktober 1984 in Seoul, Südkorea statt.

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 2. Oktober 1988 ausgetragen. 118 Athleten nahmen teil, von denen 98 das Ziel erreichten. Start und Ziel war das Olympiastadion Seoul.

Olympische Ringe
Olympic Park Stadium.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 118 Athleten aus 65 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Seoul
(Start und Ziel)
Wettkampfphase 2. Oktober 1988
Medaillengewinner
Goldmedaille Gelindo Bordin (ItalienItalien ITA)
Silbermedaille Douglas Wakiihuri (KeniaKenia KEN)
Bronzemedaille Ahmed Salah (DschibutiDschibuti DJI)

Olympiasieger wurde der Italiener Gelindo Bordin. Er gewann vor dem Kenianer Douglas Wakiihuri und Ahmed Salah aus Dschibuti.

Für die Bundesrepublik Deutschland ging Ralf Salzmann an den Start, der das Rennen auf Platz 23 beendete.
Sowohl Jörg Peter aus der DDR als auch der Schweizer Bruno Lafranchi mussten das Rennen vorzeitig aufgeben.
Läufer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle TitelträgerBearbeiten

Olympiasieger 1984 Carlos Lopes (Portugal  Portugal) 2:09:21 h Los Angeles 1984
Weltmeister 1987 Douglas Wakiihuri (Kenia  Kenia) 2:11:48 h Rom 1987
Europameister 1986 Gelindo Bordin (Italien  Italien) 2:10:54 h Stuttgart 1986
Panamerikanischer Meister 1987 Ivo Rodrigues (Brasilien 1968  Brasilien) 2:20:13 h Indianapolis 1987
Zentralamerika und Karibik-Meister ausgetragen: ein Halbmarathon/Sieger: Alfredo Bolívar (Mexiko  Mexiko) 1:13:26 h
Südamerika-Meister 1987 Osmiro Silva (Brasilien 1968  Brasilien) 2:21:06 h São Paulo 1987
Asienmeister Marathonlauf nicht im Meisterschaftsprogramm
Afrikameister 1988 Dereje Nedi (Athiopien Demokratische Volksrepublik  Äthiopien) 2:27:51 h Annaba 1988

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltbestzeit 2:06:50 h Belayneh Dinsamo (Athiopien Demokratische Volksrepublik  Äthiopien) Rotterdam, Niederlande 17. April 1988[1]
Olympischer Rekord 2:09:21 h Carlos Lopes (Portugal  Portugal) Marathon von Los Angeles, USA 12. August 1984
 
Olympiasieger Gelindo Bordin aus Italien

StreckenführungBearbeiten

Das Rennen wurde im Olympiastadion Seoul gestartet. Nach drei Runden verlief die Strecke aus dem Stadion heraus Richtung Süden und kurz darauf nach Westen. Sie überquerte den Fluss Tanjeon und gelangte in den Stadtteil Gangnam. Nach weiterem Verlauf in nordwestlicher Richtung erreichte die Route den Stadtteil Seocho und kam dort ans Südufer des Hangang. Der Kurs folgte nun der Uferstraße bis in den Stadtteil Dongjak. Nach Norden abbiegend ging es auf der Mapo-Brücke über den Fluss. Der Weg führte gleich darauf am Nordufer ostwärts durch die Stadtteile Mapo-gu und Yongsan-gu. Über die Benpo-Brücke ging es dann wieder über den Hangan ans andere Ufer des Flusses. Nun verlief die Strecke in östlicher Richtung parallel zum Südufer. Nahe der Einmündung in den Hangang wurde noch einmal der Tanjeon überquert, dann näherte sich der Kurs dem Olympiastadion von Norden her. Es gab jetzt noch einen Bogen um das Stadion herum. Von Süden her führte die Route wieder in das Olympiastadion hinein, wo nach einer letzten Runde auf der dortigen Laufbahn das Ziel erreicht wurde.[2]

RennverlaufBearbeiten

 
Der frühere Inhaber der Weltbestzeit Robert de Castella, Australien, wurde Olympiaachter

Datum: 2. Oktober 1988, 14.30 Uhr Ortszeit (UTC+9 h)[3]

Als Favoriten galten vor allem die afrikanischen Marathonläufer, die in den letzten Jahren immer stärker geworden waren, insbesondere Ahmed Salah aus Dschibuti und der kenianische Weltmeister Douglas Wakiihuri. Weitere Medaillenkandidaten waren der Australier Robert de Castella, von 1981 bis 1984 Inhaber der Weltbestzeit[4], und der italienischen Europameister Gelindo Bordin.

