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Olympische Sommerspiele 1984/Leichtathletik – 100 m (Männer)

Der 100-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 23. und 24. September 1988 im Olympiastadion Seoul ausgetragen. 102 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Olympic Park Stadium.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 100-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 102 Athleten aus 70 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Seoul
Wettkampfphase 23. September 1988 (Vorrunde und Viertelfinale)
24. September 1988 (Halbfinale und Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Carl Lewis (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Silbermedaille Linford Christie (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Bronzemedaille Calvin Smith (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Carl Lewis mit neuer Weltrekordzeit. Er gewann vor dem Briten Linford Christie und Calvin Smith, ebenfalls aus den USA.

Das Finalrennen wurde von einem der spektakulärsten Dopingskandale der Sportgeschichte überschattet. Der Kanadier Ben Johnson hatte das Finale in 9,79 s vor Lewis, Christie und Smith zunächst gewonnen. Drei Tage später wurde Johnson des Dopings überführt. Ihm wurden Olympiasieg, Weltrekord und auch sein Weltmeistertitel von 1987 aberkannt. Darüber hinaus erscheint das gesamte Ergebnis dieses Rennens nun, nachdem mehrere Jahrzehnte vergangen sind, mit dem heutigen Wissen äußerst fragwürdig. Dieser 100-Meter-Lauf wurde oft als „das schmutzigste Rennen aller Zeiten“[1] bezeichnet. Nicht nur Ben Johnson hatte erwiesenermaßen verstoßen gegen die Dopingbestimmungen. Auch dem bis heute offiziellen 100-Meter-Olympiasieger Carl Lewis waren vorher bei Tests in den USA drei verbotene Substanzen nachgewiesen worden. Der Sechste, Johnsons Landsmann Desai Williams, gestand später die Einnahme nicht erlaubter Mittel. Allen anderen Final-Teilnehmern mit Ausnahme von Calvin Smith und Robson da Silva wurden in späteren Jahren Dopingvergehen nachgewiesen. Mit teilweise haarsträubenden Erklärungen und Ausflüchten versuchten die betroffenen Athleten sich herauszureden.[2]

Für die Bundesrepublik Deutschland ging Christian Haas an den Start, der im Viertelfinale scheiterte. Die DDR wurde durch Sven Matthes vertreten, er schied ebenfalls im Viertelfinale aus. Auch der Österreicher Andreas Berger kam nicht über das Viertelfinale hinaus. Der Liechtensteiner Markus Büchel scheiterte in der Vorrunde. Läufer aus der Schweiz nahmen nicht teil.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle TitelträgerBearbeiten

Olympiasieger 1984 Carl Lewis (Vereinigte Staaten  USA) 9,99 s Los Angeles 1984
Weltmeister 1987 DOP: Ben Johnson (Kanada  Kanada) / offiziell: Carl Lewis (Vereinigte Staaten  USA) DOP: 9,87 s / offiziell: 9,93 s Rom 1987
Europameister 1986 Linford Christie (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) 10,15 s Stuttgart 1986
Panamerikanischer Meister 1987 Lee McRae (Vereinigte Staaten  USA) 10,26 s Indianapolis 1987
Zentralamerika und Karibik-Meister 1987 Juan Núñez (Dominikanische Republik  Dominikanische Republik) 10,22 s Caracas 1987
Südamerika-Meister 1987 Robson da Silva (Brasilien 1968  Brasilien) 10,39 s São Paulo 1987
Asienmeister Talal Mansour (Katar  Katar) 10,41 s Singapur 1987
Afrikameister 1988 John Myles-Mills (Ghana  Ghana) 10,25 s Annaba 1988

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord DOP: Ben Johnson (Kanada  Kanada) / offiziell: Carl Lewis (Vereinigte Staaten  USA) DOP: 9,87 s / offiziell: 9,93 s Rom, Italien 30. August 1987[3]
Olympischer Rekord Jim Hines (Vereinigte Staaten  USA) 9,95 s Finale von Mexiko-Stadt, Mexiko 14. Oktober 1968

Anmerkung zum WM-Titel und zum Weltrekord:
Zum Zeitpunkt der Spiele von Seoul galt Ben Johnson noch als amtierender Weltmeister und Weltrekord-Inhaber. Nach seiner positiven Dopingprobe im Anschluss an das 100-Meter-Finale von Seoul wurden ihm dieser Titel und dieser Rekord nachträglich aberkannt und Carl Lewis rückte als WM-Zweiter sowie Zweiter der Weltrangliste nach.

VorrundeBearbeiten

Datum: 23. September 1988[4]

Die Athleten zu insgesamt 13 Vorläufen an. Für das Viertelfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Athleten. Weiterhin kamen die neun Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Vorlauf 1Bearbeiten

Jerome Jeremiah war der erste Leichtathlet aus Vanuatu, der bei Olympischen Spielen an den Start ging.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Robson da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,37 s
2 Ezio Madonia Italien  Italien 10,40 s
3 Hsin-Fu Cheng Chinesisch Taipeh  Chinesisch Taipeh 10,48 s
4 Thierry Lauret Frankreich  Frankreich 10,56 s
5 Boeviyoulou Lawson Togo  Togo 10,59 s
6 Leung Wing Kwong Hongkong 1959  Hongkong 10,82 s
7 Mohamed Fahd Al-Bishi Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 10,85 s
8 Jerome Jeremiah Vanuatu  Vanuatu 10,96 s

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Calvin Smith Vereinigte Staaten  USA 10,28 s
2 Attila Kovács Ungarn 1957  Ungarn 10,39 s
3 Afdiharto Lestari Indonesien  Indonesien 10,40 s
4 Andrei Rasin Sowjetunion  Sowjetunion 10,58 s
5 Henri Ndinga Kongo Volksrepublik   Volksrepublik Kongo 10,74 s
6 Fabian Muyaba Simbabwe  Simbabwe 10,75 s
7 Mustafa Kamel Salmi Algerien  Algerien 11,08 s
8 Markus Büchel Liechtenstein  Liechtenstein 11,21 s

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Talal Mansour Katar  Katar 10,42 s
2 Juan Núñez Dominikanische Republik  Dominikanische Republik 10,47 s
3 Amadou M’Baye Senegal  Senegal 10,64 s
4 Fabian Whymns Bahamas  Bahamas 10,70 s
5 Neville Hodge Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 10,73 s
6 Horace Dove-Edwin Sierra Leone  Sierra Leone 10,89 s
7 Alexandre Yougbaré Burkina Faso  Burkina Faso 10,90 s
8 Henrico Atkins Barbados  Barbados 11,01 s

Vorlauf 4Bearbeiten

Ehab Fuad Ahmed Nagi war der erste Leichtathlet aus dem Südjemen, der an Olympischen Spielen teilnahm.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Emmanuel Tuffour Ghana  Ghana 10,31 s
2 Koji Kurihara Japan  Japan 10,46 s
3 Andrew Smith Jamaika  Jamaika 10,49 s
4 Zheng Chen China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,51 s
5 István Tatár Ungarn 1957  Ungarn 10,52 s
6 Christian Haas Deutschland BR  BR Deutschland 10,54 s
7 John Hou Papua-Neuguinea  Papua-Neuguinea 10,96 s
8 Ehab Fuad Ahmed Nagi Jemen Sud  Südjemen 11,53 s

Vorlauf 5Bearbeiten

 
DDR-Läufer Sven Matthes erreichte das Viertelfinale und schied dort als Sechster seines Laufs aus
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Linford Christie Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,19 s
2 Max Morinière Frankreich  Frankreich 10,34 s
3 Sven Matthes Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 10,35 s
4 Li Tao China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,47 s
5 Samuel Nchinda-Kaya Kamerun  Kamerun 10,60 s
6 Shiun-Long Lee Chinesisch Taipeh  Chinesisch Taipeh 10,69 s
7 William Trott Bermuda 1910  Bermuda 10,69 s
8 Frank Maziya Swasiland  Swasiland 11,52 s

Vorlauf 6Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Chidi Imoh Nigeria  Nigeria 10,62 s
2 Charles-Louis Seck Senegal  Senegal 10,64 s
3 Issa Alassane-Oussèni Benin Volksrepublik  Benin 10,72 s
4 John Regis Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,76 s
5 Mothobi Kharitse Lesotho 1987  Lesotho 10,97 s
6 Robert Loua Guinea  Guinea 11,20 s
7 Samuel Birch Liberia  Liberia 11,68 s
- Pedro Agostinho Portugal  Portugal DNF

