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Barop (niederdeutsch: Borop[2]) ist der Statistische Bezirk 61 und zugleich ein südwestlicher Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Er liegt nahe der Technischen Universität Dortmund im Stadtbezirk Hombruch.

Barop
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 29′ 0″ N, 7° 26′ 0″ O
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 1,96 km²
Einwohner: 7528 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.839 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1929
Postleitzahlen: 44225, 44227
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 61
Stadtbezirk AplerbeckStadtbezirk BrackelStadtbezirk EvingStadtbezirk HombruchStadtbezirk HördeStadtbezirk HuckardeStadtbezirk Innenstadt-NordStadtbezirk Innenstadt-OstStadtbezirk Innenstadt-WestStadtbezirk LütgendortmundStadtbezirk MengedeStadtbezirk ScharnhorstKarte
Über dieses Bild
Lage von Barop in Dortmund
Siedlungskern Groß Barop
Margarethenkapelle von 1348 in Klein Barop
Margarethenkapelle, Chor
Rüpingsbach vor der Renaturierung in Barop

GeographieBearbeiten

Barop liegt etwa vier Kilometer südwestlich der Dortmunder Innenstadt auf einer durchschnittlichen Höhe von 99 m ü. NHN. Da sich die Siedlungsgebiete jedoch vom Tal des Rüpingbachs bis auf den Ostenberg erstrecken, sind deutliche Höhenunterschiede vorhanden. Der Stadtteil besteht aus mehreren größeren Siedlungsbereichen.

Im Westen liegen die eher dörflich geprägten Ortsteile Groß-Barop (niederdeutsch: Grautborop[2]) und Klein-Barop. Dieser Bereich ist überwiegend von bürgerlichen Ein- bis Zweifamilienhäusern sowie einer Vielzahl historischer Fachwerkbauten geprägt. Zudem entstanden insbesondere in Klein-Barop eine Vielzahl an Studentenwohnungen. Groß-Barop und Klein-Barop werden zum statistischen Bezirk Universität gezählt.

Den größten Siedlungsbereich Barops stellt das eher städtisch geprägte Gebiet um den Krückenweg, die Stockumer Straße und den Bahnhof Dortmund-Barop dar. Dieser Bereich ist von sehr gemischter Wohnbebauung geprägt. Während hier die zentralen Wohnlagen überwiegend durch Mehrfamilienhäuser geprägt sind, überwiegt am Ortsrand Einzelhausbebauung. Die an die Bolmke angrenzende Wohnlage um den Helenenbergweg ist von großzügigen Einfamilienhäusern und Villen geprägt.

Seit 2001 ist Barop zudem der Ortsteil Schönau eingegliedert, der in der Bauweise einer Gartenstadt errichtet wurde.

Alle Nachbarorte sind ebenfalls Dortmunder Stadtteile, nach Westen schließt sich Eichlinghofen an, im Südwesten Menglinghausen. Im Südosten grenzt Barop an Hombruch, im Osten an Renninghausen und im Nordosten schließt sich an das ebenfalls zu Barop gehörige Schönau bereits die Dortmunder Innenstadt an. Im Norden begrenzt die Bundesstraße 1 den Stadtteil, die Gebiete nördlich dieser Straße gehören zu Dorstfeld.

Durch Barop fließen die Emscher sowie der Rüpingsbach, welcher in Schönau in die Emscher mündet.

GeschichteBearbeiten

Durch archäologische Funde ist eine germanische Siedlung im Bereich des Ortes Barop bereits aus den Jahren um 500 n. Chr. belegt. 1229 wurde Barop unter dem Namen Bardorpe erstmals urkundlich erwähnt und diente seit dem frühen Mittelalter als Rittersitz der Ministerialenfamilie Badorpe (später Barop).

Etwa im Jahr 1920 wurden Eichlinghofen, Menglinghausen, Persebeck und Salingen eingegliedert. Am 1. August 1929 wurde Barop nach Dortmund eingemeindet.[3]

Die MargarethenkapelleBearbeiten

→ Hauptartikel: Margarethenkapelle (Barop)

Das älteste noch erhaltene Gebäude des Stadtteils ist die Margarethenkapelle aus dem 14. Jahrhundert, ursprünglich eine Filiale von St. Reinoldi in Dortmund. Die der hl. Margaretha geweihte Kapelle wurde nach dem Muster der westfälischen Hallenkirchen mit gerade geschlossenem Chor errichtet. 1348 wurde das Gebäude erstmals urkundlich erwähnt. 1655 wurde Barop eine eigenständige evangelische Kirchengemeinde. 1829 wurde das ursprüngliche Langhaus abgetragen und unter Erhalt des Chores neu errichtet. An der Ostseite finden sich heute einige verwitternde Grabsteine aus der Zeit um 1800.

Zerstörung und WiederaufbauBearbeiten

1647 zerstörte ein Feuer den Stadtteil nahezu komplett. Nach der Einweihung der Bahnstrecke Elberfeld–Dortmund durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft am 20. Dezember 1848 entwickelte sich um den Bahnhof herum ein Siedlungszentrum und städtische Strukturen entstanden. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Amt Barop innerhalb des Landkreises Dortmund und später des Kreises Hörde einen großen Teil der umliegenden Bereiche. 1888 kam es zu einer Aufteilung in kleinere Ämter, wie das Amt Kirchhörde. Mit der Auflösung des Landkreises Hörde im Jahr 1929 wurde auch Barop nach Dortmund eingemeindet und mit der Gemeindereform 1975 schließlich in den neu gebildeten Stadtbezirk Hombruch eingegliedert. Seit 2001 gehört auch der zuvor eigenständige Stadtteil Schönau nördlich von Klein-Barop zu Barop.

Aufgrund der Nähe der Universität entstanden in Barop ab den 1970er Jahren mehrere Studierendenwohnheime, die entlang der Emil-Figge-Straße sowie auf dem Ostenberg das Siedlungsbild prägen. Außerdem befindet sich zwischen Groß- und Klein-Barop die Ostenberg-Grundschule, die in den Jahren 2004 und 2005 komplett neu gebaut wurde, nachdem das alte Gebäude aus den 1920er Jahren baufällig geworden war.

BevölkerungBearbeiten

Am 31. Dezember 2018 lebten in Barop 7.528 Einwohner.

Struktur der Baroper Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 15,5 % [Dortmunder Durchschnitt: 19,4 % (2016)][4]
  • Altenquote: 31,6 % [Dortmunder Durchschnitt: 30,0 % (2016)][5]
  • Ausländeranteil: 10,8 % [Dortmunder Durchschnitt: 18,2 % (2018)][6]
  • Arbeitslosenquote: 6,1 % [Dortmunder Durchschnitt: 11,0 % (2017)][7]

Das durchschnittliche Einkommen in Barop entspricht etwa dem Dortmunder Durchschnitt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einw.
1987 7415
2003 7684
2008 7595
2010 7493
2013 7524
2016 7480
2018 7528

VerkehrBearbeiten

 
Barop S-Bahnhof

Die wichtigsten Verkehrsverbindungen in Barop sind die Stockumer Straße, eine Ost-West-Verbindung zwischen Hörde und Bochum im Süden des Stadtteils und der Krückenweg, der Barop mit der Dortmunder Innenstadt verbindet. Im Dezember 2009 wurde eine nach dem Ortsteil benannte Anschlussstelle an der A 40 (Nr. 44 „DO-Barop“, auf der Westseite der Schnettkerbrücke) eröffnet, die jedoch geographisch noch Eichlinghofen zuzuordnen ist.

Barop wird von der Stadtbahnlinie U 42 durchquert, die ebenfalls eine Verbindung zum Dortmunder Stadtzentrum und darüber hinaus nach Grevel darstellt. Ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Dortmunder Südwesten ist die Haltestelle Barop Parkhaus, an der neben der Stadtbahn mehrere Stadtbuslinien halten. Etwas weiter südlich existiert auch der Bahnhof Dortmund-Barop, an dem die S-Bahn-Linie 5 von Dortmund nach Hagen hält. Eine Verlegung des Bahnhofs in die Nähe der Haltestelle Barop Parkhaus ist seit längerem im Gespräch, da er derzeit kaum ins Stadtverkehrsnetz eingebunden ist. Eine Umsetzung ist jedoch in der nächsten Zeit nicht zu erwarten.

WirtschaftBearbeiten

Im Bereich des heutigen Stadtteils Hombruch, dessen Gebiet damals zu Barop gehörte, wurde bereits im 18. Jahrhundert Kohle abgebaut, der noch heute bestehende Bahnhof wurde zur Abfuhr der geförderten Kohlen in der Nähe der Zeche Louise Tiefbau angelegt. Auch mehrere Unternehmen der Schwerindustrie siedelten sich in dessen Nähe an. Die Kohleförderung im Baroper Revier wurde mit der Stilllegung der Zeche Glückauf-Tiefbau im Jahr 1925 eingestellt, die Baroper Maschinenfabrik wurde kurz darauf im Jahr 1932 abgewickelt.

Aber auch der Name Hoesch ist über lange Jahre mit Barop verbunden: Die Hoesch AG kaufte und betrieb ebenfalls im Süden des Stadtteils mehrere Stahl- und Walzwerke. Erst 1989 schloss das Baroper Röhrenwerk als letztes Hoesch-Unternehmen des Stadtteils.[8]

Heute befinden sich auf dem ehemaligen Hoesch-Gelände östlich des Bahnhofs mehrere mittelständische Firmen aus dem metallverarbeitenden Bereich und der Energietechnik sowie ein Einkaufszentrum. Weiter nördlich befindet sich ein Weichenwerk, welches seit Ende 2013 geschlossen ist.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dortmund-Barop – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungszahlen in den statistischen Bezirken am 31.12.2018 (PDF)
  2. a b Wilhelm Schleef: Dortmunder Wörterbuch, 1967. (PDF; 3,9 MB)
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 212.
  4. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  5. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  6. Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31. Dezember 2018 (PDF-Datei)
  7. Arbeitslosenquoten nach statistischen Bezirken am 30. Juni 2017 (Memento des Originals vom 25. Juni 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dortmund.de (PDF-Datei)
  8. Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V.
  9. http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44227-Barop~/Weichenwerk-Schreck-Mieves-Einer-der-aeltesten-Industriebetriebe-Dortmunds-macht-zu;art2575,1939199