Châtellerault

französische Gemeinde

Châtellerault [ʃɑtɛlˈʀo] ist eine westfranzösische Gemeinde im Département Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine und ist Sitz einer Unterpräfektur. Sie hat 31.284 Einwohner (Stand 1. Januar 2021), die man auf Französisch Châtelleraudais nennt.

Châtellerault
Châtellerault (Frankreich)
Châtellerault (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Vienne (86)
Arrondissement Châtellerault (Unterpräfektur)
Kanton Châtellerault-1, Châtellerault-2, Châtellerault-3
Gemeindeverband Grand Châtellerault
Koordinaten 46° 49′ N, 0° 33′ OKoordinaten: 46° 49′ N, 0° 33′ O
Höhe 42–134 m
Fläche 51,93 km²
Einwohner 31.284 (1. Januar 2021)
Bevölkerungsdichte 602 Einw./km²
Postleitzahl 86100
INSEE-Code
Website https://www.ville-chatellerault.fr/

Châtellerault – Brücken über die Vienne

Geographie

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Die Stadt liegt in einem eher flachen Landstrich an der Mündung mehrerer kleiner Nebenflüsse (Clain, Envigne und Ozon) in die Vienne. Die Stadt erstreckt sich über eine Höhe von 42 bis 134 Metern über dem Meeresspiegel und hat eine Gesamtfläche von knapp 52 km2.

Châtellerault
Antran Ingrandes Ingrandes
Oyré
Thuré   Senillé-Saint-Sauveur
Naintré Cenon-sur-Vienne Availles-en-Châtellerault

Beschreibung: In Silber von einem schwarzen Bord mit goldenen Kugeln umgeben ein roter Löwe.

Geschichte

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Gegründet um 952 durch den Grafen Airaud (Aldraldus), war Châtellerault (Castrum AdraldiKastell des Airaud) im Mittelalter eine wichtige Station am Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Vom Hochmittelalter bis zur Französischen Revolution trugen nacheinander drei bekannte Adelsfamilien den Titel eines Vicomte de Châtellerault: die La Rochefoucauld, die Lusignan und seit dem 13. Jahrhundert das Haus Harcourt. 1482 wurde die Vizegrafschaft von König Ludwig XI. in die Krondomäne eingegliedert.

In der Neuzeit gewann die Stadt nationale Bedeutung durch ihre Messerschmieden (seit dem 16. Jahrhundert) und später die Anlage der staatlichen Manufacture d’armes de Châtellerault, die von 1819 bis 1968 hier Waffen produzierte.

Wirtschaft

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Heute ist Châtellerault Sitz mehrerer Unternehmen der elektronischen und Luftfahrtindustrie.

Die zwischen Tours und Poitiers gelegene Stadt ist durch die Autobahn 10 (L'Aquitaine) und die gleichnamige TGV-Strecke Paris–Bordeaux national und international gut angebunden.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

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  • Musée Sully, ein regionalhistorisches Museum
  • Gallo-römisches Theater Vieux Poitiers-Naintré (1. Jahrhundert)
  • Fahrzeugmuseum Musée Auto Moto Vélo
  • Das einwöchige Festival Jazzellerault (Ende Mai)
  • Futuroscope, ein Ausstellungs-, Freizeit- und Gewerbegelände mit dem Themenschwerpunkt Multimedia (rund 25 km südlich, bei Jaunay-Clan)
  • Zisterzienser-Abtei Notre Dame de l’Étoile (12. Jahrhundert) in Archigny
  • In Châtellerault werden regelmäßig Wettfahrten für Montgolfières veranstaltet

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Châtellerault

Städtepartnerschaften

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Partnerstädte und -regionen von Châtellerault sind:[1]

Persönlichkeiten

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Maison Descartes (Monument historique)

In der Stadt geboren:

Mit der Stadt verbunden:

  • René Descartes (1596–1650), Philosoph, verlebte hier bis 1604 einen Teil seiner Kindheit
  • Édith Cresson (* 1934), Politikerin (PS), war u. a. Bürgermeisterin der Stadt, erste französische Premierministerin, EU-Kommissarin
  • Christiane Martel (* 1932), Schauspielerin, Miss Châtellerault 1952 und Miss Universe 1953.
  • Jean-Pierre Thiollet (* 1956), Schriftsteller.

Literatur

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  • Michel Renouard: Châtellerault. Ouest-France, Rennes 1988, ISBN 978-2-85882-963-7 (französisch).
  • Le Patrimoine des Communes de la Vienne. Band 1, Flohic Editions, Paris 2002, ISBN 2-84234-128-7, S. 87–109.
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Commons: Châtellerault – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Website der Stadt – Villes jumelles, (französisch), abgerufen am 6. November 2017