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Der Bund der europäischen Napoleonstädte (französisch Fédération Européenne des Cités Napoléoniennes) ist eine Vereinigung von Städten, die in ihrer Geschichte von der Zeit von Napoleon Bonaparte bis Napoléon III. geprägt wurden, um an dieses historische Erbe in einem europäischen Kontext gemeinsam zu erinnern.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Idee zum Bund der europäischen Napoleonstädte entstand 2004 in La Roche-sur-Yon anlässlich der 200-Jahr-Feier ihrer Gründung durch kaiserlichen Erlass sowie in Ajaccio, der Geburtsstadt von Napoleon, bei der Feier zum 200. Jahrestag seiner Kaiserkrönung. Die Gründung erfolgte am 24. Mai 2004 durch die Städte Ajaccio (Frankreich), Balestrino (Italien), Dinard (Frankreich), Jena (Deutschland), Île-d’Aix (Frankreich), La Roche-sur-Yon (Frankreich), Pontivy (Frankreich), Pultusk (Polen) und Waterloo (Belgien). Präsident ist Charles Napoléon, das gegenwärtige Oberhaupt des Hauses Bonaparte. Derzeit sind 60 Städte aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Russland, Spanien und Tschechien sowie außerhalb Europas Alexandria (Ägypten) Mitglieder.

Anliegen und AktivitätenBearbeiten

Die Städte des Bundes sehen sich durch die napoleonische Zeit geprägt, wobei hierbei bewusst die Zeit von 1769 (Geburt Napoléon I.) bis 1870 (französische Niederlage in Sedan) in Blick genommen wird. Diese Zeit kennzeichne in Frankreich, aber auch in anderen europäischen Staaten, den Übergang vom Ancien Régime zur Republik[1]. Gemäß der Gründungsschrift wollen die beteiligten Städte ihr gemeinsames historisches Erbe in einem europäischen Kontext darstellen und den Austausch zwischen den Napoleonstädten fördern. Die differenzierte und intensive Auseinandersetzung mit der europäischen Geschichte und dem Erbe Napoleons sei ein wichtiger Beitrag für die gemeinsame Kultur des Europäischen Volkes[2]. Diesen Zielen sollen gemeinsame Tagungen und Publikationen, Förderung der Sanierung von Bau- und Kunstwerken aus dieser Zeit sowie eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und ein gemeinsames Tourismusmarketing dienen. Darüber hinaus wurde ein "Napoleonpass" eingeführt, der den Bewohnern der Städte bei Besuch vor Ort untereinander Vergünstigungen gewährt, und eine Sommeruniversität vorbereitet.

SonstigesBearbeiten

Der Bund der europäischen Napoleonstädte ist ein Verein nach französischem Recht entsprechend der Verordnung vom 16. August 1901.

Liste der europäischen NapoleonstädteBearbeiten

deutsche Stadtnamen in Klammern

Stadt[3] Land Beziehung zu Napoleon
Ajaccio Frankreich  Frankreich Geburtsort Napoleons
Albenga Italien  Italien
Alessandria (Provinz) Italien  Italien Schlacht bei Marengo
Alessandria (Stadt) Italien  Italien Schlacht bei Marengo, Hauptstadt des Départements Marengo
Alexandria Agypten  Ägypten Landung 1798, Sieg über die Mamluken, Seeschlacht bei Abukir
Altare Italien  Italien
Antibes-Juan-les-Pins Frankreich  Frankreich Napoleon-Museum
Bailén Spanien  Spanien Schlacht von Bailén
Balestrino Italien  Italien
Boissano Italien  Italien
Bolesławiec (Bunzlau) Polen  Polen Aufenthalt Napoleons 1813
Borghetto Santo Spirito Italien  Italien
Borodino Russland  Russland Schlacht von Borodino
Boulogne-sur-Mer Frankreich  Frankreich erste Verleihung des Ordens der Ehrenlegion
Brienne-le-Château Frankreich  Frankreich Studienort Napoleons von Mai 1779 bis Oktober 1784
Cairo Montenotte Italien  Italien Schlacht bei Montenotte
Capraia e Limite Italien  Italien
Cengio Italien  Italien
Châteauroux Frankreich  Frankreich
Cherasco Italien  Italien Waffenstillstand von Cherasco 1796
Compiègne Frankreich  Frankreich Wohnsitz von Napoleon III.
Cosseria Italien  Italien
Dego Italien  Italien Schlacht von Dego
Dubrovnik Kroatien  Kroatien Einmarsch 1806
Fleurus Belgien  Belgien Schlacht bei Ligny
Fontainebleau Frankreich  Frankreich 1806 bis 1814 hielt Napoleon Papst Pius VII. gefangen
Grasse Frankreich  Frankreich Station bei der Rückkehr von Elba nach Paris
Granada Spanien  Spanien
Hanau Deutschland  Deutschland Schlacht bei Hanau
Hövelhof Deutschland  Deutschland Erlangung der Selbstständigkeit 1807 unter französischer Verwaltung
Île-d’Aix Frankreich  Frankreich Station vor der Verbannung nach St. Helena
Jena Deutschland  Deutschland Schlacht bei Jena und Auerstedt
Kassel Deutschland  Deutschland Hauptstadt des Königreichs Westphalen, Residenz von Napoleons Bruder Jérôme
Kłodzko (Glatz) Polen  Polen blieb während der Napoleonischen Kriege unbesetzt
La Maddalena Italien  Italien Gefecht 1793, teilweise unter Befehl Napoleon Bonapartes
La Roche-sur-Yon Frankreich  Frankreich 1804 unter Napoleon erbaut
Laffrey Frankreich  Frankreich am 7. März 1815 traf Napoleon auf die königlichen Truppen, die zu seiner Verhaftung entsandt worden waren
Luxemburg Luxemburg  Luxemburg im Ersten Koalitionskrieg 1795 erobert
Millesimo Italien  Italien Schlacht bei Millesimo
Montereau-Fault-Yonne Frankreich  Frankreich Schlacht bei Montereau
Perinaldo Italien  Italien Wohnort Napoleons während des Italienfeldzugs 1797
Pontinvrea Italien  Italien
Pontivy Frankreich  Frankreich früherer Name Napoléonville
Portoferraio Italien  Italien Winterresidenz Napoleons auf Elba
Prawdinsk (Friedland) Russland  Russland Schlacht bei Friedland
Pułtusk Polen  Polen Schlacht von Pułtusk
Rambouillet Frankreich  Frankreich Nebenresidenz Napoleons
Rueil-Malmaison Frankreich  Frankreich Wohnsitz Napoleons, Grab seiner Frau Joséphine
Santa Teresa Gallura Italien  Italien
Saragossa Spanien  Spanien Belagerung 1808 und 1809
Savona Italien  Italien
Slavkov u Brna (Austerlitz) Tschechien  Tschechien Schlacht bei Austerlitz
Sombreffe-Ligny Belgien  Belgien Schlacht bei Ligny
Sowetsk (Tilsit) Russland  Russland Frieden von Tilsit
Torresina Italien  Italien
Toulon Frankreich  Frankreich Ausgangspunkt der Ägyptischen Expedition
Tvarožná (Bosenitz) Tschechien  Tschechien Schlacht bei Austerlitz
Valence Frankreich  Frankreich
Vallauris-Golfe-Juan Frankreich  Frankreich
Valletta Malta  Malta Kapitulation vor Napoleons Flotte 1798
Vilnius Litauen  Litauen
Waterloo Belgien  Belgien Schlacht bei Waterloo
Zuccarello Italien  Italien

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten