Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Kłodzko

Stadt im Südwesten der Wojewodschaft Niederschlesien, Polen
Glatz ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Glatz (Begriffsklärung) aufgeführt.

Kłodzko [ˈkwɔʦkɔ] (deutsch Glatz [ɡlaːʦ]; tschechisch: Kladsko) ist die Hauptstadt des Powiat Kłodzki in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie hat 27.685 Einwohner (Stand: 30. Juni 2015). Bis in das 19. Jahrhundert war Glatz die Hauptstadt der Grafschaft Glatz, bis 1945 gehörte die Stadt zu Deutschland.

Kłodzko
Wappen von Kłodzko
Kłodzko (Polen)
Kłodzko
Kłodzko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Kłodzko
Fläche: 25,00 km²
Geographische Lage: 50° 26′ N, 16° 40′ OKoordinaten: 50° 26′ 0″ N, 16° 40′ 0″ O
Einwohner: 27.685
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 57-300
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 67 Kudowa-ZdrójBreslau
WałbrzychMiędzylesie
Schienenweg: Wrocław–Międzylesie / Kłodzko–Kudowa Zdrój
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 25,00 km²
Einwohner: 27.685
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1107 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0208021
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Michał Piszko[2]
Adresse: pl. Chrobrego 1
57-300 Kłodzko
Webpräsenz: www.um.klodzko.pl



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

 
Stadtpanorama an der Glatzer Neiße
 
Blick auf die Minoritenkirche St. Maria über die Gotische Brücke (Brücktorberg) aus dem 14. Jahrhundert.

Die Stadt liegt in Niederschlesien, etwa 80 Kilometer südlich der Stadt Breslau. Die Stadt liegt etwas nördlich des Zentrums eines weiten Talkessels von dreieckähnlicher Form mit einer nach Süden weisenden Spitze, dem Glatzer Kessel. Die umgebenden Gebirge sind nach Norden, von Nordwesten nach Südosten ziehend, das Eulengebirge (Góry Sowie), das Warthagebirge (Góry Bardzkie) und das Reichensteiner Gebirge (Góry Złote), nach Osten und Südosten das Bielengebirge (Góry Bialskie) und das Glatzer Schneegebirge (Masyw Śnieżnika) sowie nach der Südwestseite und Westen das Habelschwerdter Gebirge (Góry Bystrzyckie), das Adlergebirge (Góry Orlickie) und das Heuscheuergebirge (Góry Stołowe).

Im Schnittpunkt der Passübergänge über diese Gebirge besitzt Kłodzko eine verkehrsgünstige Lage.

In der auf einer Höhe von 294 m liegenden Stadt befinden sich zwei Erhebungen, der Schlossberg (369 m) und der Schäferberg (346 m).[3]

Durch die Stadt fließt die Glatzer Neiße (poln. Nysa Kłodzka), von der der Mühlgraben (Kanal Mlynowka) abgezweigt wird. In die Glatzer Neiße münden im Stadtgebiet von links die Reinerzer Weistritz (Bystrzyca Dusznicka) und von rechts das Hannsdorfer Wasser (Jaszkówka) und der Könighainer Bach (Jodłownik) sowie nördlich der Stadt von links die Steine (Ścinawka).

Kłodzko liegt an der Bahnstrecke Wrocław–Międzylesie, die ein Teil der überregionalen Fernverbindung Breslau–Prag ist. Es besitzt zwei Bahnhöfe, den etwas außerhalb liegenden Hauptbahnhof (Kłodzko Główne) und den Stadtbahnhof (Kłodzko Miasto).

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte der Stadt Glatz und ihrer politischen und kirchlichen Zugehörigkeit ist eng verbunden mit der Geschichte der Grafschaft Glatz.

