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Gartenstadt (Dortmund)

Stadtteil von Dortmund

Die Dortmunder Gartenstadt ist ein beliebtes urbanes Wohnquartier im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Ost. Hier ist sie Teil des statistischen Bezirks Westfalendamm und gliedert sich in die beiden Unterbezirke Gartenstadt-Nord und Gartenstadt-Süd.

Gartenstadt
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 30′ 13″ N, 7° 30′ 36″ O
Höhe: ca. 120 m ü. NHN
Einwohner: 9110 (31. Dez. 2008)
Vorwahl: 0231
Unterbezirke: 082 und 084
Typisches Wohnhaus in der nördlichen Gartenstadt; Architekt: Paul Lutter.
Typisches Wohnhaus in der nördlichen Gartenstadt; Architekt: Paul Lutter.

Die Gartenstadt Dortmund wurde ab 1913 nach einem von Stadtrat Cremer im Dezember 1912 überarbeiteten Plan in mehreren Bauabschnitten beiderseits des Westfalendamms als Villenkolonie verwirklicht.

Der Erstentwurf und das Siedlungskonzept stammte von Heinrich Metzendorf aus Bensheim (Bergstraße). Bauherr war die am 29. November 1910 durch einflussreiche Bürger und höhere Beamte gegründete Gartenstadt-Dortmund e. Genossenschaft m.b.H.

Die Dortmunder Gartenstadt wurde in zwei Bauabschnitten realisiert:

  • Im ersten Bauabschnitt (1913–1914) wurden 47 Villen im Heimatstil von Metzendorf + Winter errichtet. Mit der Erschließung des Geländes nördlich des Westfalendamms in den Jahren 1919–1920 war der Architekt Paul Lutter beauftragt worden.
  • Der zweite Bauabschnitt (1922–1929) war geprägt von der künstlerischen Oberleitung der Architekten D. + K. Schulze und einem nun eher expressionistischen Baustil. Allen Häusern gemein ist die handwerklich solide Ausgestaltung und die differenzierte architektonische Ausbildung.

Städtebaulich eingebettet war das genossenschaftliche Siedlungskonzept der Gartenstadt durch die von der Stadt Dortmund betriebene Ausweisung besonders großer Grundstücke entlang des Westfalendamms, die einem privaten, unabhängigen und finanzkräftigen Publikum vorbehalten waren.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzte eine dritte Erschließungsphase an den Rändern der vorhandenen Gartenstadt ein. Kennzeichnend für diese von 1949 bis ca. 1960 anhaltende Bauphase war nun der in ganz Deutschland auftauchende Landhausstil für eine individuelle Kundschaft. Eine künstlerische Oberleitung gab es jedoch nicht mehr.

Die Gartenstadt gilt bis heute unverändert als gehobenes, bürgerliches, innenstadtnahes Wohnviertel. Die Gegend weist besonders viele einkommensstarke Bewohner auf. So ist das durchschnittliche Einkommen in der südlichen Gartenstadt nach Lücklemberg der zweithöchste Wert in ganz Dortmund. Die herrschaftlichen Häuser und Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 1 werden jedoch aufgrund der erhöhten Lärm- und Emissionsbelastung (> 140.000 PKW pro Tag) heute zunehmend als Bürostandorte genutzt. Mit dem geplanten Autobahntunnel zwischen Max-Eyth-Straße und Märkischer Straße und dem Rückbau des dann nur noch für innerstädtischen Verkehr vorgesehenen Westfalendamms besteht die Chance, dass die Gartenstadt ihre alte Mitte zurückbekommt und an Lebensqualität gewinnt.

Einzelne Gebäude der Gartenstadt sind als Baudenkmale in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[1]

BevölkerungBearbeiten

Sozialstruktur der Gartenstädter Bevölkerung:

  • Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner pro Hektar Siedlungsfläche.
  • Minderjährigenquote: 20,0 %, liegt minimal unter dem Dortmunder Durchschnitt von 20,1 %.
  • Altenquote: 44,6 %, liegt deutlich über dem Dortmunder Durchschnitt von 31,3 %.
  • Ausländeranteil: 7,1 %, liegt deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 12,8 %.
  • Arbeitslosenquote: 7,8 %, liegt deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 13,4 %.

Das durchschnittliche Einkommen in der nördlichen Gartenstadt liegt etwa 20 % über dem Dortmunder Durchschnitt, während der Wert in der südlichen Gartenstadt sogar etwa 135 % über dem Dortmunder Durchschnitt liegt. Der Unterbezirk Gartenstadt-Süd ist nach Lücklemberg der reichste Dortmunder Unterbezirk.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 2003 2008
Einwohner 9180 9110

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dortmund-Gartenstadt – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Denkmalliste der Stadt Dortmund. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: dortmund.de – Das Dortmunder Stadtportal. Denkmalbehörde der Stadt Dortmund, 14. April 2014, archiviert vom Original am 15. September 2014; abgerufen am 18. Juni 2014 (Größe: 180 kB).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dortmund.de