Mit Gary Fanelli nahm erstmals ein Leichtathlet aus Amerikanisch-Samoa an Olympischen Spielen teil. Auch die Pazifikinsel Guam, für die Fred Schumann, Ricardo Taitano und James Walker antraten, war erstmals bei den olympischen Leichtathletikwettbewerben vertreten.

Das Feld blieb lange zusammen, erst bei Kilometer 25 hatte sich eine dreizehnköpfige Spitzengruppe gebildet, die sich bei Kilometer dreißig auf sechs Athleten reduzierte. Mitfavorit Bordin war zwischen Kilometer zehn und fünfzehn das Tempo nicht mitgegangen und zeitweise mit fast fünfzig Sekunden zurückgelegen. Aber er kämpfte sich wieder heran und hatte bei Kilometer zwanzig wieder aufgeschlossen. So war er bei Kilometer dreißig wie auch Salah und Wakiihuri in der Führungsgruppe dabei. Dazu kamen noch der Australier Steve Moneghetti, der Brite Charles Spedding und der Japaner Takeyuki Nakayama, während de Castella zurückgefallen war. Bei Kilometer vierzig hatten sich Salah, Wakiihuri und Bordin von der Gruppe abgesetzt. Der nächste Kilometerabschnitt, der leicht bergab verlief, brachte die Vorentscheidung. Bordin übernahm die Führung, setzte sich von seinen beiden Begleitern ab und blieb bis ins Ziel vorn. Am Ende hatte Gelindo Bordin fünfzehn Sekunden Vorsprung – den kleinsten Vorsprung eines Olympiasiegers seit 1920. Hinter ihm gewann Douglas Wakiihuri zwölf Sekunden vor Ahmed Salah die Silbermedaille.

Gelindo Bordin war der erste italienische Olympiasieger im Marathonlauf.

Douglas Wakiihuri und Ahmed Salah gewannen die ersten Medaillen in dieser Disziplin für ihre Länder.

Ahmed Salah was zudem der erste und bislang einzige Medaillengewinner Dschibutis – Stand Januar 2018.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 15:29 min große Gruppe 15:29 min
10 km 30:32 min große Gruppe 15:03 min
15 km 45:57 min große Gruppe 15:25 min
20 km 1:01:21 h große Gruppe 15:24 min
25 km 1:16:57 h 13-köpfige Spitzengruppe 15:36 min
30 km 1:32:49 h neunköpfige Spitzengruppe 15:52 min
35 km 1:48:25 h Wakihuri, Salah, Bordin, Nakayama, Spedding, Ikangaa 15:36 min
40 km 2:03:39 h Salah, Wakihuri, Bordin 15:14 min

ErgebnisBearbeiten

 
Der niederländische Silbermedaillengewinner von 1980 Gerard Nijboer belegte Rang dreizehn
 
Marti ten Kate aus den Niederlanden wurde Fünfzehnter
 
Der Italiener Orlando Pizzolato erreichte Platz sechzehn
 
Der Italiener Gianni Poli kam als Neunzehnter ins Ziel
 
Henrik Jørgensen, Dänemark, wurde 22.
 
