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Knud Honoré Oldendow (bis 1929 Knud Honoré Petersen, häufig fehlerhaft Oldenow geschrieben;[1] * 18. November 1892 in Ranum, Bjørnsholm Sogn, Slet Herred, Ålborg Amt;[2]24. August 1975 in Tårnby Sogn, Tårnby Kommune) war ein dänischer Kaufmann, Jurist, Beamter, Autor, Ornithologe und Inspektor sowie Gouverneur von Grönland.

LebenBearbeiten

Knud Honoré Petersen war ab 1910 Student in Viborg. Erst 1920 machte er als cand. iur. seinen Abschluss. Er war anschließend als Amtsbevollmächtigter in Vejle tätig, sowie als Buchhalter beim Amtsschulfonds und als Sekretär beim Erwerbssteuerausschuss. 1924 wurde er zum letzten Inspektor für Südgrönland ernannt. Er übernahm das Amt von Christian Simony, der auch lediglich einige Monate als Inspektor arbeitete. Einige Monate später wurde das Inspektorenamt nach 142 Jahren abgeschafft und durch das des Gouverneurs ersetzt. Petersen wurde übergehend zum ersten Gouverneur von Südgrönland ernannt und führte das Amt bis 1929 aus. Am 25. September dieses Jahres änderte er seinen Nachnamen zu Oldendow. Nach einer einjährigen Auszeit übernahm er das Amt 1931 erneut, wurde aber im nächsten Jahr schon wieder von Aksel Svane abgelöst,[3] da er zum Verwaltungschef in Kopenhagen ernannt wurde. 1935 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens geschlagen. 1938 wurde er als Nachfolger von Jens Daugaard-Jensen zum Direktor befördert. 1939 wurde er Dannebrogmand.

1940 wurde Dänemark im Zweiten Weltkrieg vom Deutschen Reich besetzt, was zum Zusammenbruch der dänischen Verwaltung der Kolonie führte. Oldendow versuchte über Lissabon in die Vereinigten Staaten zu reisen, um von dort aus nach Grönland, das von den USA okkupiert worden war, zu kommen, scheiterte aber. Nach dem Weltkrieg ging Grönland wieder an Dänemark. Grönlands Bevölkerung war unzufrieden mit der Situation und machte Oldendow als Sündenbock aus. Ab 1948 traf er sich mit dem dänischen Ministerpräsidenten Hans Hedtoft in Grönland, um über eine Verwaltungsreform zu beraten. Infolgedessen trat Oldendow von seinem Amt als Direktor zurück; sein Nachfolger wurde Eske Brun, der in de Vergangenheit schon Gouverneur gewesen war. 1947 war er zum Kommandeur 2. Grades des Dannebrogs ernannt worden.

Nach seinem Rücktritt begann Oldendow Theologie zu studieren, interessierte sich aber weiterhin stark für die Entwicklung Grönlands. Knud Honoré Oldendow war ein Experte für grönländische Angelegenheiten. Er schrieb eine Vielzahl an Sachbüchern und Zeitschriftenartikeln über das Land und baute sich eine einzigartige Sammlung von grönländischen Vögeln auf. Außerdem war Oldendow von 1938 bis 1948 Vorstandsvorsitzender des Kong Chr. Xs og dronning Alexandrines Grønlandsfond, Mitglied der grönländischen Wissenschaftskommission, Mitglied des Rates des Arktischen Instituts, Vorsitzender der Kryolithgesellschaft Öresund von 1940 bis 1950, danach bis 1969 Direktor dort und anschließend weiterhin Berater. Weiterhin war er Mitglied des Vaterlandsfonds, der Hauptverwaltung der dänischen Naturschutzvereinigung, des dänischen Kirchenausschusses, der Verwaltung des Kronborger Handels- und Schifffahrtsmuseums und Präsident der Viborger Heimatvereinigung. 1957 wurde er mit dem Stipendium des Carit-Andersen-Verlags ausgezeichnet. Oldendow starb 1975 im Alter von 83 Jahren.[4]

FamilieBearbeiten

Knud Honoré Oldendow war der Sohn des Turnlehrers und Offiziers Hans Peter Petersen (1863–1927) und seiner Frau Marie Cathrine Honoré (1867–1918). Seine Mutter stammte aus einer Familie, die vor langer Zeit von Frankreich nach Belgien, dann nach Deutschland und schließlich nach Dänemark gewandert war. Am 8. November 1921 heiratete er in Horsens Caroline Albertine Christine (Nina) Christiansen (1891–1971). Aus der Ehe ging der Sohn Mogens Hans Carl Honoré Oldendow (1927–1998) hervor.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Rosenmaagen i Grønland. Dansk Ornitologisk Forenings Tidsskrift. 1928
  • Træk af Kolonien Godthaabs Historie. 1928
  • Den grønlandske Samfundslære. 1931
  • Fugleliv i Grønland. 1933
  • Naturfredning i Grønland. 1935
  • Træk af Grønlands politiske Historie – Grønlændernes egne Samfundsorganer. 1936
  • Grønland. Folk og Land i vore Dage. 1936
  • Fra min Drengetid. Stiftsstaden Viborg omkr. århundredskiftet. 1950 (Autobiografie)
  • Grønlændervennen H. Rink. 1955
  • Bogtrykkerkunsten i Grønland. 1957
  • Minder fra min gymnasietid. 1967 (Autobiografie)
  • Groenlandica. Conspectus bibliographicus. 1967 (3. Ausgabe)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Axel Kjær Sørensen: Denmark-Greenland in the Twentieth Century (= Meddelelser om Grønland. Man and Society. 34). Danish Polar Center, Kopenhagen 2006, ISBN 87-90369-89-0, (Digitalisat (PDF; 3,35 MB)).
  2. Kirchenbuch Bjørnsholm Sogn 1892–1901 S. 5
  3. Liste der Staatsoberhäupter Grönlands bei worldstatesmen.org
  4. Eintrag im Dansk biografisk leksikon