Oviedo

Gemeinde in Spanien

Oviedo (asturisch Uviéu oder Uvieo; seit 2019 offiziell Oviedo/Uviéu)[2] ist die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Fürstentum Asturien im Norden Spaniens. Im 9. und 10. Jahrhundert war die Stadt die Residenz des damals unabhängigen Königreiches Asturien. Die Bewohner der Stadt werden „Ovetenser“ genannt.

Oviedo / Uviéu
Wappen Karte von Spanien
Oviedo (Spanien)
Oviedo (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Asturien Asturien
Comarca: Oviedo
Gerichtsbezirk: Oviedo
Koordinaten: 43° 22′ N, 5° 51′ WKoordinaten: 43° 22′ N, 5° 51′ W
Höhe: 231 msnm
Fläche: 186,65 km²
Einwohner: 215.167 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.153 Einw./km²
Postleitzahl(en): 33001 bis 33013
Gemeindenummer (INE): 33044 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Alfredo Canteli
Website: www.oviedo.es
Lage der Stadt

Geographie Bearbeiten

Lage Bearbeiten

Oviedo liegt auf einer Höhe von 231 m ü. M. im Zentrum Asturiens. Südlich der Stadt fließt der Rio Nalón. Die höchste Erhebung ist mit 708 m der El Picayu. Nach dem nördlich gelegenen Gijón am Golf von Biskaya sind es etwa 28 Kilometer, Madrid liegt 465 Kilometer entfernt.

Die Gemeinde Oviedo grenzt an die folgenden Nachbargemeinden:

Las Regueras Llanera Siero
Grado   Langreo
Ribera de Arriba Santo Adriano Mieres

Parroquias Bearbeiten

Oviedo unterteilt sich in 30 Parroquias:

Parroquia Einwohner Parroquia Einwohner Parroquia Einwohner
Agüeria 744 Loriana 000.241 Piedramuelle 0.524
Bendones 237 Manjoya 000.947 Pintoria 0.054
Box 871 Manzaneda 000.205 Priorio 0.414
Brañes 075 Naranco 000.098 Puerto 0.203
Caces 270 Naves 000.114 San Claudio 2.575
Cruces 943 Nora 000.99 Santianes 0.088
Godos 661 Olloniego 001.122 Sograndio 0.401
Latores 655 Oviedo 209.801 Trubia 2.067
Lillo 340 Pando 000.127 Udrión 0.124
Limanes 881 Pereda 000.177 Villapérez 0.333

Stand 1. Januar 2011 Quelle: INE

Klima Bearbeiten

Durchschnittswerte der Jahre 1972 bis 2000
Monat Temperatur ∅ °C Höchste Temperatur °C Niedrigste Temperatur °C Regen in (mm) relative Feuchte (%) Tage mit Schnee Tage mit Sturm Tage mit Nebel Tage mit Frost Klare Tage Sonnen-stunden
Januar 08,0 11,7 04,2 085 76 1 1 05 3 4 117
Februar 08,8 12,8 04,8 085 75 1 1 05 2 3 117
März 10,0 14,4 05,6 082 75 1 1 06 1 3 147
April 10,6 14,9 06,3 109 77 0 2 08 0 2 152
Mai 13,3 17,6 09,1 094 79 0 3 10 0 2 158
Juni 16,1 20,3 11,9 053 80 0 2 11 0 2 168
Juli 18,3 22,4 14,1 052 80 0 3 12 0 3 174
August 18,7 22,8 14,5 055 81 0 3 12 0 3 171
September 17,3 21,7 12,9 064 79 0 2 11 0 3 154
Oktober 14,0 18,1 10,0 098 79 0 1 09 0 2 134
November 10,8 14,6 07,1 101 78 0 1 07 0 3 114
Dezember 09,0 12,5 05,5 096 76 0 1 05 2 3 105
Jahr 12,9 22,8 04,2 973 78 5 200 1000 8 330 17110

Quelle: Agencia Estatal de Meteorología – AEMET[3]

Wappen Bearbeiten

Das Siegeskreuz mit den Engeln ist das Wappen des Erzbischofs von Oviedo. Das Kreuz auf blauem Grund wird umrahmt von den Ehrentiteln:

MUY NOBILE, MUY LEAL, BENEMERITA, INVICTA, HEROICA, BUENA (Sehr edel, sehr treu, verdienstvoll, unbesiegt, heldenhaft, gut)

Das Siegeskreuz steht zusammen mit den Ehrentiteln für die Monarchie Asturiens.

