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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt an der Staatsstraße St 2035 (Augsburg - Neuburg) am Affinger Bach und befindet sich rund zehn Kilometer nordöstlich von Augsburg in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Augsburg. Affing liegt am westlichen Rand des Donau-Isar-Hügellandes bzw. des Unterbayerischen Hügellandes und grenzt an die Donau-Iller-Lech-Platte.

GemeindeteilBearbeiten

Die Gemeinde hat 13 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Affing
Katzenthal
Iglbach
Haunswies
Pfaffenzell
Frechholz-
hausen
Miedering
Aulzhausen
Bergen
Mühlhausen
Anwalting
Gebenhofen
Gemeinde Affing

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde Affing grenzt an die Nachbargemeinden Augsburg, Rehling, Aindling, Hollenbach, Aichach, Obergriesbach und Friedberg.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Affing (um 1700)

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Eine Grabhügelgruppe und römische Funde weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Der Ortsname Affing könnte auf eine bayerische Gründung durch einen Affo hinweisen. Affing wurde 1040 erstmals urkundlich erwähnt und war vor 1800 Sitz einer geschlossenen Hofmark der Grafen von Leyden. Sie gehörte zum Kurfürstentum Bayern.

Die Ritter-, Hofmarks- und Herrschaftsgeschichte erwähnt folgende Personen: Perenhart de Affingin (1040), Ulrich von Affingen (um 1090), seine Söhne Udalschalk und Giselher (um 1126), Otto von Affing und Burkart von Affingen (um 1150), Eberhart von Affingen (1350) und folgende Lehens-Besitzer der Hofmark Affing: Engelhart von Oberndorf (1425), dessen Tochter Amalie mit Ehemann Wolfgang Waldecker (um 1470), Walter von Gumppenberg (1506), Seifried von Zillenhart (1552), Waldecker (bis 1621), Georg Friedrich von Stauding (ab 1621), Johann Baptist Freiherr von Leyden – kurfürstlicher Vizekanzler zu München (ab 1682).

Die Adelsfamilie der Freiherren von Gravenreuth kaufte im Jahr 1816 die Hofmark Affing und 1831 die Hofmark Obergriesbach und ist seitdem Schlossherr in Affing. Der Erwerber, Karl Ernst von Gravenreuth, war Diplomat und verwaltete als Generalkommissär das kurz vorher an Bayern gekommene Schwaben.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Einheitsgemeinde Affing.

21. JahrhundertBearbeiten

Am 13. Mai 2015 wurden zahlreiche Gebäude durch einen Tornado schwer beschädigt.[3] Sieben Menschen wurden leicht verletzt.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Haunswies (Landkreis Aichach) nach Affing eingemeindet.[4] Anwalting, Aulzhausen, Gebenhofen und Mühlhausen, die bis zum 30. Juni 1972 dem Landkreis Friedberg angehörten, sowie kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Derching mit damals weniger als 50 Einwohnern kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 5277 5262 5242 5300 5353 5359 5430

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4.239 auf 5.476 um 1.237 Einwohner bzw. um 29,2 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Zum 1. Bürgermeister wurde Markus Winklhofer am 20. September 2015 mit 78,8 % gewählt; er war von CSU und vier Wählerlisten (CBV, WG M-B, HWG, FBGA) nominiert worden. Er ist Nachfolger von Rudi Fuchs (im Amt vom 1. Mai 2002 bis 31. Juli 2015, wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand getreten); dessen Vorgänger waren Johann Matzka (1978–1990) und Helmut Tränkl (1990–2002).

2. Bürgermeister Gerhard Faltermeier (WG M-B)
3. Bürgermeister Stefan Matzka (CBV)

GemeinderatBearbeiten

Der Affinger Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2014
Anteil Sitze
Christliche Bürgervereinigung Affing (CBV) 21.2 % 4
Wählergemeinschaft Mühlhausen-Bergen (WG M-B) 21.2 % 4
Christlich-Soziale Union (CSU) 16.3 % 3
Haunswieser Wählergemeinschaft (HWG) 12.0 % 3
Freie Bürgergemeinschaft Aulzhausen (FBGA) 11.5 % 2
Freie Wählergemeinschaft Anwalting (FWG) 9.3 % 2
SPD & Freie Bürger 8.5 % 2
 
Wappenversion

WappenBearbeiten

Die Blasonierung lautet: In Blau ein aus silbernem Felsen hervorwachsendes silbernes Einhorn. Das Gemeindewappen entspricht dem Gravenreuthschen Familienwappen.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Mit der Errichtung des „Deutsch-Polnischen Versöhnungskreuzes“ in Aulzhausen durch den Aulzhausener Johannes Grabler wurden 1993 Kontakte zur polnischen Kreisstadt Łobez (deutsch Labes) aufgenommen. Das Mahnmal erinnert an den polnischen Zwangsarbeiter Michał Kwik aus Różaniec, der 1944 von den Nationalsozialisten in Aulzhausen hingerichtet wurde. Bei der Einweihung 1994 waren die zwei Schwestern des NS-Opfers aus Łobez angereist. Seit 1997 gibt es eine offizielle Gemeindepartnerschaft, die u. a. vom Affinger „Partnerschaftskomitee Lobez e. V.“ gepflegt wird. 2007 feierten die beiden Kommunen ihr zehnjähriges Partnerschaftsjubiläum.