Ersterwähnung und MittelalterBearbeiten

Der böhmische Chronist Cosmas von Prag erwähnte die Siedlung erstmals im Jahre 981 als castellum Kladsko. Auf dem für Verteidigungszwecke gut geeigneten felsigen Hügel am linken Neißeufer ließ der Böhmenfürst Slavnik, Vater des Heiligen Adalbert, eine gegen Polen gerichtete hölzerne Burg errichten. Diese Burg und der dazugehörige tschechische Marktflecken Kladsko wurden im Streit zwischen Böhmen und Polen mehrmals belagert und zerstört. Nachdem Glatz 1114 kurzfristig an Polen geriet, ließ Soběslav von Böhmen 1129 die Burg noch stärker befestigen, um die wichtige Straße Prag–Nachod–Glatz–Breslau zu sichern. Der 1137 abgeschlossene Pfingstfrieden von Glatz beendete die Streitigkeiten und festigte die Zugehörigkeit zu Böhmen. Erster bekannter Burggraf von Glatz war 1169 Hroznata, dem 1175 Ryvín/Rivinus und 1177 der Witigone Witiko von Prčice folgten.

Im 12./13. Jahrhundert entwickelte sich Glatz durch deutsche Siedler, die u. a. vom böhmischen König Ottokar II. Přemysl ins Land gerufen worden waren, zum Mittelpunkt des aufstrebenden Glatzer Landes. Unterhalb des Burgbergs entstand eine ummauerte Ortschaft, die bereits 1114 als urbs (Stadt) bezeichnet wurde. Urkundlich belegt sind das Hospital der Johanniter für 1183, die Johanniterkommende um 1243, die nordwestlich der Burg gelegene Wenzelskirche für 1184 und die Marienkapelle auf dem Schlossberg für 1194. Die deutsche Namensform Glatz ist erstmals für das Jahr 1223 nachgewiesen. Im Jahr 1275 erhielt Glatz den Status einer Stadt nach Magdeburger Recht. 1334 erwarb die Stadt die städtische Vogtei und damit eine eigene Gerichtsbarkeit.

Ab dem 14. Jahrhundert war die Handwerkerschaft im Rat der Stadt vertreten. Von Bedeutung waren um diese Zeit die Tuchmacherei, die Leinweberei, verschiedene weitere Handwerke, die Bierproduktion und der Handel. Die herausragende Stellung der Stadt zeigte sich darin, dass ihr bis ins 15. Jahrhundert alle anderen Städte des Glatzer Landes hinsichtlich der Abgaben und Dienstleistungen unterstellt waren.

In den Hussitenkriegen konnte sich Glatz verteidigen und blieb von Zerstörungen weitgehend verschont. Nachdem 1454 der böhmische König Georg von Podiebrad das Glatzer Land erworben und es 1459 zur Grafschaft erhoben hatte, wurde Glatz Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft. Sein Sohn, Herzog Heinrich der Ältere von Münsterberg, erster regierender Graf von Glatz, verlegte seinen Wohnsitz in die Stadt Glatz und baute die Burg zu einem Schloss um.

Zwischen dem 15. und dem 18. JahrhundertBearbeiten

 
Glatz auf einem Stich von 1650
 
Glatzer Ring im Album Pompejus von 1737

Während der Reformation war Glatz ein Zentrum der Lehre Schwenckfelds und anderer Sekten. Im 16. Jahrhundert hob der böhmische König Ferdinand I. den Rechtszug nach Magdeburg auf und machte Prag zum Oberhof für die Glatzer Städte.

Nachdem der Rat der Stadt Glatz die Wahl des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz anerkannt und auch nach der Schlacht am Weißen Berge zu ihm gehalten hatte, besetzten kaiserliche Truppen die Stadt 1622. Sie führten Strafmaßnahmen gegen die Anführer der Schlacht durch und entzogen weiteren Personen ihre Privilegien. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 930 der damals 1300 Gebäude zerstört. Zu den Verwüstungen kam 1635 eine Pestepidemie, der 4000 Einwohner zum Opfer fielen, so dass die Stadt weitgehend entvölkert war. Auch 1680 wütete wieder die Pest, die 1500 Tote zur Folge hatte.

Während der Schlesischen Kriege wurde Glatz mehrmals belagert und erobert. Am 8. Januar 1741 griffen die Preußen unter Oberst Camas die Stadt an, sie wurden jedoch abgewehrt. Am 9. Januar 1742 gelang den Preußen die Einnahme der Stadt, am 26. April d. J. auch die Einnahme der Festung. Der österreichische Gegenangriff erfolgte im Dezember 1744 unter General Georg Olivier von Wallis; im Januar 1745 mussten die Österreicher Glatz wieder aufgeben. Am 26. Juli 1760 eroberte Gideon Ernst von Laudon nach nur achttägiger Belagerung Glatz sowie die Festung zurück. Nach dem Hubertusburger Frieden 1763 fiel Glatz endgültig an Preußen.[4] Von den Kriegszerstörungen erholte sich die Stadt – trotz der wirtschaftlichen Maßnahmen Friedrichs des Großen – nur langsam, war jedoch Ende des 18. Jahrhunderts ein wichtiges Handwerks- und Handelszentrum.

In den Napoleonischen Kriegen während des Schlesischen Feldzuges konnte Glatz durch Friedrich Wilhelm von Götzen d. J. verteidigt werden und blieb unbesetzt.

19. Jahrhundert bis in die 2010er JahreBearbeiten

 
Oberring in Glatz um 1920
 
Plac Jedności beim Hochwasser 1997

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl durch neu erschlossene Baugebiete deutlich an. Gleichzeitig verlor die Festung Glatz ihre militärische Bedeutung und diente als Gefängnis für politische Gefangene. Glatz blieb jedoch Garnisonsstadt. Die Verkehrserschließung durch die Eisenbahn (1874 nach Breslau, 1875 nach Mittelwalde, 1880 nach Waldenburg, 1890 nach Rückers, 1897 Seitenberg, 1902 nach Bad Reinerz und 1905 nach Bad Kudowa) hatte einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. Um 1900 hatte Glatz zwei katholische Kirchen, eine evangelische Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium mit Konvikt, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe und war Sitz eines Landgerichts.[5]

Im Jahr 1945 gehörte Glatz zum Landkreis Glatz im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Schlesien des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Glatz im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt und kurz darauf unter polnische Verwaltung gestellt. Die Stadt wurde in Kłodzko umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Die neuen Bewohner hatten zum großen Teil polnischen Minderheiten in Gebieten östlich der Curzon-Linie angehört. Diese Gebiete waren nach dem Ersten Weltkrieg im Polnisch-Sowjetischen Krieg (1919–1921) erobert worden und mussten nach Ende des Zweiten Weltkriegs an die Sowjetunion abgetreten werden. Angehörige polnischer und ukrainischer Minderheiten in diesen Gebieten waren von den Sowjetbehörden vor die Wahl gestellt worden, entweder eine neue Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder aussiedeln zu müssen.

Zwischen 1946 und 1989 war die Stadt unter der kommunistischen Stadtverwaltung ein Teil der Volksrepublik Polen, die 1989 in die Republik Polen überging. Durch Umstrukturierung der Woiwodschaften gehörte Glatz von 1946 bis 1975 zur damaligen Woiwodschaft Breslau, von 1975 bis 1998 zur Woiwodschaft Waldenburg und seitdem zur Woiwodschaft Niederschlesien.

In diesen Jahren entwickelte sich vor allem Industrie der Stadt. Die Bevölkerungszahlen stiegen bis zur Jahrtausendwende nahezu kontinuierlich.

