Carl Peter Holbøll

dänischer Ornithologe, Botaniker, Entomologe und Marineoffizier

Carl Peter Holbøll (* 31. Dezember 1795 in Kopenhagen; † 1856 im Atlantik) war ein dänischer Ornithologe, Botaniker, Entomologe, Offizier der Marine und Inspektor von Grönland.

LebenBearbeiten

Ab 1812 war Holbøll Kadett in der Marine, bevor er 1814 entlassen wurde. 1818 wurde er erneut als Kadett in die Marine aufgenommen und 1821 zum Leutnant ernannt. Bei einem zeitgleich laufenden Zoologiestudium erhielt er 1822 eine einjährige Beurlaubung, um an einer Expedition nach Grönland teilzunehmen, um dort den Walfang zu untersuchen und Exponate für das Königliche Naturhistorische Museum (später in das Zoologische Museum eingegliedert) in Kopenhagen zu sammeln. Ab Juni 1822 war er daraufhin in Nuuk, bevor er im Frühling 1823 nach Sisimiut kam, von wo aus er gemeinsam mit Wilhelm August Graah nach Nordgrönland reiste. Bereits im November 1822 hatte er seine Beurlaubung auf zwei Jahre verlängert und so kehrte er 1824 nach Ablauf nach Dänemark zurück. Sein Interesse an Grönland war aber so stark entfacht, dass er sich 1825 als Kapitänleutnant aus der Marine verabschiedete und als Nachfolger Johannes Wests zum Inspektor von Nordgrönland ernennen ließ. Er führte das Amt vernünftig aus. So war er um Wohlstand und Wohlbefinden der Grönländer bemüht, setzte auf Bildung der Kinder und er setzte sich auch für größere Autarkie des grönländischen Handels ein, weswegen er einen Freihandelsvertrag vorstellte, der jedoch scheiterte. Ab 1828 wechselte er nach Südgrönland. Sein Amt führte er bis zu seinem Tod aus, also insgesamt 31 Jahre lang, womit er mit Abstand der längstamtierende Inspektor des Landes, aber auch allgemein das am längsten amtierende Staatsoberhaupt Grönlands ist. Neben seiner politisch-kolonialverwalterischen Arbeit ist seine naturwissenschaftliche Arbeit von hoher Bedeutung. In den 1840er Jahren schrieb er Ornithologiske Bidrag til den grønlandske Fauna, das wenig später von J. H. Paulsen ins deutsche übersetzt worden ist. Er beschrieb unter anderem den Polar-Birkenzeisig (Carduelis hornemanni), dessen Artepitheton er nach Jens Wilken Hornemann benannte. Sein Name dient als Artenbezeichnung für folgende Tierarten:

Zudem wurde folgende Pflanzenart nach ihm benannt:

Holbøll musste 1855 nach Kopenhagen reisen und kehrte 1856 nach Grönland zurück. Allerdings sank seine Brigg Baldur im Nordatlantik, wobei alle Insassen ums Leben kamen.[1]

FamilieBearbeiten

Carl Peter Holbøll war der Sohn des Gärtners Fridrich Ludevig Holbøll (1765–1829) und von Juliane Friderica Kompffe (1771–1801). Er heiratete 1825 in Qeqertarsuaq Hanna Sophie Theresia Petersen (1810–1856). Ihre Kinder waren:[2]

  • Pingel Johan Carl Heger (1828–1911)
  • Johanne Sophia Ludovica (1830–?)
  • Carl Ludvig Emil (1831–1855)
  • Julie Fanny (1833–1897)
  • Adolf Viger (1835–1918)
  • Frederik Ludvig (1836–1856)
  • Emil Vigo (1837–1928)
  • Harald (1837–1919)
  • Marie Louise Caroline Catrine (1840–1922)
  • Emma Charlotte Margrethe (1843–1904)

Über seinen Sohn Harald ist der Großvater des Politikers Valdemar Holbøll.

SchriftenBearbeiten

  • Ornithologiske Biddrag til den grønlandske Fauna. In: Naturhistorisk Tidsskrift 4, S. 361–457. 1843.
  • ein Mathematiklehrbuch, das ein halbes Jahrhundert in Grönland gelehrt wurde.

LiteraturBearbeiten

  • Biographical Appendix of The Dictionary of American Bird Names, Revised Edition, by Ernest A. Choate, The Harvard Common Press, 1985.
  • Henriksen, K. L. 1926: [Holboll, C. P.] Ent. Meddel. 15(5) 195, Portr.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Biografie im Dansk biografisk leksikon
  2. Stammbaum bei møllnitz.dk