Hauptmenü öffnen

Gemeindepartnerschaft

Partnerschaft zwischen zwei Städten, Gemeinden oder Regionen
(Weitergeleitet von Partnergemeinde)
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Wegweiser zu den Partnerstädten von Opole

Eine Gemeindepartnerschaft – auch Städtepartnerschaft oder Jumelage – ist eine Partnerschaft zwischen zwei Städten, Gemeinden oder Regionen (Partnerstädte usw.) mit dem Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Internationale kommunale Partnerschaften werden außerdem als Plattform genutzt, um die Demokratisierung in Staaten zu unterstützen, in denen Rechtsstaatlichkeit und Freiheit noch nicht als erreicht angesehen werden („kommunale Außenpolitik“). Die meisten Partnerschaften bestehen zwischen Städten und Gemeinden in verschiedenen Ländern. Nachdem primär westdeutsche Kommunen Patenstadt für Orte in den Ostgebieten wurden, haben deutsch-deutsche Städte- und Gemeindepartnerschaften in Zusammenhang mit der Wiedervereinigung wichtige Beiträge für das Zusammenwachsen geleistet.[1] Eine schwächere Form der Städtepartnerschaft ist die Städtefreundschaft. Sie ist meist zeitlich begrenzt oder bezieht sich nur auf bestimmte Projekte einer Beziehung. Eine noch schwächere Form ist der Städtekontakt, welcher nur eine lose Beziehung zwischen zwei Städten oder Gemeinden darstellt.

GeschichteBearbeiten

 
50 Jahre Städtepartnerschaften (1997)
 
Wandskulptur von Münchens Partnerstädten im Neuen Rathaus

Historisch betrachtet wurde die Städtepartnerschaft Le Mans–Paderborn 836 urkundlich erwähnt; aber eine offizielle Städtepartnerschaft entstand erst 1967.

Seit 1913 pflegen Brugg (Schweiz) und Rottweil (Baden-Württemberg) eine Städtefreundschaft (mittlerweile Städtepartnerschaft) in Anknüpfung an die Zugehörigkeit Rottweils zur Alten Eidgenossenschaft als Zugewandter Ort.[2] Den Anstoß dazu gaben die Männergesangsvereine beider Städte mit gegenseitigen Besuchen.

1921 sind das britische Keighley, West Yorkshire, und Poix-du-Nord im französischen Département Nord eine Städtebeziehung eingegangen in der Form, dass die britische Stadt die französische „adoptierte“; eine offizielle Partnerschaft erfolgte 1986.[3]

Erstmals 1925 wurde eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Kiel und Sonderburg geschlossen. Die nächste wurde 1930 zwischen Wiesbaden und Klagenfurt besiegelt.[4]

Kommunale AußenpolitikBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ab 1947, ausgehend von den britischen Besatzern, freundschaftliche Beziehungen zwischen deutschen und britischen Städten aufgenommen, um Völkerverständigung „von unten“ zu ermöglichen. Zudem förderten sie die Integration Deutschlands in die neue europäische Wertegemeinschaft. Erste Beispiele sind die Partnerschaften Bonns, Düsseldorfs und Hannovers mit Oxford, Reading beziehungsweise Bristol. 2012 kündigte jedoch der Stadtrat im britischen Bishop’s Stortford nach 46 Jahren die Partnerschaft mit dem hessischen Friedberg.[5]

Im Land Baden-Württemberg wurde 1947 die erste deutsch-amerikanische Städtepartnerschaft zwischen Crailsheim und Worthington begründet. 1950 wurde die erste Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Frankreich besiegelt. Die Stadt Ludwigsburg nahm seinerzeit mit der französischen Stadt Montbéliard eine Städtepartnerschaft auf (Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard). Montbéliard, deutsch Mömpelgard, war lange Zeit eine württembergische Exklave in Frankreich. In der Folgezeit nahmen immer mehr Städte in Deutschland freundschaftliche Beziehungen zu Städten anderer Staaten auf.

Als erste deutsche Großstadt besiegelte Wuppertal am 29. September 1977 eine Freundschaftsvereinbarung mit der israelischen Großstadt Be’er Scheva, die Kontakte werden auf deutscher Seite durch einen Freundeskreis organisiert.

Sehr diplomatisch wird die Angelegenheit in Genf gelöst.

