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Bergen (Chiemgau)

Gemeinde im Landkreis Traunstein in Bayern

GeografieBearbeiten

 
Blick auf Bergen vom Hochfelln aus

Bergen liegt in der Planungsregion Südostoberbayern. Nächste größere Stadt ist das ca. 10 km entfernte Traunstein.

GemeindegliederungBearbeiten

Die 33 Ortsteile sind[2]:

Es gibt die Gemarkungen Bergen, Bergener Forst und Holzhausen.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Das Gemeindegebiet war schon vor Christi Geburt besiedelt. Vom ersten bis zum fünften Jahrhundert n. Chr. war es Teil des römischen Imperiums, was etwa die Villa rustica in Holzhausen bezeugt. Bergen wurde 924 als Perch oder Perga in einer Urkunde des Erzbistums Salzburg erstmals urkundlich genannt.[3] 959 ging Bergen an Salzburg, 1275 wurde es wieder bayerisch.

Die Geschichte Bergens ist eng verknüpft mit dem 1562 gegründeten Eisenhüttenwerk Bergen, das seit 1824 Maxhütte hieß. Es zählte zu den größten Hüttenwerken Süddeutschlands und war bis zu seiner Schließung 1932 ein industrieller Mittelpunkt des Chiemgaus. Seit den 1950er Jahren erlebt der Tourismus einen Aufschwung. 1971 wurde die Seilbahn auf den 1671 m hohen Hochfelln fertiggestellt.

Bergen gehörte zum Rentamt Burghausen und zum Landgericht Marquartstein des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Bergen.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform wurden am 1. Januar 1972 zehn Ortsteile der aufgelösten Gemeinde Holzhausen eingegliedert.[4] Seit 1978 bildet die Gemeinde Bergen eine Verwaltungsgemeinschaft mit Vachendorf.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2450 Einwohner
  • 1970: 2831 Einwohner
  • 1987: 3542 Einwohner
  • 1991: 4007 Einwohner
  • 1995: 4412 Einwohner
  • 2000: 4605 Einwohner
  • 2005: 4831 Einwohner
  • 2010: 4912 Einwohner
  • 2015: 4893 Einwohner

PolitikBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 wurden in Bergen ein neuer Bürgermeister und ein neuer Gemeinderat gewählt.

BürgermeisterBearbeiten

Nachdem Bernd Gietl (CSU) altersbedingt nicht mehr zur Wahl antreten durfte, gab es vier Bewerber um das Bürgermeisteramt. Im ersten Wahlgang bekamen Josef Schweiger (SPD/FWG) und Stefan Schneider (Grüne Liste) die meisten Stimmen und fanden sich am 30. März 2014 in der Stichwahl wieder. Mit elf Stimmen Vorsprung konnte sich Josef Schweiger(SPD/FWG) durchsetzen und trat somit die Nachfolge von Bernd Gietl an. Nach nur wenigen Wochen legte Schweiger jedoch aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Im November 2014 stand somit eine Neuwahl an, bei der sich Stefan Schneider (Grüne Liste) mit 59,0 % gegen seine Mitbewerber Josef Gehmacher (CSU) und Sonja Brunner (ÜW) durchsetzte.

GemeinderatBearbeiten

Bei der Gemeinderatswahl 2014 musste die CSU/BBU eine Niederlage einstecken. Sie stellt mit Lorenz Knirsch, Josef Gehmacher, Torsten Lohner, Thomas Rodler und Michael Utzmeier nur noch fünf (zuvor acht) Gemeinderäte. Die Grüne Liste Bergen gewann einen Sitz hinzu und stellt mit Bürgermeister Stefan Schneider, Katharina Hallweger, Monika Mitterer, Kristian Krammer und Peter Hallweger ebenfalls fünf Gemeinderäte. Die SPD/FWG stellt zukünftig drei Gemeinderäte. Da Josef Schweiger auch aus dem Gemeinderat ausschied, sind zukünftig nur noch Josef Parzinger, als jüngstes Mitglied, sowie Albert List und Georg Steiner vertreten. Die UW/BBH ist durch Herbert Berger, Hans-Jörg Schürf und Sonja Brunner mit drei Gemeinderäten (zuvor zwei) im Bergener Gemeinderat vertreten.

Parteien in Bergen (Chiemgau)Bearbeiten

Die in Bergen am längsten aktive und älteste Partei ist die SPD mit der Gründung im Jahr 1919. Die CSU gibt es in der Gemeinde seit 1966 und den Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen seit dem Jahr 2013.

WappenBearbeiten

Seit November 1970 hat Bergen ein eigenes Gemeindewappen. Blasonierung: Geteilt von Silber und Blau; oben schräg gekreuzt zwei schwarze Eisenhämmer, unten drei, zwei zu eins gestellte, sechsstrahlige goldene Sterne.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Brie-Comte-Robert und Bagnolo Mella sind ebenfalls durch eine Partnerschaft verbunden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

2013 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 220 und im Bereich Handel und Verkehr 162 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 273 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1562. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 41 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 861 ha, davon waren 839 ha Dauergrünfläche.[5]

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Bergen (Oberbay) ist ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Die A 8 von München nach Salzburg verläuft nördlich angrenzend am Ortsteil Bernhaupten.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2011 gab es folgende Einrichtungen:

  • vier Kindertageseinrichtungen mit 187 Plätzen, davon waren 182 belegt
  • eine Grund- und Mittelschule mit 17 Lehrern und 221 Schülern

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/172822&attr=OBJ&val=550
  3. Gotthard Kießling, Dorit Reimann: Landkreis Traunstein (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.22). Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu 2007, ISBN 978-3-89870-364-2. S. 42
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik