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Oespel ist der Statistische Bezirk 75 und zugleich ein westlicher Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Er liegt im Stadtbezirk Lütgendortmund. Die Wohnbevölkerung von Oespel betrug im Jahre 2018 4.257 Einwohner.

Oespel
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 29′ 11″ N, 7° 22′ 55″ O
Höhe: ca. 120 m ü. NHN
Fläche: 4,15 km²
Einwohner: 4257 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.026 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahlen: 44149, 44227
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 75
Stadtbezirk AplerbeckStadtbezirk BrackelStadtbezirk EvingStadtbezirk HombruchStadtbezirk HördeStadtbezirk HuckardeStadtbezirk Innenstadt-NordStadtbezirk Innenstadt-OstStadtbezirk Innenstadt-WestStadtbezirk LütgendortmundStadtbezirk MengedeStadtbezirk ScharnhorstKarte
Über dieses Bild
Lage von Oespel in Dortmund

Im Gegensatz zu manch anderen westfälischen Ortsnamen wird das „Oe“ von Oespel normal mit kurzem Ö-Umlaut gesprochen (Öspel statt falsch Ohspel), zumal der Name des Ortes früher Öspel geschrieben wurde.

GeographieBearbeiten

Oespel liegt etwa sechs Kilometer westlich bis südwestlich der Dortmunder Innenstadt. An den Ort grenzen die Stadtteile Kley, Marten, Dorstfeld, Barop und Eichlinghofen sowie im Süden der Wittener Stadtteil Stockum.

Im Süden des Ortes findet sich ein ausgedehntes Waldgebiet, der Dorney, das angrenzende Wohngebiet Oespels ist von Einfamilienhäusern geprägt. Im Nordosten nähert sich der wachsende Technologiepark Dortmund der Oespeler Wohnbebauung. In diesem Bereich Oespels gibt es überwiegend kleine Mehrfamilienhäuser.

Der Bau der S-Bahn Linie 1 zwischen Dortmund und Düsseldorf änderte das Ortsbild. Durch Oespel führt die S-Bahn als Hochbahn auf Betonstelzen und teilt somit seit Anfang der 1980er Jahre den gewachsenen Ortskern. Im Zentrum des Dorfes liegt heute der Haltepunkt Dortmund-Oespel.

GeschichteBearbeiten

Eine erste Besiedlung des Oespeler Ortsgebietes lässt sich auf die Bronzezeit datieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf einem Feld zunächst einige Urnengräber entdeckt. Bei einer neuerlichen Grabung im Jahre 1991 wurden schließlich insgesamt 28 Hügelgräber nachgewiesen, in denen sich Verbrennungsreste in Urnen sowie vereinzelt Grabbeigaben fanden. Unter anderem wurde in einem Grab eine kleine Eisenkugel entdeckt, bei der es sich um den ältesten Eisenfund im Ruhrgebiet handelt.

Die heutige Gemarkung Oespel ist wesentlich jüngeren Datums. Im Heberegister des Klosters Werden finden sich Dokumente, die etwa für das Jahr 880 eine Bauerschaft mit dem Namen Tospelli, dem heutigen Oespel, belegen.[2] Der Name Oespel taucht zum ersten Mal im 16. Jahrhundert auf. Das Wappen von Oespel, das zwei gekreuzte Heugabeln zeigt, wurde im Jahre 1357 erstmals urkundlich abgebildet.

 
Evangelische Kirche Oespel

Der bäuerliche Charakter der Ortschaft Oespel änderte sich erst mit einsetzender Industrialisierung. Im Waldgebiet Dorney wurden schon immer die dort zu Tage tretenden Kohleflöze ausgebeutet. Erste Tiefbauzechen wurden dann um 1850 errichtet. Auf Oespeler Gebiet gab es insgesamt vier Bergwerke: Die Zeche Borussia, später umbenannt in Zeche Oespel, die Zeche Planetenfeld, die Zeche Im weißen Feld sowie die Zeche Oespel II. Als letzte Bergwerke wurden die Zechen Oespel und Oespel II im Jahr 1962 stillgelegt.

Auf den nun zur Verfügung stehenden Flächen der Zeche Oespel wurde der Indupark Oespel angelegt. Ursprünglich als Industriegebiet konzipiert, sind heute dort fast ausschließlich große Einzelhändler wie Hellweg Baumarkt, Ikea, Mövenpick-Weinland, das Indupark Center, der Computervertreiber Atelco und die Bürobedarfskette Staples zu finden.

Am 1. April 1928 wurde Öspel (damalige Schreibweise des Ortes) nach Dortmund eingemeindet.[3]

BevölkerungBearbeiten

Struktur der Oespeler Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 17,4 % [Dortmunder Durchschnitt: 19,4 % (2016)][4]
  • Altenquote: 32,0 % [Dortmunder Durchschnitt: 30,0 % (2016)][5]
  • Ausländeranteil: 7,7 % [Dortmunder Durchschnitt: 18,2 % (2018)][6]
  • Arbeitslosenquote: 4,9 % [Dortmunder Durchschnitt: 11,0 % (2017)][7]

Das durchschnittliche Einkommen in Oespel liegt etwa 10 % oberhalb des Dortmunder Durchschnitts.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1987 2003 2008 2013 2016 2018
Einwohner 4150 4491 4316 4307 4355 4257

NaturschutzgebietBearbeiten

Seit 2004 weist der Flächennutzungsplan der Stadt Dortmund den teilweise in Oespel gelegenen Dorneywald mit einer Fläche von 40,4 Hektar als Naturschutzgebiet aus. Die offizielle Bezeichnung lautet „Naturschutzgebiet Nr. 25, – Stadtbezirk Lütgendortmund“ (siehe auch: Dorney).

PersönlichkeitenBearbeiten

  • August Schmidt (1878–1965), Mitbegründer der IG Bergbau und Energie und ihr erster Vorsitzender, gebürtig in Dortmund-Oespel
  • Heinrich Göckenjan (1900–1986), deutscher Politiker (NSDAP), bewirtschaftete vor 1943 als Bauer den Winkelmannshof in Dortmund-Oespel
  • Otto Dannebom (1904–1975), deutscher Gewerkschafter und Politiker (SPD), Vorsitzender der Schachtgruppe an der Zeche Oespel
  • Luise Peter, geb. Radtke (1906–1979), deutsche Politikerin (SPD), gebürtig in Dortmund-Oespel
  • Franz Kurowski (1923–2011), deutscher Autor, lebte in Dortmund-Oespel
  • Reinhard Libuda (1943–1996), deutscher Fußballspieler, wohnte vor und nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund zeitweilig in Dortmund-Oespel[8]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dortmund-Oespel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungszahlen in den statistischen Bezirken am 31.12.2018 (PDF)
  2. Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 4,I: Einleitung und Register, I. Namenregister, hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978; Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden, Sachregister, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958.
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 270.
  4. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  5. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  6. Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31. Dezember 2018 (PDF-Datei)
  7. Arbeitslosenquoten nach statistischen Bezirken am 30. Juni 2017 (PDF-Datei)
  8. Notstand im Fußball – Das Geschäft mit der Bundesliga. Der Spiegel, H. 28/1965 vom 7. Juli 1965: Das ist schrecklich.