Geschichte Bearbeiten

 
Spätgotische Kathedrale von Oviedo

Oviedo entstand auf einem Hügel, den die Römer Ovetao nannten. Unweit der alten Römersiedlung Lucus Asturum gründeten 761 der Mönch Máximo und sein Neffe Fromestano an der römischen Straße, die León über den Pajares-Pass mit Lugo de Llanera verband, ein Kloster und errichteten eine Einsiedelei (ermita) zu Ehren des Märtyrers San Vicente. Später stießen zwei Dutzend Mönche aus dem muslimischen Süden zu den Gründern und wählten laut Urkunde vom 25. Dezember 781 Fromestano zu ihrem ersten Abt. Sie erhielten den Schutz Fruelas I., der den Ort zur Residenz für seine Frau Munia wählte, die hier ihren Sohn und späteren König Alfons II. gebar.

Alfons II. war es auch, der die Hauptstadt im Jahre 812 hierher verlegte und Oviedo zum Bischofssitz machte. Im Jahr 912 verlor Oviedo jedoch die Hauptstadtfunktion im Zuge der Rückeroberung (reconquista) an León. Alfons II. befestigte Oviedo und stattete es mit Palästen, Kirchen und anderen Infrastrukturelementen aus. Beispiel für Letzteres ist ein Aquädukt, von dem heute noch drei Bögen zu besichtigen sind.

Während seiner Regierungszeit wurde 812 in Santiago de Compostela ein Grab entdeckt, das man Jakobus dem Älteren zuschrieb. Der König zog von Oviedo nach Santiago und soll damit der erste Jakobspilger gewesen sein. Er soll gleichzeitig den ersten Jakobsweg, den Camino Primitivo eröffnet haben. Der Jakobsweg, wenn auch ein „Nebenweg“, sorgte für eine wirtschaftliche Belebung der Stadt während des gesamten Mittelalters.

Zweimal in seiner Geschichte wurde Oviedo schwer zerstört: im Jahr 1521 durch eine Brandkatastrophe sowie 1934 bei Bergarbeiteraufständen und während des Spanischen Bürgerkrieges.

Ein (wenig schmeichelhaftes) literarisches Denkmal setzte Leopoldo Alas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Oviedo war Vorbild für das Städtchen Vetusta in dem Roman La Regenta.

Bevölkerung Bearbeiten

Bevölkerungsentwicklung Bearbeiten


Quelle: INE Grafische Aufarbeitung für Wikipedia

Religion Bearbeiten

Oviedo ist Bischofssitz des Erzbistums Oviedo.

Politik Bearbeiten

Gemeinderat Bearbeiten

Historische Entwicklung der Sitzverteilung im Gemeinderat von Oviedo
Partei 1979 1983 1987 1991 1995 1999 2003 2007 2011[4] 2015[5]
AP / PP 2 13 10 13 18 15 17 17 11 11
FAC 7
PSOE 11 13 12 10 6 10 8 9 6 5
PCE / IU 2 1 1 2 3 2 2 3 3
ASCIZ 1
UCD/CDS 12 4 2
Somos Oviedo 6
C’s 2
Gesamt 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27

Städtepartnerschaften Bearbeiten

Oviedo unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:[6]

Kultur Bearbeiten

Kulinarische Spezialitäten Bearbeiten

  • Sidra – Apfelwein
  • Käse aus Cabrales (Cabrales), Vidiago oder Gamonedo
  • Carne gobernada – geschmortes Fleisch
  • Pixin – Seeteufel
  • Frixuelos – eine Art Crêpe
  • Fabada – asturianisches Bohnengericht
  • Arroz con Leche – Milchreis
  • Tarta de Almendras – Mandeltorte

Veranstaltungen Bearbeiten

San Mateo Fest Bearbeiten

Höhepunkt des kulturellen Lebens ist alljährlich im September das „San Mateo Fest“, ein Spektakel aus Opern, Rock, Pop, Sport- und Stierkampf sowie einer großen Parade durch die Altstadt.

Prinzessin-von-Asturien-Preis Bearbeiten

Einmal im Jahr erlangt die Stadt internationale Beachtung durch die Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise (Premios del Príncipe de Asturias) durch die spanische Kronprinzessin.