Vorlauf 7Bearbeiten

 
Der Italiener Pierfrancesco Pavoni erreichte das Viertelfinale und schied dort als Vierter seines Laufs aus

Der für den Lauf gemeldete Südkoreaner Chang Jae-keun trat nicht an.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Raymond Stewart Jamaika  Jamaika 10,22 s
2 Pierfrancesco Pavoni Italien  Italien 10,42 s
3 Witali Sawin Sowjetunion  Sowjetunion 10,52 s
4 György Fetter Ungarn 1957  Ungarn 10,54 s
5 Khaled Ibrahim Jouma Bahrain 1972  Bahrain 10,80 s
6 Muhammad Afzal Pakistan  Pakistan 10,91 s
7 Claude Roumain Haiti  Haiti 11,22 s

Vorlauf 8Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Ben Johnson Kanada  Kanada 10,37 s
2 Cai Jianming China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,55 s
3 Sim Deok-seop Korea Sud  Südkorea 10,56 s
4 Carlos Moreno Chile  Chile 10,70 s
5 Abdullah Salem Al-Khalidi Oman 1985  Oman 10,90 s
6 Mohamed Shah Jalal Bangladesch  Bangladesch 10,94 s
7 Joseph Ssali Uganda  Uganda 10,95 s
8 St. Clair Soleyne Antigua und Barbuda  Antigua und Barbuda 11,17 s

Vorlauf 9Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Desai Williams Kanada  Kanada 10,24 s
2 Peter Wekesa Kenia  Kenia 10,50 s
3 Olapade Adeniken Nigeria  Nigeria 10,56 s
4 Eduardo Nava Mexiko  Mexiko 10,68 s
5 Jailto Bonfim Brasilien 1968  Brasilien 10,75 s
6 Lindel Hodge Jungferninseln Britische  Britische Jungferninseln 10,79 s
7 Visut Watanasin Thailand  Thailand 10,88 s
8 Arménio Fernandes Angola  Angola 10,92 s

Vorlauf 10Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Wladimir Krylow Sowjetunion  Sowjetunion 10,34 s
2 Arnaldo da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,44 s
3 Michele Lazazzera Italien  Italien 10,47 s
4 Kennedy Ondiek Kenia  Kenia 10,51 s
5 Takahiko Kasahara Japan  Japan 10,62 s
6 James Flemming Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 10,70 s
7 Jihad Salame Libanon  Libanon 11,49 s
8 Gilbert Bessi Monaco  Monaco 11,55 s

Vorlauf 11Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Dennis Mitchell Vereinigte Staaten  USA 10,37 s
2 Iziaq Adeyanju Nigeria  Nigeria 10,45 s
3 Ousmane Diarra Mali  Mali 10,53 s
4 Oliver Daniels Liberia  Liberia 10,68 s
5 Luís Filipe Cunha Portugal  Portugal 10,80 s
6 Evaristo Ortíz Dominikanische Republik  Dominikanische Republik 11,01 s
7 Nguyễn Đình Minh Vietnam  Vietnam 11,09 s
8 Secundino Borabota Äquatorialguinea  Äquatorialguinea 11,52 s

Vorlauf 12Bearbeiten

Ismail Asif Waheed war der erste Sportler der Malediven, der bei Olympischen Spielen an den Start ging.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Myles-Mills Ghana  Ghana 10,31 s
2 Andreas Berger Osterreich  Österreich 10,40 s
3 Barrington Williams Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,51 s
4 Patrick Stevens Belgien  Belgien 10,51 s
5 Enrique Talavera Spanien  Spanien 10,61 s
6 Tomohiro Ōsawa Japan  Japan 10,71 s
7 Dominique Canti San Marino  San Marino 11,11 s
8 Ismail Asif Waheed Malediven  Malediven 11,49 s

Vorlauf 13Bearbeiten

Peauope Suli war der erste Leichtathlet aus Tonga, der an Olympischen Spielen teilnahm.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Carl Lewis Vereinigte Staaten  USA 10,14 s
2 Jean-Charles Trouabal Frankreich  Frankreich 10,39 s
3 José Javier Arqués Spanien  Spanien 10,44 s
4 John Mair Jamaika  Jamaika 10,44 s
5 Harouna Pale Burkina Faso  Burkina Faso 10,76 s
6 Peauope Suli Tonga  Tonga 10,94 s
7 Maloni Bole Fidschi  Fidschi 11,19 s

