Hauptmenü öffnen
Gemeinde Salas de los Infantes
Salas de los Infantes – Iglesia de Santa Cecilia
Salas de los Infantes – Iglesia de Santa Cecilia
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Salas de los Infantes
Salas de los Infantes (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Sierra de la Demanda (Comarca)
Koordinaten 42° 1′ N, 3° 17′ WKoordinaten: 42° 1′ N, 3° 17′ W
Höhe: 964 msnm
Fläche: 31,32 km²
Einwohner: 1.955 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 62,42 Einw./km²
Gründung: 974
Postleitzahl: 09600
Gemeindenummer (INE): 09330 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Salas de los Infantes

Salas de los Infantes ist eie Kleinstadt und eine zur bevölkerungsarmen Region der Serranía Celtibérica gehörende Gemeinde (municipio) mit 1.955 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der nordspanischen Provinz Burgos in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

Lage und KlimaBearbeiten

Die Kleinstadt Salas de los Infantes liegt im Tal des Río Arlanza am Südrand der Sierra de la Demanda in einer Höhe von etwa 980 m. Die Provinzhauptstadt Burgos ist etwa 58 km in nordwestlicher Richtung entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 655 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 984 1.383 1.769 2.030 1.955[3]

Wegen der anhaltenden Zuwanderung aus den – teilweise gänzlich aufgegebenen – Dörfern der Bergregion der Sierra de la Demanda ist seit dem 19. Jahrhundert ein stetiger Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Zur Gemeinde gehören auch die Weiler (pedanías) Arroyo de Salas, Castrovido, Hoyuelos de la Sierra und Terrazas.

WirtschaftBearbeiten

Wie die Bewohner der meisten Bergorte im Norden Spaniens, so lebten auch die Salensos jahrhundertelang nach als Selbstversorger von der Viehzucht (Schafe und Ziegen) und von ein wenig Ackerbau (Gerste und Weizen). Aus der Milch der Tiere wurde ein haltbarer Käse hergestellt, der sich manchmal auf den Märkten der weit entfernten Städte verkaufen ließ. Ähnliches gilt für die Schafswolle, die jedoch auch für die Herstellung der eigenen Kleidung benötigt wurde; aus den Ziegenhaaren wurden Seile etc. geflochten. Gleichzeitig diente die Kleinstadt als regionales Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum. In der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des Jahrhunderts versuchten viele Zuwanderer ihr Glück als Minenarbeiter in den Bergwerken (Eisen, Kupfer, Blei und Kohle) der Umgebung. Im Oktober 2008 eröffnete eine Fabrik zur Herstellung von Holzfaserplatten. Mittlerweile spielen der Tages- und Wochenendtourismus sowie die Vermietung von Ferienhäusern (casas rurales) eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

GeschichteBearbeiten

Die im Rahmen der Wiederbesiedlung (repoblación) erfolgte Gründung von Salas im Jahr 974 geht auf den kastilischen Grafen García Fernández zurück. Den Zusatz de los Infantes erhielt der Ort erst im ausgehenden Mittelalter in Erinnerung an die teilweise legenhaften Erzählungen von den „Sieben Infanten von Lara“, die von Almansor, dem Anführer der Mauren in der Zeit um das Jahr 1000 enthauptet worden sein sollen; ihre sieben Köpfe wurden angeblich im Jahr 1579 in der Kirche Santa María entdeckt und finden sich auch im Stadtwappen wieder. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte der Ort eine kurze Blütezeit durch den Erz- und Kohleabbau in der Sierra de la Demanda.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Iglesia de Santa María
 
Rathaus (ayuntamiento)
  • Die zum Teil von Menschenhand geschaffenen Höhlen von Peñarota zeugen nach Ansicht der Archäologen von der Anwesenheit von Einsiedlern vom 8. bis ins 11. Jahrhundert.[5]
  • Die portal- und schmucklose Westfassade der auf einem romanischen Vorgängerbau im 15. Jahrhundert neu errichteten spätgotischen Pfarrkirche (Iglesia de Santa Cecilia), deren Apsis- und Langhauswände durch – teilweise barock anmutende – Strebepfeiler stabilisiert sind, wird von einem Glockengiebel (espadaña) dominiert. Das Portal mit seinen profilierten Archivoltenbögen befindet sich – wie bei vielen Kirchen im Norden Spaniens üblich – auf der Südseite der Kirche.[6]
  • Vor der Kirche steht eine monolithische und – wegen der deutlich erkennbaren Entarsis – möglicherweise antike Säule mit einem barocken Kreuz.
  • Die im 15. und 16. Jahrhundert erbaute und von Rippengewölben überspannte dreischiffige Renaissance-Hallenkirche Santa María macht einen ausgesprochen repräsentativen Eindruck, der durch den aus derselben Zeit stammenden Hauptaltar mit Szenen aus dem Marienleben noch verstärkt wird.[7]
  • An der Plaza de Armas erhebt sich die zweigeschossige und mit einem schmalen durchgehenden Balkon versehene Fassade des auf der Vorderseite auf Arkaden aufruhenden Rathauses (ayuntamiento) aus dem 16./17. Jahrhundert.
  • Das im Jahr 2001 eingeweihte Museo de Salas widmet sich hauptsächlich der Präsentation und Erforschung von Dinosaurier-Spurenfunden in der Umgebung.[8]
Umgebung
  • Auf einem Hügel etwa 3 km nordöstlich des Ortes erheben sich die Überreste einer mittelalterlichen Burg (Castillo de Castrovido).[9]

LiteraturBearbeiten

  • Alberto Bengoechea: Historia de Salas. Salas de los Infantes, Museo de Salas, 2003

WeblinksBearbeiten

  Commons: Salas de los Infantes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Salas de los Infantes – Klimatabellen
  3. Salas de los Infantes – Bevölkerungsentwicklung
  4. Salas de los Infantes – Geschichte
  5. Salas de los Infantes – Höhlen von Peñarota
  6. Salas de los Infantes – Kirche Santa Cecilia
  7. Salas de los Infantes – Kirche Santa María
  8. Salas de los Infantes – Dinosaurierspuren
  9. Salas de los Infantes – Burg von Castrovido