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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marquartstein
Marquartstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marquartstein hervorgehoben

Koordinaten: 47° 45′ N, 12° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Verwaltungs­gemeinschaft: Marquartstein
Höhe: 545 m ü. NHN
Fläche: 13,42 km2
Einwohner: 3247 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 242 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83250
Vorwahl: 08641
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 129
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
83250 Marquartstein
Website: www.marquartstein.de
Bürgermeister: Andreas Scheck
Lage der Gemeinde Marquartstein im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Marquartstein ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Marquartstein. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Piesenhausen, Pettendorf und Niedernfels. Marquartstein ist ein Fremdenverkehrsort, bekannt durch den Märchenpark Marquartstein.

GeografieBearbeiten

 
Marquartstein mit Piesenhausen und Niedernfels

Geografische LageBearbeiten

Marquartstein liegt im Chiemgau etwa zehn Kilometer südlich des Chiemsees im Tal der Tiroler Achen. Der Fluss teilt den Ort in zwei Hälften. Östlich liegt Alt-Marquartstein mit der Burg Marquartstein, auf der anderen Seite befinden sich die Pfarrkirche Heiligblut und das Rathaus. Die beiden Ortsteile werden durch zwei Brücken miteinander verbunden.

Ungefähr auf der Höhe von Marquartstein öffnet sich das Achental in Richtung Norden.

GemeindegliederungBearbeiten

Die 20 Ortsteile sind[2]:

GeschichteBearbeiten

Die Gründung der Burg Marquartstein fällt in das Jahr 1075. Marquartstein war vor 1803 Sitz eines bayrischen Pflegamts. Im Jahre 1803 erfolgten die Aufhebung des Pfleggerichts Marquartstein und die Eingliederung in das Landgericht Traunstein. 1884 erfolgte der Bau der Lokalbahn Übersee-Marquartstein, die aufgrund der Zementfabrik des Georg Pfann und dessen schnellbindendem Zementprodukt „Egerndach Roman“ eine der rentabelsten Bayerns war. Im Jahr 1968 wurde der Personenverkehr eingestellt und 1992 auch der Güterverkehr. Das stark verfallene alte wittelsbachische Pflegeschloss Marquartstein wurde ab 1857 an privat verkauft und durch Cajetan Freiherr von Tautphoeus wiedererrichtet. Am 1. April 1938 wurde Marquartstein eine selbständige politische Gemeinde, die aus Teilen der Gemeinden Grassau, Schleching und Unterwössen[3] sowie der Forstbezirke Marquartstein und Piesenhausen gebildet wurde. Im Jahre 1962 wurden die drei Ortschaften Niedernfels, Pettendorf und Piesenhausen von der Gemeinde Grassau in die Gemeinde Marquartstein umgemeindet. Seit 1978 bilden die Gemeinden Staudach-Egerndach und Marquartstein eine Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Marquartstein.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

  • 1. Bürgermeister: Andreas Scheck
  • 2. Bürgermeisterin: Claudia Kraus

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten; links in Silber ein schwarzer Giebel mit vier Stufen, rechts in Blau zwei gekreuzte silberne Pilgerstäbe, auf der Kreuzung belegt mit einer silbernen Pilgermuschel.

Der Stufengiebel ist das auf Siegeln aus dem 14. Jahrhundert überlieferte Wappenbild der um 1400 erloschenen Adelsfamilie von Hohenstein. Die Grafen von Hohenstein gelten als Gründer der Burg Marquartstein im späten 11. Jahrhundert, also in einer Zeit, als es noch keine Wappen gab. Die Burg kam schon vor 1150 in den Besitz der Grafen von Kraiburg-Ortenburg (ausgestorben 1248). Ein Engelbert von Hohenstein war nach 1276 herzoglich bayerischer Burgpfleger. Das hintere Feld zeigt in Abwandlung das Wappen der Freiherren von Tautphoeus (zwei gekreuzte silberne Pilgerstäbe, begleitet von vier silbernen Muscheln). Cajetan von Tautphoeus erwarb das verfallene Pflegerschloss 1857 und ließ es restaurieren. Das Gemeindewappen basiert auf einem Entwurf von Helmut von Tautphoeus.[4]

PartnerschaftsabkommenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die nächstliegende Autobahn ist die A8 München-Salzburg. Einigen Durchgangsverkehr bringt die B 305 Bernau – Marquartstein – Reit im Winkl, die mitten durch den Ort läuft.

Der nächstliegende Bahnhof ist der Bahnhof Übersee an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Die Bahnstrecke Übersee–Marquartstein wurde von 1885 bis 1992 betrieben, im Personenverkehr bis 1968. Das Bahnhofsgebäude in Marquartstein wurde 2000 abgerissen.