Im Sommer 1997 verwüstete ein Jahrhunderthochwasser die Stadt: Binnen weniger Stunden stieg die Glatzer Neiße auf eine Pegel von 8,71 m und überflutete einen großen Teil der Stadt. Mittels Finanzhilfen der Europäischen Union nach dem EU-Beitritt Polens 2004 und durch Staatsmittel konnten große Teile der Altstadt aufwendig saniert werden.[6] Wirtschaftliche Schwerpunkte zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Handel, Metallindustrie und der Dienstleistungssektor.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1890 13.501 davon 2.357 Evangelische, 10.917 Katholiken und 221 Juden[7]
1900 14.926 mit der Garnison (Infanterieregiment Nr. 38), davon 2.564 Evangelische und 183 Juden[5]
1925 16.563 davon 3.461 Evangelische, 12.867 Katholiken, 18 sonstige Christen und 125 Juden[7]
1933 19.000 davon 3.932 Evangelische, 14.830 Katholiken, 32 sonstige Christen und 115 Juden[7]
1939 22.575 davon 4.479 Evangelische, 15.555 Katholiken, 15 sonstige Christen und 26 Juden[7]
 

Im Jahr 2009 bestand die Bevölkerung zu 53,4 Prozent (=14 962) aus Frauen und zu 46,6 Prozent (=13 041) aus Männern.

Bauliche StadtentwicklungBearbeiten

 
Blick über die Stadt 2014

Die planmäßige Stadtanlage mit einem gitterförmigen Straßennetz entstand am linken Neißeufer unterhalb des Burgbergs. Eine Stadtmauer mit einer Reihe von Türmen, mehreren Toren und Pforten umgab die Ortschaft. Im Jahr 1349 veranlasste der Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz die Gründung des Augustiner-Chorherrenstift Glatz. Die Bürger errichteten 1366 auf dem 9200 m² großen Ring das Rathaus. Die erhaltene Brücktorbrücke wurde nach dem Vorbild der Prager Karlsbrücke im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaut. Der im 14. Jahrhundert am Platz einer Vorgängerkirche begonnene Bau der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt konnte um 1430 abgeschlossen werden. Um diese Zeit hatte Glatz etwa 250 Häuser und etwa 4000 Einwohner.

Friedrich der Große ließ in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Schloss abtragen. Damit verschwanden auch die Überreste der mittelalterlichen böhmischen Grenz- und Königsburg. An ihrer Stelle errichteten die Handwerker eine damals moderne Festung, die 1877 als militärische Anlage aufgehoben wurde. Zwischen 1880 und 1911 wurden die Stadttore und ein großer Teil der Stadtmauern abgerissen und Straßen und Grünanlagen angelegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als dringend Wohnraum benötigt wurde, entstanden westlich der Altstadt neue Wohnbauten und eine Kirche. Historische Gebäude in der Altstadt verfielen dagegen (darunter die Häuser der oberen Ringseite), weil das Geld für Sanierungen nicht zur Verfügung stand.

WappenBearbeiten

Das Stadtwappen von Kłodzko zeigt in Rot einen goldbewehrten und bekrönten silbernen Löwen mit gekreuztem Doppelschweif. Da das Glatzer Land zum böhmischen Herrschaftsbereich gehörte und 1459 zu einer Grafschaft erhoben wurde, deren Wappen in Rot zwei goldene Schrägbalken waren, hat die Stadt das Sinnbild ihrer ursprünglichen Zugehörigkeit zum Königreich Böhmen beibehalten. Der goldbekrönte silberne Löwe mit dem typischen gekreuzten Doppelschweif erscheint schon in einem großen Siegel aus dem 13. Jahrhundert. Er hat sich bis in die heutige Zeit überliefert.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Innenansicht der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
 