Der US-Amerikaner Ed Eyestone belegte Platz 29
 
Kevin Forster, Großbritannien, kam auf Rang 33
 
DDR-Läufer Jörg Peter gab das Rennen vorzeitig auf
Platz Athlet Land Zeit (h)
  Gelindo Bordin Italien  Italien 2:10:32
  Douglas Wakiihuri Kenia  Kenia 2:10:47
  Ahmed Salah Dschibuti  Dschibuti 2:10:59
04 Takeyuki Nakayama Japan  Japan 2:11:05
05 Steve Moneghetti Australien  Australien 2:11:49
06 Charlie Spedding Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:12:19
07 Juma Ikangaa Tansania  Tansania 2:13:06
08 Robert de Castella Australien  Australien 2:13:07
09 Toshihiko Seko Japan  Japan 2:13:41
10 Rawil Kaschapow Sowjetunion  Sowjetunion 2:13:49
11 Jesús Herrera Mexiko  Mexiko 2:13:58
12 John Campbell Neuseeland  Neuseeland 2:14:08
13 Gerard Nijboer Niederlande  Niederlande 2:14:40
14 Pete Pfitzinger Vereinigte Staaten  USA 2:14:44
15 Marti ten Kate Niederlande  Niederlande 2:14:53
16 Orlando Pizzolato Italien  Italien 2:15:20
17 Hisatoshi Shintaku Japan  Japan 2:15:42
18 Kim Won-tak Korea Sud  Südkorea 2:15:44
19 Gianni Poli Italien  Italien 2:16:07
20 Dieudonné LaMothe Haiti  Haiti 2:16:15
21 Dave Long Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:16:18
22 Henrik Jørgensen Danemark  Dänemark 2:16:40
23 Ralf Salzmann Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland 2:16:54
24 Richard Hooper Irland  Irland 2:17.16
25 Miroslav Vindiš Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 2:17:47
26 Cai Shangyan China Volksrepublik  Volksrepublik China 2:17:54
27 Joaquim Silva Portugal  Portugal 2:18:05
28 Art Boileau Kanada  Kanada 2:18:20
29 Ed Eyestone Vereinigte Staaten  USA 2:19:09
30 Noureddine Sobhi Marokko  Marokko 2:19:56
31 Yoo Jae-sung Korea Sud  Südkorea 2:20:11
32 Mehmet Terzi Turkei  Türkei 2:20:12
33 Kevin Forster Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:20:45
34 Bigboy Matlapeng Botswana  Botswana 2:20:51
35 Allaoua Khellil Algerien  Algerien 2:21:12
36 Justin Gloden Luxemburg  Luxemburg 2:22:14
37 Alex Gonzalez Frankreich  Frankreich 2:22:24
38 Zhang Guowei China Volksrepublik  Volksrepublik China 2:22:49
39 Pedro Ortiz Kolumbien  Kolumbien 2:23:34
40 Ronald Lanzoni Costa Rica  Costa Rica 2:23:45
41 Bradley Camp Australien  Australien 2:23:49
42 Adolphe Ambowodé Zentralafrikanische Republik  Zentralafrikanische Republik 2:23:52
43 John Burra Tansania  Tansania 2:24:17
44 Samuel Hlawe Eswatini  Swasiland 2:24:42
45 Juan Amores Costa Rica  Costa Rica 2:24:49
46 Peter Maher Kanada  Kanada 2:24:49
47 Abdou Manzo Niger  Niger 2:25:05
48 Diamantino dos Santos Brasilien 1968  Brasilien 2:25:14
49 Omar Moussa Dschibuti  Dschibuti 2:25:25
50 Carlos Retiz Mexiko  Mexiko 2:25:34
51 Gary Fanelli Samoa Amerikanisch  Amerikanisch-Samoa 2:25:35
52 John Woods Irland  Irland 2:25:38
53 Gideon Mthembu Eswatini  Swasiland 2:25:56
54 Baikuntha Manandhar Nepal  Nepal 2:25:57
55 Karel David Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2:26:12
56 Ivo Rodrigues Brasilien 1968  Brasilien 2:25:27
57 Martín Mondragón Mexiko  Mexiko 2:27:10
58 Thomas Dlamin Eswatini  Swasiland 2:28:06