Europäische KooperationBearbeiten

1951, zu einem Zeitpunkt zu dem die Idee eines vereinten Europas noch nicht im Zentrum der politischen Debatte stand, gründeten 50 Bürgermeister deutscher und französischer Städte in Genf den Rat der Gemeinden Europas, seit 1984 Rat der Gemeinden und Regionen Europas, (RGRE).[6] Der Rat hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Aussöhnung zwischen den Völkern Europas und die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Damit war eine internationale Grundlage zum Aufbau von Städtepartnerschaften in Europa gegeben. Seit 1955 hat der Rat eine deutsche Sektion mit Sitz in Frankfurt am Main, welche Verein seit 2003 von Wolfgang Schuster als Präsidenten geleitet wird.[7] Frankreich, Deutschland und Polen haben die meisten Verbindungen in der Europäischen Städtepartnerschaftsbewegung.[8]

SolidaritätBearbeiten

1979 wurde der Diktator Somoza in Nicaragua durch einen Volksaufstand vertrieben. Die Solidaritätsbewegung in Europa und USA hat politische Unterstützung geleistet, in den 1980er Jahren wurden verstärkt Städtepartnerschaften initiiert zur Unterstützung der Entwicklung in Nicaragua. Zahlreiche nicaraguanische und deutsche Städte sind durch Städtepartnerschaften und -freundschaften eng miteinander verbunden.[9]

Öffnung des Eisernen VorhangsBearbeiten

 
Unterzeichnung Partnerschaftsvertrags Dresden–Hamburg (1988)

Vertreter Wuppertals gingen im Jahr 1980 neue Wege bei der Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages mit der slowakischen Stadt Košice. Damit war Wuppertal die erste westdeutsche Stadt, die partnerschaftliche Beziehungen zu einer Stadt in der damaligen Tschechoslowakei aufnahm. Im politisch geteilten Europa wurde das zu einem Modellfall für Städtepartnerschaften zwischen Ost und West. Treibende Kraft hinter der Partnerschaft war der damalige Wuppertaler Stadtrat Klaus Kriesche, geboren in der Tschechoslowakei. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Mitglied des Deutschen Bundestages für einen Wuppertaler Wahlkreis und politischer Freund von Kriesche, unterstützte auf Bundesebene.[10] Auf Košicer Seite war der mehrfache Oberbürgermeister Košices (1983–1986, 1994–1999) und späterer Staatspräsident der Slowakei (1999–2004) Rudolf Schuster maßgeblich beteiligt. Im Rahmen dieser Städtepartnerschaft fand 1987 eine Veranstaltung statt, die es so noch nicht gegeben hat: Der Freundschaftslauf Wuppertal-Košice über eine Strecke von 1765 Kilometern war eine Grenzen überschreitende Demonstration für den friedlichen Dialog zwischen Ost und West, organisiert von Kommunalpolitikern, engagierten Bürgern wie Alfred Howad und dem Gewinner der olympischen Goldmedaille Emil Zátopek.[11]

In diesem Zusammenhang ist auch die Vereinigung Freunde im Herzen Europas zu nennen.

Deutsche WiedervereinigungBearbeiten

Ab Mitte der 1980er Jahre erlaubte die Lockerung des Eisernen Vorhangs partnerschaftliche Beziehungen zwischen BRD- und DDR-Gemeinden. Das war zu Beginn eine politisch brisante Angelegenheit. Am 25. April 1986 wurde in Eisenhüttenstadt und am 19. September 1986 in Saarlouis die erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft besiegelt. Diese war vor allem auf die Vermittlungen des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine und des im Saarland geborenen Vorsitzenden des Staatsrats Erich Honecker zurückzuführen. Die zweite deutsch-deutsche Städtepartnerschaft wurde am 26. November 1986 in Lübben im Spreewald und am 12. Dezember 1986 in Neunkirchen im Saarland beschlossen.