Minoritenkirche

KirchengebäudeBearbeiten

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Kościół Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny) wurde ab 1390 durch die Prager Bauhütte aus einem Vermächtnis des Prager Erzbischofs Ernst von Pardubitz an der Stelle einer Vorgängerkirche errichtet und von 1624 bis 1693 barockisiert. Sie ist die bedeutendste Stätte der Glatzer Kunst und hat eine reiche Innenausstattung, an der namhafte Künstler beteiligt waren.
Der Hauptaltar wurde von 1728 bis 1729 nach einem Entwurf des Tiroler Architekten Christoph Tausch ausgeführt, von dem auch das Altarbild stammt. Die Schnitzwerke schuf der aus Bamberg stammende Bildhauer Johann Albrecht Siegwitz. Das Gnadenbild der Muttergottesfigur in der Mitte der Ädikula ist um 1475 gemalt worden.
Michael Klahr d. Ä. schuf den Mariä-Himmelfahrts-Altar, die Kanzel, den Orgelprospekt und die Beichtstühle.
Der Ignatiusaltar wurde von 1712 bis 1713 von Michael Kössler geschaffen.
Die Madonna mit dem Spatz, die ursprünglich in der ehemaligen Propsteikirche des Augustinerstifts stand, wird Peter Parler zugeschrieben.
Die Tumba des Ernst von Pardubitz, der auf seinen Wunsch in der Glatzer Pfarrkirche bestattet wurde, besteht aus rotem Marmor. Sie wurde von 1364 bis 1370 von einem Künstler aus dem Umkreis von Peter Parler geschaffen. Den Kenotaph für denselben (kniende Marmorfigur) schlug der Berliner Bildhauer Johannes Janda im Jahr 1870.
  • Die Minoritenkirche St. Maria (Kościół Matki Bożej Różańcowej), in der 1997 ein Hochwasser schwere Schäden anrichtete, wurde von 1628 bis 1631 erbaut. Die Neorenaissance-Ausstattung ist aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Im Refektorium des angrenzenden Franziskanerklosters befinden sich Fresken von Felix Anton Scheffler von 1744.
  • Die St.-Georgs-Kirche (Kościół Św. Jerzego) wird bereits 1275 erwähnt. Sie wurde mehrmals neu aufgebaut und diente von 1834 bis 1945 als evangelische Garnisonkirche.
  • Auf dem Weg nach Königshain (Wojciechowice) steht die Marienwallfahrtsstätte „Maria Trost“ auf dem Spittelberg.

Festung GlatzBearbeiten

Die Festung Glatz, ehemals böhmische Burg, wurde im 15. Jahrhundert zu einem Schloss und nach dem Dreißigjährigen Krieg zu einer Festung umgebaut. Das Festungsgelände befindet sich auf einem 369 Meter hohen Berg an der nördlichen Seite der Glatzer Altstadt.

 
Rathaus in der Abenddämmerung

Weltliche BauwerkeBearbeiten

  • Das Rathaus (Ratusz) wurde von 1887 bis 1890 nach Plänen des Architekten Ewald Berger im Neorenaissance-Stil errichtet. Es befindet sich auf dem Glatzer Ring und wurde um den erhaltenen Rathausturm von 1654 herumgebaut.[8]
  • Die Mariensäule entstand nach Entwürfen des Glatzer Bildhauers Hans Adam Beyerhoff 1682 zum Gedenken an die Pestopfer.
  • Das ehemalige Jesuitenkollegium wurde von 1654 bis 1690 nach Plänen von Carlo Lurago durch die Baumeister Francesco Canevale und Andrea Carove errichtet. Nach Aufhebung des Jesuitenordens war es von 1787 bis 1945 katholisches Gymnasium. Heute nennt es sich Liceum Ogólnokształcące.
  • Das ehemalige Jesuitenkonvikt wurde 1664 nach einem Entwurf von Carlo Lurago durch A. Carove erbaut. Es beherbergt seit den 1990er Jahren das Muzeum Ziemi Kłodzkiej (deutsch: Museum des Glatzer Landes).
  • Der Schlossberg mit der ehemaligen Festung (Twierdza Główna) bietet eine weite Aussicht auf die Stadt und den südlichen Glatzer Kessel.