Bauwerke Bearbeiten

 
Kongresspalast (Palacio de los Congresos) von Santiago Calatrava

Altstadt Bearbeiten

Der gesamte Altstadtkern Oviedos ist Fußgängerzone, die wichtige Sehenswürdigkeiten wie die Universität, die Kathedrale San Salvador, den Palast des Markgrafen von San Félix und den Camposagrado-Palast, aber auch zahlreiche Statuen (u. a. von Woody Allen[9] und Mafalda[10]) an historischen Standorten oder die unzähligen „sidrerías“ (Apfelweinschenken) einschließt.

Das Gebäude der Universität ist das letzte des Altstadtkerns, bevor man in die neueren Stadtteile gelangt. Die Fassade im Platereskenstil aus dem 16. Jahrhundert führt zu einem Kreuzgang, der das ganze Jahr über Schauplatz zahlreicher kultureller Aktivitäten ist. Sehenswert sind überdies die nahe gelegenen Fassaden der Paläste Toreno und Camposagrado.

  • Kathedrale – spätgotischer Bau aus dem 15./16. Jahrhundert mit einem Turm, Säulengang am Eingang und großem Rosettenfenster, „UNESCO-Weltkulturerbe
  • Cámara Santa (Heilige Kammer) in der Kathedrale (eigentlich Kapelle San Miguel) – beherbergt eine der wichtigsten spanischen Reliquiensammlungen. Gezeigt werden die Heilige Truhe, das Engelskreuz sowie das Siegeskreuz. Diese Reliquien waren früher für viele Pilger Grund für einen langen Umweg auf ihrer Pilgerschaft nach Santiago de Compostela. Als Symbole fanden sie teilweise Eingang in das Wappen von Oviedo und das des Fürstentums Asturien.
  • Balesquida-Kapelle gegenüber der Kathedrale
  • Kirche San Tirso
  • Museum für Schöne Künste im einstigen Velarde-Palast
  • Museum für Archäologie im Kloster San Vicente mit Beispielen für die gesamte asturische Kunstgeschichte ab der Bronzezeit

Präromanische Architektur Bearbeiten

 
Die präromanische Kirche San Miguel de Lillo, wenige Kilometer von Oviedo entfernt (9. Jahrhundert)

Der innovative präromanische Stil Asturiens aus dem 9. Jahrhundert ist ein Exklusiverbe dieser Region mit Fokus auf Oviedo. Einige der bedeutendsten Bauten, wie die Kirchen

wurden zusammen mit Santa Cristina de Lena, der Cámara Santa (Heilige Kammer) und La Foncalada (einem mittelalterlichen Brunnen) von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben.

Bauten des 19. Jahrhunderts Bearbeiten

Die Gewinne aus Bergbau und industrieller Entwicklung in Asturien ermöglichten im 19. Jahrhundert eine bauliche Entwicklung, die man rund um die Plaza de la Escandalera und den Park Campo de San Francisco besichtigen kann. Hiervon erwähnenswert sind

  • der Palacio Regional, Sitz der Generalversammlung des Fürstentums,
  • das Gebäude der asturianischen Sparkasse Caja de Asturias
  • sowie das Bankgebäude der einstigen Banco Herrero,

die sich an den damaligen französischen Stil anlehnen. Ganz in der Nähe befinden sich überdies das Teatro Campoamor, wo alljährlich die Auszeichnungen Príncipe de Asturias verliehen werden, sowie das Zentrum für moderne Kunst. Eine kleine Seitenstraße, die Calle Gil de Jaz, führt zum einstigen Provinzialhospiz (18. Jahrhundert), das heute das luxuriöse Hotel Reconquista beherbergt.

Plätze, Parks und Denkmale Bearbeiten

Oviedo verfügt über mehrere sehenswerte Plätze (Auswahl):

  • Plaza de la Catedral
  • Plaza de Alfonso II el Casto mit den Palästen Valdecarzana und Rúa
  • Plaza de Trascorrales in Cimadevilla, dem ältesten Viertel der Altstadt, mit der einstigen Warenbörse
  • Plaza de la Constitución mit dem Rathaus und der Kirche San Isidoro, beide aus dem 18. Jahrhundert
  • Plaza de Fontán mit Säulengängen, der einstige Eisen- und Glasmarkt trägt
  • Plaza de Daoíz y Velarde mit farbenfrohen Häuser dieses Platzes und Bogengängen versehen.

