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Kurl (bis 1915 Courl) ist ein nordöstlich gelegener Ortsteil von Dortmund und gehört zum Stadtbezirk Scharnhorst. Der Ort liegt auf einer Höhe von 67 m ü. NN. Kurl wird oft zusammen mit seinem östlichen Nachbarstadtteil Husen als Husen-Kurl bezeichnet, da beide Stadtteile nahtlos ineinander übergehen. Kurl gehört zu den bevorzugten und ländlichen Wohnlagen Dortmunds.

Kurl
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 33′ 0″ N, 7° 35′ 0″ O
Höhe: 67 m ü. NHN
Fläche: 2,15 km²
Einwohner: 3709 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 1.725 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahl: 44319
Vorwahl: 0231
Unterbezirke: 241 und 242
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Über dieses Bild
Lage von Kurl in Dortmund

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Kurl liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich der Dortmunder Innenstadt. Im Süden Kurls überwiegen Einfamilienhäuser und Reiheneigenheime in ruhigen Wohnstraßen. Im Norden befindet sich die waldnahe Einfamilienhaussiedlung rund um die Lange Wiese sowie die Zechenhäuser der Zeche Kurl. Relativ zentral gelegen ist die kleine Hochhaus-Siedlung im Gebiet Baumwirtsweg/Pöllerstraße, die Mitte der 70er Jahre entstand.

Im Südwesten umfasst die Gemarkung Kurl, Teile des Naturschutzgebiet Buschei, im Westen das Naturschutzgebiet Alte Körne sowie in nordöstlicher Richtung, Teile des Kurler Busches, ebenfalls ein Naturschutzgebiet.

GeschichteBearbeiten

 
Haus Kurl

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1189. Kern der Ansiedlung war das Haus Kurl, ein Herrensitz am Körnebach, der lange Zeit die einzige Ansiedlung an einer alten Verbindungsstraße zwischen Hellweg und Ruhr sowie der Lippe war. Nach der Reformation wurde die Kurler Gemeinde wie die der umliegenden Dörfer evangelisch, doch schon 1619 kehrte man zum katholischen Glauben zurück. Lange Zeit blieb Kurl die einzige katholische Gemeinde im Umkreis, und es ist bis heute überwiegend katholisch geprägt.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Kurl ein kleiner Ort mit weniger als zwanzig Haushalten. Erst die Gründung der Zeche Kurl in Husen und Kurl brachte einen großen Anstieg der Einwohnerzahl; der Bergbau wurde zur Haupteinnahmequelle. 1906 erwarb die Bergbau-Firma C. Deilmann in Kurl ein Grundstück und errichtete neue Fertigungshallen, in denen viele Menschen Beschäftigung fanden.

Am 2. September 1915 wurde die Gemeinde Courl in Kurl umbenannt. Am 1. April 1928 wurde sie nach Dortmund eingemeindet.[1]

BevölkerungBearbeiten

Der Stadtteil Kurl gehört zum statistischen Bezirk Kurl-Husen.

Bevölkerungsstruktur im statistischen Bezirk Kurl-Husen:

  • Minderjährigenquote: 22,2 % [Dortmunder Durchschnitt: 19,4 % (2016)][2]
  • Altenquote: 34,6 % [Dortmunder Durchschnitt: 30,0 % (2016)][3]
  • Ausländeranteil: 6,8 % [Dortmunder Durchschnitt: 18,2 % (2018)][4]
  • Arbeitslosenquote: 7,2 % [Dortmunder Durchschnitt: 11,0 % (2017)][5]

Das durchschnittliche Einkommen in Kurl-Husen liegt etwa 15 % über dem Dortmunder Durchschnitt.

Kurls Sozialstrukturdaten weichen sehr von denen des übrigen Dortmunder Nordens ab und ähneln eher denen des wohlhabenderen Dortmunder Südens. Neben Kurl trifft das im Norden nur auf den Nachbarstadtteil Husen, auf Grevel, den Süden Lanstrops, auf Brechten und Holthausen zu.

Kurl ist eine der wenigen CDU-Hochburgen in Dortmund. Jedoch liegt der Stadtteil im gemeinsamen Wahlbezirk mit dem eher sozialdemokratisch geprägten Husen. Aus diesem Grunde erreichte bei den Ratswahlen meistens die SPD einen höheren Stimmenanteil.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 2003 2008 2010 2013
Einwohner 3901 3721 3640 3709

InfrastrukturBearbeiten

In Kurl findet sich der Bahnhof Kurl auf der Magistrale Dortmund–Hamm, das St.-Elisabeth-Krankenhaus, einiges an Gewerbe und auch noch landwirtschaftliche Betriebe.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Katholische KircheBearbeiten

In der schlichten einschiffigen Kirche aus dem 18. Jahrhundert findet sich ein kaum beachteter Taufstein aus romanischer Zeit (etwa erste Hälfte des 12. Jahrhunderts). Naive Skulpturen, eine frühe Entwicklung, überziehen die zylindrische Wandung, auf der der Eindruck eines Teppichmusters entsteht. Man erkennt zwei- und vierbeinige Tiere, Engel in primitiver Frontalität, stilisierte Pflanzen, Rosettenkombinationen. Ein unterer Fries besteht aus Stern- und Kreuzmustern, eines der oberen Muster bildet ein schlangenartiges, geflügeltes Wesen mit gewelltem Leib. Als obere und untere Abschlüsse finden sich Tauwülste, die – verdoppelt und flacher behandelt – auch als senkrechte Abgrenzungen der Bildfelder dienen. In ihrer Art erinnern die Skulpturen an die Kapitellplastik in der Kapelle von Drüggelte am Möhnesee, ein Zusammenhang erscheint nicht ausgeschlossen.

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dortmund-Kurl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kurl im Kulturatlas Westfalen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 255.
  2. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  3. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  4. Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31. Dezember 2018 (PDF-Datei)
  5. Arbeitslosenquoten nach statistischen Bezirken am 30. Juni 2017 (PDF-Datei)