Azofra

Gemeinde in Spanien

Azofra ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 215 Einwohnern (1. Januar 2019) am Jakobsweg (Camino Francés) in der Autonomen Gemeinschaft La Rioja.

Gemeinde Azofra
Azofra mit Kirche Nuestra Señora de los Angeles
Azofra mit Kirche Nuestra Señora de los Angeles
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Azofra (Spanien)
Finland road sign 311 (1994–2020).svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Comarca: Nájera
Koordinaten 42° 25′ N, 2° 48′ WKoordinaten: 42° 25′ N, 2° 48′ W
Höhe: 559 msnm
Fläche: 11,84 km²
Einwohner: 215 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 18,16 Einw./km²
Postleitzahl: 26323
Gemeindenummer (INE): 26022
Verwaltung
Website: Azofra

Lage und KlimaBearbeiten

Der Ort Azofra liegt am Mittellauf des Río Tuerto etwa 35 km (Fahrtstrecke) westlich der Provinzhauptstadt Logroño in einer Höhe von ca. 560 m. Die Stadt Santo Domingo de la Calzada ist nur gut 14 km in westlicher Richtung entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 615 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2001 2018
Einwohner 505 655 767 327 200[3]

Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs auf dem Land sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele Familien in die Städte abgewandert (Landflucht).

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde war und ist seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt. Im Ort selbst hatten sich Gewerbetreibende aller Art niedergelassen. Heute spielt der Pilgertourismus eine gewisse Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

GeschichteBearbeiten

Keltische, römische, westgotische und selbst islamisch-maurische Spuren wurden auf dem Gemeindegebiet bislang nicht entdeckt. Die Rückeroberung (reconquista) durch die Christen fand Ende des 9. bzw. zu Beginn des 10. Jahrhunderts statt. Der Ortsname wurde erstmals im Jahr 989 aufgrund einer Schenkung des navarrischen Königs García Sanchez II. an das Kloster San Juan de la Peña erwähnt. Durch den Pilgerweg nach Santiago de Compostela erlebte der Ort im Mittelalter einen gewissen Aufschwung. Im 14. Jahrhundert schenkte Peter I. von Kastilien den Ort an seinen Getreuen Ortiz de Zúñiga, dessen Nachfahren noch bis ins 19. Jahrhundert die Grundherrschaft (señorio) über den Ort ausübten.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Gerichtssäule (rollo oder picota)
  • Die einschiffige Pfarrkirche Nuestra Señora de los Ángeles ist ein Bau des 17./18. Jahrhunderts; sie steht an der höchsten Stelle des Ortes. Ungewöhnlich ist die Platzierung des Glockenturms (campanario) am südöstlichen Segment der polygonal gebrochenen Apsis. Das auf der Südseite der Kirche befindliche Eingangsportal ist durch einen Portikus geschützt. Das Altarretabel (retablo) aus dem 17. Jahrhundert zeigt zahlreiche Schnitzfiguren.[4]
  • Das im Jahr 1168 von einer gewissen Doña Isabel de Azofra gestiftete Pilgerhospiz ist nicht mehr erhalten.
  • Unmittelbar neben der Kirche gibt es eine Pilgerherberge, die von Mitgliedern der Santiago-Freunde Köln eingerichtet wurde. Weitere Pilgerherbergen werden vom Dorf bzw. privat betrieben.
  • Am Dorfausgang Richtung Cirueña befindet sich die Pilgerquelle Fuente de Romeros.
Umgebung
  • Etwa 1 km westlich des Ortes steht eine kürzlich restaurierte Gerichtssäule (rollo).[5]

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich Wegner: Der Spanische Jakobsweg, Dumont, Köln 1995, ISBN 3-7701-3415-X
  • Cordula Rabe: Spanischer Jakobsweg. Von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München 2008, ISBN 978-3-7633-4330-0 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

WeblinksBearbeiten

Commons: Azofra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Azofra/Santo Domingo de la Calzada – Klimatabellen
  3. Azofra – Bevölkerungsentwicklung
  4. Azofra – Kirche
  5. Azofra – Gerichtssäule
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Francés

← Vorhergehender Ort: Nájera 5,5 km | Azofra | Nächster Ort: Cirueña 9,2 km oder
Cañas (Variante zum Kloster San Millán de la Cogolla)
 →