BrücktorbrückeBearbeiten

Die Brücktorbrücke (Most świętego Jana) ist eine Steinbogenbrücke in der Altstadt von Glatz, die nach dem Vorbild der Prager Karlsbrücke gestaltet wurde und den Mühlgraben der Sadt, einen Nebenarm der Glatzer Neiße, überspannt. In der Barockzeit erhielt sie sechs steinerne Figuren als Brückenschmuck.

Brunnen und ParkanlagenBearbeiten

  • Östlich des Rathauses steht der barocke Löwenbrunnen von 1700 mit dem doppelschwänzigen böhmischen Löwen.
  • Die Stadt wirbt auch mit einem Aquapark[9] sowie mit weiteren Parkattraktionen wie den JUPI-Park auf dem Gelände der Festung, der Abenteuer für Kinder und Jugendliche bietet.[10]

Landgemeinde KłodzkoBearbeiten

Die Stadt Kłodzko ist Verwaltungssitz der Landgemeinde Kłodzko, gehört ihr aber als eigenständige Stadtgemeinde nicht an. Die Landgemeinde zählt auf einer Fläche von 252,25 km² 17.318 Einwohner (Stand: 30. Juni 2015) und gliedert sich in 35 Schulzenämter.

Hauptartikel: Kłodzko (Landgemeinde)

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

 
Friedrich Wilhelm Riemer
 
Karl Seydelmann 1831

In Glatz wurden gefangengehaltenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Seit 1952 besteht außerdem eine Patenschaft zwischen der deutschen Stadt Lüdenscheid und der Stadt Kłodzko.

Zudem ist die Stadt Mitglied des Bundes der europäischen Napoleonstädte.

LiteraturBearbeiten

  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, oder Geschichte und Beschreibung sämmtlicher Burgen und Ritterschlösser Schlesiens beider Antheile und der Grafschaft Glatz. Zweite Auflage, Glogau 1844, S. 88–99..
  • Aloys Bach: Urkundliche Kirchen-Geschichte der Graffschaft Glaz<. Von der Urzeit bis auf unsere Tage. Nebst einem Anhange: Geschichtlich statistische Darstellung aller Gläzer Pfarreien und Kirchen mit deren geistlichen Vorstehern, so wie der Schulen im Jahre 1841. Fritz, Breslau 1841.
  • Peter Güttler: Das Glatzer Land. Ein Reiseführer zu Landschaft, Kunst und Kultur des Glatzer Berglandes/Ziemia Kłodzka in Schlesien. Aktion West-Ost e.V., Düsseldorf 1995, ISBN 3-928508-03-2, S. 37–36.
  • Arno Herzig, Małgorzata Ruchniewicz: Geschichte des Glatzer Landes. DOBU-Verlag u. a., Hamburg u. a. 2006, ISBN 3-934632-12-2.
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 452–460.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. (= Kröners Taschenausgabe 316). Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 116–123.
  • Arne Franke, Katrin Schulze: Schlösser und Herrenhäuser in der Grafschaft Glatz: Ein Architektur- und Parkreiseführer, Verlag Wilhelm Gottlieb Kern, 2009.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt (BIP), Burmistrz, abgerufen am 21. Januar 2015.
  3. Aloys Bernatzky: Lexikon der Grafschaft Glatz, MARX Verlag Leimen/Heidelberg 1984, S. 78
  4. Vaterländische Bilder, in einer Geschichte und Beschreibung der alten Burgfesten und Ritterschlösser Preussens, S. 98.
  5. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 12–13.
  6. Glatz-Klodzko auf www.polish-online.com
  7. a b c d http://www.verwaltungsgeschichte.de/glatz.html#ew39gltzglatz
  8. grafschaft-glatz.de
  9. Aquapark Glatz
  10. Jupipark Klodzko
  11. Städtepartnerschaften Kłodzko