59 Inni Aboubacar Niger  Niger 2:28:15
60 Yohanna Waziri Nigeria  Nigeria 2:29:14
61 Nqheku Nteso Lesotho 1987  Lesotho 2:29:44
62 Benjamin Longiros Uganda  Uganda 2:30:29
63 Vincent Ruguga Uganda  Uganda 2:31:04
64 Alfonso Abellán Spanien  Spanien 2:31:10
65 Vithanakande Lek Samarasinghe Sri Lanka  Sri Lanka 2:31:29
66 Teeka Bogate Nepal  Nepal 2:31:49
67 Dave Edge Kanada  Kanada 2:32:19
68 Luis López Costa Rica  Costa Rica 2:32:43
69 Juan Camacho Bolivien  Bolivien 2:34:41
70 Abbas Mohammed Nigeria  Nigeria 2:35:26
71 Ahmet Altun Turkei  Türkei 2:37:44
72 James Gombedza Simbabwe  Simbabwe 2:38:13
73 Kamana Koji Zaire  Zaire 2:38:34
74 João Carvalho Angola  Angola 2:40:45
75 Aaron Dupnai Papua-Neuguinea  Papua-Neuguinea 2:41:47
76 Binesh Prasad Fidschi  Fidschi 2:41:50
77 Calvin Dallas Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 2:42:19
78 Telesphore Dusabe Ruanda 1962  Ruanda 2:42:52
79 Eugene Muslar Belize  Belize 2:43:29
80 Hassane Karinou Niger  Niger 2:43:51
81 Wallace Williams Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 2:44:40
82 Mohala Mohloli Lesotho 1987  Lesotho 2:44:44
83 Awadh Shaban Al-Sameer Oman 1985  Oman 2:46:59
84 Derrick Adamson Jamaika  Jamaika 2:47:57
85 Krisnaba Hadur Basnyat Nepal  Nepal 2:47:57
86 Fred Schumann Guam  Guam 2:49:52
87 John Mwathiwa Malawi  Malawi 2:51:43
88 Marlon Williams Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 2:52:06
89 Kaleka Mutoke Zaire  Zaire 2:55:21
90 James Walker Guam  Guam 2:56:32
91 Mohiddin Mohamed Kulmiye Somalia  Somalia 2:58:10
92 Fred Ogwang Uganda  Uganda 2:59:35
93 Naser Babapur Iran  Iran 3:00:20
94 Ricardo Taitano Guam  Guam 3:03:19
95 Suma Keita Sierra Leone  Sierra Leone 3:04:00
96 Alassane Bah Guinea-a  Guinea 3:06:27
97 Thuyet Nguyen Van Vietnam  Vietnam 3:10:57
98 Polin Belisle Belize  Belize 3:14:02
DNF Abdul Hadi Abdul Latheef Malediven  Malediven
Domingo Aguilar Chile  Chile
Paulo Catarino Portugal  Portugal
Mark Conover Vereinigte Staaten  USA
Hussein Haleem Malediven  Malediven
Honorato Hernández Spanien  Spanien
Ibrahim Hussein Kenia  Kenia
Ahmed Mohamed Ismail Somalia  Somalia
Joseph Kipsang Kenia  Kenia
Geir Kvernmo Norwegen  Norwegen
Kwon Seong-lak Korea Sud  Südkorea
Bruno Lafranchi Schweiz  Schweiz
Alain Lazare Frankreich  Frankreich
John Maeke Salomonen  Salomonen
George Mambosasa Malawi  Malawi
El Mostafa Nechchadi Marokko  Marokko
Jörg Peter Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR
John Treacy Irland  Irland
Dirk Vanderherten Belgien  Belgien
Martin Vrábel Tschechoslowakei  Tschechoslowakei

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 687 (engl.), abgerufen am 24. Januar 2018
  2. Streckenplan in einer Studie der Korean Society of Geodesy, Photogrammetry & Cartography (S. 43–57) (Memento des Originals vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/runscore.com, abgerufen am 24. Januar 2018
  3. Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 240f, englisch/französisch (PDF, 25.64 MB), abgerufen am 24. Januar 2018
  4. IAAF Rekorde. Marathon Männer, abgerufen am 24. Januar 2018