Die Verkehrsbedienung im ÖPNV erfolgt heute durch die Buslinien 9505 (Reit im Winkl – Marquartstein – Prien), 9508 (Marquartstein – Bergen) und 9509 (Reit im Winkl – Marquartstein – Übersee – Traunstein) der DB-Tochter Regionalverkehr Oberbayern.[5]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

 
Chiemgau-Klinik in Marquartstein

Marquartstein beheimatet einige touristische Einrichtungen (darunter der Sessellift auf die westlich gelegene Hochplatte und ein Märchen-Erlebnispark), sowie eine Vielzahl an Pensionen und Gaststätten wie die umliegenden Achentalgemeinden.

Ein bis heute nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor in der dörflichen Umgebung der Region ist die alteingesessene Chiemgau-Klinik im Ortsteil Geisenhausen, ehemals Kureinrichtung der Deutschen Bundesbahn, heute der „Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See“.

In den 2010er-Jahren haben sich außerdem durch die Entstehung eines Gewerbegebietes am nördlichen Dorfrand weitere mittelständische Unternehmen in Marquartstein angesiedelt, darunter beispielsweise die Druckerei Linus & Wittig, sowie der Gleitschirmhersteller Skywalk.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Bedeutung erlangt der kleine Ort in erster Linie als Bildungszentrum des Achentals. Neben der Grundschule in Marquartstein und der privaten Franz von Sales-Heimvolksschule im Schloss Niedernfels gibt es südlich der Kreisstadt Traunstein nur hier eine Realschule, die Achental-Realschule Marquartstein, und ein Gymnasium, das Staatliche Landschulheim Marquartstein mit zugehörigem Internat.

BauwerkeBearbeiten

 
Hofwirth zur Post

Die historische Burg Marquartstein aus dem Jahre 1075, erbaut durch Ritter Marquart II. befindet sich nach einer kompletten Renovierung in den 1990er-Jahren im Privatbesitz des Münchner Kunsthändlers Konrad O. Bernheimer (keine Besichtigung möglich).

Der Gasthof Hofwirth zur Post gilt als einer der ältesten Gasthöfe im gesamten Chiemgau und wurde aufwändig saniert. Der Komponist Richard Strauss soll hier regelmäßiger Gast gewesen sein.

Die Hochplattenbahn ist ein 1973 erbauter 1330 Meter langer Doppelsessellift, der von der auf 560 m ü. NN gelegenen Talstation Marquartstein zur Bergstation auf der Hochplatte in 1110 Metern Höhe führt. Die Hochplattenbahn wurde von der Firma Doppelmayr erbaut und verfügt über 17 Stützen.

Die bereits um 1637 erbaute Schnappenkirche liegt in 1116 m Höhe auf dem Schnappenberg.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Der Komponist Richard Strauss war oft in Marquartstein und heiratete dort, da die Familie seiner Braut am Ort eine Sommervilla besaß. Auch einige seiner Kompositionen, darunter die Oper Feuersnot entstanden hier.
  • Der Zentrumspolitiker Heinrich Haslinde starb am 26. November 1958 in Marquartstein.
  • Christoph Probst, Mitglied im engsten Kreis der „Weißen Rose“, einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, ging in der Internatsschule Marquartstein zur Schule.
  • Die deutsche Erzählerin und Schriftstellerin Elsa Sophia von Kamphoevener („An Nachtfeuern der Karawan-Serail“) lebte in Marquartstein bei ihrer Freundin Ilse Wilbrandt von 1952 bis zu ihrem Tod 1963.
  • Der Schriftsteller William Quindt verbrachte seinen Lebensabend in Marquartstein, wo er auch starb.
  • Der deutsche Schriftsteller, Übersetzer und Verleger Ilija Trojanow besuchte von 1979 bis 1981 das Landschulheim Marquartstein.
  • Der Schauspieler Richard Lauffen starb 28. August 1990 in Marquartstein.
  • Der Fotograf Peter Keetman starb am 8. März 2005 in Marquartstein.
  • Die Schauspielerin Elisabeth Wiedemann lebte zuletzt in Marquartstein und starb hier am 27. Mai 2015.
  • Der Journalist und Klatschreporter Paul Sahner hatte im Marquartsteiner Ortsteil Lanzing sein Wochenenddomizil und starb dort am 7. Juni 2015.
  • Der Musikethnologe Marius Schneider verbrachte seine letzten Lebensjahre in Marquartstein.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/204206&attr=OBJ&val=559
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.
  4. Wappengeschichte in der Datenbank des Hauses der bayerischen Geschichte; abgerufen am 25. Januar 2019.
  5. Liniennetzplan Oberbayern. Abgerufen am 30. April 2019 (PDF).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marquartstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien