Romorantin-Lanthenay

französische Gemeinde

Romorantin-Lanthenay ist eine französische Gemeinde mit 17.871 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Loir-et-Cher in der Region Centre-Val de Loire. Sie ist Verwaltungssitz des Arrondissement Romorantin-Lanthenay sowie Hauptort des Kantons Romorantin-Lanthenay, vor der Kantonsneuordnung 2015 war der Ort aufgeteilt in die Kantone Romorantin-Lanthenay-Nord und Romorantin-Lanthenay-Sud.

Romorantin-Lanthenay
Wappen von Romorantin-Lanthenay
Romorantin-Lanthenay (Frankreich)
Romorantin-Lanthenay
Region Centre-Val de Loire
Département (Nr.) Loir-et-Cher (41)
Arrondissement Romorantin-Lanthenay
Kanton Romorantin-Lanthenay
Gemeindeverband Romorantinais et du Monestois
Koordinaten 47° 21′ N, 1° 45′ OKoordinaten: 47° 21′ N, 1° 45′ O
Höhe 84–121 m
Fläche 44,97 km²
Einwohner 17.871 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 397 Einw./km²
Postleitzahl 41200
INSEE-Code
Website http://www.romorantin.fr/

Blick über die Sauldre auf die Stadt

GeographieBearbeiten

Romorantin-Lanthenay liegt in der waldreichen Landschaft Sologne an der Sauldre in Zentralfrankreich, etwa 65 Kilometer südlich von Orléans und etwa 40 Kilometer südwestlich der Präfektur von Blois.

Nachbargemeinden sind Millançay, Veilleins, Pruniers-en-Sologne, Villeherviers und Villefranche-sur-Cher.

GeschichteBearbeiten

Die Stadt entstand am 29. Mai 1961 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Romorantin (1882: 7.826 Einwohner) und Lanthenay (1882: 2.094 Einwohner). Mit dem Zusammenschluss von Romorantin und Lanthenay wurde das Gemeinwesen die zweitgrößte Stadt des Departements.

Romorantin wurde 1196 zum ersten Mal in einer Urkunde des Grafen von Blois erwähnt. Es war die alte Hauptstadt der Landschaft Sologne. Hier erließ der Kanzler l’Hôpital im Mai 1560 das berühmte Edikt von Romorantin gegen die Einführung der Inquisition in Frankreich. Der Ort entwickelte ein bedeutendes Gewerbe der Wollverarbeitung und der Tuchwebereien. Die letzte Textilfabrik schloss 1969.

Der Flugplatz Romorantin-Pruniers war im Ersten Weltkrieg eine bedeutende Basis der US-amerikanischen Expeditionsstreitkräfte.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2012 2017
Einwohner 11.777 14.096 16.719 17.692 17.865 18.350 16.746 17.754

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Musée de Sologne
  • Musée Matra (Sportwagen)
  • Die ehemalige Kirche von Monthault aus dem 12. bis 15. Jahrhundert steht heute auf dem Stadtgebiet von Romorantin-Lanthenay. Sie ist heute im Privatbesitz und steht seit 1936 auf der Liste der Monuments historiques.
  • Pfarrkirche Saint-Étienne (11. bis 13. Jahrhundert), teilweise als Monument historique klassifiziert
  • Pfarrkirche Saint-Pierre, Saint-Paul, Saint-Laurent et Saint-Aignan in Lanthenay (12. Jahrhundert)
  • Reste der ehemaligen Abtei Notre-Dame-du-Lieu (13. bis 14. Jahrhundert)
  • Hôtel Saint-Paul, genannt Maison de François Ier, 16. Jahrhundert (Monument historique)
  • Carroir doré, ein Haus mit Holzwänden, das das archäologische Museum beherbergt
  • Chancellerie (Kanzlei), ein Haus mit Holzwänden, 16. Jahrhundert, das die königlichen Siegel Franz I. beherbergt (Monument historique)
  • Dolmen Pierre couverte von Bué in einem Waldstück im Weiler Bué, südöstlich von Bagneux bei Romorantin-Lanthenay
  • Kapelle Notre-Dame-des-Aydes
  • Kapelle Saint-Guillaume (ehemals Hôtel-Dieu) mit Beffroi und Uhrenturm
  • Kapelle Saint-Roch
  • Kapelle Institution Notre-Dame

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerstädte von Romorantin-Lanthenay sind:[1]

1971 wurde die gegenseitige Dreier-Partnerschaft zwischen Romorantin, Langen und Long-Eaton besiegelt.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Die spätere Königin Claude de France (1499–1524) wurde am 13. Oktober 1499 in Romorantin geboren.
  • Alfred Cornu (1841–1902), Physiker, starb hier im Jahr 1902.
  • Rémy Dumoncel (1888–1945), Verleger, Bürgermeister der Stadt Avon und Widerstandskämpfer, wurde 1888 hier geboren.

WeblinksBearbeiten

Commons: Romorantin-Lanthenay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website von Romorantin – Jumelage