Auch Wuppertal schloss früh eine Partnerschaft mit einer DDR-Stadt, Schwerin. Um einen aktiven Beitrag zu gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands zu leisten, wurden nach teilweise zähen Verhandlungen am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar 1987 in Schwerin die Verträge unterzeichnet.[12]

Ähnliches geschah in Aachen. Seit 1985 bemühte sich der Rat der Stadt Aachen um eine Städtepartnerschaft mit einer Kommune in der damaligen DDR. Durch die Vermittlung des Aachener Kunstsammlers Peter Ludwig, der seine persönliche Bekanntschaft mit Generalsekretär Erich Honecker in den Sondierungsprozess einbrachte, wurde eine Verbindung zur Stadt Naumburg hergestellt. Der Austausch war zunächst auf offizielle Begegnungen beschränkt ohne Beteiligung der Bürger. Am 30. Mai 1988 wurde die offizielle Partnerschaftsurkunde in Aachen unterzeichnet.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden Städtepartnerschaften zwischen Ost- und Westkommunen beziehungsweise Ost- und Westkreisen geschlossen, die in erster Linie zur Unterstützung der ostdeutschen Kommunen beziehungsweise Kreise bei den Veränderungen in Politik und Wirtschaft dienten. Deutsch-deutschen Städtepartnerschaften haben nicht zuletzt nach der Wiedervereinigung unverzichtbare Beiträge für die Begegnung und das Zusammenwachsen der Menschen in allen Teilen Deutschlands geleistet.[1] Zum Beispiel unterstützte die Stadt Aachen die Naumburger sachkundig und finanziell beim Aufbau einer neuen Verwaltung. Aachener Unternehmen und Gruppierungen engagierten sich vielseitig in der Partnerstadt. Unmittelbar nach der Vertragserneuerung im Januar 1990 wurde das Bürgerkomitee Aachen-Naumburg „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg e. V.“ gegründet.

Deutsch-Belgischer PartnerstädtetagBearbeiten

Seit 2009 existiert ein Deutsch-Belgischer Partnerstädtetag, der als Einzelveranstaltung die rund 130 Städtepartnerschaften zwischen den beiden Nachbarländern feiern soll.

HeuteBearbeiten

Heute pflegen mehrere tausend Städte und Gemeinden in Deutschland partnerschaftliche Beziehungen mit ebensolchen in Deutschland oder im Ausland. Dabei wurden inzwischen vermehrt auch außereuropäische Städte einbezogen. Die Deutsche Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas führt eine Online-Datenbank über die bestehenden Partnerschaften, Freundschaften und Kontakte deutscher Kommunen (Städte, Gemeinden und Kreise).[13]

Gründung einer PartnerschaftBearbeiten

 
Partnerschaftsurkunde zur Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Falun

Im Vorfeld der Gründung einer Partnerschaft wird meist geprüft, ob es evtl. bereits private Kontakte von Bürgern, örtlichen Kommunalpolitikern oder aber auch von Schulen zu einer Kommune im Ausland gibt, die ggf. intensiviert werden und dann in eine Städtepartnerschaft münden könnten. Sind solche Kontakte nicht vorhanden, werden „partnerschaftswillige“ Kommunen auch von überörtlichen Organisationen vermittelt. Viele Städte, die eine internationale Partnerschaft eingehen wollen, werden auch auf der Webseite des Rates der Gemeinden und Regionen Europas veröffentlicht. Hier werden etwa auch Musterverträge für Partnerschaften veröffentlicht.

Treffen verschiedene Kriterien zu – von Bedeutung ist dabei auch die Entfernung –, kommt es zu einem Besuch der Verwaltungsspitze, des Bürgermeisters oder des Gemeinderates und einem entsprechenden Gegenbesuch. Ein positives Echo führt dann meist zur formellen Aufnahme einer Städtepartnerschaft, die mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt wird.

In der Folgezeit werden je nach Engagement der Städte oftmals jährliche Besuche organisiert. Die Initiative hierzu geht entweder von der Stadtverwaltung oder gelegentlich auch von Vereinen aus. Die Besucher sollen in der Regel bei privaten Gastgebern untergebracht werden, was das Zusammenwachsen der Völker fördert. Nehmen Vereine an einem solchen Austausch teil, so werden nicht selten gemeinsame Veranstaltungen, etwa Wettkämpfe (bei Sportvereinen) oder Konzerte (bei Musikvereinen oder Chören) veranstaltet.

