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Gemeinde Castrojeriz
Castrojeriz – Ortsansicht mit Burgberg
Castrojeriz – Ortsansicht mit Burgberg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Castrojeriz
Castrojeriz (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Odra-Pisuerga
Koordinaten 42° 17′ N, 4° 8′ WKoordinaten: 42° 17′ N, 4° 8′ W
Höhe: 808 msnm
Fläche: 136,07 km²
Einwohner: 803 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 5,9 Einw./km²
Postleitzahl: 09110
Gemeindenummer (INE): 09091 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Castrojeriz
Burgruine

Castrojeriz ist ein nordspanischer Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 803 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) am Jakobsweg in der Provinz Burgos der Autonomen Region Kastilien-León. Das historische Ortszentrum ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

Lage und KlimaBearbeiten

Der Ort Castrojeriz liegt am Río Odra in der Iberischen Meseta an der Südflanke eines ca. 900 m hohen Tafelberges mit der Burgruine des Castrum Sigerici. Die Provinzhauptstadt Burgos ist etwa 50 km (Fahrtstrecke) in östlicher Richtung entfernt; bis nach Santiago de Compostela sind es noch ca. 450 km in westlicher Richtung. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 540 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 2.646 2.366 2.096 996 817[3]

Die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe haben seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem deutlichen Rückgang der Einwohnerzahlen geführt. Zur Gemeinde gehören auch 5 Weiler (pedanías) mit insgesamt etwa 300 Einwohnern.

WirtschaftBearbeiten

Die Einwohner der Landgemeinde leben hauptsächlich von der Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht). Im Ort selbst ließen sich Kleinhändler und Handwerker nieder. Seit den 1970er Jahren spielt auch die sommerliche Vermietung von Ferienhäusern (casas rurales) eine gewisse wirtschaftliche Rolle. Auf den Bergen der Umgebung wurden um die Jahrtausendwende mehrere Windparks installiert.

GeschichteBearbeiten

Bronzezeitliche Keramik wurde entdeckt, doch aus keltischer, römischer, westgotischer und selbst maurischer Zeit fehlen archäologisch verwertbare Spuren. Die erste Erwähnung des Ortsnamens Castrum Sigerici stammt aus dem 9. Jahrhundert, der Anfangszeit der christlichen Rückeroberung (reconquista). Um die Mitte des 11. Jahrhunderts wurden die Mauren endgültig bis an die Duero-Grenze zurückgedrängt.[4] Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit erlebte der Ort seine Blütezeit, die sich im Bau mehrerer Kirchen und Pilgerhospize widerspiegelt. Heute ist der Ort nur noch teilweise bewohnt; viele Häuser verfallen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Mit dem Bau der gotischen Stiftskirche (Colegiata de Nuestra Señora del Manzano) wurde im Jahr 1214 begonnen, doch stammt der heutige Kirchenbau im Wesentlichen aus der Zeit um 1500. Beide Portale und die Fensterrose sind spätgotisch, doch ohne jeden Figurenschmuck. Die beiden oberen Turmgeschosse stammen aus der Renaissance und dem Frühbarock. Das Innere der Kirche ist dreischiffig und verfügt über einen gitterumgebenen Binnenchor mit Chorgestühl. In den drei Apsiden, im gesamten Chorbereich und in den Seitenkapellen befinden sich mehrere imposante Barockaltäre.
  • Die ehemalige Pfarrkirche Santo Domingo ist eine Hallenkirche des 16. Jahrhunderts mit einem schönen Sterngewölbe. Sie dient heute als Museum.
  • Die ehemalige Klosterkirche San Juan ist ebenfalls eine Hallenkirche aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Sie ist beinahe überreich mit Altären und Figuren ausgestattet. Sehenswert ist der Kreuzgang (claustro) mit seinen Doppelsäulen.[5]
Umgebung
  • Die mittelalterliche Burgruine thront weithin sichtbar über der Stadt.
  • Die eindrucksvollen Ruinen des im 12. Jahrhundert gegründeten Antoniter-Klosters und seiner spätgotischen Klosterkirche liegen ca. 3 km östlich des Ortes.[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Castrojeriz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Castrojeriz – Klimatabellen
  3. Castrojeriz – Bevölkerungsentwicklung
  4. Castrojeriz − Geschichte
  5. Castrojeriz – Iglesia de San Juan
  6. Castrojeriz – Antoniterkloster
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Francés

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