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Peter Hanning Motzfeldt

norwegischer Beamter

Peter Hanning Motzfeldt (* 13. Dezember 1774 in Skogn, Levanger; † 7. Oktober 1835 in Kopenhagen) war ein norwegischer Beamter und Inspektor von Grönland.

LebenBearbeiten

Motzfeldt war bereits mit 10 oder 11 Jahren als Assistent eines Sorenskrivers in Ryfylke angestellt. Mit 19 Jahren hatte er sich bereits vom Kontoristen zum Bevollmächtigten hochgestuft. Durch seine juristisch-administrative Lehre in seiner Kindheit und Jugend konnte er innerhalb kurzer Zeit 1794 in Kopenhagen ein Examen zum Juristen abschließen. Nur eine Woche später wurde er durch Den Kongelige Grønlandske Handel (KGH) als Assistent nach Godhavn, heute Qeqertarsuaq, geschickt. Nur ein Jahr später wurde er zum Oberassistenten und Walfangleiter in Kronprinsens Ejlande (Imerissoq) ernannt. Von dort aus hatte er enge Verbindungen zum nordgrönländischen Inspektorat und zum in Egedesminde (Aasiaat) lebenden Juristen und Kaufmann Marcus Nissen Myhlenphort, mit dem er von da an eine enge Freundschaft unterhielt. 1799 zog er nach Ritenbenk (Appat) und zwei Jahre später in den nordgrönländischen Hauptort Godhavn zurück, da er dort die Nachfolge als Inspektor für den scheidenden Claus Bendeke übernehmen sollte. Sein Freund Myhlenphort war bereits 1802 zum Inspektor von Südgrönland geworden. Er stand für Transparenz und Information und war sehr um das Rechtswesen in Grönland und die Bildung der Grönländer bemüht. Seine Pläne für die Ausbildung von Lehrern und die Gründung von Schulen zusammen mit dem Missionar Eskild Sønnichsen Bram wurde aber durch den englisch-dänischen Kanonenbootkrieg (1807–1814) behindert. Zudem förderte Motzfeldt das von Bendeke initiierte „Spielgeld“, Gutschriften oder Banknoten aus Spielkarten, weiter. Anfangs hielt sich Motzfeldt noch einige Monate in Kopenhagen auf, bevor er sein Amt bis 1815 ausführte. Dann kehrte er für immer nach Europa zurück, aber blieb offiziell Inspektor in Grönland. Er wurde in dieser Zeit vertreten durch Frederik Diderik Sechmann Fleischer, bevor er dann auch offiziell 1817 von Johannes West abgelöst wurde.[1] Er trat dann die Nachfolge von Hartvig Marcus Frisch (1754–1816) als Direktor des KGH. Er wurde in dieser Position 1824 zum Justizrat ernannt und blieb bis zu seinem Tod ohne eine große Rolle zu spielen Mitglied der Geschäftsführung.[2]

FamilieBearbeiten

Peter Hanning Motzfeldt war der Sohn des Oberstleutnanten Lorentz Marcus Hanning (1739–1817) und von Marie Sophie Motzfeldt (1730–1782). Er nahm mit königlicher Bewilligung den Nachnamen seiner Mutter als Nachnamen an und den Nachnamen seines Vaters als Mittelnamen, also genau andersherum als üblicherweise. 1820 heiratete er in Kopenhagen Emilie Wilhelmine Ernst (1794–1838), Tochter des Kaufmanns Hans Jørgen Ernst (1752–1825) und von Anna Marie West (~1769–1805). Das Paar hatte vier Kinder:

  • Anna Marie Sofie (* 1821)
  • Thale Caroline Margrethe (* 1822)
  • Hanna Augusta Emilie (* 1826)
  • Peter Carl (* 1831)

Die Geburtenlisten der grönländischen Kirchenbücher[3] zeigen aber auch eine Vielzahl an Kindern vom "Inspekteur (P.) Motzfeldt". Die Mutter ist hierbei immer Cecilie Dalager (1784–1866), die zwar die Enkelin des Pioniers Carl Dalager (1726–1799), aber ansonsten zu drei Vierteln Inuit war. Die Kirchenbücher in Appat (Wohnort von Motzfeldt) beginnen erst 1831, die aus Ilulissat (Wohnort von Dalager) 1840, sodass über eine Hochzeit zwischen dem Europäer und der Grönländerin nichts bekannt ist. Als Motzfeldt 1815 nach Europa zurückkehrte, ließ er seine Kinder und deren Mutter offensichtlich zurück. Möglicherweise war seiner späteren Frau gar nicht bekannt, dass ihr Ehemann bereits acht Kinder in tausenden Kilometern Entfernung hatte. Motzfeldt und Dalager hatten acht Kinder, über die Motzfeldt der Stammvater aller grönländischen Motzfeldts ist, zu denen auch der berühmte Politiker Jonathan Motzfeldt (1938–2010) gehört, der 17 Jahre lang Premierminister und fünf Jahre lang Parlamentspräsident war und der der Ururenkel Peters ältesten Sohns ist.[4][5]

  • Thale Caroline (1802–1809)
  • Peter Hanning (1804–1871)
  • Karen (* 1806)
  • Agathe Amalie (1807–1881)
  • Jørgen Jacob (* 1809)
  • Thale Caroline (* 1810)
  • Maria Sofia Thale Caroline (* 1812)
  • Birgitte Charlotte Marie Lovise (* 1814)

Er war ein Cousin von Peter Motzfeldt (1777–1854), Frederik Motzfeldt (1779–1848) und von Carl Frederik Motzfeldt (1808–1902). Er stammte zudem über seine Großmutter mütterlicherseits aus hohen und adligen dänischen Kreisen. So war er ein Ururururenkel von Anne Marsvin (1569–1610), einer Schwester von Ellen Marsvin (1572–1649), die eine einflussreiche Schwiegermutter von König Christian IV. war. Eine seiner Urururgroßmütter war Marie Margrethe Ulfeldt (1619–1694), Schwester des dänischen Verräters Corfitz Ulfeldt (1606–1664), der zugleich auch der Schwiegersohn des Königs und der Mann von Ellens Enkelin war. Eine seiner Ururgroßmütter war Anne Marie Grubbe (1648–1724), die Schwester von Marie Grubbe (1643–1717).[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Liste der Herrscher von Grönland bei worldstatesmen.org
  2. Biografie im Dansk biografisk leksikon
  3. Kirchenbücher von Qeqertarsuaq und Imerissoq von 1792 bis 1833
  4. Familie bei fogsgaard.org
  5. Familie Motzfeldt im Store norske leksikon
  6. Ahnentafel (12 Generationen) bei finnholbek.dk