Einen bislang einmaligen Weg, ihre Städtepartnerschaften dauerhaft lebendig zu gestalten, geht die Stadt Osnabrück: Sie tauscht mit ihren Partnerstädten sogenannte Städtebotschafter aus. Dabei handelt es sich um junge Leute, die ein Jahr lang in der jeweiligen Partnerstadt leben und in deren Verwaltung mitarbeiten. Dort erfüllen sie alle Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft anfallen.

Gemeinden, die intensive europäische Partnerschaftskontakte unterhalten, können sich auch um Auszeichnungen des Europarats bewerben. Bei diesem Europapreis gibt es folgende Formen von Ehrungen: „Europadiplom“, „Ehrenfahne“, „Europaplakette“ und „Europapreis“. Diese werden stufenweise vergeben, so dass zunächst eine Bewerbung um das Europadiplom erfolgen muss. Wird dieses gewährt, kann sich die Kommune später um die Ehrenfahne etc. bewerben.

Gründe für Städte- und GemeindepartnerschaftenBearbeiten

 
Partnerschaftsgarten in Cholon (Israel)

Sinn und Zweck von Städte- und Gemeindepartnerschaften ist das freiwillige Zusammenfinden von Menschen über Grenzen hinweg. In der Vergangenheit haben sich daher Städte nach entsprechenden Partnerstädten umgesehen. Dabei spielt die Größe der Stadt oder Gemeinde, ihre Struktur (zum Beispiel ländlich geprägt oder Industriegemeinde) sowie beispielsweise auch das Vereinsleben eine besondere Rolle.

 
Städtepartnerschaft von Dull und Boring
 
Städtepartnerschaft Zalaegerszeg (Ungarn)

In vielen Fällen beruht die Partnerschaft auf gemeinsamen Eigenschaften der Städte und Gemeinden:

Namensgleichheit oder -ähnlichkeit

Persönliche Beziehungen

Wirtschaftliche und geographische Ähnlichkeit

Ähnliche Geschichte

Ähnliche kulturelle Feste

Wirkungsstätte bedeutender Persönlichkeiten

Vergangenheitsbewältigung/Versöhnung


Religiöse Beziehungen

EU-Partnerschaften

Expertenaustausch

  • Kommunen verfügen über spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, zum Beispiel zur Daseinsvorsorge für Wasser, Abwasser, Entsorgung, aber auch bei dem Aufbau von Einwohnermelderegistern und in Zusammenhang mit Haushaltsführung. Diese Expertisen werden im Rahmen von Partnerschaftsarbeiten genutzt.

Darüber hinaus gibt es auch Städtepartnerschaften, bei denen entwicklungspolitische Aspekte oder die Lokale Agenda 21 im Vordergrund stehen (sogenannte kommunale Entwicklungspartnerschaften, Nord-Süd-Partnerschaften bzw. Agenda-Partnerschaften und Klimapartnerschaften):

Lokale Agenda 21

Kommunale Entwicklungspartnerschaft

Gemeinden an den vier Enden Deutschlands („Zipfelbund“): List auf Sylt im Norden, Oberstdorf im Süden, Selfkant im Westen, Görlitz im Osten

Es gibt jedoch auch Beispiele, wo Gegensätze zutreffen:

Kommunale EntwicklungspartnerschaftenBearbeiten

Kommunale Entwicklungspartnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil deutscher Entwicklungspolitik. Kooperationen deutscher Kommunen mit Kommunen des Globalen Südens tragen dazu bei, nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen wie Klimawandel, Migrationsbewegung und Verstädterung zu finden. Über 650 Kommunen aus Deutschland pflegen Beziehungen zu Städten, Landkreisen und Gemeinden in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.[19]

Die ersten Partnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland und im Globalen Süden entstanden in den 1960er Jahren.[20] Waren die Gründe für eine Partnerschaft in der Vergangenheit oft politisch motiviert oder von der Idee, Hilfe zu leisten, geprägt, steht heute oft die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung im Mittelpunkt. Im Sinne des Ziels 17 der Agenda 2020 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ werden unter anderem Projekte umgesetzt, die nachhaltige Lösungen im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen bieten.[21]

Bei der Zusammenarbeit mit Kommunen im Globalen Süden werden deutsche Kommunen finanziell und beratend von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.[22] Das BMZ fördert außerdem Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Durch solche Kooperationen werden oft größere Programme, zum Beispiel der Ausbau wirtschaftlicher und sozialer Infrastruktur, oder die Verbesserung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung umgesetzt.[23]

