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Neugablonz

Ortsteil der Stadt Kaufbeuren, Bayern, Deutschland

Neugablonz ist eine der fünf nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten bayerischen Vertriebenengemeinden und heute mit 14.075 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) nach der Kernstadt der größte Ortsteil der Stadt Kaufbeuren.

Neugablonz
Koordinaten: 47° 54′ 36″ N, 10° 38′ 6″ O
Höhe: 686 m
Einwohner: 14.075 (31. Dez. 2018)
Postleitzahl: 87600
Vorwahl: 08341
Herz-Jesu-Kirche

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Trümmer der Sprengstofffabrik

Seit 1939 wurde in dem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet Kaufbeuren-Hart eine Sprengstofffabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, für die Versorgung der deutschen Kriegswirtschaft mit Munition aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Außenlager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik siedelten sich nach 1945 etwa 18.000 Vertriebene und Geflohene aus der Region um Gablonz (Jablonec nad Nisou in Tschechien) an und bauten die in ihrer Heimat zurückgelassene Schmuck- und Glasindustrie (Gablonzer Bijouterie) wieder auf. Aus dem Hintergrund der Vertreibung und Neuansiedlung heraus wandelte sich der Name des Stadtteiles von Kaufbeuren-Hart zu Neugablonz.

 
typischer Glasschleifer

Noch immer ist Neugablonz ein Zentrum der Modeschmuckproduktion. Die wirtschaftliche Situation hat sich jedoch verändert, vor allem durch das Aufkommen asiatischer „Billig“-Konkurrenz. Es gibt aber noch immer mehr als zahlreiche Betriebe der Gablonzer Industrie, die Modeschmuck sowie Schmuckkomponenten entwerfen und herstellen.

Zusammen mit Neutraubling, Geretsried, Traunreut und Waldkraiburg ist Neugablonz eine der bayerischen Vertriebenenstädte/-Gemeinden mit vergleichbarer Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.

Die aus Gablonz vertriebenen Sozialdemokraten wurden in die sowjetische Besatzungszone ausgewiesen und siedelten sich in Brandenburg im 1937 aufgelassenen Dorf Zinna an, das unter dem Namen Neuheim wiedergegründet wurde. 1946 wurde dort die Genossenschaft „Gablona“ gegründet, aus der die VEB Gablona, heute Gablona GmbH wurde, die sich nach wie vor mit Glas, Schmuck und Galvanisierung beschäftigt.[1]

In den letzten Jahren hat sich Neugablonz zu einem Zentrum russlanddeutscher Spätaussiedler entwickelt. Spätaussiedler stellen mit einer Zahl von 5.200 rund 40 Prozent der Neugablonzer Bevölkerung.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

Der BSK Olympia Neugablonz bestritt Spiele in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Frankfurt und 1860 München, damals noch als BSG Neugablonz. Der BSK, wie er heute besteht, war ein Zusammenschluss der Vereine BSG Neugablonz und der Olympia Kaufbeuren. Neugablonz besitzt ein Vereinsheim in Neugablonz am Riederloh. Das Stadion, das anfangs auch dem BSK gehörte, musste aber wegen finanzieller Probleme an die Stadt Kaufbeuren verkauft werden. Die Haupttribüne bietet Platz für 300 Personen.

Kirchen und KapellenBearbeiten

Folgende Kirchen finden sich in Neugablonz:

VerkehrBearbeiten

Neugablonz liegt an der Bahnstrecke München–Lindau. Für 2023 ist der Bau eines Haltepunkts an der Josefsthaler Straße geplant.[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 6. September 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gablona.de Firmengeschichte der Gablona GmbH
  2. Grünes Licht für neuen Standort des Bahnhalts Kaufbeuren-Haken. In: Kreisbote. Kreisboten-Verlag Mühlfellner KG, 11. Oktober 2018, abgerufen am 18. November 2018: „Der jetzige Kaufbeurer Bahnhof wäre dann der Hauptbahnhof. Im Haken und in Leinau wären dann zwei weitere Haltepunkte der Bahn.“