Oviedo verfügt über einige Grünanlagen und Parks. Der größte ist der Parque de Invierno.

Des Weiteren befindet sich in Oviedo eine Statue von Woody Allen, der die Stadt in seinen Film „Vicky Cristina Barcelona“ mit einbaute.

Wirtschaft und Infrastruktur Bearbeiten

Wirtschaft Bearbeiten

Vom Ende des 18. Jahrhunderts an begann in Oviedo mit einer Waffenfabrik eine intensive industrielle Entwicklung.

Oviedo liegt inmitten eines der größten spanischen Bergbaugebiete Cuenca Central Asturiana, das 1880–1916 über die 7 km lange Bergwerksbahn Oviedo–Villapérez erschlossen wurde; weitere wichtige Standbeine waren Stahl- und Chemieindustrie. Sie ist über die Asturien-Bahn einerseits mit der Hafenstadt Gijón und andererseits mit León verbunden.

Inzwischen hat jedoch ein Strukturwandel in Richtung Verwaltung und Banken begonnen.

Beschäftigungszahlen der Gemeinde Oviedo in den Wirtschaftszweigen
Beschäftigte Anteil in Prozent
Gesamt 99.130 100
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei 00.478 00,48
Industrie 06.571 06,63
Bauwirtschaft 08.760 08,84
Dienstleistungsbetriebe 83.321 84,05
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Asturien, Stand 2009 (PDF; 109 kB), SADEI

Bildung und Wissenschaft Bearbeiten

30.000 Studenten besuchen heute die 1608 gegründete Universität Oviedo; durch sie ist die Stadt auch das wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Asturiens.

In Oviedo befindet sich das „Institut für Asturische Studien“.

Am 4. April 1997 wurde in Oviedo die Biomedizinkonvention des Europarats unterzeichnet, die auch „Oviedo-Konvention“ genannt wird.

Verkehr Bearbeiten

 
Nordbahnhof Oviedo in 2012

Die Stadt Oviedo ist per Flugzeug über den Flughafen Oviedo erreichbar.

Oviedo verfügt außerdem über eine Bahnhof der Breitspur der RENFE von León nach Gijón und der Schmalspur der FEVE von Santander nach Ferrol.

Sport Bearbeiten

Die Männer des Club Balonmano Ciudad Naranco spielten Handball in der höchsten spanischen Liga, die Frauen von Club Deportivo Básico Oviedo Balonmano Femenino ebenfalls. Der heute zweitklassige Fußballverein Real Oviedo spielte 38 Jahre lang im spanischen Oberhaus.

Söhne und Töchter der Stadt Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons: Oviedo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Cifras oficiales de población de los municipios españoles en aplicación de la Ley de Bases del Régimen Local (Art. 17). Instituto Nacional de Estadística; (Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística, Stand 1. Januar 2022).
  2. BOLETÍN OFICIAL DEL PRINCIPADO DE ASTURIAS. Asturische Regierung, 2019, abgerufen am 15. Juli 2023 (spanisch).
  3. Valores climatológicos normales. Oviedo, abgerufen am 13. Oktober 2018
  4. Wahlergebnisse 2011 Spanisches Innenministerium
  5. Wahlergebnisse 2015 Spanisches Innenministerium
  6. Website Oviedo – Ciudades Hermanadas (Memento des Originals vom 15. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oviedo.es, abgerufen am 28. Februar 2018
  7. Bochumer Themen 1980 – Jahresschau der Stadt Bochum; Vertragsunterzeichnung bei 42:20 min
  8. Gustav Seebold, Ingrid Wölk: Wandel einer Stadt, Bochum seit 1945 – Dokumentation des Stadtarchivs Bochum. Chronik der laufenden Ereignisse Bochum 1945–1991. Hrsg.: Johannes Volker Wagner. Studienverlag Brockmeyer, Bochum 1993, ISBN 3-8196-0152-X, S. 121.
  9. Woody Allen ya “camina” por Oviedo | Agenda. In: El País. 12. März 2022, archiviert vom Original am 12. März 2022; abgerufen am 6. April 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/elpais.com
  10. Quino, creator of Mafalda comic character, dies. 30. September 2020, abgerufen am 6. April 2022 (englisch).
  • Bevölkerungszahlen siehe INE
  • Postleitzahlen siehe [1]
  • Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth
  • Thomas Schröder: Nordspanien. Erlangen 2005, S. 388ff.
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Primitivo

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