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Marcus Nissen Myhlenphort (* 26. Februar 1759 in Kristiansund; † 7. Dezember 1821 in Nuuk, Grönland) war ein norwegischer und später dänischer Kaufmann, Fischer und Inspektor von Grönland.

LebenBearbeiten

Nach der Schule wurde Myhlenphort in mehreren Verwaltungsbüros angestellt, zuletzt in Molde. 1785 beendete er ein Jurastudium an der Universität Kopenhagen. Verwandte von ihm waren nach Grönland ausgewandert und forderten von ihm sich bei Den Kongelige Grønlandske Handel anstellen zu lassen. Zunächst verbrachte er aber noch einen Winter in Norwegen, bevor er im Frühjahr 1786 nach Kopenhagen zurückkehrte und im Mai nach Grönland reiste. Dort kam er aber erst im September nach viermonatiger Fahrt an. Er interessierte sich schnell für den Fang von Robben und Fischen, kam dadurch in Kontakt mit Lars Lynge, dem Vater von Albrecht Lynge und faszinierte sich dann für Walfang, sodass er deshalb 1787 zum Oberassistenten und Walfangleiter in Kronprinsens Ejlande (Imerissoq) wurde. Dort intensivierte er seinen Kontakt zu Albrecht Lynge. 1788 wurde er als Kaufmann nach Jakobshavn (Ilulissat) berufen und bestand dabei darauf, dass Lynge ihm folgt. Er baute in Rodebay (Oqaatsut) die erste Fischereigenossenschaft auf. Myhlenphort konnte sich in Jakobshavn aber nicht heimisch fühlen, weshalb er 1791 nach Egedesminde (Aasiaat) umzog, was Lynge ihm gleichtat. In Hunde Ejlande (Kitsissuarsuit) blühte durch beide die Fischerei und der Handel auf. Myhlenphort erfand dort sogar eine auf einem Schlitten befestigte Speerschleuder zum Schießen von auf Eis liegenden Robben, was später als eine Art Harpune in Kajaks eingebaut wurde. Er schrieb einen Bericht über die Kolonie, der sich außer in der Kürze nicht von dem von seinem Freund Peter Hanning Motzfeldt unterschied. 1800 brach in Grönland eine Pockenepidemie aus, der fast die Hälfte der Bewohner Egedesmindes zum Opfer fielen, darunter auch Lynge, was Myhlenphort zu Tode betrübte. Er wurde dann nach Holsteinsborg (Sisimiut) berufen, wo die Pockenepidemie noch stärker gewütet hatte und wo man sich einiges von Myhlenphorts wirtschaftlichen Fähigkeiten zum organisatorischen Wiederaufbau der Stadt erhoffte. Zwischen 1801 und 1803 wurden Myhlenphort und Motzfeldt zu Inspektoren ernannt: Motzfeldt in Nordgrönland und Myhlenphort in der südlichen Kolonie. Er zog dann in Holsteinsborg mit Lynges Witwe Ane Marie Jacobsdatter Lynge zusammen, die ihm das Haus führte, während er die Ausbildung ihrer Kinder zahlte. Er lehrte Waisenkindern das Kajakfahren und bildete sie aus, wobei er immer noch stark die Netzfischerei befürwortete, die immer mehr an Bedeutung gewann gegenüber dem Eisfischen. Gemeinsam mit Motzfeldt wollte er die Bildung der Grönländer vorantreiben, doch ihr vorhaben wurde durch den englisch-dänischen Kanonenbootkrieg von 1807 bis 1814 verhindert, der zudem Grönland von der Versorgung abschnitt. Daher ließ er eine Ketsch mit 13 Mann Besatzung nach Dänemark fahren, damit sie Güter bringen sollten, was gelang. 1814 wechselte er die Staatsbürgerschaft und wurde Däne. Er blieb den Rest seines Lebens in Grönland. Myhlenphort galt als fähig, willensstark und zäh. Er baute sich zudem eine Bibliothek mit 700 Büchern auf, was eine echte Seltenheit in Grönland war. Sein Vermögen wurde auf 13000 Rigsdaler geschätzt, die er an seine Haushälterin und seine Tochter vererbte.[1]

FamilieBearbeiten

Marcus Nissen Myhlephort war der Sohn des Kaufmanns Johan Kristopher Myhlenphort (1729–1777) und von Anna Elisabeth Mechlenborg (1735–1772). Er stammte aus einem deutschen Adelsgeschlecht ungarischer Herkunft, das Einfluss auf das dänische Königshaus hatte.[2] Er war verlobt, aber seine Verlobte war gestorben. Er hatte jedoch mit seiner Haushälterin Ane Marie Jacobsdatter Møller verw. Lynge (1768–1833) eine 1797 geborene Tochter. Diese hieß Elisabeth Augustine, die den Färinger Poul Hansen Laih (1803–1855) heiratete, 1830 und 1832 in Godthåb (Nuuk) die Söhne Johan Marcus[3] und Jacob Myhlenphort Hansen Laih[4] und 1835 die Tochter Ane Markusine Nielsine Laih bekam und 1839 nach Holsteinsborg zog,[5] wo sie 1846 starb.[6] Ihr Witwer und ihre beiden Kinder zogen dann 1847 wieder nach Godthåb.[7][8] Ihr Witwer verließ Grönland 1848 wieder nach Dänemark,[9] ihr Sohn verließ Godthåb 1853 und ihre Tochter 1855.[10] Die Tochter taucht jedoch als Ehefrau von Daniel Valentin Thomas Tilken Petersen (1838–1871) wieder in Frederikshåb (Paamiut) wieder auf, wo ihr 1862 geborerener Sohn John Jacob Kristian Pavia Ole 1865 wieder starb, bevor auch Ane Markusine Nielsine 1873 starb,[11] was wohl das Ende der Nachkommenschaft Myhlenphorts in Grönland darstellt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Biografie im Dansk biografisk leksikon
  2. Familiengeschichte bei kildal.de
  3. Kirchenbücher Nuuk 1827–1886 (Geborene Jungen S. 6)
  4. Kirchenbücher Nuuk 1827–1886 (Geborene Jungen S. 11)
  5. Kirchenbücher Sisimiut 1823–1857 (Zugezogene S. 348)
  6. Kirchenbücher Sisimiut 1823–1857 (Gestorbene Frauen S. 462)
  7. Kirchenbücher Nuuk 1827–1886 (Zugezogene S. 239)
  8. Albrecht Larsen Lynge og Ane Marie Jakobsdatter (Memento des Originals vom 9. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amaliaberthels.dk bei amaliaberthels.dk
  9. Kirchenbücher Nuuk 1827–1886 (Weggezogene S. 368)
  10. Kirchenbücher Nuuk 1827–1886 (Weggezogene S. 374)
  11. Kirchenbücher Paamiut 1864–1885 (Gestorbene)