ViertelfinaleBearbeiten

Datum: 23. September 1988[5]

Für das Halbfinale qualifizierten sich in den sechs Läufen die ersten zwei Athleten. Weiterhin kamen die vier Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Linford Christie Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,11 s
2 Dennis Mitchell Vereinigte Staaten  USA 10,13 s
3 Ben Johnson Kanada  Kanada 10,17 s
4 John Mair Jamaika  Jamaika 10,41 s
5 Charles-Louis Seck Senegal  Senegal 10,42 s
6 Li Tao China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,53 s
7 Kennedy Ondiek Kenia  Kenia 10,57 s
8 Ousmane Diarra Mali  Mali 10,61 s

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Desai Williams Kanada  Kanada 10,16 s
2 Arnaldo da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,25 s
3 Wladimir Krylow Sowjetunion  Sowjetunion 10,26 s
4 Attila Kovács Ungarn 1957  Ungarn 10,27 s
5 Michele Lazazzera Italien  Italien 10,50 s
6 Thierry Lauret Frankreich  Frankreich 10,51 s
7 Zheng Chen China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,72 s
8 Chidi Imoh Nigeria  Nigeria 11,44 s

Lauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Raymond Stewart Jamaika  Jamaika 10,25 s
2 Juan Núñez Dominikanische Republik  Dominikanische Republik 10,33 s
3 Sven Matthes Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 10,36 s
4 Jean-Charles Trouabal Frankreich  Frankreich 10,41 s
5 José Javier Arqués Spanien  Spanien 10,43 s
6 Amadou M’Baye Senegal  Senegal 10,45 s
7 Barrington Williams Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,55 s
8 Christian Haas Deutschland BR  BR Deutschland 10,57 s

Lauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Calvin Smith Vereinigte Staaten  USA 10,16 s
2 Olapade Adeniken Nigeria  Nigeria 10,30 s
3 Andreas Berger Osterreich  Österreich 10,34 s
4 Emmanuel Tuffour Ghana  Ghana 10,37 s
5 Talal Mansour Katar  Katar 10,38 s
6 Patrick Stevens Belgien  Belgien 10,50 s
7 Hsin-Fu Cheng Chinesisch Taipeh  Chinesisch Taipeh 10,54 s
8 György Fetter Ungarn 1957  Ungarn 10,55 s

Lauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Carl Lewis Vereinigte Staaten  USA 9,99 s
2 Robson da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,24 s
3 Iziaq Adeyanju Nigeria  Nigeria 10,32 s
4 Pierfrancesco Pavoni Italien  Italien 10,33 s
5 Witali Sawin Sowjetunion  Sowjetunion 10,36 s
6 Koji Kurihara Japan  Japan 10,49 s
7 István Tatár Ungarn 1957  Ungarn 10,68 s
8 Issa Alassane-Ousséni Benin Volksrepublik  Benin 10,55 s

Lauf 6Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Myles-Mills Ghana  Ghana 10,21 s
2 Afdiharto Lestari Indonesien  Indonesien 10,32 s
3 Max Morinière Frankreich  Frankreich 10,37 s
4 Ezio Madonia Italien  Italien 10,38 s
5 Peter Wekesa Kenia  Kenia 10,43 s
6 Sim Deok-seop Korea Sud  Südkorea 10,55 s
7 Andrew Smith Jamaika  Jamaika 10,63 s
8 Cai Jianming China Volksrepublik  Volksrepublik China 10,76 s

HalbfinaleBearbeiten

Datum: 24. September 1988[5]

Für das Finale qualifizierten sich in den beiden Läufen die ersten vier Athleten (hellblau unterlegt).

