Seeon-Seebruck

Gemeinde in Deutschland

Seeon-Seebruck ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt nördlich des Chiemsees im Chiemgau. Sie besteht aus den drei ehemals selbständigen Gemeinden Seebruck, Seeon und Truchtlaching.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seeon-Seebruck
Seeon-Seebruck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeon-Seebruck hervorgehoben

Koordinaten: 47° 58′ N, 12° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 47,92 km2
Einwohner: 4488 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 83358, 83370, 83371, 83376
Vorwahl: 08667
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 143
Gemeindegliederung: 66 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstraße 10
83358 Seebruck
Website: www.seeon-seebruck.de
Bürgermeister: Martin Bartlweber[2] (FWS/FWGS/PWT)
Lage der Gemeinde Seeon-Seebruck im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Kloster Seeon
Blick vom Seeufer.
Altar in der Klosterkirche

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Südostoberbayern.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Seeon-Seebruck hat 66 Ortsteile[3]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Seebruck, Seeon, Truchtlaching. Seebruck liegt am Ausfluss der Alz am Nordufer des Chiemsees, Seeon an einer kleinen Seenplatte rund vier Kilometer nördlich des Chiemsees. Der Gemeindeteil Truchtlaching liegt rund fünf Kilometer nördlich des Chiemsees an der Alz.

GeschichteBearbeiten

Bis zur Gründung der GemeindenBearbeiten

Seeon wurde erstmals im Jahre 924 mit der Gründung des Benediktiner-Klosters Seeon erwähnt und gehörte als eine geschlossene Hofmark bis 1803 zum Herrschaftsgebiet des Klosters.

Seebruck entstand 50 n. Chr. und war zur Römerzeit unter dem Namen Bedaium ein bedeutender Ort. Er diente als Stützpunkt auf der Fernstraße von Salzburg nach Augsburg und war als solcher auch in der Tabula Peutingeriana eingezeichnet. Die Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan wurde 1474 bis 1478 erbaut und steht auf dem Platz des ehemaligen römischen Kastells.

Die Truchtlachinger Ortsadeligen waren Ministerialen des Erzbischofs von Salzburg und der Grafen von Kraiburg bzw. der Pfalzgrafen von Bayern. Im Jahre 1347 erhielten sie das Recht zur Zollerhebung an der Alzbrücke. Später war Truchtlaching eine geschlossene Hofmark des Klosters Baumburg, die mit ihm 1803 aufgelöst wurde.

Seebruck, Seeon und Truchtlaching wurden 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern selbstständige politische Gemeinden.

FusionBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform kam es am 1. Januar 1980 zum Zusammenschluss der drei Gemeinden.[4] Im Zuge dieser Gemeindebildung wurden Seebruck und Truchtlaching aus der Verwaltungsgemeinschaft Chieming und Seeon aus der Verwaltungsgemeinschaft Obing entlassen.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.555 auf 4.519 um 964 Einwohner bzw. um 27,1 %.

Jahr Einwohner
1961 2802
1970 3015
1987 3426
1991 4061
1995 4242
2000 4345
2005 4510
2010 4618
2015 4558

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Seit 1. Mai 2020 ist Martin Bartlweber (FWS/FWGS/PWT) der Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck. Er wurde mit 53,60 % (1470) Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 73,64 % zum ersten Mal gewählt.[2]

GemeinderatBearbeiten

Die Gemeinderatswahlen 2020 führten zu folgender Sitzverteilung:[6]

  • CSU 5 Sitze
  • Freie Wählergruppe Seeon (FWS) 3 Sitze
  • Parteifreie Wählerschaft Truchtlaching (PWT) 3 Sitze
  • Grüne 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Seebruck (FWGS) 2 Sitze

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.310.000 Euro, davon waren umgerechnet 533.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter einem blauen Schildhaupt, darin über silbernen Wellen eine silberne Brücke, gespalten; vorne in Silber aus schwarzem Dreiberg wachsend ein rotes Seeblatt an gebogenem Stängel, hinten in Rot ein gekrümmter und geflügelter silberner Fisch.“

„Das dreiteilige Gemeindewappen dokumentiert die 1980 erfolgte Bildung der Gemeinde Seeon-Seebruck aus den früher selbstständigen Gemeinden Seeon, Seebruck und Truchtlaching. Die Brücke über den Wellen im Schildhaupt ist als für den Gemeindenamen redendes Bild aus dem früheren Wappen von Seebruck übernommen. Das aus dem schwarzen Dreiberg wachsende Seeblatt vorne gibt das Wappen der Benediktinerabtei Seeon wieder und wurde bereits von der Gemeinde Seeon seit 1970 im Wappen geführt. Das Klosterzeichen im Gemeindewappen weist auf die enge Verbindung hin; das Dorf Seeon war bis zur Säkularisation 1803 Bestandteil der Klosterhofmark. Die Abtei Seeon war auch in der weiteren Umgebung reich begütert und spielte als Grund- und Hofmarksherrschaft eine wichtige Rolle. Der geflügelte Fisch ist das Wappentier des Ortsadelsgeschlechts der Truchtlachinger, die von 1120 bis zu ihrem Erlöschen 1490 in den Quellen als Edelfreie in Diensten der Ortenburger, der Erzbischöfe von Salzburg und der bayerischen Herzöge nachweisbar sind. Der geflügelte Fisch weist zugleich auf den Gemeindeteil Truchtlaching hin. Das Gemeindewappen mit Wellen, Brücke, Seeblatt und Fisch ergibt insgesamt eine mehrfach für Seeon-Seebruck redende Bildkomposition.“ Die Gemeinde führt das Wappen seit dem Zusammenschluss 1980.[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kloster Seeon mit der Klosterkirche St. Lambert, der Abtskapelle St. Nikolaus, der Nebenkirche St. Maria, der profanierten Kirche St. Walburgis und dem Veranstaltungszentrum des Bezirks Oberbayern
  • Kunsthandwerkermarkt in Seeon: Seit 25 Jahren (Stand 2017) findet in der Ortschaft Seeon der Kunsthandwerkermarkt jährlich an Pfingsten statt. Rund 75 ausgewählte Aussteller aus den verschiedensten Gewerken wie Glas, Keramik, Holz, Leder, Papier, Metall, Textil und Schmuck präsentieren ihre Arbeiten und zeigen ausgewählte Exponate.[8]
  • Römermuseum Bedaium
  • Archäologischer Rundweg mit der keltischen Siedlung Stöffling
  • Filialkirche St. Ägidius in Seeon Dorf
  • Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan in Seebruck
  • Pfarrkirche Johannes der Täufer in Truchtlaching

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Seeon-Seebruck

BodendenkmälerBearbeiten

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Seeon-Seebruck

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

2017 gab es in der Gemeinde 1198 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1765 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 567 Personen größer als die der Einpendler. 59 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 72 landwirtschaftliche Betriebe.

Bildung und ForschungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Herbert Rittlinger (1909–1978), Schriftsteller, lebte ab 1950 am Weinberg in Seeon.
  • Judith Steinbacher (* 1946), Grafikerin und Kinderbuchautorin, Tochter von Marianne und Herbert Rittlinger, wuchs in Seeon auf.
  • Stefan Dettl (* 1981), Musiker und Frontmann der Gruppe LaBrassBanda, lebt in Truchtlaching.

LiteraturBearbeiten

  • Meinrad Schroll: Heimatbuch der Pfarrei Truchtlaching. 2 Bde., 1995 (1. Bd.: 640 S., Ill., 1995; 2. Bd.: S. 641–1336, Ill., 1995)
  • Dieter Fembacher, Isolde M. Maier, Wolfgang Stamm: Kulinarisches Kloster Seeon. Vom Essen und Trinken im Chiemgau. Hugendubel 2001. ISBN 3-88034-955-X
  • Johann Josef Wagner: Geschichte des Landgerichtes Traunstein. Zweite Abtheilung. Geschichte der ehemaligen Hofmarksitze im Landgerichtsbezirke Traunstein. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 27, München 1866–1867, S. 15–109, insbesondere 5. Abschnitt: Truchtlaching mit Poing, S. 81–97 (online).

WeblinksBearbeiten

Commons: Seeon-Seebruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Bürgermeisterwahl Seeon-Seebruck. Gemeinde Seeon-Seebruck, abgerufen am 26. Mai 2020.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111109/173010&attr=OBJ&val=569
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
  5. Art. 12 Abs. 1, 3 und 4 des Gesetzes über die Änderung der Zugehörigkeit von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften vom 10. August 1979 (GVBl S. 223)
  6. Gemeinderatswahl Seeon-Seebruck. Gemeinde Seeon-Seebruck, abgerufen am 26. Mai 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Seeon-Seebruck in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte Abgerufen am 8. Juli 2016.
  8. DesTek - webdesign ralf burger: Kunsthandwerk in Seeon – Markt. Abgerufen am 8. Dezember 2017.