Die Formen der Zusammenarbeit mit Kommunen des Globalen Südens sind vielfältig: sie reichen von internationaler Vernetzung im Rahmen von Veranstaltungen über zeitlich begrenzte Projekte bis hin zu langjährigen Städtepartnerschaften. Von der Zusammenarbeit und dem Fachaustausch in Entwicklungspartnerschaften profitieren alle Akteure:

  • Durch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch wird interkulturelle Kompetenz gestärkt.
  • Bürger werden für die Zusammenhänge globaler Themen und lokaler Nachhaltigkeit sensibilisiert.
  • Zusätzlich lernen die Bürger, zugewanderte Menschen und ihre Herkunft besser zu verstehen. Die Zusammenarbeit unterstützt somit auch die Integration.[24]

DreieckspartnerschaftenBearbeiten

 
Trilaterale Partnerschaft

Multilaterale Städtepartnerschaften sind die Neue Hanse sowie einige Verbindungen von Städten, die sich Europastadt nennen.

ZahlenBearbeiten

Die Stadt mit den meisten Städtepartnerschaften in Deutschland ist Köln mit 24 Partnerschaften. Dahinter liegen Berlin (17), Darmstadt (15) und Nürnberg (14), die meisten deutschen Großstädte zählen jedoch weniger als 10 Städtepartnerschaften. Als einzige deutsche Großstadt besitzt Ulm keine offizielle Partnerstadt. Unter Österreichs Städten sind Städtepartnerschaften deutlich häufiger; herausragend sind Linz mit derer 18 und Klagenfurt mit 16;[13] in der Schweiz dagegen ist diese Institution wenig verbreitet. Frankreich und Polen stellen rund fünfzig Prozent der Partnerkommunen deutscher Städte, Gemeinden und Kreise.[8]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kai Pfundheller: Städtepartnerschaften – alternative Außenpolitik der Kommunen. Barbara Budrich. Opladen / Berlin / Toronto 2014, ISBN 978-3-8474-0159-9.
  • Rolf Massin: "Der Weg zum Miteinander – Geschichte und Geschichten ausgewählter europäischer Städtepartnerschaften. Anno-Verlag, Ahlen 2014, ISBN 978-3-939256-19-9.
  • Lucie Filipová: Erfüllte Hoffnung: Städtepartnerschaften als Instrument der deutsch-französischen Aussöhnung, 1950–2000, Aus dem tschechischen Original: Francouzi a Němci na cestě ke sblížení, übersetzt von Nina Lohmann (= IEG – Institut für Europäische Geschichte: Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 237: Abteilung für Universalgeschichte), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-10139-1 (Überarbeitete Dissertation Karls-Universität Prag 2012, 409 Seiten, graphische Darstellungen).[28]
    • Francouzi a Němci na cestě ke sblížení: partnerství měst a obcí (1950–2000), Academia, Praha, 2013, ISBN 978-80-200-2217-2 (Dissertation Karls-Universität Prag 2012, 450 Seiten, Zusammenfassung deutsch und französisch).[29]
  • Kai U. Jürgens: „Die Spur ist die Mutter des Weges.“ Tallinn und Kiel – Die Geschichte einer Städtepartnerschaft. Ludwig Verlag, Kiel 2006, ISBN 3-937719-44-X.
  • Albert Statz, Charlotte Wohlfarth: Kommunale Partnerschaften und Netzwerke. Ein Beitrag zu einer transnationalen Politik der Nachhaltigkeit, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2010, ISBN 978-3-86928-028-8 (Download; PDF; 1,1 MB)
  • Antonia Stock: „Städtepartnerschaft und interkulturelle Begegnung – ausgewählte deutsche Städte und ihre Partner im Ausland“. Magisterarbeit Internationales Informationsmanagement. Universität Hildesheim. Fachbereich III Informations- und Kommunikationswissenschaften. Hildesheim 2005. Download (PDF; 2,3 MB)-
  • Nicki Pawlow: „Innerdeutsche Städtepartnerschaften“. Verlag Gebr. Holzapfel, Berlin 1990, ISBN 3-921226-37-6

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Städtepartnerschaften – Instrument der „kommunalen Außenpolitik“ der Städte und Gemeinden. Abgerufen am 5. September 2016.
  2. Vgl.: Winfried Hecht: Rottweil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.; Partnerschaft mit der Stadt Brugg. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Rottweil, 22. Oktober 2004, archiviert vom Original am 9. April 2014; abgerufen am 11. Februar 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rottweil.de
  3. Susan Handley: Take your partners: The local authority handbook on international partnerships. In: Local Government International Bureau, London. 2006, S. 4, archiviert vom Original am 17. Juli 2011; abgerufen am 15. Januar 2017.
  4. Annemie Buchloh: Städtepartnerschaften. In: Der Städtetag. Mitteilungen des deutschen Städtetags 13 (1960), S. 437ff.
    Deutscher Städtetag (Hrsg.): Der Städtetag. Kohlhammer, Stuttgart 1968, S. 287 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    Günter Püttner: Handbuch der kommunalen Wissenschaft und Praxis: Band 2: Kommunalverfassung. 2. Auflage, Springer, Berlin/New York 2007, ISBN 3-540-10993-5, S. 510 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    Hans-Jörg Bücking: Entwicklungspolitische Zusammenarbeit in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Duncker & Humblot, Berlin 1998, ISBN 3-428-09425-5, S. 70 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Ende einer Beziehung. Abgerufen am 11. August 2014.
  6. Council of European Municipalities and Regions (CEMR). Abgerufen am 11. August 2014.
  7. Rat der Gemeinden und Regionen Europas – Homepage. Abgerufen am 11. August 2014.
  8. a b RGRE: Neueste Zahlen zu Städtepartnerschaften in Europa. Abgerufen am 11. August 2014.
  9. Deutsche Botschaft Managua – Städtepartnerschaften. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. August 2014; abgerufen am 12. August 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.managua.diplo.de
  10. Städtepartnerschaft Kosice und Wuppertal: Mit Leben erfüllt. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 11. Januar 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.wuppertal.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Kaiserlinden als Denkmal für Alfred Howad und Emil Zátopek. Abgerufen am 12. Juni 2016.
  12. Uta Rüchel: Schwerin – Wuppertal: Von den Anfängen einer grenzüberschreitenden Partnerschaft, Taschenbuch, Schwerin 2012 (Memento des Originals vom 12. August 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landesbeauftragter.de
  13. a b Datenbank der kommunalen Partnerschaften
  14. http://www.verlerland.de/98.html
  15. Städtepartnerschaft Treptow-Köpenick – Cajamarca/Peru
  16. Aachen-Kapstadt Partnerschaft Aachen – Kapstadt
  17. Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg – San Rafael del Sur e.V.
  18. Lexikon der Superlative. Außerordentliches und Kurioses aus der Welt der Rekorde – Ausgabe 2000. Bertelsmann, 2000, ISBN 3-577-10431-7.
  19. Partnerschaftlich verbunden. In: https://www.welt-sichten.org/. Welt-Sichten, Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit, abgerufen am 9. September 2019.
  20. Starke kommunale Partner. Wie Städte, Gemeinden und Landkreise sich für globale Nachhaltigkeit engagieren. In: Welt-Sichten, Dossier 7-2019. Welt-Sichten. Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit, abgerufen am 9. September 2019.
  21. Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen. Abgerufen am 9. September 2019.
  22. Länder- und regionenbezogene Partnerschaften. In: https://skew.engagement-global.de/. Abgerufen am 9. September 2019.
  23. Integrierte Entwicklungspartnerschaften. Abgerufen am 9. September 2019.
  24. Dialog Global Partner für eine Welt – Gestaltung und Nutzen kommunaler Partnerschaften. In: Dialog Global Nr. 9. Abgerufen am 9. September 2019.
  25. Werner Theis: Partnerschaftsvereinbarung zwischen den Städten Nantes – Tbilissi – Saarbrücken, in: Städtepartnerschaft Saarbrücken – Nantes 1965 bis 1987. Hrsg.: Landeshauptstadt Saarbrücken, Amt für Ratsangelegenheiten. Saarbrücken 1988.
  26. Seite des Städtepartnerschaftsvereins von Witzenhausen
  27. Vereinbarung der Partnerschaft zwischen den drei Städten
  28. Christian Rau, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, Abteilung Berlin: Rezension H-Soz-Kult, 11. August 2015
  29. Karlsuniversität