Unabhängig davon wurde 1993 auch in Lobez eine „Deutsch-Polnische Gedenkstätte“ errichtet in die Teile eines zerstörten Roland-Denkmales[6] zum Andenken an die 208 gefallenen Labeser des Ersten Weltkrieges mit einbezogen wurden (u. a. ein Sonnen-Runenstein).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

SportBearbeiten

Der FC Affing bietet neben dem Fußball weitere Sportarten, wie Ski, Gymnastik und Tischtennis an.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 in der Land- und Forstwirtschaft 40, im produzierenden Gewerbe 367 und im Handel und Verkehr 199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 121 am Arbeitsort Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1735. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 5 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 129 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3014 ha. Davon waren 2262 ha Ackerfläche und 745 ha Dauergrünfläche.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

2010 waren in der Gemeinde Affing 496 Betriebe gemeldet. Unternehmen aus dem Bereich Handel (27,82 %) sowie Handwerk (17,34 %) stellten den größten Anteil. Die wichtigsten Unternehmen sind:

  • Wurzer Profiliertechnik GmbH in Affing
  • Mühlhausener Frischbetonwerk GmbH & Co. Transportbeton KG
  • ABUS Security-Center in Mühlhausen
  • Die CoolEnergy GmbH in Affing liefert europaweit industrielle Kälteversorgung und Mietkälte in Industrie, Handel und im Veranstaltungsbereich. Das Angebot umfasst Prozesskühlung, Klimatisierung von Server-, Lagerräumen und Hallen, Temperatursteuerung und Kühlung bei Events, Ersatz- oder Zusatzkühlung bei Umbau, Wartung oder Ausfall. Neben Deutschland besitzt CoolEnergy auch Niederlassungen in England, den Benelux, der Schweiz, Italien und Österreich.

VerkehrBearbeiten

Südlich der Gemeinde Affing verläuft die Bundesautobahn 8, im Westen die Bundesstraße 2, im Osten die Bundesstraße 300. Im Gemeindeteil Mühlhausen liegt der Flughafen Augsburg. Eine Umgehungsstraße nördlich von Anwalting und Gebenhofen wird gegenwärtig vom Staatlichen Straßenbauamt Augsburg geplant.

BildungBearbeiten

  • Kindergärten:
    • Kindergarten Bergen (gemeindlicher Träger)
    • Katholischer Kindergarten Affing (seit Herbst 2009 gemeindlicher Träger, davor kirchlich/katholisch)
    • Kindergarten und Kinderkrippe Krambambuli Haunswies (gemeindlicher Träger)
  • Grundschule Affing
  • Staatliche Realschule Affing[12] in Bergen (von 2010 bis 2012 Außenstelle der Bertolt-Brecht-Realschule in Augsburg)
  • Volkshochschule Aichach-Friedberg (Außenstelle Affing)

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Joseph Heiserer um 1840

In Affing geboren oder gestorben:

Bezug zu Affing:

 
Richard Anton Nikolaus Carron du Val

LiteraturBearbeiten

  • Fitz Mayer, Rudolf Wagner (Hrsg.): Der Altlandkreis Aichach: Beiträge zur Ortsgeschichte. Mayer & Söhne, Aichach 1979
  • Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. 1870–1995. Affing 1995
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Einweihung Kläranlage Affing 17. Oktober 1991. Weka, Kissing 1991
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Gemeinde Affing – Bürgerinformation. Icos, Giggenhausen 2003
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Affing mit Ortsteil Haunswies 1040–1977
    1. Teil: Josef Lindinger: Ortsgeschichte Affing mit Frechholzhausen, Iglbach, Katzenthal, Pfaffenzell
    2. Teil: Karl Winkler: Geschichte des Ortsteiles Haunswies. Affing 1977
  • Johannes Grabler: Das Schicksal eines Zwangsarbeiters in Aulzhausen (Affing); Arbeit zum Hauptseminar Zweimal „Vergangenheitsbewältigung“ – nach 1945, nach 1989 an der Katholischen Universität Eichstätt; Eichstätt, 1993 ((doc; 191 kB))
  • Jürgen Schmid, Hubert Emmering: „Phaffencelle“ - eine karolingisch-ottonische Siedlung bei Affing-Pfaffenzell (Lkr. Aichach-Friedberg). In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 89 (1996), Augsburg 1997, S. 7–48
  • Landkreis Aichach-Friedberg (Hrsg.): Die fünf Burgen in der Gemeinde Affing; Bodendenkmäler im Landkreis Aichach-Friedberg Nr. 6, Faltblatt zum „Tag des offenen Denkmals“; Text: Helmut Rischert; Aichach 2006

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Affing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  3. https://www.merkur.de/bayern/tornado-verwuestet-dorf-affing-schwaben-5007381.html
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  6. Roland-Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges – (Wiki.Genealogy)
  7. Durch Schwert und Pest ausgerottet (mit Fotos) – (Aichacher Nachrichten vom 26. September 2008)
  8. a b Johannes Grabler will Abriss der alten Schule verhindern – (Aichacher Nachrichten vom 30. August 2010)
  9. Rettet die Affinger "Alte Schule" 1B – (Grabler)
  10. Knappe Mehrheit will lieber einen Neubau statt 1B – (Aichacher Nachrichten vom 23. Juli 2010)
  11. http://www.fc-affing.de/ Offizielle Seite von FC Affing 1949 e. V.
  12. Staatliche Realschule Affing (Memento des Originals vom 2. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rsaffing.de