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Carl Lewis Vereinigte Staaten  USA 9,97 s
2 Calvin Smith Vereinigte Staaten  USA 10,15 s
3 Raymond Stewart Jamaika  Jamaika 10,18 s
4 Desai Williams Kanada  Kanada 10,24 s
5 Arnaldo da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,32 s
6 Olapade Adeniken Nigeria  Nigeria 10,33 s
7 Afdiharto Lestari Indonesien  Indonesien 10,39 s
8 John Myles-Mills Ghana  Ghana 10,43 s

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Ben Johnson Kanada  Kanada 10,03 s
2 Linford Christie Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 10,11 s
3 Dennis Mitchell Vereinigte Staaten  USA 10,23 s
4 Robson da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,24 s
5 Attila Kovács Ungarn 1957  Ungarn 10,31 s
6 Juan Núñez Dominikanische Republik  Dominikanische Republik 10,35 s
7 Iziaq Adeyanju Nigeria  Nigeria 10,60 s
DNS Wladimir Krylow Sowjetunion  Sowjetunion 10,60 s

FinaleBearbeiten

 
Olympiasieger Carl Lewis, USA

Datum: 24. September 1988[5]

Für das Finale hatten sich alle drei US-Läufer sowie zwei Kanadier qualifiziert. Komplettiert wurde das Starterfeld durch einen Briten, einen Jamaikaner und einen Brasilianer.

Es wurde ein Duell erwartet zwischen dem vierfachen Olympiasieger von 1984 Carl Lewis und dem Kanadier Ben Johnson, der zu diesem Zeitpunkt noch als Weltmeister und Weltrekord-Halter galt. Sein WM-Titel und sein Weltrekord – wie auch sein Sieg bei diesem Rennen in Seoul wurden ihm nach positiver Dopingprobe später nachträglich aberkannt.[6] US-Sprinter Calvin Smith und der Brite Linford Christie waren weitere Medaillen-Kandidaten.

Im Finale erwischte Ben Johnson den besten Start und dominierte das Rennen bis ins Ziel. Der Kanadier blieb dabei um 0,04 s unter seinem damals noch gültigen eigenen Weltrekord von Rom. Carl Lewis kam als Zweiter ins Ziel, Linford Christie als Dritter noch vor Calvin Smith.

Im Anschluss an die positive Dopingprobe nach dem Rennen wurde Ben Johnson disqualifiziert. Carl Lewis gewann damit seine fünfte Goldmedaille bei Olympischen Spielen. Seine 9,92 s wurden zum neuen Weltrekord erklärt. Linford Christie rückte auf den Silberplatz vor, Calvin Smith gewann die Bronzemedaille. Smith war der erste Sprinter, der eine Zeit unter zehn Sekunden lief und damit nur eine Bronzemedaille erhielt.

Alle weiteren Athleten rückten ebenfalls um einen Platz nach vorne. Dennis Mitchell war nun Vierter, Robson da Silva Fünfter und Desai Williams Sechster. Raymond Stewart, der sich bei ca. 40 Metern einen Sehnenverletzung zuzog und nicht mehr mit voller Kraft laufen konnte, wurde als Siebter gewertet.

Im 21. olympischen Finale gewann Carl Lewis die 14. US-Goldmedaille. Er ist der erste Sprinter, der seinen Olympiasieg wiederholen konnte.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Carl Lewis Vereinigte Staaten  USA 9,92 s WR
2 Linford Christie Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9,97 s
3 Calvin Smith Vereinigte Staaten  USA 9,99 s
4 Dennis Mitchell Vereinigte Staaten  USA 10,04 s
5 Robson da Silva Brasilien 1968  Brasilien 10,11 s
6 Desai Williams Kanada  Kanada 10,11 s
7 Raymond Stewart Jamaika  Jamaika 12,26 s
DOP Ben Johnson Kanada  Kanada 9,79

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 9,79 – Das schmutzigste Rennen aller Zeiten auf geo-television.de, abgerufen am 21. Januar 2018
  2. Heute vor 25 Jahren: Das Rennen der Super-Doper, Focus Online 24. September 2013, abgerufen am 21. Januar 2018
  3. IAAF-Rekorde. 100 m Männer, abgerufen am 21. Januar 2018
  4. Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 218f, englisch/französisch (PDF; 25,6 MB), abgerufen am 21. Januar 2018
  5. a b c Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 219, englisch/französisch (PDF; 25,6 MB), abgerufen am 21. Januar 2018
  6. Ben Johnson: Ein Held läuft in die Falle, Der Tagesspiegel 12. August 2009, abgerufen am 21. Januar 2018